Neuer Antrieb für Scheu

  • Die Unwucht kannste vernachlässigen, Michael. ;)


    Ich behaupte das einfach mal anhand eines Vergleichs aus meinem Job - ich spanne, wenn mal keine passenden Schrumpfaufnahmen da sind, Hartmetallfräser in SK50-Weldonaufnahmen. Dort werden die Fräser mittels einer Madenschraube an einer angeschliffenen Stelle am Schaft festgespannt. Bei Drehzahlen zwischen 6000 und 12000upm würde sich eine Unwucht bei einem 8schneidigen Fräser zumindest optisch und am ungleichmäßigen Fräserverschleiß bemerkbar machen, wenn nicht gar an der Maßhaltigkeit. Bei diesen Drehzahlen sind die Unterschiede zu einer feingewuchteten Schrumpfaufnahme noch von akademischer Natur, interessant wird es erst ab 20000upm. Aber hier reden wir ja doch über wesentlich kleinere Massen und Drehzahlen. Man kann eher davon ausgehen daß die Madenschraube die Masse durch das fehlende Material der Gewindebohrung (nahezu komplett) ausgleicht. Da ist es für den Rundlauf des Pulleys eher problematisch, wenn ich die Motorachse gleich von zwei Seiten verspanne und überspitzt ausgedrückt oval drücke und zu zwei kleinen punktförmigen Kontaktflächen zwinge. Bei einer einzelnen Madenschraube drücke ich die Achse wenigstens großflächig ans Pulley, was zumindest ein Taumeln vermeidet. Beim Kleben gebe ich Dir allerdings recht. ;)




    Gruß
    Stefan

  • Hi Michael,



    gerade wollte ich Dich fragen, was das nun mit Linienlast zu tun hat, aber Du hast es ja korrigiert. Nun, in Abhängigkeit der Lagerung des Motors hat dieser auch ein variierendes "Duldungsfenster". Da ich keinen Plan habe, welchen Motor Ihr verwendet, gehe ich aber anhand Deiner Aussage davon aus, daß derselbe wohl einfach gelagert ist und somit der Hebel, den das Pulley zwangsläufig darstellt, klein bleiben sollte;) Somit ist Dein Einwand berechtigt.




    Nun, dieses Pulley ist auch zum Testen gebaut worden;) Und wegen der zwei Bohrungen mache Dir mal keine Gedanken - die habe ich im endgültigen Teil schon drin:)


    Ich muß aber anmerken, daß ich den "Leiereffekt" bei meinem Motor nicht provozieren konnte. Ich habe aber auch darauf geachtet, daß mit der Madenschraube der Gewichtsverlust ausgeglichen wird... Einkleben ist legitim, im Falle eines Falles aber sehr kontraproduktiv....


    Gruß und gute Nacht,


    Chris

  • Hi Stefan,



    100% ACK, aber mit einer leicht konischen Passung ist man aus dem Schneider. Die Achse des von mir verwendeten Motors hat 6mm und das Pulley muss eigentlich nur in homöopathischen Dosen festgeschraubt werden. Ob man das von einer oder von 2 Seiten tut ist hierbei vollkommen egal.


    Gruß,


    Chris

  • Quote

    Original von StefanMK2
    Bei einer einzelnen Madenschraube drücke ich die Achse wenigstens großflächig ans Pulley, was zumindest ein Taumeln vermeidet.


    Hallo Stefan,


    ein Taumeln um die Hochachse wird damit zwar vermieden, aber Du wirst bei einseitiger Verspannung das Pulley immer in eine exzentrische Lage zwingen, je nach Passung deutlich oder kaum wahrnehmbar. Besser ist eine Verspannung von drei Seiten (3x120°) oder idealerweise selbstzentrierend mittels der von Chris genannten konischen Passung.


    Gruß
    Frank


    edit: natürlich ex statt con ;)

  • Von zwei oder drei Seiten bekommst Du so etwas nie genauer zentrisch gespannt weil Du einfach nicht in der Lage bist, die zwei oder drei Schrauben genau gleichmäßig anzuziehen bzw. etwaige Unrundheiten und Taumelfehler zu erkennen, geschweige denn auszugleichen. Und Du darfst nicht vergessen daß Du mit den Madenschrauben direkt auf die runde Welle drückst und an dieser Stelle eine Unrundheit erzeugst. Es hat schon seinen Grund warum solche Lösungen in der Praxis nicht existieren. Gegen eine (enge) Spielpassung mit einer einzelnen Madenschraube a la Original-Scheuantrieb ist überhaupt nichts einzuwenden, die kann schon prinzipbedingt nicht mehr Fehler verursachen wie eine Lösung mit zwei oder gar drei Madenschrauben. Ein Konus ist auch eine gute Lösung, fertigungstechnisch in diesen Größenordnungen aber aufwendiger zu realisieren und wohl auch deswegen selten zu finden. Man darf auch nicht vergessen daß eine Verbindung per Konus/Kraftschluß nicht immer so leicht zu lösen ist, wie man sie festbekommt. Und wenn man beim Lösen Gefahr läuft, die Motorachse zu verbiegen, sind andere Lösungen für uns Vielbastler vielleicht doch etwas praktischer. :D



    Gruß
    Stefan

  • tach zusammen,


    ist der motor in seinem gehäuse wirklich die schwachstelle der scheu-laufwerke?


    ich wollte das "betriebsbereite gehäuse", so wie es von scheu-analog extra angeboten wird, als alternative zu meinem micro-orginalmotor einsetzen, der z. z. defekt ist.


    gibt es weitere alternativen, die ich nutzen könnte, um einen 16 kilo schweren metallteller anzutreiben?


    bitte gebt mir tipps!


    michael

  • Hi Folks!


    Ich kann nur sagen, dass der Scheu-Motor die potentiale seiner teller/lager nicht ausschöpft. Ich betreibe seit einigen Wochen einen Raven-Motor (siehe alten thread) und muss feststellen, dass die veränderungen/verbesserungen schon dramtisch sind.
    Ob Riemen oder Tape ist eigentlich dann nur noch Geschmacksache.
    Mit Grüßen
    Sascha

  • Hi Michael,


    Quote

    Original von Michelino
    @ chris
    damit kann ich nun gar nix anfangen, wenn ich's auch bei dir verstehen kann.


    noch weitere tipps außer raven?


    michael


    im Hinblick auf die Forumsregeln habe ich einen Maulkorb :( Streng genommen darf ich noch nicht mal darauf hinweisen, wie man mich erreichen kann :)


    Gruß und HTH,


    Chris

  • hallo ,
    ich verstehe die diskussion nicht ganz , warum sollte man das pulley nicht per übergangspassung auf die motorwelle setzen und mit einer madenschraube , leicht angezogen , sichern ? weil sich die gehärtete motorwelle dabei verformt? das klingt wie ein wind von der märchenwiese.
    man kann das pulley auch am motor minimal abdrehen und/oder schmirgeln . ich denke , der riemen weist mehr schwankungen in der materialdicke auf , als die erreichbare rundlaufgenauigkeit .

  • Quote

    warum sollte man das pulley nicht per übergangspassung auf die motorwelle setzen und mit einer madenschraube , leicht angezogen , sichern ?


    Wie schon gesagt - ich sehe auch nicht daß irgendein technischer Grund gegen diese Vorgehensweise spricht..
    Die eventuell schwankende Materialdicke des Riemens spielt übrigens keine Rolle dabei, da die Lauffläche ja immer dieselbe (Innen-)Seite ist.


    Gruß
    Stefan

  • Michelino


    Ich kann den Micro gerne für Dich entsorgen :D
    Alternative: Capstan Motor aus 'ner Bandmaschine - werde ich demnächst hier vorstellen 8)


    cu,
    Micha

  • Quote

    Original von Bastard


    ..Ich kann den Micro gerne für Dich entsorgen :D..



    ....Michael, lass Dich nicht aus der Ruhe bringen. Das wird schon. So oder so!!!
    Und solange sich das Teil noch dreht, hast Du alles Positive auf Deiner Seite!!!! :] 8)



    Tüsssss
    Lothar

    ....schwarze Scheiben und braune Schenkel reichen mir, um viel Spaß zu haben:love:

    ....LASST MICH! Ich muss mich da jetzt rein steigern.

    Es war mir ein Vergnügen.

  • Hallo,


    wie sich zwischenzeitlich herausgestellt hat, läßt sich mein Motor wohl wieder instandsetzen.


    Lothar, danke noch mal für Trost, Ermutigung und hilfreiche Hinweise! ;-))


    Was die Entsorgung meines Laurwerks angeht, werde ich es wohl eher mit meinem Heimtrainer antreiben, als es zum Altmetall geben - der gegenwärtige Kilopreis, der für Micro-Altmetall gezahlt wird, soll sich übrigens dem dreistelligen Bereich nähern...


    Aloha


    Michael

  • Hallo,


    nur so nebenbei:
    ich habe von Dynaudio - aus einem Lautsprecher-Selbstbausatz - einen dauerelastischen Kleber. Der wird schlichweg nicht "hart". Er wird von Dynaudio verwendet, um Chassis dicht aber wieder entfernbar am Gehäuse anbringen zu können....


    Ich verwende diesen Kleber um mein Pulley an der Motorachse des Maxxon einzukleben. Damit sitzt das Pulley sehr fest, kann aber bei Bedarf, auch nach mittlerweile 2 Jahren, mit langsam und mässig angesetzter Kraft immer noch abgezogen werden.


    Der Kleber nent sich Dynaudio LX2, ich denke aber es wird auch andere dauer-elastische Kleber am Markt geben....

  • Warum nicht einen Kunststoffpulley direkt auf der Motorachse auf Mass schleifen???? IMHO ist das der einfachste Weg zum perfekten Pulley


    MfG Christoph

  • Quote

    ich denke aber es wird auch andere dauer-elastische Kleber am Markt geben


    Jo - Silikon oder Acryl aus dem Baumarkt ;).

  • Hallo,


    mal ganz ehrlich: ich sehe es ja ein, dass Ihr Euch vor Nachahmern vorsehen wollt. Dann braucht Ihr hier aber auch GAR nichts sagen; was sollte das Bild bezwecken, wenn es keine weiteren Infos gibt? Anfüttern und dumm sterben lassen? Oder sollen nur "geprüfte" Privatleute in persönlichem Kontakt in den erlauchten Kreis der Wissenden aufgenommen werden? Wer sagt Euch, dass da nicht einer darunter ist, der eines Tages doch Interesse an Profit entwickelt?


    Kurz und gut: das ganze wirkt auf mich ein wenig wie "Ätsch ich habe Schokolade und esse sie ganz allein." ... vielleicht bleibt IRGENDWANN etwas übrig, dann gebe ich vielleicht etwas ab.


    Ich finde auch dass der DDR-Motor nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Aber eine der wenigen Selbstbaulösungen, die wirklich praktikabel sind.


    Gruß
    Christian.

    krishu.de 6.0