Der Wolperdinger Lautsprecher

  • Hallo Gemeinde,


    lange überlege ich schon, ob ich mir mal wieder LS selber baue. Im Hifi-Zimmer bin ich mit meinen Yamaha NS-1000 mehr als zufrieden.

    Wenn, dann aber was exotisches, etwas was ich bisher noch nicht gesehen habe - ein Wolperdinger also.


    Anfangs war ich mir nicht sicher ob das Konzept überhaupt funktioniert, habe ich über die letzten Wochen mir die meisten Teile gebraucht geholt. Den Anfang machten Electro Voice Force 15" Bässe in einem, naja - sagen wir mal annehmbaren Zustand. Der Preis war dementsprechend OK.


    Die Bässe habe ich dann mit Visaton LTS 50 nachbehandelt und somit gleich eine bessere Steifigkeit der Membranen erreicht. Mit 5 Schichten versehen, glänzen sie jetzt wir neue Chassis. Die Werte sind entsprechend gut - dazu aber später mehr.


    Aber was wird es jetzt nur? Da kommen mehrere Eindrücke zusammen. Einerseits, als ich beim Robert von MachOne seine Spatial No. 4 hören durfte - der Bass und die Abbildung, echt eindrucksvoll. Und, als ich vor vielen Jahren mal einen Hornlautsprecher bei einem Hifi-Händler (Wascht) in ING hören durfte, den es heute nicht mehr gibt. Marke und Model leider unbekannt. Aber die Kugelwellenhörner haben auf jeden Fall Eindruck hinterlassen. Zudem hatte ich in meinen Zu Audio Omen, die ich vor ein paar Jahren besaß einen Celestion CDX1-1425 verbaut, der in Verbindung mit einem Jensen Kondensator traumhaft klang.


    Also, was wird jetzt daraus? Ein Open Baffle (U-Frame) inkl. einem Tractrix HT400 Kugelwellenhorn und als Option ein zusätzliches HT-Horn. Teile die aktuell schon vorhanden sind:


    • Electro Voice Force 15"
    • Celestion CDX14-3040
    • Celestion CDX1-1425
    • Tractrix HT400
    • Coral Audio AH-503
    • Einiges an Kondensatoren und Spulen zum ausprobieren
    • 400mm Fallrohr

    Genau, warum ein Fallrohr? Ich beabsichtigte zu Anfang einen H-Frame nach Linkwitz zu bauen, dadurch das der 15" saugen in das Rohr geht, war das für mich die Ideale Lösung. Warum es jetzt ein U-Frame und nicht ein H-Frame wird, dazu mehr.


    In den Messungen konnte man gut den Unterschied zwischen H & U-Frame sehen, beim H-Frame hatte ich je nachdem wie weit ich ihn zur Mitte geschoben habe, einen Einbruch bei ca. 600Hz. Das Rohr war zu dem Zeitpunkt 400mm lang. Je weiter ich das Chassis nach vorne zum Rand holte, umso besser wurde der Frequenzgang. Wohlgemerkt schon mit Weiche 2. Ordnung.


    Es war dann schnell klar, dass es ein U-Frame werden wird. Jedoch war mit dem 400mm Rohr der Bass dermaßen heftig, dass ich ein übriges 200mm Stück probiert habe. Mit dem wurde es bzgl. Tiefton schon annehmbarer.

    Befestigt wird das Chassis mittels gefrästen Siebdruck-Ringen die dann über das Rohr verschraubt werden.

    Leider kann ich aktuell alles nur in meinem Hifi-Zimmer aufbauen und testen, ich werde aber nochmal im Wohnzimmer - wo sie dann mal stehen werden - testen. Das Wohnzimmer hat ca. 30qm und das Hifi-Zimmer ca. 14qm.


    In den Messungen sieht man schön, dass ein langes Rohr mehr Tiefbass und weniger Oberbass bringt.

    Weiße Kurve ist ohne alles. Rote Kurve ist mit 200mm. Lila Kurve ist mit 400mm Rohr.


    Getrennt wird aktuell bei 800Hz, da ich die Bauteile dazu habe. Möchte aber gern auf 1000Hz hoch.

    Heute Abend habe ich dann den Mittelhochton inkl. Spannungsteiler mit dazu geklemmt (Grüne Kurve).

    Sieht alles schon mal annehmbar aus. Mono ist natürlcih schwer aussagekräftig und der Raum ist für die Kombi einfach zu klein. Die LS drücken dermaßen in den Raum, dass man nur schätzen kann wie sie im WZ spielen werden.


    Fakt ist aktuell, dass ich erstmal beide als 2-Wege aufbauen werde und dann im WZ entscheiden werde ob eine 3-Wege daraus wird.


    Anbei sieht ihr noch Skizzen, wie ich mir den Aufbau vorstelle. Ziel ist eigentlich ein Eisengestell. An Holz habe ich aber auch schon gedacht - wird sich zeigen. Zum Schluss alles schön Lackieren lassen und gut ist.


    VG

    Thomas

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    Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.

    Einmal editiert, zuletzt von Tommylion ()

  • Das wird bestimmt sehr gut.


    Bei mir ist ein 15"-Chassis ebefalls OB, allerdings bei ca. 500 Hz getrennt. Der Mittelhochton ist ein TAD 4001. Das ist im Prinzip sehr gut. Allerdings möchte ich den HT ebenfalls von TAD nicht missen. Die Weiche, passiv, hat mich sehr lange beschäftigt. Jetzt erscheint sie mir richtig - vom Höreindruck.


    Die Idee von Dir, die 15"er in diese rohre einzubauen finde ich absolut klasse.


    Bin gespannt, wie es weiter geht.

    Beste Grüße
    Rainer

  • Die Weiche, passiv, hat mich sehr lange beschäftigt. Jetzt erscheint sie mir richtig - vom Höreindruck.


    Bin gespannt, wie es weiter geht.


    Danke Dir!


    Was hat dich bei der Weiche solange beschäftigt und wie ist sie heute?


    Natürlich nur wenn du es preisgeben möchtest.


    Danke und Grüße

    Thomas

    Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.

  • Ja klar.


    Zunächst war ich der Meinung nur mit fetten Drähten in den Spulen zu arbeiten. Die sind neu sehr teuer. Gebrauchte gab es nicht zu den benötigten Werten, so dass ich es damit probiert habe 6 mH und 3 mH.


    Am Ende habe ich Intertechnikspulen für den Tiefpass bekommen mit 12 mH als Trafospule und Draht von 2,5 mm. Jede wiegt so 2,5 kg oder mehr. Das geht jetzt gut. Im Mittelhochton habe ich 6 dB- Weichen mit guten Kondensatoren (Zinkfolie und Bypass).


    Mir ist klar, dass Messtechnik da gut wäre. Nutze dafür lediglich ein iPhon mit kalbrierten Micro und Analyser-App.


    Kann Fotos machen, falls von Interesse.

    Beste Grüße
    Rainer

  • Hallo zusammen,


    über den Urlaub recht wenig passiert, möchte ich das Thema wieder angreifen.

    Ich habe mich aufgrund der "anstrengenden" Ankopplung zwischen dem 15" Bass und dem 1,4" Treiber dazu entschlossen ein Chassis dazwischen zu schalten.

    Soll heißen, damit der Bass und das Horn nicht an ihren Leistungsgrenzen betrieben werden müssen, binde ich einen TT/MT ab ca. 300-400Hz an und lass ihn bis ca. 1500 - 2000 Hz spielen. Wie genau wird sich in den Messungen zeigen.

    Als Chassis kommt der Beyma 605ND zum Einsatz.


    Zudem beschäftige ich mich aktuell schon mit dem Programm Vituix CAD (VituixCAD Loudspeaker simulator (kimmosaunisto.net)) um meine 4-Wege Frequenzweiche vorab zu simulieren. Mit REW (damit arbeite ich schon) werde ich die Chassis messen um dann eine repräsentative Weiche bauen zu können.


    Das Projekt wird nicht innerhalb von 2 Wochen durchgezogen, sondern zieht sich bestimmt bis ins Frühjahr/Sommer, da ich aktuell auch noch den Keller fertig mache,...


    Ich bin gespannt was rauskommt :S

    Thomas


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    Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.