Hallo zusammen, ich finde, es wird Zeit für einen Faden über Kompaktlautsprecher. Zunächst der Versuch einer Definition: Kompaktlautsprecher wären alle, die herstellerseitig nicht für einen Betrieb direkt auf dem Boden, sondern mittels geeigneter Ständer (egal welcher Höhe- ausgenommen Entkoppler wie Spikes oder Füße natürlich) konstruiert wurden. Egal ob aktiv oder passiv. Dazu meine Geschichte: "Deutschland ist Standboxenland"- so der Ausspruch eines Händlers. So erging es mir auch: über viele, viele Jahre habe ich ausschließlich mit Standboxen Musik gehört. Auch durch diverse Umzüge in kleinere Zimmer wurde dieses Credo nie infrage gestellt. Standboxen sind leichter zu positionieren, kein umständliches Gefummel mit Ständern, Kompaktlautsprecher benötigen doch mit Ständern die gleiche Stellfläche. "Kleine Boxen machen kleinen Sound"- Zitat vom unvergesslichen Jürgen Egger. Doch dann kam meine Bekehrung vom "Saulus zum Paulus": nachdem ich vor Jahren in einem etwas über 14qm "großen" Hörraum noch am liebsten über meine damaligen Ecouton LQL 160 gehört habe, stand bei einem weiteren Umzug, diesmal von einem größeren 35qm-Raum in ein ähnlich großes 14qm Zimmer wie damals, die Boxenwahl erneut an. Eine 75cm-kleinwüchsige Spendor A2 und eine JMR Lunna (85cm) waren vorhanden, klangen aber in ihrem neuen Domizil einfach nicht. Der Hörraum wurde mit Fibrotech und Basotec weiter optimiert, Regale, Sitzplätze und alles andere mögliche und unmögliche verschoben, es wurde nur minimal besser. Sollte mein neuer Hörraum vielleicht akustisch so schlecht klingen, dass er Unterschiede zwischen den Lautsprechern gar nicht reproduzieren konnte? Ich las dann im Netz ein Interview mit Franco Serblin, dem Gründer von Sonus Faber: "When you want more bass, you miss it; when you have it, it disturbs you." Er outete sich dort als regelrechter Liebhaber von kompakten Lautsprechern:
Dann ein Statement eines bekannten Hifi-Journalisten, dass "90% aller Musikliebhaber mit kompakten Lautsprechern besser bedient wären". Das forderte eine Überprüfung heraus: an einem regnerischen Dezembertag fuhr ich zu einem HiFi-Händler und bat ihn, den Rest meines ungenutzten Umzugsbudgets mit kompakten Lautsprechern zu verbraten- notfalls würde ich dann auf irgendeinem Kleinanzeigenportal das meiste auch wieder loswerden: dabei achteten wir auf möglichst unterschiedliche Konzepte. Unter anderem erwarb ich eine Paradigm Atom SE, eine Wharfedale Diamond 12.1 und eine WD Evo 4.1. Passende Ständer von Atacama hatte ich noch in meinem Fundus. Die Weihnachtsfeiertage verbrachte ich hörend und staunend! Es gab Unterscheide zwischen den Lautsprechern zu hören, der Raum war also durchaus in der Lage, Klangdifferenzen zu reproduzieren. Und, es zog eine gewisse "Leichtigkeit" in meinen Hörraum ein, "airyness" würde der Engländer wohl sagen. Zuwenig Bass? Mitnichten! Fehlende Lautstärke? Auch nicht, im Gegenteil: ich höre mit ca. 65dB-Pegel tagsüber und nur 50-55dB spätabends. Standlautsprecher kommen dabei "nicht aus dem Quark", die kleinen Kompakten liefern dagegen schon ein recht vollständiges Klangbild. Zur Not helfen die Nubertsche Klangwaage und Loudness ein wenig nach. Nun würden mich eure Erfahrungen, Geschichten, Hörtests, Klangtipps usw. usf. mit kompakten Lautsprechern interessieren. Nur zu!
