Weshalb wurden eigentlich Lautsprecher mit weniger Wirkungsgrad entwickelt?

  • Problem ist meistens, daß erst die langersehnte Röhren(Trioden)Endstufe angeschafft wird und dann benötigt man im Anschluß dringend einen Lautsprecher an dem das Ding auch spielt.

    Daß echter Detailreichtum auf niedrigen Verzerrungen und klirrarmen Chassis beruht wird gerne unter den Teppich gekehrt.

    Gruß Rüdiger

  • wenn man den Consumer-Bereich verläßt und sich mal im (besseren) Studiobereich umsieht (damit meine ich nicht die Billig-"Monitore" für ein paar hundert Eumels). Die geben dann aber halt dann auch "nur" das wieder, was hinten reingefüttert wird - was ja auch wieder nicht jedermanns Sache ist, weil "tolle" Aufnahmen plötzlich gar nicht mehr so toll sind und "schlechte" Aufnahmen plötzlich gar nicht mehr so schlecht sind und teure Kabel nichts anders/besser machen als 08/15 Strippen...

    Ja! Eine nützliche Empfehlung.

  • Was hältst Du in dem Segment für gut - und wie kommst Du zu Deiner Ansicht? Kannst Du bitte mal Ross und Reiter nennen? (Anwendung: Nearfield, Midfield)

    Die unterm Strich besten Nearfields, die ich je gehört habe, waren die Meyersound HD1. Gefolgt von den Meyersound HM1 plus Subwoofer, wobei deren externes Netzteil einen sehr störenden weil lauten Lüfter hat. Im Midfield vielleicht die großen MEGs (wobei ein befreundeter Toning von den MEGs gar nicht so viel hält, weil ihm da ganze Töne fehlen, bedingt durch die vorgesetzten MT und HT, Stichwort Interferenzen - mir gefallen die aber ganz gut).


    Gruß

    Andreas

    Ich bin so alt, als ich damals zur Schule ging, gab es noch keine Handys. Wir haben dann Unterricht gemacht. Wir hatten ja sonst nichts.


    Ein Freund ist jemand, der Dich mag, obwohl er Dich kennt.

  • Danke Andreas, ich kenne die genannten Modelle leider nicht.


    Bin seit 8 Jahren auf meine Neumänner 'geeicht'. War auch schon öfter in Studios gesessen, das ergab aber kein einheitliches Bild. Man hört dort mit allen möglichen und unmöglichen Monitoren. :)

    LG, Jo

  • Neumann soll sehr gut sein, ich habe aber selber noch nie eine gehört.

    Die Studios haben typischerweise mehrere LS. Eine Küchenradiosimulation (früher gerne die Yamaha NS10, wobei die aber auch Stimmen wirklich gut konnten), einen guten Nearfield und einen Midfield.

    Die imposantesten Boxen, die ich je gehört habe, waren Midfields von Boxer. Hab mir damals sagen lassen, daß die so ca. 300.000 DM kosten und die brauchten ein ganzes Endstufenrack im Nebenraum. Die haben einem aber auch Bässe um die Ohren gehauen, mein lieber Schwan. Unter 20 Hz und das mit weit über 110dB am Hörplatz. Da hat man bei jedem Bass-Schlag einen richtigen Schlag aufs Brustbein bekommen... 8)


    Gruß

    Andreas

    Ich bin so alt, als ich damals zur Schule ging, gab es noch keine Handys. Wir haben dann Unterricht gemacht. Wir hatten ja sonst nichts.


    Ein Freund ist jemand, der Dich mag, obwohl er Dich kennt.

  • Andreas,


    da kann man mal wieder sehen, dass die Anforderungen an LS grundverschieden sind.


    Ich mag zuhause gar keine LS die mir im Bass in die Magengrube knuffen. Autsch!


    Kenne natürlich auch LS die mörderisch Druck machen. Auch die NS 10 Kenne ich natürlich. Schräges Teil.


    Nach meiner Ansicht ist im tiefen Basskeller von real existierenden Aufnahmen meistens nur akustischer Müll zu finden und der Hörraum wird unvorteilhaft angeregt. Deswegen benutze ich bei den KH 120 auch keinen Sub. Hatte ich probiert, ist 'ohne' viel angenehmer.

    LG, Jo

  • Ich höre fast nur auf Main Monitoren undAnderen großen LS wie über JBL 4355, 4435, ATC SCM300 Pro, Tannoy DTM215, SRM15,Lockwood,Dreadnought,Autograph,RHR, Geithain RL900,MO2, 901,Urei 809,813 und 815C usw., hat mir das alles immer sehr gefallen und keine wünsche offen gelassen.

  • Hallo Andreas

    du hast einen wunderbarn Beitrag geschrieben. Ich muß zugeben, dass ich mit den von dir genannten LS noch keine Erfahrung habe, deswegen kann ich auch kein resümierendes Urteil abgeben.

    Ich schildere eimal kurz meine Erfahrung. Ich kam 1990 auf Empfehlung meines HIFI Händlers in Würzburg zu A23 nach Frankfurt um mir eine Verdier anzuhören. Das erste was ich warnahm war diese wunderbare natürliche Wiedergabe von Stimmen. Meine erste LP die ich hören durfte war die schöne Müllerin ich glaube mit Dieskau. Die Schönheit der Musik und die Emphase die ich hörte, haben mich weggeschossen. Der Händler mußte nicht mehr viel erklären, ich wußte was ich nun wollte und später auch kaufte.

    Es ist mir eigentlich völlig egal gewesen mit welcher Endstufe und mit welchem Lautsprecher das Ergebniss erzielt wurde, es war die traumhaft, emotionale Musikwiedergabe. Inzwischen sind einige, nämlich 30 Jahre vorbei und ich habe auch einige Lautsprecher gehabt und gehört, Ein Freund von mir hörte mit einem Breitbänder, ich hatte ein Horn mit 38er Altec-Bass. Stück für Stück verstand ich wie reizvoll ein Lautsprecher ohne Weiche spielt. Ich kenne auch große Hornsysteme die überragend Musik machen aber die Ganzheitlichkeit im Musikgeschehen kommt oft zu kurz. Wenn man an die gleiche Kette nun einen Breitbänder mit ca. 94 dB Wirkungsgrad hängt, kommen Emotionen, die mit dem großen Hornsystem nicht oder nur teilweise möglich sind. Gleichzeitig weiß man aber welche Vorteile und Energien mit einem hochauflösendem Hornsstem möglich sind, vor allem bei Klaviermusik.

    Deshalb mein Beitrag zu diesem Thema. Mein Lowther breidbändig geschaltet ist irgendwo ein Zwitter zwischen Horn und einem etwas gemächlicheren aber wundervoll spielenden, etwas weniger auflösenden Breitbandlautsprecher. In diesem Dilema bin ich und das wollte ich dazu beitragen.


    Beste Grüße Karl

  • Wenn man an die gleiche Kette nun einen Breitbänder mit ca. 94 dB Wirkungsgrad hängt, kommen Emotionen, die mit dem großen Hornsystem nicht oder nur teilweise möglich sind

    Hallo Karl,


    andersrum aber auch, ein gutes Horn lässt Emotionen dort werden, wo jeder Breitbänder prinzipbedingt schon lange nicht mehr hinreichen kann...bei Schubert Liedgesang zB ganz besonders.

    Grüße
    Theo

  • Ich denke es hat auch viel mit dem Musikgeschmack zu tun, das man mit speziellen Lösungen zufrieden hört.

    Ich höre queer über viele Generes hinweg. Aber kaum Klassik und auch keine Schlager oder Abba etc.

    Und bei mancher Musik kommen für mich Breitbänder recht schnell an Grenzen gerade auch wenn es laut zur Sache geht.

    Daher fällt so ein Konstrukt bei mir nicht zufrieden stellend auf.

    Liegt aber an der Nutzung.

    :)

  • Ich kann diese Heroisierung von wirkungsgradstarken Lautsprechern nicht mitgehen. Ob ein Lautsprecher qualitativ hochwertig ist hängt absolut nicht vom Wirkungsgrad ab, einige der all time greatest Boxen hatten einen eher niedrigen Wirkungsgrad.

    Das einzige was ich wirkunsgsgradstarken Boxen zugestehen würde ist ein Mehr an Dynamik, meiner bisherigen Erfahrung nach aber häufig mit Verfärbungen erkauft.

    Der Hauptgrund für die Anbetung dieser Lautsprecher liegt meiner Ansicht nach in der Röhrenkompatibilität. Hier werden die Boxen zum Verstärker passend ausgesucht und nicht(wie es sein sollte)umgekehrt.

    Oder man hat die richtigen Röhrenverstärker.

    Wenn man die ATC Lautsprecher sieht ,haben die sicher keine schmalbrüstigen Magnete . Mein 38iger hat einen von 18Kg . Trotzdem ist er kein Wirkungsgrad Wunder .Liegt an der sehr kurz gewickelten Schwingspule . Dafür kann er einen sehr großen linearen Hub mit wenig Verzerrungen . Auch so ein Lautsprecher wie eine Vott läuft mit

    So einer 300b nur als Mittelton Lautsprecher . Bass macht die erst mit ordentlich Leistung.

  • Ich höre fast nur auf Main Monitoren undAnderen großen LS wie über JBL 4355, 4435, ATC SCM300 Pro, Tannoy DTM215, SRM15,Lockwood,Dreadnought,Autograph,RHR, Geithain RL900,MO2, 901,Urei 809,813 und 815C usw., hat mir das alles immer sehr gefallen und keine wünsche offen gelassen.

    Das ist auch irgendwie cool. :thumbup:


    Mir würde schon ein Pärchen von denen reichen. :)

    Für JBL 4355 und ähnliche Kaliber hätte ich aber in unserer jetzigen Wohnung gar keinen Raum.


    Von daher sind für mich bspw. domestizierte Kinolautsprecher besser passend.

    Der Wirkungsgrad von 92 dB/W/m reicht unter diesen Umständen für meine 300B oder 211 Verstärker gut aus.


    medienzimmer.jpg

    LG, Jo

  • Onkel B.


    Es gibt so viele tolle Lautsprecher im Monitorbereich!


    Ich würde mich sowieso eher im Audio-Pro Bereich bedienen wenn es um highendige HiFi-Perfektion geht und nicht im Consumer Markt.


    Z.B. bei JBL-Audio-Pro: https://www.audiopro.de/


    Meine Frau hört in ihrem Musikzimmer mit kleinen JBL-Monitoren. Selbst die klingen schon sehr gut. Nachteil bei solchen Lösungen: Da bleibt für mich als Audio-Bastler nichts mehr zu tun. :(


    analog-forum.de/wbboard/gallery/index.php?image/136213/

    LG, Jo

  • Schade nur, daß all diese noch erschwinglichen und handhabbaren "Studio"boxen nie oder nur in Einzelfällen aus hübsch anzusehenden Materialien gebaut sind. Praktisch iImmer schwarz/grau, mit häßlichen Formen/Konturen.

    Dagegen eine LS3/5 o.ä. mit Echtholzfurnier...


    Mir ist natürlich klar, daß die Studioleute das völlig pragmatisch sehen, es ist halt nur ein Arbeitsgerät (auch ein Bohrhammer muß nicht "schön" sein).
    Andererseits wäre ich bereit, für ein wohnzimmerkompatibles Äußeres einen gewissen Aufschlag zu bezahlen - wenn es denn angeboten würde.


    Natürlich nur mein völlig unmaßgebliches Empfinden; andere Menschen stellen sich problemlos B&W, Neumann usw. usf. in den Raum, der eigentlich am gemütlichsten sein sollte (oft beidseits des Riesenflachbildschirms :wacko: ) - und fühlen sich wohl damit.


    Gruß Klaus

  • Moin.


    Wenn schon Pro, da gibt es ja irre Peak-Schalldrücke, man sieht es an den Holzhammer-Verstärkerleistungen, aber dann bitte auch Angaben zu den wichtigen Klirrgrad-Verläufen.


    Meine alten häßlichen Gurken haben nur 80 Watt, aber alle interessanten Daten offengelegt, Peak-Schalldruck nicht.


    Zum Interieur, meine das Häßliche hört sich weg, wenn es richtig abgeht.