Mpx Buche für Plattenspieler

  • hast du ein Beispiel für einen Namen eines solchen Produkts.

    Ein Beispiel: Softwood (Jungbluth - Neuss)

    Ich kenne es auch unter "Seekiefer" (weil oft Seetransportverpackungen daraus gemacht werden)

    Daher auch oft "Kistensperrholz"

    usw

    Eigentlich ist das ein minderwertiges Holz. Da sind oft Astlöcher drin - manchmal grob mit Holzspachtel gefüllt. In Amerika werden ganze Häuser daraus gebaut. Hier wird es oft für Bauzäune verwendet.


    Das ist eben kein Multiplex. Multiplex ist ein festgelegter Begriff für Sperrholz mit recht dünnen Schichten. Nadelsperrholz hat ziemlich dicke Schichten und hat dadurch einen geringeren Leimanteil. Das Material ist ein guter Kompromiss zwischen Leichtigkeit (wesentlich leichter als MPX), Stabilität, leicht dämpfenden und "sauber" schwingenden Eigenschaften. Das hört man ganz gut wenn man eine solche Platte anklopft.


    Hier sind ja jede Menge Goldohren unterwegs.


    Viele Grüße

    Mike


    PS: Ob man das am fertigen Produkt hört steht auf einem anderen Blatt. Beim Lautsprecher ist es definitiv zu hören.

  • MDF lässt sich gut maschinell bearbeiten. Es lässt sich gut lackieren. Das ist ein Vorteil für den Verarbeiter.

    Mir hat mal ein Schreiner gesagt, dass MDF, entgegen der landläufigen Meinung, in Abhängigkeit der Luftfeuchtigkeit arbeitet. Und das nicht wenig.


    Für Hifi wird es von einigen Entwicklern aus klanglichen Gründen verschmäht.
    Da muss sich jeder sein eigenes Bild machen.

    Wenn jetzt jemand sagt, das die meisten Boxen doch aus MDF sind, dann ist das eher der guten Verarbeitbarkeit und damit den Herstellungskosten als den klanglichen Eigenschaften geschuldet. So meine Wahrnehmung.


    Ich habe noch keine Versuche gemacht mit MDF und anderen Holzmaterialien im direkten Vergleich. Fichte Dreischichtplatte und Buche oder Birke Sperrholz oder MPX habe ich vor vielen Jahren mal unter meinem Manticore Mantra verglichen. Ich habe vergessen, was das Ergebnis war. Ich glaube ich habe die Dreischichtplatte bevorzugt.

    Entspanntes Hören, Frank


    ] Vorhandensein von Musik - Zuhandensein von Klang [

  • Ich kann mich an Tests erinnern die bei MDF deutliche Oberflächenresonanzen zeigten. MPX hat auch recht ausgeprägte hochfrequente Resonanzen. Da ist Nadelsperrholz erheblich gutmütiger und sauberer.


    Noch mal: Ob das beim Plattenspieler hörbar ist? Aber Norbert Gütte hat diese Platten aus gutem Grund für sehr viele Produkte verwendet. Die Verarbeitung ist deutlich aufwändiger als MPX, oder MDF.


    Auf Grund langjähriger Erfahrung damit wäre es auch für mich immer noch die erste Wahl.


    Viele Grüße

    Mike

    Einmal editiert, zuletzt von Mike Thomas ()

  • Resonanzen bei Hölzern sind sehr leicht zu ermitteln.

    Schneide das "Holz" grob aufs passende Maß zuschneiden. hochheben und dann mal mit nem Schraubenziehergriff anschlagen. Wie klingt es?


    Gewachsenes Holz hat immer zwei Resonanzen: längs und quer.

    Sperrholz vermindert diese Resonanzen. In der Fläche schwingt es in beide Richtungen annähernd gleich, es kommt aber die Schwingung senkrecht zur Fläche hinzu.

    MDF hat die höchste Dämpfung der hier genannten Materialien. Darum schwingt es so unwillig.


    Nadelholz schwingt erstmal recht wenig, dass liegt an den großen Zellen mit viel eingeschlossener Luft. Mache ich daraus aber Sperrholz, fülle ich viele dieser Zellräume mit Harz und schon schwingt es wieder stärker. Hier sind Laubsperrhölzer plötzlich im Vorteil.

    Nadelsperrholz schwingt sehr viel mehr und es arbeitet auch sehr viel mehr als MDF.


    Vor 20 Jahren hätte ich ganz sicher noch nicht auf MDF gesetzt. Inzwischen ist dieser Werkstoff aber so gut geworden, dass ich ihm immer den Vorzug geben würde.


    Viel wichtiger ist aber, dass ich eine Zarge aus gar keinem reinen Material bauen würde.

    Hier besteht doch überhaupt keine Notwendigkeit sich auf ein einzelnes Material festzulegen. Klebe dir doch dein Wunschmaterial zusammen. Es wird am Ende nicht mehr nennenswert schwingen.

    Klebe mal eine Lage Hartgummi zwischen zwei MDF-Platten und danach Furnierst du das Ganze. Da schwingt fast nichts mehr.


    Als Bastler haben wir einen Vorteil, gegenüber praktisch jeder Serienfertigung: Wir können viel mehr Aufwand betreiben.


    Auch ein edler HighEnd-Plattenspieler ist immer ein Serienprodukt und wenn man am Material sparen kann, erhöht man seine Marge. Das ist immer so und folglich bedeutet billigeres Material, dass man mehr Geld in der Tasche hat. (Hifi-Preise haben ja nichts mit den Materialpreisen zu tun)

  • Interessante theoretische Betrachtungen, denen ich gut folgen kann. Wie sich das klanglich bemerkbar macht - einige Hersteller sind letztlich auch nur durch Denken UND Probieren sowie Messen UND Hören zu ihren Materialrezepten gekommen.


    Da ich immer wieder recht gute leichte Laufwerke à la Rega gehört habe, kommt mir Pappelmultiplex in den Sinn. Sehr leicht, mehrlagig verleimt, verwindungsarm...

    Grüße

    Max

  • Die Frage die bleibt, welche Optik verfolge ich mit meinem Projekt. Mein aktueller ist optisch in etwa an den Marantz 1000 angelehnt.

    Der vorherige, auch MPX sollte zwei 12er tragen können. Desweiteren gefällt mir die Art des Materials und das Aussehen sehr gut.

    LG aus dem Altmühltal
    Thomas






  • Nadelholz schwingt erstmal recht wenig, das

    Ach, und wieso haben alle meine Gitarren massive Fichtendecken? Adirondack, Alpendichte usw

    Gruß Rainer


    "Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!"

    Kurt Tucholsky 1921

  • OK, dickes Nadelholz ;)


    Es ist, ich vermute auf Grund der großen Zellen, aber arm an Oberschwingungen, da es eine entsprechend hohe innere Dämpfung hat.


    Mal so ein kurzer Gedanke: Soll bei einer Gitarre der Korpus schwingen oder die Luft darin?

    Natürlich schwingt am Ende beides irgendwie, aber woher kommt der Hauptteil des Tons (nach den Saiten)?

  • Das Nadelsperrholz hat eine gesunde Mischung aus Dämpfung und Schwingfähigkeit.

    Aber grundsätzlich ist es richtig, Nadelhölzer schwingen offenbar "schöner"? als härtere Hölzer. Für Instrumente (auch Klavierböden) nimmt man massives Nadelholz. Als Sperrholz schwingt das aber erheblich weniger. Die gesperrten Schichten und die Leimschichten dazwischen dämpfen recht wirksam.


    Grüße

    Mike


    PS:

    Mal so ein kurzer Gedanke: Soll bei einer Gitarre der Korpus schwingen oder die Luft darin?

    Natürlich schwingt am Ende beides irgendwie, aber woher kommt der Hauptteil des Tons (nach den Saiten)?

    Stell dir ein Klavier vor. Da schwingt im Wesentlichen der Boden. Bei der Gitarre wohl ähnlich.

  • Soll bei einer Gitarre der Korpus schwingen oder die Luft darin?

    Die Saiten sind ja über den Steg mit der Decke verbunden und regen diese zum Schwingen an. Boden und Zargen sind ja meist aus Hartholz und sollen den Ton reflektieren. Sie schwingen also kaum.

    Gruß Rainer


    "Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!"

    Kurt Tucholsky 1921

  • Hallo,


    zunächst gibt es drei verschiedene Holzbereiche, die sich nicht klar abgrenzen lassen.

    Alle können nicht vorschwingen :S .


    Weichholz, wie Tanne oder Fichte haben längere Zellen. Damit ein höheres Elastizitätsmodul. Das ist der Grund warum im Hausbau aus statischer Sicht für Ein, oder Mehrfeldträger diese Holzart für Balken oder Sparren verwandt wird. Nicht allein aus Kostengründen.

    Weil das so schön schwingt wird derartiges Holz für Instrumente gern genommen.


    Eiche oder Buche sind erstmal Harthölzer und sind auf Grund der kürzeren Faserstrukturen sehr Druckbelastbar, aber eben nicht so elastisch. Schwingen nicht weniger - aber kürzer.


    Plattenwerkstoffe sind in drei Bereiche aufzuteilen. Sperrholz, Einschicht und Einschicht mit Richtung.

    Bei Sperrholz oder Multiplex oder Kerto oder, oder werden diese Eigenschaften der Vollhölzer bewußt durch die Kreuzverleimung weggenommen.

    Bei Einschichtplatten wie MDF gibt es diese Zellstruktur nicht mehr zumindest in 2 Achsen.

    Bei Einschichtpaltten mit Richtung wie OSB werden durch die Orientierung der Späne stabilere Eigenschaften in 2 Richtungen gebildet.


    Die Überlegung was man nehmen sollte hängt nicht allen davon ab ob etwas angeregt wird, sondern wie. Ein Teil der Schwingungen aus dem Restlichen Kram eines Drehers sollte ja absorbiert werden können.

    Daher haben einige Entwickler auf Kompositzargen oder Grundplatten gesetzt.

    Brasilschiefer + MDF oder von mir aus Glas und was Weiches dazwischen oder, oder.

    Exotische Mischungen.


    Was für den Selbstbau von Wichtigkeit ist, man muss es machen können.

    MDF lässt sich gut zuschneiden, Kanten lackieren ist schwierig. Man brauch einen speziellen Sperrgrund usw. oder man baut alles auf Gehrung.


    Ansonsten ist die Frage was die besten Kartoffeln sind schwierig zu beantworten. :)


    Gruß Uli

    Gruß Uli