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  1. Analogue Audio Association
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Hochwertiger Radioempfang im Jahr 2023 - wie?

  • Balazs
  • 22. September 2022 um 00:53
  • lg74
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    • 13. November 2022 um 17:42
    • #141
    Zitat von tomfritz

    Wer der ARD den AAC-Codec eingehaucht hat, würde mich mal interessieren.

    Fürs DVB-Radio? Das IRT (also leider zu spät abgewickelt). Das Empfehlungsschreiben liegt mir seit Herbst 2020 (!) vor. Die Formulierungen legen nahe, dass es offenbar keine Marktkenntnis und keine Kenntnis der Haushaltsausstattung hinsichtlich AAC-tauglicher Hardware gab und man sich auch keine Mühe machte, selbige zu erlangen.

    Ob dem Schreiben eine Anfrage der ARD vorausging, in der man sich schon auf AAC eingeschossen hatte, man sich also nur noch eine Bestätigung ("grünes Licht") holen wollte beim IRT, entzieht sich meiner Kenntnis.

    Es gab meines Wissens nach zwei "treibende" Anstalten und auch mindestens eine warnende Anstalt. Und ich habe auch mal aufgeschnappt, dass ein weiterer ehemaliger IRT-Mitarbeiter eindringlich vor AAC gewarnt habe - wegen der Inkompatibilität mit vielen Endgeräten.

    Zitat von tomfritz

    Schließlich verwenden sie das ja auch beim Fernsehton über DVB-T2 exklusiv. Oder gibt es noch eine andere Sendeanstalt, die das so macht? Mir ist keine bekannt!

    In Skandinavien ist AAC weit verbreitet. Als im September 2007 - 4 Jahre nach DVB-T in Deutschland - in Norwegen DVB-T startete, waren H.264 und AAC verfügbar und man setzte es als Pionier ein, so wie Deutschland dann 2016 bei DVB-T2 erstmals H.265 einsetzte. Man hatte da auch anfangs das Problem fehlender Endgeräte - aber bei einem neuen System mit deutlich höherem Gebrauchswert, nicht bei der Fortführung eines vorhandenen Systems. Die Fernseher mit integriertem DVB-T-Empfänger waren dann die ersten Geräte, die AAC unterstützten. Diese Funktionalität war dann halt auch später bei Fernsehern mit integriertem DVB-C und DVB-S2 verfügbar.

    Da die TV-Chassis oft europaweit verwendet werden, haben auch in Deutschland verkaufte Fernseher teils seit 2008 AAC drin gehabt und können es heute für den ARD-Hörfunk nutzen - zumindest bei Stereoprogrammen, teils mit Störungen (Knacken, Pegelfehler), aber es kommt irgendwie meist Ton raus. Ganz anders bei den vorrangig für den deutschsprachigen Markt entwickelten "Premium-Receivern". Die waren teils noch 2014 ohne AAC.

    Die EBU hat für HDTV-Receiver und integrierte Empfangsteile im März 2009 ein "Set of Requirements" erlassen, das in Regionen gelten, soll, in denen es keine direkte Plattformanforderung gibt. AAC ist da dabei, inkl. Surround-Transcoding nach AC-3. Es fällt recht unmotiviert "vom Himmel", die Formulierung, mit der AAC eingeführt wird, ist reichlich seltsam.

    https://tech.ebu.ch/files/live/sit…ch/tech3333.pdf

    Das Dokument kam erstens mindestens ein Jahr zu spät, um die erste Generation Premium-HDTV-Receiver von z.B. TechniSat zu erreichen (Digicorder HD-S2, HD-K2, Digit HD8-S, Digit HD8-C). Zweitens wirkt ein Dokument, in dem es heißt

    "Media industries developing stand-alone receiver (set-top boxes - STB or integrated receiver decoders - IRDs) or receivers with integrated digital televisions (iDTVs) are encouraged to comply with this set of requirements in order to allow interoperability between EBU Members’ broadcasts and the receiver device."

    nicht wie verpflichtend. Wenn ich "are encouraged" lese, habe ich keine Verpflichtung, sondern eine Bitte vor mir. Und würde die Geräteindustrie dieses Paper ernst nehmen, müssten heute noch alle Receiver zwei SCART-Buchsen haben mit VCR-Durchleitung.

    Außerdem gilt das Dokument für HDTV, nicht für Radio. DVB-Kabelradios sind damit also gar nicht adressiert, ebenso nicht UKW-Kopfstellenumsetzer.

    Für deutsches DVB-T2 gibt es eine separate Anforderungsliste:

    https://tv-plattform.de/wp-content/upl…-T2_Germany.zip

    Auch da steht AAC drin.

    In Österreich wird seitens ORS AAC für Satellit komplett ignoriert:

    https://www.ors.at/fileadmin/user…AUSTRIA_V41.pdf

    und bei DVB-T2 wird nicht verlangt, sondern nur empfohlen, AAC drin zu haben (sonst geht der grenznahe Empfang zu Deutschland halt nicht):

    https://www.ors.at/fileadmin/user…n_2.1_final.pdf

    Für die nordeuropäischen Länder wird die Verwendung von AAC in der NorDig geregelt.

    Und so strickt sich jedes Land / jede Region was eigenes - oder eben auch nicht. Aus der Industrie weiß ich, dass die Hersteller von DVB-Radios eiskalt überrascht wurden von der ARD. Adrianus Elschot von Restek hat das ja sogar öffentlich gemacht:

    https://www.facebook.com/restekhifi/


    Norwegisches öffentlich-rechtliches TV und Radio auf 0,8° West:

    https://www.digitalbitrate.com/dtv.php?mux=10…live=79&lang=en

    Sat-TV mit AAC-Spur in Diktiergerätequalität (64 kBit/s HE-AAC), aber es ist auch eine satte 448er AC-3-Spur dabei, zumindest bei den Hauptprogrammen. Die Regionalisierungen haben aber nur diese Klingeltonqualität, ebenso der Hörfunk. Der hatte vorher zumindest bei den Hauptprogrammen 192 kBit/s MP2. Als das 2016 (?) auf AAC umgestellt wurde, habe ich mal in NRK Klassisk und NRK mp3 (Kiddie-Popwelle) reingehört, indem ich einen Transportstrom mitgeschnitten und daraus das AAC am PC extrahiert habe. Unglaublich lausig, kann man sich nicht anhören. Aussage eines NRK-Technikers (eine Koryphäe): Radio wird sowieso fast nur online gehört. Dort hatte man anständige 192 kBit/s MP3 und zumindest dieser Techniker schrieb mir vor einigen Jahren, man denke darüber nach, den Hörfunk auch in FLAC zu streamen und dann auf jegliches Processing zu verzichten. Ist offenbar nichts draus geworden.

  • kesselsweier
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    • 13. November 2022 um 21:49
    • #142
    Zitat von tomfritz

    1) Internetstream: Mehr oder weniger datenreduziert, je nach Angebot. Kann bereits heute eine Alternative sein. Wird es in Zukunft wahrscheinlich noch mehr sein.


    2) UKW: Mehr oder weniger dynamikkomprimiert, aber in einigen Fällen durchaus noch anhörbar. Voraussetzung ist ein gutes bis sehr gutes Antennensignal. Mit einfachen Mitteln (Wurfantenne irgendwo hin geschmissen) fast nicht zu bewerkstelligen.


    3) DVB-S: Hörbar datenreduziert, bei der ARD (wegen AAC) sind auch Artefakte wahrnehmbar.


    4) DAB+: Deutlich hörbar datenreduziert, fast bei allen Programme sind deutlich Artefakte hörbar. Bestenfalls für Wortprogramme brauchbar (DLF).


    5) DVB-T: Randerscheinung, in einigen Regionen werden Radioprogramme auch über DVB-T verbreitet. Klanglich irgendwo zwischen DVB-S und DAB+


    Fazit: Richtig hochwertig, eher Fehlanzeige!

    Alles anzeigen

    Hallo Tomfritz,

    danke für Deine Tabelle aus #115.

    Wie im weiteren Verlauf schon erwähnt wurde, sind da auch noch

    2b) UKW via Breitbandkabel (z.B. Vodafone West , ehem. Unitymedia) und

    6) DVB-C

    zu nennen.

    Ersteres hat mutmaßlich nur noch eine arg begrenzte Lebenszeit.

    Meine eigenen Erfahrungen zu 2) und 2b) wie folgt:

    Standort in NRW zwischen Köln und Düsseldorf.

    Breitbandkabel-UKW hat ggü. terrestrischem UKW hier einen Empfangs-Delay von ca. 2 sec.

    Tonal ist es, pegelkorrigiert und mit Kopfhörer und Lautsprechern im a/b-Vergleich umschaltend verglichen, für mich nicht (mehr) zu unterscheiden. Dazu verwende ich am liebsten die Nachrichtensprecher, jedoch auch Musik auf Kulturwellen, z.B. WDR3.

    "Nicht zu unterscheiden" heißt jedoch leider nicht "sehr gut".

    Insbesondere die Sibilanten bei Stimmen finde ich mittlerweile recht unangenehm.

    Erst dachte ich an einen verstimmten Tuner oder zweifelhaften Empfang; jedoch tritt es sowohl via BK als auch terrestrisch gleichermaßen auf, wozu ich zwei verschiedene Tuner (CT-7000 / T-4670) verwende.

    Ergo scheinen sich eure "angedrohten" Zuführungsangaben zu bestätigen, Ende 2021 könnte aus der Erinnerung passen. ;(

    Schöne Grüße

    Frank

  • tomfritz
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    • 13. November 2022 um 22:14
    • #143
    Zitat von kesselsweier

    Meine eigenen Erfahrungen...wie folgt:

    Standort in NRW zwischen Köln und Düsseldorf.

    Breitbandkabel-UKW hat ggü. terrestrischem UKW hier einen Empfangs-Delay von ca. 2 sec.

    Das weist darauf hin, dass nicht das UKW-Signal des Ortssenders (Langenberg?) ausgekabelt wird, denn dann gäbe es keinen Zeitversatz. Möglicherweise ist auch das RDS im Kabel etwas anders/modifiziert.

    Gruß tomfritz

  • lg74
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    • 14. November 2022 um 12:04
    • #144
    Zitat von kesselsweier

    Ersteres hat mutmaßlich nur noch eine arg begrenzte Lebenszeit.

    Ja. 2023 soll damit schluss sein. Egal ists ihnen offenbar heute schon.


    Zitat von kesselsweier

    Breitbandkabel-UKW hat ggü. terrestrischem UKW hier einen Empfangs-Delay von ca. 2 sec.

    Kann alle möglichen Ursachen haben. Wenn ein Programm zur Umsetzung gelangt, das es in exakt dieser Version via Satellit gab/gibt, kann Satellit tatsächlich die Quelle sein. Durch die Umsetzung Sat -> IP (bei Beibehaltung der Datenströme!) und dann Transport via Glasfasernetz in die jeweiligen Regionen und dort Wnadlung IP -> UKW kommt durch die Datenpuffer schon etwas Latenz zusammen. Falls man heute bei ARD-Hörfunk auch noch ein Transcoding machen muss (z.B. mit einem Qbit Q8V, übrigens ist das auch das Encoder-System für das AAC-Geraffel von BR, MDR, rbb, NDR und Radio Bremen), um von AAC zurück auf MP2 zu kommen, weil die UKW-Umsetzer vielleicht nur das verstehen, dann kommt nochmals Latenz hinzu.

    Aber auch terrestrischer Empfang (UKW) und Umsetzung auf Kabel-UKW bei Regionalprogrammen und nicht via Satellit angebotenen Regionalversionen läuft in Großnetzen schon seit langem mit IP als Zwischenstufe: man empfängt z.B. mit so einem Gerät via UKW vor Ort dort, wo es empfangstechnisch günstig ist

    https://www.qbit.de/q565-fm-dvb-transcoder

    https://www.2wcom.com/products/fm2ts/

    und wandelt das Audio in MP2 um, meinetwegen mit 256 oder 320 kBit/s. Das RDS wird auch decodiert und als UECP-Daten in die Ancillary-Data-Bereiche des MP2 eingesetzt.

    Die IP-Datenströme gehen dann in die Zentrale des Netzbetreibers und können von dort aus wieder verteilt werden auf z.B. regionale DVB-C-Muxe (für die DVB-Kabelradios) und auch für die regionale Ausspielung auf IP -> UKW-Umsetzern. Man hat dann deutlich Latenz und auch nochmal eine Datenreduktion.

    So ein 8-fach-UKW-IP-Umsetzer kostet übrigens grob um die 8 kEUR netto. Ist also auch unerreichbar für Kleinnetze, die mit 8 kEUR brutto 32 Sat-Transponder in 32 Kabelkanäle umsetzen können. Das UKW-Verbot in sächsischen Kleinnetzen führte also auch dann folgerichtig zur Aussperrung der "landeseigenen" Privatradios, weil eine Umsetzung UKW -> DVB finanziell für die kleinen Netze nicht möglich ist. Da musste man dann nachbessern mit einer Übergangsregelung: kleine Netzbetreiber konnten einen Antrag stellen, damit UKW befristet weiter betrieben werden darf (reine Regulierungswut ohne Sinn und Verstand), sie mussten dazu einen "Digitalisierungsplan" vorlegen, was eine Farce ist, denn TV-seitig waren diese kleinen Netze i.d.R. volldigital, nur die Digitalisierung des Hörfunks gelang nicht. Und gelingt mangels kostengünstiger technik zur Umsetzung UKW oder DAB+ auf DVB-C auch künftig nicht. Nun speist man DAB+ direkt ein in Kabelnetze, provoziert damit Kabellecks (wegen "undichter" Empfänger) und vergeudet massiv Bandbreite.

    Zitat von kesselsweier

    Insbesondere die Sibilanten bei Stimmen finde ich mittlerweile recht unangenehm.

    Erst dachte ich an einen verstimmten Tuner oder zweifelhaften Empfang; jedoch tritt es sowohl via BK als auch terrestrisch gleichermaßen auf

    In welche Richtung? Muffelig? Lispelnd? Oder grell und spuckend?

  • lg74
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    • 14. November 2022 um 12:05
    • #145
    Zitat von tomfritz

    Das weist darauf hin, dass nicht das UKW-Signal des Ortssenders (Langenberg?) ausgekabelt wird, denn dann gäbe es keinen Zeitversatz.

    Nicht bei dem Zuführungsweg, den ich gerade geschildert habe.

    Die "analoge" Umsetzung mittels klassischem UKW-Frontend, Runtermischen auf ZF, ZF-Filter, Hochmischen auf gewünschte Kabelfrequenz ist nur lokal anwendbar und nicht bei zentralisierten Netzen. Auch fällt dabei freilich kein für DVB-C taugliches Signal ab - und das steht im Fokus.

  • smoking_wire
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    • 14. November 2022 um 12:29
    • #146

    Wozu die Mutmaßungen, das ganze technische Gerede zu dem Thema? Es kann doch jeder nur das empfangen, was ausgestrahlt/gesendet wird und seine empfangsseitige Technik erlaubt.

  • lg74
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    • 14. November 2022 um 12:55
    • #147

    Sorry, ich wusste nicht, das "technisches Gerede" hier nicht gern gesehen ist.

  • smoking_wire
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    • 14. November 2022 um 13:04
    • #148
    Zitat von lg74

    Sorry, ich wusste nicht, das "technisches Gerede" hier nicht gern gesehen ist.

    Ich würde jedenfalls nur über technisches Zeug reden, wo ich damit etwas beeinflussen kann. Alles Andere kann von mir nur als Fakt hingenommen und dieser kann dann entweder akzeptiert oder abgelehnt werden. Ich lehne heutiges digitales Radio ab, aus technischer und vor allen Dingen inhaltlicher Sicht.

    Einmal editiert, zuletzt von smoking_wire (14. November 2022 um 13:17)

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    • 14. November 2022 um 13:23
    • #149
    Zitat von smoking_wire

    Ich würde jedenfalls nur über technisches Zeug reden, wo ich damit etwas beeinflussen kann. Alles Andere kann von mir nur als Fakt hingenommen und dieser kann dann entweder akzeptiert oder abgelehnt werden. Ich lehne heutiges digitales Radio ab, aus technischer und vor allen Dingen inhaltlicher Sicht.

    Dann würde ich hier nicht mitlesen und -schreiben.

    == Gewerblicher Teilnehmer ==

  • kesselsweier
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    • 14. November 2022 um 19:35
    • #150
    Zitat von lg74

    In welche Richtung? Muffelig? Lispelnd? Oder grell und spuckend?

    So zwischen lispelnd, spuckend und leicht spitz-verzerrend.

    Ach ja: die einzigen tonalen UKW-Unterschiede zwischen BK und Antenne (wahlweise Langenberg oder Bonn) waren der leicht unterschiedliche Bassbereich und die Stereobreite. Dies ordne ich jedoch meinen Tunern zu.

    Ich bin übrigens überzeugter Radiohörer, weil ich mich zum einen politisch und kulturell im Vergleich zu anderen Medien nach wie vor gut informiert fühle und zum anderen auch noch nicht so geläufige musikalische Beiträge wahrnehmen kann, welche ich bei einer Eigensuche, sei es im Plattenladen oder beim Stream, nicht so einfach gefunden hätte. Und das schätze ich sehr, ohne darüber nun ausschweifend diskutieren zu wollen.

    Und ich freue mich hierzuforen, dankeschön, über Beiträge, die mir die Hintergrundtechnik erläutern, auch wenn ich, hüstel, nicht in jedem Fall alles verstehe oder es ein wenig zu detailliert wirkt.

    Schöne Grüße

    Frank

  • tomfritz
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    • 14. November 2022 um 20:37
    • #151
    Zitat von lg74

    Die "analoge" Umsetzung mittels klassischem UKW-Frontend, Runtermischen auf ZF, ZF-Filter, Hochmischen auf gewünschte Kabelfrequenz ist nur lokal anwendbar und nicht bei zentralisierten Netzen. Auch fällt dabei freilich kein für DVB-C taugliches Signal ab - und das steht im Fokus.

    Das stimmt. Wie ist es denn in dem Netz, welches Du hier öfters erwähnst? Wird das Signal der beiden Körner tatsächlich erst noch digitalisiert, damit es auch für DVB-C zur Verfügung steht?

    Gruß tomfritz

  • tomfritz
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    • 14. November 2022 um 20:40
    • #152
    Zitat von A.K.

    Dann würde ich hier nicht mitlesen und -schreiben.

    Warum soll er hier nicht mitlesen und schreiben dürfen?

    Gruß tomfritz

  • lg74
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    • 15. November 2022 um 21:01
    • #153
    Zitat von tomfritz

    Wie ist es denn in dem Netz, welches Du hier öfters erwähnst? Wird das Signal der beiden Körner tatsächlich erst noch digitalisiert, damit es auch für DVB-C zur Verfügung steht?

    Nein. Die Umsetzung erfolgt in diesem Fall mittels rein analogen Kanalumsetzern von 1994 (!). Immer 2 davon sind in einer Kassette, eine Reihe Kassetten hat eine gemeinsame Stromversorgungs- und Steuerungskassette.

    Diese Reihe ist nicht bei uns im Einsatz, es ist aber unsere "kalte Reserve":

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Stammt aus einer Auflösung einer anderen Anlage, den Frequenzaufklebern nach irgendwo im thüringisch-fränkischen Grenzgebiet. Wo genau diese Komponenten liefen, weiß ich nicht. Bei uns laufen 2 Reihen, je Antenne eine. 15 Umsetzungen kommen von den Antennen, die sechzehnte Umsetzung dient der spektralen Filterung eines einfachen, aber recht guten UKW-Modulators, der von DAB+ die MDR Schlagerwelt umsetzt - klanglich ab Quelle lausig, ist aber Kundenwunsch.

    UKW nach DVB-C können wir nicht umsetzen - viel zu hohe Kosten.

  • tomfritz
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    • 15. November 2022 um 21:15
    • #154

    Aha, Blankom ehemals VEB Bad Blankenburg, richtig? Die haben schon feine Technik am Start. Wieviel Watt zieht eigentlich so eine Reihe?

    Frequenzaufkleber habe ich jetzt nicht gesehen oder meintest Du die '153', also Langwelle vom Deutschlandfunk?

    Im Westen wurde durchaus auch die Mittelwelle (zumeist Deutschlandfunk) auf UKW umgesetzt. Die Klangqualität war verblüffend gut. Offenbar hatten die verwendeten Bausteine eine größere Bandbreite. Hier ein Beispiel aus Bremen... https://helpdesk.vodafonekabelforum.de/w/images/7/7d/Bremen-nord1991.png

    Gruß tomfritz

  • lg74
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    • 15. November 2022 um 21:37
    • #155
    Zitat von kesselsweier

    So zwischen lispelnd, spuckend und leicht spitz-verzerrend.

    Lispeln kommt eigentlich gern vom heutigen Voiceprocessing mittels "De-Esser".

    Auch der in der Summenbearbeitung von UKW-Programmen ab und an eingesetzte Phasenrotator (ein Allpass mit "durchgedrehter" Phase, Funktionsweise siehe Anhang) erzeugt unschöne Effekte, die wie Lispeln klingen können. Mittels Phasenrotator werden die vor allem bei männlichen Stimmen auftretenden Unsymmetrien in der Wellenform bekämpft, um höher aussteuern zu können. Bei Kulturwellen wird sowas hoffentlich nicht gemacht, eine aktuelle Übersicht habe ich aber nicht.

    Spucken und spitz-verzerrend kommt eigentlich von zu viel FM-Hub in den Höhen, verursacht durch zu kräftigen Hochtonanteil im Audio oder zu hohe Aussteuerung. Das UKW-Processing sollte das eigentlich verhindern - bei jedem UKW-Programm, auch bei Kulturwellen.

    Ursache könnte bei Kabelumsetzung mit digitalem Zwischenschritt ein über alles angehobener Audiopegel sein, auch ist möglich, dass nicht für UKW bearbeitete Sat-Varianten bestimmter Programme auf UKW umgesetzt werden. Klassiker für sowas sind DLF Kultur, DLF Nova (offiziell ja nirgendwo auf UKW, also ist auch kein UKW-Transientenlimiter im Signalweg), WDR 3 und SWR 2 waren zu Zeiten des MP2-Hörfunktransponders ebenso betroffen (bei uns). BR Klassik hatte auf der 320er MP2-Spur bis Herbst 2020 ein UKW-Processing und war absolut gutmütig in der UKW-Umsetzung von Satellit. Nachdem der BR auch die Zuführung der letzten UKW-Funzel von Sat auf einen anderen Weg umgestellt hatte, nahm er konsequenterweise den UKW-Transientenlimiter raus. Prompt hatte ich bei der Kabelumsetzung Spuckeffekt bei S-Lauten. Ich musste die Aussteuerung etwas heruntersetzen.

    "Spucken" und "Lispeln" sind eigentlich gegenläufige Prozesse. Wenns lispelt, fehlen eigentlich die Höhen, die zum Spucken führen können. Wenn beides gleichzeitig auftritt... keine Ahnung, wo es da klemmt.

    Hier ein kurzer Ausschnitt aus dem via Satellit UKW-bearbeitetem Bayern 2, damals in 320 kBit/s MP2, umgesetzt mit einem "digitalen" Modulator (Stereo-Multiplexsignal mit DSP ausgerechnet, dann UKW-Spektrum direkt digital mit FPGA erzeugt) und zurück empfangen mit Studer A764 hinter ca. 7 Linienverstärkern im Kabelnetz: https://we.tl/t-ZwNOworoY3 - lange ists her.

    Dateien

    Aphex_230_PHASE_ROTATOR.pdf 237,86 kB – 1 Download
  • lg74
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    • 15. November 2022 um 22:29
    • #156
    Zitat von tomfritz

    Aha, Blankom ehemals VEB Bad Blankenburg, richtig? Die haben schon feine Technik am Start.

    Gehabt. 2016 zweite Insolvenz (damals schon nach Übernahme durch Polytron - das wars dann. Die Blankom-Technik, die man heute kaufen kann, trägt nur noch diesen Namen, stammt aber nicht mehr aus Bad Blankenburg. Die alten Blankom-Umsetzer sind irre robust, die laufen wohl noch, wenn die Menschheit nicht mehr existiert. Das gilt auch für die DVB-Umsetzer der ersten und zweiten Generation.

    Zitat von tomfritz

    Wieviel Watt zieht eigentlich so eine Reihe?

    Diese RKU501 UKW-Doppelumsetzer habe ich nie gemessen. Aufdruck ist 5 V / 0,1 A + 12 V / 0,3 A, also wohl 4,1 W je Doppelumsetzer. Dazu kommt noch die Masterkassette mit dem Ausgangsverstärker der Reihe und die Regelung.

    Typische Leistungsaufnahme für einen 6-fach UKW-aus-MP2-Umsetzer (Satellit) war 1,7 W je Kanal, also 10,2 W für den ganzen Umsetzer (ohne LNB-Speisung).

    Zitat von tomfritz

    oder meintest Du die '153', also Langwelle vom Deutschlandfunk?

    Ne, das war die Artikelnummer des Industrie-Restposten-Verkäufers, der die Anlage angeboten hat. Frequenzaufkleber sind über den beiden unteren F-Buchsen zu sehen.

    Zitat von tomfritz

    Im Westen wurde durchaus auch die Mittelwelle (zumeist Deutschlandfunk) auf UKW umgesetzt.

    Sehr interessant! Was die da wohl als Empfänger eingesetzt haben werden?


    Zurück ins Jahr 2023, also on-topic. Das sind die aktuell für UKW aus LC-AAC tauglichen Sat-Umsetzer, die ohne Vorschalt-Transcoder auskommen:

    https://www.astro-kom.de/de/produkte/10…ls/655/u-125-de

    Der UKW-Einschub für das U100-System. Dürfte wohl die Referenz sein. Mit AAC-Lizenzupgrade und aktueller Firmware drauf kann man die 40 (!) UKW-Umsetzungen aus IP-Transportströmen in 10er-Gruppen auf LC-AAC umstellen, also 40 MP2 oder 30 MP2 + 10 LC-AAC oder 20 MP2 + 20 LC-AAC oder 10 MP2 + 30 LC-AAC oder 40 LC-AAC. Voller RDS-Support aus Ancillary Data oder Private PID.

    https://www.astro-kom.de/de/produkte/97…ox-eco-aacfm-de

    Die kompakte Variante. UKW als "Abfallprodukt" einer Kompaktkopfstelle, die 16 Sat-Transponder in 16 DVB-C-Kanäle umsetzt. Mit AAC-Lizenz hat man 8 fest auf LC-AAC ausgelegte UKW-Umsetzungen plus 8 wahlweise einzeln aus MP2 oder LC-AAC erfolgende UKW-Umsetzungen. Unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn man sowieso neue DVB-C-Umsetzer braucht. Kann aber keinen Remultiplex. Voller RDS-Support aus Ancillary Data oder Private PID.

    https://katalog.wisi.de/programmaufber…22-c-72978.html

    8 UKW-Umsetzungen für das WISI Tangram-System. Per Lizenz auf AAC erweiterbar, offenbar sogar auf HE-AAC statt nur auf LC-AAC.

    Das auf nur wenigen Universalmodulen und dafür einer Vielzahl an Softwareoptionen basierende WISI Cameleon-System kann auch per Lizenz auf UKW-Ausgabe und per weiterer Lizenz auf AAC-Verarbeitung gebracht werden.

    https://axing.com/produkt/skf08200/

    8-fach oder 16-fach DVB-UKW-Umsetzer mit Multituner-Eingängen. Kann NUR LC-AAC, ist also nur für die ARD geeignet. Hat kaum technische Daten und ein mir bis heute nicht geklärtes RDS-Handling.

    Und das dürfte es gewesen sein mit UKW-Umsetzern, die für sich und ohne Vorschalt-Transcoder AAC-tauglich sind. Gehört oder gar konfiguriert habe ich bis heute keinen einzigen davon.

  • tomfritz
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    • 15. November 2022 um 22:53
    • #157
    Zitat von lg74

    Frequenzaufkleber sind über den beiden unteren F-Buchsen zu sehen.

    Puh, da muss man aber wirklich zweimal hinschauen, um das zu sehen. Ich meine zwei Frequenzen entziffert zu haben:

    102,7 Antenne Thüringen von Sonneberg

    90,7 Bayern 1 vom Ochsenkopf

    Das könnte dann in der Tat irgendwo mal in Südthüringen/Nordbayern aufgebaut gewesen sein oder auch noch ein wenig weiter weg. Denn sowohl Sonneberg als auch der Ochsenkopf sind exponiert und strahlen sehr weit.

    Gruß tomfritz

  • kesselsweier
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    • 16. November 2022 um 14:45
    • #158
    Zitat von lg74

    "Spucken" und "Lispeln" sind eigentlich gegenläufige Prozesse. Wenns lispelt, fehlen eigentlich die Höhen, die zum Spucken führen können. Wenn beides gleichzeitig auftritt... keine Ahnung, wo es da klemmt.

    Danke für die umfangreichen Erläuterungen.

    Hmmm...ich dachte mir schon, dass ich bei meiner Sibilanten-Beschreibung undeutlich sein könnte.

    Seltsam nur, dass es aus der Erinnerung heraus vor ca. anderthalb Jahren besser war.

    Und bei den zitierten Nachrichten gibt es zwar einen tonalen Unterschied der Stimmwiedergaben z.B. zwischen WDR3 und WDR5 (WDR5 mit leichtem Loudness-Effekt), die verzerrten Sibilanten gibt es jedoch bei beiden, egal ob "ARB-T" oder "ARB-C". ;)

    Deshalb dachte ich an die "künstlichen Höhen" der AAC-Komprimierung als mögliche Ursache.

    Schöne Grüße

    Frank

  • lg74
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    • 16. November 2022 um 16:04
    • #159
    Zitat von kesselsweier

    Deshalb dachte ich an die "künstlichen Höhen" der AAC-Komprimierung als mögliche Ursache.

    Über DVB-S2 läuft bei der ARD ausschließlich LC-AAC ohne die erst im Empfangsgerät hinzugefaketen Höhen. LC-AA arbeitet breitbandig ohne diese Maßnahme.

    WDR-DAB+ läuft allerdings komplett in HE-AAC, auch WDR 3.

    Interessant finde ich, dass bei meinem flüchtigen Testhören von RBB-Programmen (auch schon wieder über ein Jahr her) für mich kein deutlicher Unterschied zwischen Satellit mit MP2, Satellit mit LC-AAC, DAB+ mit HE-AAC und UKW wahrzunehmen war. Das klang alles komplett gleich kaputt.

    Nachrichten auf WDR 3 und WDR 5 muss ich bei gelegenheit mal reinhören. Derzeit ist sämtliche Audiotechnik bei mir eingelagert, nichts ist betriebsbereit.

  • tomfritz
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    • 16. November 2022 um 19:07
    • #160
    Zitat von lg74

    WDR-DAB+ läuft allerdings komplett in HE-AAC, auch WDR 3.

    Und das hört man auch mit allem Negativen, was dazu gehört. Echt arm, was der WDR da anbietet. In der gebotenen Qualität kann man das komplett vergessen. Aber wegen zig WDR2-Varianten hat man eben auch keine ausreichende Bandbreite mehr zur Verfügung.

    Gruß tomfritz

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