MM und XLR

  • Moin,


    ich betreibe bei mir ein 2M Black an einer Phono Box RS. Das Ganze ist symmetrisch verkabelt (XLR von Tonarm zu Phono-Pre). Funktioniert wunderbar. Jetzt habe ich neulich in der Stereo gelesen, dass man das 2M nicht mit XLR betreiben kann, da eine Verbindung von Signalmasse zum TA-Body vorhanden ist!?


    2M-BLACK.jpg


    Leider habe ich nicht verstanden, warum das nicht funktionieren soll und woran ich das nicht funktionieren erkennen kann.

    Kann mich da bitte jemand aufklären?


    LG

    Peter

  • Hallo Peter,


    wenn es denn wunderbar funktioniert dann lass' es doch einfach so wie es ist. Und lass' Dich nicht verunsichern ...


    Never change a running system ;)


    Gruß Stefan

    Malerei verwandelt den Raum in Zeit,
    Musik die Zeit im Raum :)

  • Man kann ein MM schon mit symmetrischer Verkabelung betreiben, allerdings ohne die Vorteile der Verkabelung, die durch Symmetrie Störfreier ist. Und symmetrische Kabel haben prinzipbedingt eine höhere Kapazität als die üblichen RCA-Coax-Kabel was auch problematisch werden kann bei machen MMs. Manche Symmetrische Eingangs-Schaltung mag auch mit dem asymmetrischen Bezugspotential nicht klar kommen und brummen oder zusätzliche Störungen oder Pegelprobleme produzieren.

    --- Ich höre hiermit und zwar das.

    Es gilt wie immer: das ist meine Meinung. Sie muss deshalb weder für andere passen noch erhebt sie Anspruch absolute Wahrheit zu sein.

  • Da liegt ein Irrtum vor: ein magnetischer Tonabnehmer, egal welchen Prinzips, kann kein Bezugspotential ausbilden. Ein Bezugspotential kommt (wenn, dann nur) von der Phonostufe, nämlich dann, wenn der Minus-Anschluß auf Masse gezwungen wird. Aber von Seiten des Tonabnehmers liegt da keine Masse an. Einzige denkbare Ausnahme ist eine leitfähige Verbindung zu einem leitfähigen Headshell. Aber das hat man nur selten und bei einem 2M wohl eher nicht. Das Metallplättchen oben dient ja nur für die Schraubengewinde und ist nicht Bestandteil des eigentlichen Gehäuses, welches in Plastik gelagert ist.


    Die generelle Empfehlung, ein MM (oder MI) nicht an einen symmetrischen Anschluß anzuschließen, kommt daher, daß das Generator-Gehäuse herumvagabundierende Störungen einfangen kann. Bei einer unsymmetrischen Phonostufe mit einem echten Masse-Anschluß an der Cinchbuchse wird das gen Masse abgeleitet. Bei symmetrischen Eingängen geht das dann eben nicht und das könnte sich evtl. hörbar auswirken. Aber keine Bange: es gibt auch bei Cinchanschlüssen jede Menge quasisymmetrische Anschlüsse, bei denen die vermeintliche Masse eben nicht Masse ist sondern ebenfalls ein Minus-Eingang. Und es funktioniert in aller Regel auch, wenn nicht der Plattenspieler-Hersteller auf die glorreiche Idee kam, die Tonarm- und / oder Geräte-Masse auf die Abschirmung eines Audiokanals zu legen (früher einige Onkyos und einige wenige Thorens, heute v.a. Rega). Aber was tut man nicht alles, um einen Cent zu sparen... :wacko:


    Gruß

    Andreas

    Ich bin so alt, als ich damals zur Schule ging, gab es noch keine Handys. Wir haben dann Unterricht gemacht. Wir hatten ja sonst nichts.


    Ein Freund ist jemand, der Dich mag, obwohl er Dich kennt.

  • Aber das hat man nur selten und bei einem 2M wohl eher nicht. Das Metallplättchen oben dient ja nur für die Schraubengewinde und ist nicht Bestandteil des eigentlichen Gehäuses, welches in Plastik gelagert ist.

    Ich kann mir vorstellen, dass die „Massefahne“ in Verbindung mit der Metallplatten steht, müßte man aber mal messen.

    Viele Grüße


    Jörg


    Bin AAA-Mitglied und höre damit. Meine kleine Plattensammlung seht ihr im Musiksammler oder bei DISCOGS.




  • Moin,


    danke für die Infos.

    Konnte bei mir vom Wechsel RCA auf XLR ein geringeres Grundrauschen feststellen. (Also nur das Kabel gewechselt. Sonst alles gleich.) Daher gehe ich doch davon aus, dass die Einstreuung von Störsignalen geringer ist, oder eben das die Störsignale doch wegen XLR "rausgerechnet" werden. Allerdings ist der Phono-Pre mit XLR auch 6 dB lauter. Eventuell liegt es auch daran.... So oder so, ein Vorteil.


    Brummen tut da zum Glück nichts. Der Plattenspieler hat gar keinen Masseanschluss.


    Die Kapazität vom XLR-Kabel (inkl. Tonarmverkabelung) beträgt 103,6 pF.


    LG

    Peter

  • Hallo Peter, der Plattenspieler nicht, aber der TR 800-S sollte einen haben. Die Masse des Tonarms liegt auf dem mittleren Pin des 5-Polanschlusses. Bei einem "normalen" 5-Pol auf Cinch Phonokabel wird dieser Kontakt über ein mitgeführtes einpoliges Massekabel belegt. Im Standard liegt, wenn ich mich nicht irre, dem TR 800-S ein rotes Kabel bei, bei dem das so ist.

    Aber wenn nichts brummt und der Phonopre nicht aussteigt ist ja alles gut.

    Viele Grüße


    Jörg


    Bin AAA-Mitglied und höre damit. Meine kleine Plattensammlung seht ihr im Musiksammler oder bei DISCOGS.




  • ... der TR 800-S sollte einen haben. Die Masse des Tonarms liegt auf dem mittleren Pin des 5-Polanschlusses. Bei einem "normalen" 5-Pol auf Cinch Phonokabel wird dieser Kontakt über ein mitgeführtes einpoliges Massekabel belegt. ....

    Moin,


    ich benutze das Pro-Ject 5P-XLR-SI zwischen Tonarm und Phono-Pre.

    Kabel03.jpg


    Die Masse des Tonarms liegt dann also auf dem mittleren Pin des 5-Pol-Steckers. Würde mir das als Laie so vorstellen, dass bei meinem Kabel die Masse des 5-Pol-Steckers auf die Masse (Pin 1?) der beiden 3-Pol-Stecker aufgeteilt wird.


    Wie kommt jetzt aber die Masse vom Tonabnehmer ins Spiel? Die ist ja nicht mit der Masse des Kabels oder des Tonarms verbunden.

    ..., daß das Generator-Gehäuse herumvagabundierende Störungen einfangen kann....

    Ist dann die Gefahr also diese, dass eventuelle Störungen auf den grünen Anschluss übertragen werden, und damit das Signal stören?

    Aber das wäre bei RCA ja auch so?

    Und bei XLR müsste diese Störung ja eigentlich "rausgerechnet" werden.


    Hab ich wohl ein Brett vorm Kopf, ist aber auch zu heiß..... 8)


    LG

    Peter

  • Ja, es ist ziemlich heiß... (bei mir läuft Gott sei Dank gerade eine Klimaanlage... :saint: ).

    Ist dann die Gefahr also diese, dass eventuelle Störungen auf den grünen Anschluss übertragen werden, und damit das Signal stören?

    Genau.


    Aber das wäre bei RCA ja auch so?

    Wie oben ausgeführt liegt bei Cinch der Ring der Buchse in der Regel auf Masse. Störungen werden von dieser Masse dann unschädlich gemacht (naja, weitgehend zumindest). Aber es gibt auch bei Cinch wie gesagt die Spielart des quasisymmetrischen Eingangs, bei dem die vermeintliche Masse eben dann keine Masse ist. Und da funktioniert es in aller Regel auch ohne hörbare Störungen.

    Und bei XLR müsste diese Störung ja eigentlich "rausgerechnet" werden.

    Nein, in diesem Fall nicht. Weil ein symmetrischer Eingang kann nur sog. Gleichtaktstörungen herausrechnen. Das sind Störungen, die auf beiden Signalleitern (hot und cold, also plus und minus) sowohl nach Betrag als auch nach Phase identisch vorhanden sind. Und das wäre hier nicht der Fall sondern die Störungen wären nur auf dem Minusleiter, nicht aber auf dem Plusleiter. Der symm. Eingang kann also in der Realität nur Störungen herausrechnen, die auf der Kabelstrecke eingestreut werden, weil nur die dann nach Betrag und Phase auf plus und minus identisch vorhanden sind. Voraussetzung ist eben ein symm. Kabel mit zwei (meist verdrillten) Innenleitern, bei Koaxkabeln funktioniert das nicht oder nur seeehr eingeschränkt. Aber auch bei symm. Kabeln hat die Störunterdrückung in der Praxis ihre Grenzen, meistens liegt die sog. Gleichtaktunterdrückung von Differenzverstärkern irgendwo zwischen 60 und 70dB, was durch die externe Beschaltung nochmals mehr oder weniger stark reduziert wird. Übertrager können je nach Bauart und Qualität glaube ich auf bis zu 80dB kommen (hab ich zumindest mal irgendwo gelesen - dieser Wert ist also mit Vorsicht zu genießen).


    Gruß

    Andreas

    Ich bin so alt, als ich damals zur Schule ging, gab es noch keine Handys. Wir haben dann Unterricht gemacht. Wir hatten ja sonst nichts.


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  • Die Masse des Tonarms liegt dann also auf dem mittleren Pin des 5-Pol-Steckers. Würde mir das als Laie so vorstellen, dass bei meinem Kabel die Masse des 5-Pol-Steckers auf die Masse (Pin 1?) der beiden 3-Pol-Stecker aufgeteilt wird.

    Richtig :)

    Ich bin so alt, als ich damals zur Schule ging, gab es noch keine Handys. Wir haben dann Unterricht gemacht. Wir hatten ja sonst nichts.


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