Akustikoptimierungen im Arbeitszimmer

  • Hallo zusammen,


    mein Arbeitszimmer ist auch mein Hörzimmer. Da ich das zimmer auch nicht immer nur alleine benutze habe was Lautsprecherplatzierung und Umbaumaßnahmen angeht aucht nicht komplette Narrenfreiheit. Es müssen also Kompromisse gefunden werden - was für mich auch OK ist.


    Der Raum ist 3,70m x 3,00m groß, Deckenhöhe 2,50m

    Die Wände und Decke sind aus Holz und mit Rigipsplatten verkleidet. Fußboden ist Parkett auf Estrich auf Betondecke des Kellers. Die Lautsprecher stehen neben meinem Schreibtisch, der an einer der längeren Wände steht.

    Links ist das fenster, Rechts ist an der selben Wand die Tür in der Ecke. An der Rechten Wand ist ein Schrank mit vielen Fächern und Schubladen, der ist 1,70m hoch und nimmt einen großteil der Wand ein.

    An der Rückwand ist ein Sideboard/Lowboard/Aktenschrank. 0,75m hoch. Auf dem steht die Anlage.


    Die Boxen sind 2 Wege BR "Regalboxen" Keramix I von PureDynamics (selbstbau) auf 100cm Ständern etwa 1,80m abstand.


    An der Rückwand habe ich auch schon Akustikelemente angebaut. Zwei Breitbandabsorber und 2 Diffusoren von t.Akkustik (Thomann Hausmarke). Das hat auch dem Gesamtklangbild sehr geholfen was due Klarheit und Präzesion angeht.


    Klanglich bleibt der Bassbereich aber noch etwas auf der Strecke. Das ist auch unabhängig von den Verwendeten Lausprechern. Ich hab hier noch ein paar Aktiv-Studiomonitore, da ist das ähnlich.

    Ich hab mal ein wenig mit REW gemessen und da ist um 70 Hz, vor allem auf der rechten Seiten ein Starker Einbruch.

    Veränderungen der Boxenposition (weiter weg von der Rückwand) ändern das nicht signifikant.

    Wasserfall-Links.jpgWasserfall Rechts.jpg


    Bei den Aktivmonitoren kommen ähnliche Ergebnisse heraus.


    So soeht das Zimmer in etwa aus...

    Arbeitszimmer.png


    Was das Umarrangieren der Lautsprecher angeht bin ich wie gesagt eingeschränkt. Eine Idee die ich noch hatte wären Bassfallen an den Ecken der Decke an der Wand an der der Schreibtisch und die Boxen stehen (Positionen mit roten Punkten Markiert in der Zeichnung). Macht das Sinn, oder gibt es da vielversprechendere Ansätze?


    LG

    Lars

  • Als erstes würde ich mal den Schreibtisch einen halben Meter in den Raum hinein ziehen und die Lautsprecher vor den Schreibtisch stellen anstatt daneben. Dann sollte sich auf jeden Fall schon mal die räumliche Abbildung in der Wiedergabe verbessern.

    Was ich bei mir gemacht habe: den ganzen Bereich um die Boxen herum vollflächig mit Noppenschaumstoff verkleidet. Sieht zugegeben nicht gerade doll aus, bringt aber raumakustisch doch ne ganze Menge. Die Nachhallzeit des Raumes sinkt erheblich und die Präzision der Wiedergabe wird enorm verbessert, weil frühe Reflexionen weitgehend wegfallen.


    Gruß

    Andreas

    Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest. (Saki)


    Optimist: "Geil, schon Mittwoch.",
    Pessimist: "Scheiße, erst Mittwoch.",
    Realist: "Noch 8252 Arbeitstage bis zur Rente."

  • Basstraps werden dir wenig helfen, du müsstest ja auf einer Seite im Gegenteil auffüllen.


    Messen ist mMn wichtig, aber es soll deinen Ohren gefallen. Messungen nehme ich nur, um Ansätze für Maßnahmen zu finden. Ergo: was fehlt dir denn oder stört dich beim hören?


    Wenn du so eingeschränkt bei der Veränderung der räumlichen Gegebenheiten bist, würde ich mir einen RME Adi-2 (ggfs. Pro) kaufen und damit den Frequenzgang verbiegen. Wird nie so gut wie den Raum anpassen, aber damit lässt sich schon eine Menge machen.


    Hast du dir die Basics der Raumakustik mal einverleibt? Siehe auch meine Signatur.

  • Sorry, aber Noppenschaumstoff bringt so gut wie gar nix

    Oh doch, kommt nur auf die Fläche an... 1qm bringt natürlich nix... ;)


    Gruß

    Andreas

    Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest. (Saki)


    Optimist: "Geil, schon Mittwoch.",
    Pessimist: "Scheiße, erst Mittwoch.",
    Realist: "Noch 8252 Arbeitstage bis zur Rente."

  • Also schwer zu verändern sind die Positionierungen der Lautsprecher und Möbel, jedenfalls im größeren Umfang. Was akustische Maßnamen angeht kann ich schon was machen.


    Den Ansatz "erst Ohren" dann messen finde ich auch richtig. Ich bin halt klanglich mit dem Bassbereich noch nicht ganz zufrieden. Da fehlt mir noch ein wenig Definition.


    Ich hab auch mal versucht mit dem RoomSim in REW was zu werden. Da kann ich meine "Dellen" durchaus reproduzieren. So richtig gute Schlüsse kann ich damit aber nicht ziehen. Was jetzt genau axiale und tangentiale Noden sind muss ich mir mal raussuchen (also was Raumnoden sind weiss ich aber wozu sie hier tangential oder axial sind hab ich noch nicht herausgefunden)


    Links:

    Screenshot 2021-09-04 at 20.36.15.png

    Rechts:

    Screenshot 2021-09-04 at 20.35.52.png


    Die Lektüre aus deiner Signatur werde ich mir heute Abend mal genauer vornehmen. Ich hab halt ein bisschen hier und da gelesen bisher aber ich habe sicher noch kein gefestigtes Verständnis aller Grundlagen.


    Danke!

    -Lars

  • Du kannst mal damit anfangen, Lautsprecher und Hörposition (immer nur eins) zu ändern - das kann schon viel bringen gerade im Tieftonbereich. Ggfs. hast du just da, wo du jetzt hörst, eine Auslöschung bei 70 Hz. Dir kann bei Veränderung auch das Gegenteil, eine Überhöhung blühen. Es gilt, für den gesamten Frequenzgang das Zwischending zu finden. Der Bassbereich ist aber am schwierigsten. Am Anfang mal den Fokus auf die tiefen Frequenzen, dann die 1/5- oder 1/3-Methode probieren.

    Maßnahmen wie der Noppenschaumstoff dämpfen sehr schmalbandig und nur die oberen Frequenzen. Würde ich sein lassen. Auch mal bisschen asymmetrisch stellen, also das Dreieck aus Lautsprechern und Hörplatz. Ebenso die Sitzhöhe variieren.

    Bei den Grundsätzen ist das Wichtigste drin.

  • Ich habe mal mit einer Test-CD, glaube ich von Audio, die niederfrequente Testsignale laufen lassen und die Sitzposition danach eingestellt. Es war für mich faszinierend zu erfahren, dass in bestimmten Bereichen einfach gar nichts zu hören war. Der Ton hat sich völlig rausgelöscht.


    Vielleicht hilft es Dir das auch weiter. Gutes gelingen.

  • Hast du dir die Basics der Raumakustik mal einverleibt? Siehe auch meine Signatur.

    Ich hab da schoneiniges herausholen können, bin aber noch dabei... ich bin hier gerade bei einem 75 Hz Test-Ton dabei im Zimmer herumzulaufen und der der Effekt ist unglaublich. An einigen Stellen, vor allem im rechten Teil des Raumes ist der Ton halt komplett nicht zu hören. Veränderungen der Boxenposition ändern da auch erst mal gar nicht viel...


    Da würde es ja vielleicht Sinn machen genau die Frequenz noch mal gezielt zu bedämpfen. Nur was ist da das beste Mittel? Vielleicht ein Plattenschwinger? https://www.bonedo.de/artikel/…umakustik-workshop-4.html

    Nur wo dann positionieren? An der rechten Wand? Oder hinter der rechten Box?

    Edited once, last by ZackPlonk ().