Einem "Vintage-LP12" würde ich nur dann hinterherweinen, wenn nicht meinen jetzigen hätte, der auf dem neuesten Stand ist. ![]()
Man kann das sicher auch anders sehen, aber alle Upgrades, auf mehrere Jahre verteilt, um zu verstehen, was sie jeweils an der Wiedergabe verändern respektive verbessern, waren grundsätzlich ein point of no return.
Die einzige Kombination, mit der ich mich damals nicht anfreunden konnte, war die mit einem Akito 1 und einem K18, wenngleich ich im Nachhinein vermute, dass der Tonarm von Anfang an einen Lagerschaden gehabt haben könnte. Mit einem Ekos 1 war die Welt dann vollkommen in Ordnung.
Unglückliche Besitzer eines "Basis-LP12" kenne ich jedenfalls nicht und man kann, es wurde schon häufig gesagt, mit allen Evolutionsstufen des Plattenspielers gut Musik erleben.
Wenn im Zuge weiterer Aufrüstungen u.a. eine zweifellos deutlich bessere Auflösung erreicht und diese von manchen als ein Kennzeichen "analytischer", vermeintlich emotionsloserer Wiedergabe eher negativ bewertet wird, kann man natürlich dem Verlust einer vormals "wärmeren" Darbietung nostalgisch-verklärt nachtrauern.
Das für mich persönlich Wichtigste war aber immer, dass der LP12 trotz aller Upgrades genau den typischen Klangcharakter beibehalten hat, der mich vor langer Zeit so nachhaltig überzeugt hat:
Diese mitreißende Fähigkeit, Musik lebendig werden zu lassen und meine jedes Mal gleichzeitige Unfähigkeit, sobald dieser Plattenspieler läuft, etwas anderes tun zu können als gebannt Musik zu hören.
Der LP12 schafft es heute besser denn je, mich in meiner Plattensammlung zu verlieren, regelmäßig die Zeit zu vergessen und neben der Reanimierung vieler musikalischer Lebenswegmarken und Erinnerungen auch in der Gegenwart neue musikalische Horizonte zu eröffnen.
Wäre der aktuelle LP12 nur in der Lage, den Gehalt von Platten vorwiegend "analytisch" zu reproduzieren, dann wäre ein wie oben beschriebener Musikgenuss für mich nicht denkbar.
Wie ich weiß, geht es nicht nur mir so, und das ist vielleicht einer von mehreren Gründen für viele, bei diesem unscheinbaren Gerät zu bleiben.
In dem Wissen, dass auch andere Plattenspieler über diese Fähigkeit verfügen - ich kenne und schätze in der jeweiligen Konfiguration eine Platine Verdier des einen, den Amazon eines anderen und den Rega eines weiteren Freundes - bin ich mit meinem LP12 fast schon unanständig zufrieden.
Coplander
