Dual 721 vs. Dr. Feickert Blackbird

  • Wenn ich die Attribute nennen soll, bei denen sich der Feickert signifikant abheben kann, dann sind das Souveränität, Ruhe, Leichtigkeit. Das Laufwerk schafft es, Musik in großer Entspanntheit abzubilden, die virtuelle Bühne ist breiter, höher und tiefer als beim Dual, die Instrumente werden klarer getrennt und spielen mit größerer Plastizität.

    Wow, Danke, sehr gut, ausführlich und nachvollziehbar erklärt!!


    Das obige Zitat: Genau das sind einige der Punkte, die für mich den Schritt von "in Ordnung" zu "so muss es sein" machen.

  • Damit kann es jetzt hier richtig losgehen...Ring frei.... ;)

    Warum Thomas?


    Ich kann mit diesem Ergebnis gut leben, kajetan hat sich um Objektivität bemüht,

    Danke dafür :merci:

    Einiges davon, habe ich mit MC, ähnlich vernommen, darum spielt bei mir am CS721 auch ein Shure Ultra 500 und kein MC.

    Insgesamt zeigt das Ergebnis, das Man mit einem ollen Dual, auch heute noch vorne mit dabei ist.

    Mehr hatte ich auch nicht erwartet, aber auch nicht weniger :D


    Mit freundlichem Gruß aus dem Freistaat in der Nordsee


    Jürgen

    "Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen"


    Theresia von Avila

    2 Mal editiert, zuletzt von Garuda () aus folgendem Grund: Kaufe ein S

  • Schöner Bericht, will auch wirklich nicht rummäkeln, aber ein Benz Wood spielt doch schon ein ganzes Stück erwachsener als ein Ace. Hatte beide längere Zeit ebenfalls an einem Jelco und Phantom auf einem Blackbird.

    Ich hätte das Wood eher am vermeintlich schwächeren Dual montiert, das Ace auf dem Feickert.

    Ob das was geändert hätte? Vielleicht ja, vielleicht nein, wir können uns also in Ruhe weiterstreiten :) .


    Gruß Vincent

  • Sehr guter Bericht, das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen wenn man einen guten Dual mit einem aktuellen Dreher im der Kategorie Klang schlagen möchte muss man locker TEUR 5 +X auf den Tisch legen. Nur die Haptik ist bei den heutigen Drehern in der Preisklasse halt zumeist signifikant besser. Wenn ich aber günstig guten Klang haben möchte und über die naja Haptik hinwegsehen kann bin ich mit einem Dual immer ganz weit vorne.

  • Schöner Bericht, will auch wirklich nicht rummäkeln, aber ein Benz Wood spielt doch schon ein ganzes Stück erwachsener als ein Ace. :) .


    Gruß Vincent

    Ja, man liest öfters in den Foren, dass im Wood selektionierte Generatoren verwendet wurden und im "billigeren" ACE quasi der Ausschuss.


    Ich hätte da auch den TA getauscht.



    Ansonsten stehen mir für meinen 704 - also quasi das halbautomatische Brudermodell des 721 - zwei sehr schöne Toabnehmersysteme zur Verfügung: Ein MM (Shure Ultra 500) und ein MC (Monster Alpha 1). Bei mir hat das MC am 704 im Direktvergleich die Nase vorn (den Direktvergleich machte ich mit Bandaufnahmen: Gleicher Song, gleicher Pre, zuerst mit dem MM, dann mit dem MC).


    Das hängt halt auch vom jeweiligen System ab - und ob dieses zum mittelschweren Dual-Tonarm passt.


    LG

    Manuel

  • Ja, man liest öfters in den Foren, dass im Wood selektionierte Generatoren verwendet wurden und im "billigeren" ACE quasi der Ausschuss.

    Für Ausschuss ist das Benz Ace in allen Tests aber immer ganz gut weggekommen... ;)


    Und höhere Selektion ist na klar oft das Mittel der Wahl und hat am Ende auch Sinn.

    Dass ein Tausch hätte spielentscheidend sein können, kann ich mir gerade nicht vorstellen. Wenn es sich so knapp dargestellt hätte, dass ich der Meinung gewesen wäre, der Unterschied liegt wohlmöglich in den beiden Systemen, hätte ich es gemacht.

    Streamen ist wie alkoholfreies Bier...scheint erstmal richtig zu sein, am Ende fehlt aber das Entscheidende.

  • Selektion heißt nicht, dass der Rest irgendwie Ausschuss ist. Eher Selektion der Besten unter den guten Generatoren.


    Deine Ergebnisse sind in etwa deckungsgleich mit meinen Erfahrungen mit einem CS 721 (vor 20 Jahre).


    721.jpg

    Viele Grüße, Tony

    ______________________________________________________

    "Music's real, the rest is seeming" (Fats Waller)

  • Jepp, für Ausschuss spielen die ACE ganz ok.

    Ich selber bewerte diese "Eisenkreuz" Systeme nicht nach ihrer Überalles-Qualität - Vincent hat dennoch Recht mit seiner Aussage zum Wood! - sondern nach ihrem besten Einsatszweck/Musikgenre. ACE SL/SH ist mein Rocker, Glider SL mein Jazzer und Wood SL mein Klassiker/Akustiker.

    Da Kajetan aber unterschiedliches Material gespielt hat, bin ich mir sicher, das ein Wechsel der Systeme am Ergebnis/seinen Höreindrücken nichts signifikant geändert hätte.

    Und da es hier von Anfang an nicht um einen peniblen Testaufbau für Blinde ging, passt das schon sehr gut.

    Kajetan nochmal vielen Dank für die Zeit, die du dir genommen hast und für deinen Mut dich der geballten Forumskompetenz zu stellen.

    Chapeau!

    Liebe Grüße Achim


    Das Schöne an der Suche nach der Richtigen ist der Spaß mit den Falschen 8)

  • Auch von mir nochmal Danke für diesen ausgewogenen Bericht. Mit einem Ergebnis, das ich so ungefähr erwartet hatte. Schwachpunkt bei den Großserienspielern wie dem Dual waren vor allem die Zargen mit Plastikwanne o.ä., sowie m.E. die vielen Übergangswiderstände vom Tonabnehmer bis zum Preamp. Vor allem bei den winzigen Signalen der MCs macht letzteres schon einiges aus; ich habe letztens bei der Omtec die Adapter Cinch/Binder ersetzt durch ein Tonarm Kabel mit Bindersteckern, das war ein ziemliches Upgrade.

    Ich kann mir vorstellen, dass mit einer Massivholzzarge mit etwas Gewicht und einem durchverkabelten Arm noch einiges rauszuholen ist.

    Grade der etwas matschige Bass ist oft ein Zargen Problem, vor allem bei Direct Drives, die viel Gewicht mögen.

    Aus meiner Erfahrung heraus bestehen die Unterschiede zwischen Laufwerken vor allem im Bassbereich, und im "Timing" und der Ruhe, die Details zum Vorschein kommen lässt.

    Das kostet pro Klangpunkt😁 dann allerdings richtig was.

    Besten Gruß, Jürgen

  • Hallo zusammen

    Von meiner Seite noch etwas zu den Dual „Leichtbauzargen“.

    Bei meiner Spielerei mit einem Dual 601 gerade kann ich keine Einschränkungen im Bass feststellen. Gerade dort war ich überrascht, was das Laufwerk imstande ist zu leisten. Meine Kette ist bis 20Hz herunter entzerrt und was die Dual/Denon Kombi mir da um die Ohren haut ist nicht von schlechten Eltern.

    Wenn ich denke, was Rega für einen, auch werbetechnischen Aufwand um seine Leichtbauweise macht ……. kann die Zarge vom Dual vielleicht ja auch nicht so verkehrt sein.


    Nur mal so ein Gedanke.


    Es fehlt hier halt der highendige Marketinghintergrund.


    Um so spannender finde ich die für mich gerade festgestellten Ergebnisse 😎


    Bleibt weiter neugierig


    Hans

  • Die Regas sind ja ein Brett, die Dual o.ä. Zargen ein Hohlraum, in dem sich Resonanzen bilden, das ist schon ein konstruktiver Unterschied. M.E. geht das dann auf Kosten der Präzision, nicht der Tiefe des Basses. Und wie immer, kann das sogar besser gefallen, je nach Gewohnheit oder Präferenz.

    Ich hab's ausprobiert mit einem JVC DD, der hatte ne typische Billigzarge bei sehr gutem Laufwerk. Ich hatte damals mit Holzresten innen verstärkt und beschwert, dadurch auch den Hohlraum verkleinert. Ergebnis war ein deutliches Plus an Präzision im Bass-und Grundton Bereich.

    Besten Gruß, Jürgen

  • M.E. geht das dann auf Kosten der Präzision, nicht der Tiefe des Basses. Und wie immer, kann das sogar besser gefallen, je nach Gewohnheit oder Präferenz.

    Diese Erfahrung kann ich auch bestätigen.

    Bei meinem Garrard mache ich auch immer noch Versuche.

    Bisher gefällt mir eine relativ einfache und leichte Skelettzarge (nur Brett mit Füßen) am besten. Der Bass ist dann schön mächtig und druckvoll. Nicht die letzte Präzision aber genau der Gegenpol zu meinem Masselaufwerk.

    Bedämpfungen des Motorbretts oder eine Vervielfachung des Gewichtes der Zarge brachten mehr Präzision aber es ging auch der gewisse Charme verloren.

    "Wer nicht genießt, ist ungenießbar" (Konstantin Wecker)

    Liebe Grüße

    Petti

  • Ja, man liest öfters in den Foren, dass im Wood selektionierte Generatoren verwendet wurden und im "billigeren" ACE quasi der Ausschuss.



    Frage: Was passiert wenn der Ausschuss der ACE zugeführt wird, nur deswegen Ausschuss ist, weil alle System derart gut sind, dass benötige Anzahl für einen Wood-Body schon erreicht ist man aber noch ACE braucht?

    Dann werden sehr gute Systeme zu einem ACE und bekommen ein schnödes Plastikkleidchen....


    Ich hatte mal ein ACE Low bei mir gehabt was sagenhaft gut geklungen hat, sogar deutlich besser als mein damaliges Benz Glider...

    Beste Grüße


    Thomas

  • Moin,


    Herzlichen Dank an euch alle für die freundliche Resonanz! Es freut mich sehr, dass der Vergleich so überwiegend positiv aufgenommen wird. :thumbup:

    Viele Grüße


    Dirk

    Streamen ist wie alkoholfreies Bier...scheint erstmal richtig zu sein, am Ende fehlt aber das Entscheidende.

  • Wie wir sehen, gibt es nicht den alleinig seligmachenden Plattenspieler. Extrem massebehaftete Laufwerke funktionieren, ebenso extrem leichte Konstruktionen wie die großen Regas. Direktantrieb funktioniert gut, obwohl uns das ewig ausgeredet wurde. Riemenantrieb funktioniert gut, Reibrad ebenso, wenn es gut konstruiert wurde. Möglicherweise bringt sogar gerade eine fehlende Bedämpfung eine gewisse Spielfreude...


    Aus Interesse an diesem Thread habe ich mir auf einem Flohmarkt kürzlich einen Dual CS 728 gekauft, obwohl das Teil optisch so überhaupt nicht mein Fall ist (auch noch in dem Champagner- Farbton). Stand zwischen Handy- Ladegeräten, USB- Kabelverhau und abgerockten PC- Tastaturen. Gut Plattspiele, Germany, meinte der offenbar sachkundige Verkäufer...Keine Ahnung, ob er funktioniert, aber er wirkt (bis auf den Tonarm) schon nicht unbedingt wertig. Aber für 12,00 € kann man schon mal was ausprobieren. Ich berichte.


    Rafael

  • Nun, mich wundert dann doch die Disziplin, die selbst von fanatischen Hardcore-Fans der einen oder anderen Seite an den Tag gelegt wird. Ich freue mich, dass das Forum sich auch in diesem Bereich weiterentwickelt zu haben scheint.

    Ich kann mich an ähnliche Vergleiche in der Vergangenheit erinnern, bei denen es nach der "Urteilsverkündung" zu einem Hauen und Stechen kam.... Anscheinend ist dieses Forum dahingehend schon deutlich weiter als die USA... ;)

    Beste Grüße


    Thomas

  • Ich kann mich an ähnliche Vergleiche in der Vergangenheit erinnern, bei denen es nach der "Urteilsverkündung" zu einem Hauen und Stechen kam.... Anscheinend ist dieses Forum dahingehend schon deutlich weiter als die USA... ;)

    Wie heißt es doch so schön:

    "Man soll den Tag nicht vor dem Abend....."


    :)


    Gruß Vincent

  • Naja, so ganz glaube ich an das Fazit noch nicht. Denn vom Gefühl her hat kajetan natürlich offensichtliche Soft Facts, wie die fipsige Plastikzarge und die auf dem Chassis beheimateten Hebel für Geschwindigkeitsumschaltung bzw Automatikfunktionen mit in die Klangempfindungen einbezogen.


    Was ja auch nur natürlich und nicht schlimm ist. Denn von Haptik und Design her sind solche Duals, wie 704 oder 721 modernen Massespielern halt unterlegen.


    Man sollte aber im Hintetkopf behalten, dass ein solcher Spieler immerhin fast 50 Jahre auf dem Buckel hat. Die haptische Anmutung täuscht also über die hervorragende Qualität der alten Duals hinweg. Möglicherweise wird dabei auch die akustische Wahrnehmung in gewissem Ausmaß getäuscht.


    Gruß


    Andreas

    AAA Member mit Unmengen an altem Geraffel