Möchte in das Thema Tonband einsteigen - und kann mich entscheiden zwischen einer Revox A-77 und einer Tandberg TD-20A

  • Capstanmotor ölen- würde ich sofort machen. Braucht man nur eine Spritze und das richtige Öl für. Ansonsten- ungeschmierte Motoren verschleissen sehr stark.

    Und später sehr genau alle drei Motorlager inspizieren- meist sind die hinüber, denn nach 50 Jahren ist mit den Kugellagern nicht mehr viel los. Die gibts jedoch günstig, kann man alles gut selber machen an dieser Maschine. Ausbau-Einbau- Zusammenbau. Das ist dort alles vorbildlich zugänglich und auf gute Wartung ausgerichtet.


    Leider wurden die allermeisten Maschinen komplett ohne Wartung auf Verschleiss gefahren. Und dann brauchen die Motorlager unbedingt Öl, wenn sie nicht schon defekt sind. Also auf Motorgeräusche achten. Alle drei Motoren müssen sich spielend leicht drehen lassen (ohne Bremse). Wird aber meistens nicht der Fall sein.

  • Und dann brauchen die Motorlager unbedingt Öl

    Die Wickelmotoren der Revox benötigen kein Öl. Die Kugellager sind für die Lebensdauer mit genügend Kugellagerfett versorgt. Wenn Motogeräusche zu hören sind, dann sind die Kugellager zu erneuern. Und nicht ölen!


    Auf jeden Fall ist peinlichst die Service-Anleitung zu befolgen. Erst lesen dann handeln!



    Toni

  • Revox A77 Wickelmotor Kugellager Austauschen

    50 Jahre alt Fehler: wurde immer langsamer beim schnell wickeln vorwärts und rückwärts.

    Die Kugellager laufen sehr schwer, der Fett ist wie Harz geworden.

    Man kann das zu Harz gewordene Kugellagerfett mit etwas Öl verdünnen und damit die Lager versuchen wieder gängig zu machen. Oder ganze vier Lager wechseln, wie belieben.


    Kein Motor spielt 50 Jahre lang ohne neue Schmierung. Was Revox damals geschrieben hat war für eine normale Spielzeit, niemand hat damit gerechnet, dass die Maschinen 50 Jahre und länger betrieben werden. Das Fett ist immer steinhart in den Maschinen, weshalb die Lager nicht mehr richtig laufen. Also entweder austauschen oder gängig machen.


    P. S. Die Revision seiner eigenen A77 von Hannoholgi ist natürlich die Referenz.

    P.P. S. Der Capstanmotor braucht auf jeden Fall ÖL!

  • Hallo,

    bin diese Woche mit meinen Auto und meiner Tandberg TD 20A von Wien nach Remscheid (Herr Schmidt) gefahren. Die Maschine wurde neu eingemessen und die eine und andere Macke (Schalter knisterte beim Umschalten und der Capstanrollenhebel war nicht mehr so leichtgängig wie früher. Diese Maschine läuft nun wieder ohne Probleme für die nächsten 10 Jahre


    Meine A77 ORF wurde von einen sehr netten und hilfsbereiten Forenmitglied komplett revidiert und dann ebenfalls neu eingemessen und läuft nun wieder für die nächsten 10 Jahre ohne Probleme.


    A77 Revision


    Was will ich damit sagen, wenn die beiden Bandmaschinen gleiche Spurlagen (Halbspur oder Viertelspur) haben, dann entscheidet der persönliche Geschmack, die Optik. Beide sind tolle Maschinen, nur um 500€ wird es für eine funktionierende Maschine sehr, sehr eng, wenn nicht unmöglich. Für eine Revision sind dann, je nach Umfang, zwischen 250 und 500 € einzuplanen.


    Gruß aus Wien

    Rudi

    Vertrauen ist gut....Kontrolle ist besser

  • Hallo Rudi,

    das sind sehr günstige Revisionspreise. Die überholten Maschinen kosten heute meist ein Heidengeld.


    Schaut man einmal auf eine Revisionsrechnung, wird auch rasch verständlich, warum. Es stecken nämlich Arbeitsstunden in solch einer Maschiene, und nich zu wenige.


    Eine Revision einer Revox A77, wie Hannoholgi sie durchgeführt hat, dürfte ca. eine Woche dauern. Natürlich ist das wirtschaftlich nicht mehr darstellbar für eine Maschine, die viel weniger wert ist und wo der Revisionspreis den Kaufpreis um ein vielfaches übersteigen kann. Aber so wie er müsste es eigentlich gemacht werden. Da bleibt dann fast keine Schraube unberührt, danach hat man quasi ein Neugerät. wenn die Köpfe noch getauscht werden.


    Aus diesem Grunde sage ich, diese oberflächlichen Verkaufsrevisionen kann man sich meist schenken. Da fummelt dann jemand lieblos in den Maschinen rum und ersetzt die am leichtesten zu erreichenden drei Teile und schon heisst es im Inserat: Vollrevision.


    Das ist meist mehr eine Lachnummer als eine wirkliche Revision. Das ist wie beim Motor, der generalüberholt ist. Danach ist die Maschine entweder neuwertig oder es wurde nicht vollständig und richtig gemacht. Und nur so hat man auch das Vertrauen, dass es wieder lange Zeit spielt ohne Probleme. Alles andere ist nur lauwarmer Kaffee, der bald wieder Probleme macht.


    Man sollte also mindestens nochmal den bezahlten Preis für die Revisionskosten ansetzen. Oder es gleich selber machen, ist deutlich günstiger.

  • Hallo,

    P.P. S. Der Capstanmotor braucht auf jeden Fall ÖL!

    Hallo,


    wird wohl keiner ernsthaft Bestreiten wollen :rolleyes:


    Oder es gleich selber machen, ist deutlich günstiger.

    Der einzige Weg die Sache halbwegs Kostengünstig zu gestalten, es bleibt trotzdem ein teurer Zeitvertreib 8o


    Mit den besten Grüßen aus dem Freistaat in der Nordsee


    Jürgen

    "Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen"


    Theresia von Avila

  • Zitat von meinem Sohn (32, Softwareentwickler, heute zu Besuch) : "Hammer, die Spulen laufen unterschiedlich schnell". Kurze Pause, nachdenklicher Blick. "... und das müssen die auch"


    Herrlich :-)


    Beste Grüße,

    Hans-Jürgen

  • Hallo Apadio,

    wie so oft lässt sich im Allgemeinen das so nicht verallgemeinern. Bei einer Revision, wo alle Lager getauscht, Knöpfe getauscht, Tonköpfe ersetzt werden und nebenbei die Platinenbestückung erneuert wird, bin ich geneigt nicht mehr von einer Revision zu sprechen, sondern es wird eine neue Maschine hergestellt. Und das lohnt sich nur mehr für Geräte die es unbedingt zu erhalten gilt. Ob die beiden von Threadersteller genannten, dazugehören, wage ich zu bezweifeln. Ich selbst habe in beiden Fällen deutlich weniger bezahlt, aber auch zumindest in einen Fall deutlich weniger zu revisieren gehabt.


    1000€ für eine Revision würde ich persönlich nie für eine A77 oder TD20A bezahlen wollen. Um 600€ bekommt man eine TD20A mit 6 Monaten Garantie vom Fachmann.


    Gruß aus Wien

    Rudi

    Vertrauen ist gut....Kontrolle ist besser

  • So unterschiedlich sind die Ansichten darüber, was eine Vollrevision ist.


    Hannoholgi hat alles getan, um das Gerät in den Zustand zu versetzen, dass es wieder wie ein Neugerät spielt. Das nennt sich bei mir Vollrevision.

    Die Platinenbestückung muss schon aus dem Grund revidiert werden, da viele elektronische Bauteile alt sind und schlicht ausgewechselt gehören. Bei Revox ist es das A und O einer jeden sorgfältigen Revision. Die Motorlager müssen getauscht werden, sind sie einmal verschlissen. Von den anderen Dingen garnicht zu reden, die er gemacht hat.


    Eine Teilrevision, wie häufig in den Verkaufsinseraten fälschlicherweise als Vollrevision bezeichnet, ist natürlich wesentlich günstiger zu bekommen.


    Die Firma Revox-online bietet aktuell vollrevidierte A77 zu 2200€ plus Pfand an.

    Das sind professionell revidierte (aufgearbeitete) gebrauchte Maschinen.

    Es gibt also scheinbar Kunden, die bereit sind, diese Beträge zu bezahlen, ansonsten würde dieser Service so garnicht angeboten werden.


    Ob es Tandberg Geräte zu dem Preis gibt, ist mir nicht bekannt.

    Die Frage wäre dann allerdings, warum diese so günstig zu bekommen sind und eine Revox kostet mehr als das dreifache. Ich gehe davon aus, dass diese Maschinen also nicht vollrevididiert wurden, ansonsten könnte man es wirtschaftlich überhaupt nicht darstellen.


    Kein Handwerksbetrieb arbeitet für 20€ die Stunde, wie die Rechnung der Firma Schopper zeigt.


    Das heisst also, dort hat sich jemand vielleicht drei Stunden hingesetzt, einmal durchgewischt, drei Bauteile erneuert und das wars. Bereit für ein zweites Leben, die Maschine wird als revidiert für 600€ angeboten. 6 Monate wird sie schon durchhalten.


    Sehr bald werden die nächsten Baustellen eröffnet, denn auch eine Tandberg hat viele elektronische Bauteile, die alle ca. 40 Jahre alt sind. Auch die Lebensdauer dieser Bauteile geht nicht gegen unendlich. Kondensatoren haben oft nur eine Lebensdauer, die sich in Stunden Betriebszeit bemisst, evtl. sogar nur einige tausend Stunden oder weniger.

    Da ist nach Jahrzehnten nicht mehr damit zu rechnen, dass die Maschine nach Werksspezifikation funktioniert. Gerne explodiet dann auch mal etwas oder es gibt einen Kurzschluss im Gerät.

    Und mechanische Bauteile auch, die auch alle mal etwas revidiert werden sollten.


    Bandmaschinen sind deshalb eines der teuersten Hobbies im Audiobereich.

    Nicht nur wegen dem konstruktiven Aufwand, sondern auch wegen dem Bandmaterial.


    Wie schrieb ein Revox Spezialist aus den USA: Kunden kommen zu mir und erwarten für 100 Dollar eine Vollrevision inkl. Fehlersuche und Reparatur.

    Es wird nicht passieren.