Geschichte der SME 3009 und 3012 Tonarme
Vor langer Zeit mal aus mehreren Berichten zusammen geklaubt, alles auf englisch, hier das Ganze übersetzt.
Bestätigt hatte mir das vor langer Alastair R.Aikmann persönlich, denn wir hatten gute Freunde in Steyning,
ich hatte die Ehre, mich lange mit ihm zu unterhalten, da ich die Urtonarme damals auch für zwei berühmte Wegbereiter aus Frankreich besorgt hatte, C. Verdier und J. Hiraga. Mit diesen gab es nur Tauschgeschäfte, da floss damals kein Geld. Auch W. Walter aus Paris schätzte diese sog. Prototypen über alles.
Alles in Lila sind hinzugefügte Bemerkungen von mir!
1946-1959:
Alastair Robertson-Aikman stellt Modelleisenbahnen her und gründet dafür in Steyning, W-Sussex, England ein kleines Unternehmen namens „Scale Model Equipment", kurz SME.
Sommer 1959:
Aikman baut seinen ersten 12" Tonarm als Prototyp, den er Perry Wilson, dem Herausgeber der Hifizeitschrift "The Grammophone" sowie Mr. Pickard, Chef vom Webbstudio, London Soho vorstellt.
Pickard gab den ersten Auftrag. Ein SME kostete damals £ 25, ein kleines Vermögen, wenn man bedenkt, dass andere Tonarme damals zwischen £ 5 - 6 gekostet haben.
Damit genügend Startkapital für Aikman und seinen Frau, um eine Kleinserie zu starten (ca. 2500 Stück wurden davon weltweit gebaut). Der Arm bestand aus 72 Einzelteilen. Der erste SME 3012 verlies die kleine Manufactur am 15. Dezember 1959.
Parallel dazu wurde eine 9" (tatsächlich etwas länger) Version, der 3009 vorgestellt. Identische Konstruktion aber eben kürzer. Davon wurden nur ca. 1000 Stück hergestellt.
Der 12" Tonarm wurde einfach nur SME 3012 genannt, der kurze SME 3009. Später wurden diese Urversionen SME 3012A und 3009A oder SME 3012 Prototype und SME 3009 Prototype genannt.
Hier ist es wichtig zu erwähnen, dass SME selbst später diese nicht A oder Prototype bezeichnete sondern
SME 3012-I und SME 3009-1.
Typischen Eigenschaften diese beiden Serie-A bzw. Serie-I Tonarme waren:
- Tonarmrohr aus eloxiertem Messing
- Das hintere Teil des Gegengewichts war nicht durchbohrt sondern nur angebohrt und kann somit nicht verschoben werden (es sei denn es wird aufgebohrt)
- Diese Tonarme waren nur für Tonabnehmer mit niedriger Nadelnachgiebigkeit (MC) geeignet
- Die Tonarmbase war auch aus eloxiertem Messing und wesentlich dicker als bei den späteren Tonarmen
- Der Headshellanschluss war drehbar, so konnten kurze Studio Tondosen (EMT TSD15, Ortofon, Neumann) wie auch Standard Headshells wie das von SME gebaute verwendet werden. Deshalb wurde auch statt eines normalen fixen Tonsockels ein beweglicher fixierbarer Schlitten für die Tonarmschaft Aufnahme gebaut!
- Die Kunststoffkopf des Lifts war rund
- Kein Antiskating (das wurde später als Extra und zum anklippen ausgeliefert)
1960:
Mr. Aikman brauchte grössere Produktionswerkstätten, die wurden in Steyning, Sussex, Millsroad errichtet.
SME baute erste Kontakte zu den Shure-Brüdern in den USA auf, das lief bis 1972
1962:
Die Tonarme wurde komplett überarbeitet: Das Lagergehäuse war nun aus Aluguss mit der typischen Erhöhung in der Mitte und dem Stab n. hinten für die Aufhängung d. Antiskating Gegengewichts.
Das Tonarmrohr war nun aus dünnwandigerem leichterem Aluminium (manchmal, wenn nicht genügend der neuen Aluminium Armrohre zur Verfügung standen, wurde auf den Altbestand der eloxierten Messingrohre und deren Gegengewichte zurück gegriffen). Das Aluarmrohr war zudem innen mit Balsaholz bedämpft.
Der Headshellanschluss war nicht mehr drehbar, keine Möglichkeit mehr, die kurzen Studio-Tondosen
zu montieren.
Das Gegengewicht war leichter, die gesamte Tonarmmasse reduziert um die Zusammenarbeit für insbesonderen MM Tonabnehmer mit hoher Nadelnachgiebigkeit wie dem Shure V15 zu ermöglichen.
(Trotzdem konnte man mit dieser Serie noch sehr gut MC Tonabnehmer betrieben)
Später wurde diese Serie von Audiophilen als die Serie 2 bezeichnet, bei SME selbst aber blieben diese weiterhin einfach nur SME 3012 und SME 3009 (und erst später SME 3012-II u. SME 3009-II) Man sprach lediglich von "Improvments" (Verbesserungen).
1972:
Der SME 3009 Improved wurde vorgestellt. (Natürlich kein "improved im audiophilen Sinne)
Es gab 2 Versionen davon, den einen mit normalem Headshell Anschluss, die andere mit fest integriertem Headshell. Die Messerlager aus Kunststoff wurden Standard, etwas, das schon während der was Serie II als "improved" eingeführt wurde.
1980:
Auf Nachfrage von Audiophilen insbesondere aus Japan für schwerere solidere Tonarme um die dort sehr populären Ortofon SPU GM Tondosen wie auch das EMT XSD 15 perfekt betreiben zu können wurden die beiden SME 3012-R und 3009-R vorgestellt, etwas später auch ein SME 3010R.
1981:
Der SME 3012-R Special Edition wurde vorgestellt, eine vergoldete Auflage des 3012-R.
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Diese Informationen hatte ich alle in den Jahren 1994-97 zusammen getragen, das war alles nur auf Englisch (meine zweite Sprache) und auch da ich damals in England gelebt hatte (nicht weit von Steyning!)
Das war noch vor den Zeiten des Internets wie wir es heute kennen, damals war noch die Faxmaschine für schnelle Verbreitung von Dokumenten Standard. Fotos schickte man per Brief.
1998, als ich mit dem Internet und emails begann, schickte ich diese (englische) Zusammenfassung weltweit an "Audiophile".
Gleichzeitig keine Gewähr, dass alles zu 100% nachweisbar stimmt.
Etwas (subjektives) zum Klang dieser Tonarme, basierend auf meinen eigenen Erfahrung aber auch vieler, die ich gut kenne bzw. kannte, derer "Anlagen/Ketten" ich kenne/kannte, u.a. auch dem ehem. Präsidenten der Audio Engineering Society (AES) Japan, gleichzeitig ehemaliger Vertriebsschef von Vitavox Japan,
das seine Söhne nach seinem Tod übernahmen: Mr. Imai San. Er war einige Tage bei mir in England zu Besuch, wir hatten eine ganz besondere Zeit. Darauf gehe ich später mal in einem ganz anderen Thread ein, da vieles über Vitavox völlig unbekannt ist, ich aber Neil Young, einen der damaligen Chefs von Vitavox kannte und auch mit Mr. Imai zusammen besucht hatte (Vitavox wird u.a. ja auch in Lautsprechern von Living Voice aus Nottingham verwendet)
Ganz vorne und das ohne den geringsten Zweifel der SME 3012A (gefolgt vom 3009A, den ichfrüher gerne SME 3010A bezeichnete, da das bei Manchen in UK so üblich war, aber egal).
Idealerweise auf einer schweren Bronzebasis fix montiert, hat natürlich den Nachteil, dass man sich dann für entweder Studiotondosen ala EMT TSD15 oder Headshells ala SME entscheiden muss, da bei Verwendung von den S-Dosen der Arm weiter vorne sitzen muss. Ich habe mich für die 2.te Variante entschieden, da ich da den Kröpfungswinkel perfekt sehe!
Auch neu verdrahtet, das ersehe ich als ein MUSS (Mögen mir die Sammler verzeihen, ich manche mit meinen Tonarmen was ich will und vorallem wo ich klanglich eine starke Bremse entferne)
Danach die R-Versionen, Gold interessiert mich nicht.
Dann kommt die Serie II, wovon ich 1x einen mit den alten elox. Messingrohren fand, der ging allerdings nach Frankreich, ich hatte keine Zeit ihn mir anzuhören, vermute aber dass er ähnlich top wie die A = Prototyp Serie ist.
Improved und Plastik Messerlager: Furchtbar.
Aber: Es gibt da den kurzen SME 3009 Series III: Von vielen verachtet, hat ihn früher A.J. van den Hul sehr gerne verwendet und sogar für sein Grasshopper empfohlen. Ich muss zugeben, ich hatte nie einen in Verwendung, auch keinen IV oder V oder Derivate, die habe ich auf anderen Ketten gehört, haben oft sehr gut geklungen, da erlaube ich mir aber kein Urteil.
Meine Urteile sind subjektiv, entsprechen meinen Geschmack und dem, wie schon erwähnt, derer ich einige sehr gut kenne.
Die Meinung vieler Händler oder moderner Hersteller interessiert mich wenige, denn die müssen ja verkaufen. Deshalb spielt da eine andere Subjektivität hinein, ist verständlich, logisch, akzeptiert.
Ich respektiere die Meinung anderer, die auf -- ich nenne es mal "gekonnter audiphiler Hör-Erfahrung basiert". Darauf mache sich wer will seinen eigenen Reim, ich habe keine Muse für endlose Diskussionen.
Ich hatte besondere und geniale Tonarme zum Vergleich, legendäre wie modernste, lange nicht alle, einige mit wenigen werde ich mich vielleicht noch beschäftigen. Ich schätze gut erhaltene FR64s und FR66s wie auch Ikedas. Ich kenne den SME 3012-II auf einem perfekt aufgebauten Garrard 301 wo er mit einigen MC's ganz hervorragend klingt (Verkabelung natürlich von mir). Ich schätze die alten Ortofon Tonarme aus Dänemark, zu den späteren in Japan hergestellten kann ich nichts sagen.
Einem der genialen AAA Gründer, dem aussergewöhnlichen Tontechniker und höchst kompetenten Röhrenelektroniker Wilfried Zahn besorgte ich für seinen EMT-930st mit dem SME 3009-II die SME 3009A Version. EMT 930 Fans werden aufschreien, wie man man nur das Chassis des EMT verschandeln: Wilfried war baff, was der 3009A auf seinem EMT leistete.
Er kannte meinen mit FR64s, natürlich hatte er mehr 930er und 927er mit EMT Armen gehört wie mutmasslich sonst jemand hier in diesem Forum, aber sein EMT 930 NRU war die Version für den niederländischen Rundfunk, umgebaut für einen 9" Tonarm von Acoustical, den baute er dann eben für den SME 3009 um.
Seinen Acoustical baute ich auf einen Thorens TD160 für einen Bekannten, nachdem neu verkabelt lief der erstaunlich gut.
Hat nichts mit der heutigen Firma Acoustical (Aquilar Tonarm) zu tun. Diesen Arm kannte ich nur aus den holländischen NRU EMT 930ern.
Alte Dokumente von meinem Rechner, nichts davon aus irgend einem Buch:
Manual SME 3012A/3009A:
Namensgebung von SME später:
History of SME Tonearms
(Dokument von mir auf English aus den 90er Jahren aus diversen Quellen zusammen getragen)
