Downsizing, Alles rund um besser machen

  • Moin Leute,


    Ich habe mich umorientiert.


    Es begann mit dem langsamen Austausch meiner Cyrus Komponenten. Hier hatte ich die Phono Signature mit Zusatznetzteil am Start, weiterhin einen Vorverstärker, ebenfalls mit, und letztlich 4 Endstufen, für BiAmping. Verarbeitet wurde das Alles in meinen Klipsch La Scala aus 1978. Ein Thorens 2001 RDC mit einem Dynavector DV17 versorgte das Alles.


    Als erstes habe ich die Endstufen entfernt, hier ist eine kleine Reisong Röhre (A 12) eingefügt.


    Danach habe ich eine EAR834P als Röhren Phono eingesetzt (klar, mit Trafo).


    Dann den Dreher gewechselt, hier Thorens 1601 mit TAS 1600, Trafo Ortofon T2000. (Versuche mit einem Denon Übertrager waren nicht erfolgreich, die kleinen Sony gab es leider nicht mehr, HA10.)


    Beim Ortofonübertrager war es wichtig, den Abschluss des Phono's anzupassen, um am System 100 Ohm zu erreichen.


    Jetzt habe ich noch die La Scala in eine kleine R-51M getauscht. (Bruttovolumen von knapp 350 Liter in 12 Liter.)


    Es hat sich also irgendwie Alles Geändert. Und ich habe auch ganz viel selbst verändert und angepasst, bist der Klang gut war. Da gab es Einiges, was geändert werden sollte. Oft ist von den Herstellern, bei mir in China und USA, der Rotstift angesetzt, obwohl viel Potential da ist.


    Endstufe Reisong A 12: hier Mundorf Kondensatoren und bessere 12AX7 von Elektro Harmonix.


    EAR834P: Hier Mundorf Koppelkondensatoren, Elkos mit Bypass, Heizung entstört, RIAA in Glimmer geändert und Röhren von TungSol.


    Klipsch R-51M: hier den Hochtonkondensator in Mundorf und den Tieftonelko mit Bypass versehen.


    Das ganze hat eine Teil der Anlage auf eine ganz anderen Preisrahmen gestellt:


    Endstufe ca 300€,

    EAR834P ca 200€ und

    R-51M ca 220€, mit ca 250€ für meine Verbesserungen an diesen drei Baustellen. Damit kann man schon richtig gut Musik hören.


    Wo ich das nicht kann, ist beim Dreher, wer hier zu sparen versucht, der kommt nicht sehr weit. Früher hat man immer gesagt, an den Wandlern (System und Lautsprecher) darf man nicht sparen.


    Das stimmt für mich nicht mehr so ganz, am Dreher, System und Trafo da braucht man die beste Technik, bei der weitern Verstärkung weniger, und bei den Lautsprechern gibt es Glücksgriffe.


    Ebenso ist die digitale Seite auch um 200€ zu erledigen.


    Ich bin mit dem neuen Setup recht zufrieden. Klar, die kleinen Lautsprecher haben weniger Körper und auch weniger Schalldruck, aber sie machen einen vorzüglichen Job.


    Ich bin mal auf Eure Meinungen gespannt.


    Liebe analoge Grüße vom Winnie.

    Thorens TD 1601 mit TAS 1600, Ortofon T2000, EAR Yoshino,

    als analog oder digital Logitech Media Server mit Allo Boss2,

    weiter auf Reisong A12, Klipsch RP-600M.

  • Winnie,


    ich hatte in einem viel größeren Hörraum, als der der mir jetzt zur Verfügung steht auch einen La Scala Clone, der sehr aufwendig gemacht war und den ich über die Jahre so optimiert hatte, dass er mir sehr viel Freude bereitet hat und richtig gut war.

    In meinem zweiten Hörraum hatte ich bis zum Sommer mit einem kleinen Klipsch Kompaktlautsprecher lange Zeit sehr gut Musik gehört.

    Aber das war in meiner Zweitanlage.

    Nur damit zu hören wäre mir zu wenig.

    Ich hätte Deine Aufmerksamkeit da eher auf eine Wharfedale Linton 85 gelenkt.

    Die ist mit passenden Ständern um 1300,-€ zu haben und kann schon deutlich mehr als eine kleine Klipsch.

    Ob Dein Verstärker dafür ausreicht weiß ich nicht.

    Ich habe das was Du da tust immer sehr aufmerksam verfolgt, weil ein La Scala Besitzer ja auch gerne schaut was andere La Scala Besitzer tun.

    Für mich macht es irgendwie nicht viel Sinn, wenn der der Lautsprecher das was der Plattenspieler vorne reinholt hinten nicht ausgeben kann.

    Downsitzen kann ich nachvollziehen, dann aber eher so, dass ich aus Vor-End-Kombi einen Vollverstärker mache insgesamt weniger und kleinere Geräte verwende.

    Dies aber bitte nicht mit Abstrichen was die Qualität angeht oder zumindest nur in einem erträglichen Maße.


    Bist Du so wie Du jetzt hörst wirklich glücklich???


    Mal abgesehen davon, so alt dass Du downsizen mußt bist Du doch noch gar nicht... ;)

    Wir haben hier viele Kollegen auch jenseits der 70, die jetzt gerade erst richtig aufdrehen.

    Das letzte Hemd hat keine Taschen sagt man bei uns und insofern kann ich das sehr gut verstehen.

    Wieso sich nicht hier auf Erden noch einmal gut gehen lassen...

    Liebe Grüße


    Tom

  • Dies aber bitte nicht mit Abstrichen was die Qualität angeht oder zumindest nur in einem erträglichen Maße.

    Moin Tom,


    die Physik läßt sich kaum überlisten. Klar ist da weniger. Aber was nutzt mir der Porsche, wenn ich schlecht Einsteigen kann. Hinkt zwar etwas, aber etwas Wahrheit ist ja immer.


    Der Lautsprecher ist nur ein Teil der Kette.


    Nein, die La Scala geht an meinen Sohn. Der will die haben.


    Ich höre nicht mehr so laut, ich drehe eigentlich gar nicht am Volume, das steht halt da wo es gestern war. Früher war das ganz anders.


    Nein, der Spaß am Hören hat sich etwas verschoben, ich höre mehr als früher, weil mehr Zeit da ist.


    Deine Ständer sind da im Einsatz.


    Liebe Grüße vom Winnie.

    Thorens TD 1601 mit TAS 1600, Ortofon T2000, EAR Yoshino,

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    weiter auf Reisong A12, Klipsch RP-600M.

  • Noch ein Nachtrag:


    Ich habe vor kurzem ein sehr nettes älteres Paar kennengelernt.

    Er ist 75, sie habe ich natürlich nicht nach Ihrem Alter gefragt, sie wird aber nur unwesentlich jünger sein.

    Beide hören zusammen Musik, was ich persönlich ganz toll finde, weil meine bessere Hälfte mir zwar nie in meine Musik hineinreden würde, vieles von dem was ich höre aber nicht mag.

    Die Beiden hören beide und auch zusammen Musik, klasse!


    Er hat alte Tannoy Berkley und neben einem schönen JVC Direct Drive aus der goldenen Ära an dem ein schönes Audio Technika MM hängt, einen wunderbar erhaltenen Thorens TD226, den er gerade eben zur großen Inspektion hatte.

    Er hat sich Ein neues EMT auf den einen Arm und auf den anderen ein kleines Shelter montieren lassen.

    Dazu hat er sich eine Goldnote PH10 Phono gegönnt und freut sich wie Bolle damit Musik zu hören, den Klang verschiedener Tonabnehmer zu vergleichen etc. Ihr kennt das ja.

    Der Mann will jetzt einen separaten Raum nur für das Musikhören herrichten.

    Ich finde das herrlich!

    Wie gesagt, der Mann ist 75 Jahre und er denkt nicht einmal ans downsizen....

    Liebe Grüße


    Tom

  • Moin,


    ich bin vor 20 Jahren aus Berlin weg, an die Müritz gezogen. An der Müritz gab es leider keine Arbeit für Physiker, also blieb mein Arbeitsplatz in Berlin.


    Das führte zum Pendeln, zwei Stunden pro Weg. Also habe ich ganz viel Musik im Auto gehört und auch dort genossen. Das hat bleibende Veränderungen erzeugt, ich will ncht sagen Schäden, weil ich das nicht so empfinde.


    Ich habe also jeden Arbeitstag ein bis zwei Platten intensiv gehört, die ich auch dann auf der Gitarre spielen konnte.


    Also 200 Arbeitstage mal 2 Platten in 20 Jahren, also ganz so viele Platten habe ich nicht. Aber das prägt schon.


    Nein, der Fokus hat sich verschoben. Auch bin ich der Meinung das Hören sehr auf Erfahrung basiert, also ich weis, wie eine La Scala das rüberbringen kann. Dieses Wissen bleibt ja bestehen. Auch wird es wohl kaum Setups geben, die in allen Komponenten perfect sind.


    Liebe Grüße vom Winnie.

    Thorens TD 1601 mit TAS 1600, Ortofon T2000, EAR Yoshino,

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    weiter auf Reisong A12, Klipsch RP-600M.

  • Ja nun,


    der eine oder andere hat schon den Löffel abgegeben oder ist halt eben noch gut dabei, wenn er Glück hat. Im Forum gibt es einige Audiophile die schon 75 sind, oder nur wenig darunter.


    Was Winnie macht, bzw. wie er da durchdacht herangeht, gefällt mir.

    LG, Jo

  • Hallo Winnie,


    ich weiß was Du meinst, ja man weiß wie gut etwas klingen kann. Manchmal möchte man es dann aber auch wirklich gut hören. ;)

    Ich vermisse meine Klipsch heute nicht mehr, ich habe durch einen großen Zufall einen gleichwertigen Ersatz gefunden.

    Aber es war schon schön die Klipsch in einem großen Raum so richtig aufzudrehen....


    Das mit den langen Fahrtzeiten kann ich gut verstehen, ich hatte fast 13 Jahre eine Wochenendbeziehung und habe die Fahrten a´ 2 Stunden auch zum Musikhören genützt, manchmal auch für Hörbücher....

    Liebe Grüße


    Tom

  • Quote

    Wir haben hier viele Kollegen auch jenseits der 70, die jetzt gerade erst richtig aufdrehen.

    Das ist vollig richtig! Ich zB habe mir meine neuen Klipsch Forte gegönnt, weil sie sich so gut links und rechts vom Grabstein machen und ich da auch noch lange richtig aufdrehen kann :)

    --------------------------------------------------------

  • Moin,


    vorhin hatte ich Dire Straights drauf, ja die Sultan's of swing. Genau, die Scheibe, die überall gut klingt.


    Ein gutes Beispiel, für das was ich meine. Klar, eine La Scala kann den Bass besser im Raum darstellen und sie geht ganz anders los. Aber mehr Spielfreude zeigt sie auch nicht. Das muss schon vorher in der Kette gemacht werden. Da muss jeder mitmachen!


    Unser Hörempfinden orientiert sich keineswegs an technischen Daten, da ist ganz viel was anderes dabei.


    Die La Scala knickt im Bass ja recht früh ab, aber man vermisst nichts. Jetzt habe ich ein Bassreflex mit, weis nicht, einer Überhöhung an ähnlicher Stelle, und es wird wie mehr Bass empfunden. Aber nach einer Weile hat man sich "eingehört", dann erscheint einem das als normal.


    LG Winnie.

    Thorens TD 1601 mit TAS 1600, Ortofon T2000, EAR Yoshino,

    als analog oder digital Logitech Media Server mit Allo Boss2,

    weiter auf Reisong A12, Klipsch RP-600M.

  • willguthören

    Changed the title of the thread from “Downsizesing, Alles rund um besser machen” to “Downsizing, Alles rund um besser machen”.
  • Moin Leute,


    es ist doch kurios. Da kauft man kleine Lautsprecher, die brauchen dann noch einen Ständer. Und nicht genug damit, das Bassreflexrohr braucht nach hinten Luft zum atmen.


    Der Platz, der hier beansprucht wird, reicht dicke für die La Scala.....


    Liebe analoge Grüße vom Winnie.

    Thorens TD 1601 mit TAS 1600, Ortofon T2000, EAR Yoshino,

    als analog oder digital Logitech Media Server mit Allo Boss2,

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  • Moin

    Das ist normal & gewollt von Klipsch ;) !

    Edited once, last by Aronaut ().

  • Moin,


    na ja, das kann sein!


    Ich bemerke eine bessere Ortbarkeit im Vergleich mit der La Scala. So ein "Punktstrahler" hat es doch einfacher als ein "Flächenstrahler".


    Ich habe bei meiner EAR die Röhren auf Ortbarkeit ausgesucht, nicht auf Noise oder Bass.


    Nun habe ich ganz viel in dieser Hinsicht gewonnen. Es muss ja auch Vorteile geben.


    Liebe analoge Grüße vom Winnie.

    Thorens TD 1601 mit TAS 1600, Ortofon T2000, EAR Yoshino,

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  • Da kauft man kleine Lautsprecher, die brauchen dann noch einen Ständer. Und nicht genug damit, das Bassreflexrohr braucht nach hinten Luft zum atmen.


    Der Platz, der hier beansprucht wird, reicht dicke für die La Scala.....


    Ich bemerke eine bessere Ortbarkeit im Vergleich mit der La Scala. So ein "Punktstrahler" hat es doch einfacher als ein "Flächenstrahler".

    ...

    Nun habe ich ganz viel in dieser Hinsicht gewonnen. Es muss ja auch Vorteile geben.

    Hallo Winnie,


    wenn ich es richtig verstehe, hast Du nun vom "haptischen" Hörer ins Lager der Ortungsfreaks gewechselt - bei gleichem Platzbedarf wie zuvor (wenn es auch schlanker aussieht, das ist ja immer ein Pluspunkt für Kompaktboxen auf Ständern).


    Ich gebe zu, man läßt sich leicht von der Illusion gefangennehmen, fast mit dem Finger auf die Musiker zeigen zu können.

    Allerdings ist mir als Zuhörer im Konzert immer wieder aufgefallen, daß dort diese recht scharfe Lokalisierung selten zu erleben ist. Bei der Wiedergabe von Aufzeichnungen mit entsprechenden Boxen in passender Raumakustik wird nur wahrnehmbar, was der Tonmeister mit seinen Stützmikrofonen und Panpots zuwege bringt. Eine ganz eigene Sache!


    Letztlich ist die Position der Musiker auch kein Kriterium der Musik selbst. In nahezu keiner Partitur gibt es Anweisungen, wo sich die Musiker aufhalten sollen.**)

    Insofern habe ich mich irgendwann von der Aufmerksamkeit auf diesen recht "effekthascherischen" Parameter, der natürlich von der modernen Stereophonie gut umgesetzt werden kann, verabschiedet. Irgendwie war das auf die Dauer nie so wirklich befriedigend und hat eher von der Konzentration auf die Musik weggeführt.


    Nur meine bescheidene Erfahrung (wohlwissend, daß in den hochfidelen Gazetten immer wieder ein besonderes Getue um Abbildung, Räumlichkeit, "holographische Darstellung" gemacht wird).


    Gruß Klaus


    **) "I don't want to hear where the musicians are on stage. I want to hear why they are on stage." (Colin Hammerton, zitiert von Markus Sauer -> HIER )

    Lösungsansätze liegen i.a.R. nicht in der Problemebene ...

  • Hallo, dort wo es geschafft wurde!


    Eine beiläufige temporäre Downsizing Story mit


    + RöhrenPhono (DJME88CC),


    + gepimpter Transistor-Pre (Quad44), habe grade OPA134 für alle Eingänge nachbestellt, um mal fertigzuwerden, nach Jahren, mache später mal Fotos von den Innereien, die Verdrahtung der Mundorfs ist kunstvoll auf Platine,


    + gepimpte Aktive Lautsprecher mit Tiefgang.


    Tja, die Vollröhren-Kette ist nicht zu vermissen, alles noch etwas klarer und tiefer, aber nicht unbedingt besser.

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