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Woher kommt eigentlich dieser „Erstausgabenwahn“ bei Schallplatten?

  • fr.jazbec
  • 1. März 2025 um 12:58
  • fr.jazbec
    Nur zufällig hier
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    • 1. März 2025 um 12:58
    • #1

    Wenn man sich mal etwas mit gebrauchten Schallplatten beschäftigt stößt man früher oder später auf das Phänomen, daß Erstpressungen deutlich höher gehandelt werden als Reissues. Woher kommt das? Gibt es dafür handfeste klangliche Vorteile oder ist es der reine Sammlerwahn, der die Preise für Erstpressungen hochtreibt?

  • Fenimore
    und sie dreht sich doch…
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    • 1. März 2025 um 13:11
    • #2

    Das Hauptargument dürfte die Hoffnung sein, das die Master der Erstausgabe vom Masterband geschnitten wurde. Davon verspricht man sich den besten Klang. Für die Lizenzausgaben in anderen Ländern wurde Kopien der Masterbänder verwendet.

    Die Crux: Man geht davon aus, dass der Masteringchef sein Job versteht, alle weiteren Schritte perfekt erfolgt sind, bis zum Presswerk. Sehr viele Wenn’s.

    Nach diesen Wenn’s hätte es nie sein dürfen, dass Japan-Pressungen englischer oder anderer Originale besser klingen als jene selber.

    Es kann also sein, muss aber nicht. 🤷🏼‍♂️

  • Noise
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    • 1. März 2025 um 13:16
    • #3
    Zitat von fr.jazbec

    Gibt es dafür handfeste klangliche Vorteile oder ist es der reine Sammlerwahn, der die Preise für Erstpressungen hochtreibt?

    Es kommt darauf an wen du fragst ;)

    Der Sammler will die Erstauflage weil es die Erstauflage und damit Einzig ist. Nachpressungen gibt es zu Hauf, die Erstauflage nur einmal.

    Nicht jeder erhebt den "Klang" über alles andere und für die sind Japan- oder MFSL- oder sonst was einfach nur Nachpressungen wie jede andere Hollandpressung auch.

    Music is magick, a religious phenomena, that short circuits control through human response. Let's go out of control. Experience without dogma... A morality of anti-cult. The ritus of youth. Our alchemical human heritage...(Genesis P-Orridge)

  • nobbi-4711
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    • 1. März 2025 um 13:22
    • #4

    ME letzteres. Exklusivitätsfaktor und "Unkopierbarkeit". Auch das x-te Reissue ist eben keine Erstausgabe.

    Ich habe ein paar frühe amerikanische Scheiben. Einen eventuellen Vorteil der "jungfräulichen" Bänder bei der Erstausgabe schluckt für meine Ohren das schlechtere Vinyl mit seinen hohen Laufgeräuschen. Reissues aus den 70ern/frühen 80ern mit leiserem Vinyl und besserer Überspieltechnik gleichen für mich die Alterung der Masterbänder mehr als aus.

  • Interplay
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    • 1. März 2025 um 13:28
    • #5

    Es kommt wie so oft auf die persönlichen Vorlieben an. Für mich sind eher Leute rätselhaft, die zwar viel Geld in die Anlage stecken, dann aber Reissues kaufen, die manchmal noch nicht mal das originale Coverfoto beibehalten haben und von CDs gemastert wurden. Oder meinen, jede Japanpressung sei per se besser.

    eine Stereoanlage, zwei Ohren und viele Platten

  • solong
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    • 1. März 2025 um 13:33
    • #6

    Ich sehe hier keinen Wahn. Dass der Preis hoch geht, liegt auch daran, dass es sich meist um Einzelstücke handelt (Ausgabe, Zustand usw.), mit einmaliger Chance, sie zu erwerben.

    Und Budget ist immer relativ.

    Viele Grüsse,
    Mario

    Tape my head and mike my brain, stick that needle in my vein. (Thomas Pynchon)

  • Fenimore
    und sie dreht sich doch…
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    • 1. März 2025 um 13:40
    • #7
    Zitat von Interplay

    Es kommt wie so oft auf die persönlichen Vorlieben an. Für mich sind eher Leute rätselhaft, die zwar viel Geld in die Anlage stecken, dann aber Reissues kaufen, die manchmal noch nicht mal das originale Coverfoto beibehalten haben und von CDs gemastert wurden. Oder meinen, jede Japanpressung sei per se besser.

    ReIssues von CD gemastert dürften nur Einzelfälle oder Counterfeits sein. Über aktuelle ReIssues gibt es meist jede Menge Informationen, da kann man gut unterscheiden.

  • fr.jazbec
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    • 1. März 2025 um 13:42
    • #8

    Wobei ich verschiedentlich klanglich auch mal spätere Pressungen vorziehe, die wahrscheinlich einem Remaster unterzogen wurden. Grade z.B. bei Genesis finde ich die frühen Pressungen durch die Bank eher schlechter als späte Reissues, aber auch bei Led Zeppelin und anderen habe ich das im direkten Vergleich beobachtet.

    Mich persönlich würde immer das Album mit dem besten Klang am meisten interessieren.

  • Muck
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    • 1. März 2025 um 13:56
    • #9
    Zitat von fr.jazbec

    Wenn man sich mal etwas mit gebrauchten Schallplatten beschäftigt stößt man früher oder später auf das Phänomen, daß Erstpressungen deutlich höher gehandelt werden als Reissues. Woher kommt das? Gibt es dafür handfeste klangliche Vorteile oder ist es der reine Sammlerwahn, der die Preise für Erstpressungen hochtreibt?

    egal wie viel Auflagen gepresst werden es wird immer nur eine Erstausgabe geben , und meist klingt die so wie der Künstler es wollte .. bei Ri juckt das kaum einen künstler wie die klingen

    gruss maik

  • solong
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    • 1. März 2025 um 14:01
    • #10
    Zitat von Fenimore

    ReIssues von CD gemastert dürften nur Einzelfälle oder Counterfeits sein. Über aktuelle ReIssues gibt es meist jede Menge Informationen, da kann man gut unterscheiden.

    Bei den ganzen Public Domain Sachen sind digitale Quellen wohl eher der Standard. Dabei reden wir allerdings über alte Titel, deren Rechte ausgelaufen sind.

    Bei neueren Sachen dürfte das weniger der Fall sein bzw. es wird neu gemastert und nicht einfach was kopiert. Dennoch fällt auf, dass selbst bei aktuellen Ausgaben Masterings, die 10 Jahre und älter sind, wieder her genommen werden. Ob und wie die noch einmal bearbeitet worden sind, darüber gibt es eben keine Information. Da ist viel Marketing dazwischen. Über die sogenannten Original-Bänder kann man nicht wirklich sprechen. Das ist offensichtlich kein „geschützter“ Begriff.

    Meiner Erfahrung nach stimmt es aber schon, dass manche Reissues klanglich gelungener sind als deren Originalausgaben. Aber welche das sind, muss man schon selbst rausfinden. Mein „Wahn“ besteht auch darin, von etlichen Titeln mehrere verschiedene Ausgaben zu haben. Im konkreten Vergleich komme ich dann zu meinen Feststellungen. Und diese sind sowieso geleitet von meiner subjektiven Klangästhetik. Da gewinnen aktuelle Reissues, selbst gelungene, die u.a. auch so gemacht werden, dass sie es CD/Digital-Hörern leichter machen, wieder zum Analogen zurückzukehren (oder es gleichwertig nebeneinander zu hören), nicht unbedingt. Muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich richte hier keine Brandmauern auf.

    Überdies gibt es für Originalausgaben noch einige weitere Punkte, die nichts mit dem Klang zu tun haben. Ich ziehe z.B. ein altes, dickes, glänzendes Klappcover aus den 60ern vom Impulse Label jeder aktuellen Ausgabe von Acoustic Sounds etc. ästhetisch vor!

    Viele Grüsse,
    Mario

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  • Dirk
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    • 1. März 2025 um 14:10
    • #11

    Bei vielen Erstpressungen stand doch ganz ehrlich gesagt nicht die Klangqualität im Vordergrund, sondern die Musik und natürlich der Kommerz.

    Als die Schallplatte in den 90er Jahren vollkommen zum Nischenprodukt "verkommen" ist, haben sich ein paar Enthusiasten auf die Fahne geschrieben, das System Schallplatte auszureizen, sowohl auf der Seite der Wiedergabegeräte als auch auf der Seite des Mediums an sich.

    Auch wenn ich seine Gerätetests und Beschreibungen nicht mag, muss man wohl sagen, dass auch ein Ulrich Michalik in der Hifi-Branche dafür gesorgt hat, dass die Nerds nach besonderen Pressungen suchten und suchen. Aus dem Hobby einiger CD Verweigerer und Nerds ist irgendwann ein Trend geworden und irgendwann haben alle nur noch nach den möglichst frühen Pressungen Ausschau gehalten, denn was laut U.M. bei RCA, Decca und Londons gilt, muss auch bei Polydor, EMI usw. gut sein.

    Das ging irgendwann soweit, dass man zu einigen Flohmärkten, welche für ein gutes Angebot bekannt waren, schon in der Nacht vor der Eröffnung musste. Ich bin selbst mal zu einem Flohmarkt in Wuppertal Vohwinkel gefahren, um festzustellen dass die laufenden Stehlampen mit ihren Petzl Höhlenleuchten um 0:30 Uhr schon alles weggekauft hatten.

    Der Hype mag bei den Klassik Scheiben seine Berechtigung haben, aber im Rock & Pop Bereich ist das kein verlässlicher Parameter für besten Klang.

    Und richtig, bei Genesis sind die Reissues deutlich besser als die Erstpressungen.

    Da kann man froh sein, dass die Labels den markt entdeckt haben und sich der eine oder andere Mastering Ingenieur die alten Bänder noch mal vorgenommen hat und daraus wirklich ne Menge rausgeholt hat.

    VG Dirk

    Analog: DL2 + ANALOGSCHMIEDE TA 22.1-9,4" + BENZ-MICRO Wood L2 / ACE L2 / EMT HSD006

    Amp: BERENDSEN Blue PRE1+PSU+PPRE1+ 2xES120

    Dig.: BERENDSEN CDP1se, BLUE SOUND Node

    LS: LITHOPHON Cabaret²

    Kabel: BERENDSEN, LAURIN, Holger Becker

  • Muck
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    • 1. März 2025 um 14:15
    • #12
    Zitat von Dirk

    Bei vielen Erstpressungen stand doch ganz ehrlich gesagt nicht die Klangqualität im Vordergrund, sondern die Musik und natürlich der Kommerz.


    VG Dirk

    wo kommt eigentlich dieser glaube her ? das bands der klang ihrer musik egal sei ?

    ist als würde man sagen " Köchen ist egal wie es schmeckt es soll nur satt machen "

    gruss maik

  • FrankG
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    • 1. März 2025 um 14:19
    • #13

    Wer hat denn schon mal Erstausgaben mit Nachpressungen klanglich verglichen?

    Es gibt doch hier welche, die mehrere Ausgaben von z.B. Dark Side Of The Moon haben.

    Ich habe nur ganz wenige Platten mehrfach. Grateful Dead - Live Dead. Da weiß ich nicht mehr, ob ich die klanglich verglichen habe. Ist bei der Platte etwas schwierig. Da es eine meiner Top Favorites ist, will ich die nicht mit Klangvergleichen "runter ziehen". Die ist mir musikalisch zu wichtig.

    Und wimre Dave Brubeck - Time Out. Da klingt eine alte Two Eye besser als Classic Records. Das habe ich mal ausprobiert.

    Entspanntes Hören, Frank

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    • 1. März 2025 um 14:22
    • #14
    Zitat von Muck

    wo kommt eigentlich dieser glaube her ? das bands der klang ihrer musik egal sei ?

    ist als würde man sagen " Köchen ist egal wie es schmeckt es soll nur satt machen "

    gruss maik

    Du interpretierst da etwas anderes als ich den Satz von Dirk wahrnehme.

    Klang stand/steht glaube ich bei Musikern oft nicht an erster Stelle.

    Entspanntes Hören, Frank

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    • 1. März 2025 um 14:24
    • #15
    Zitat von FrankG

    Wer hat denn schon mal Erstausgaben mit Nachpressungen klanglich verglichen?

    Es gibt doch hier welche, die mehrere Ausgaben von z.B. Dark Side Of The Moon haben.

    Ich habe nur ganz wenige Platten mehrfach. Grateful Dead - Live Dead. Da weiß ich nicht mehr, ob ich die klanglich verglichen habe. Ist bei der Platte etwas schwierig. Da es eine meiner Top Favorites ist, will ich die nicht mit Klangvergleichen "runter ziehen". Die ist mir musikalisch zu wichtig.

    Und wimre Dave Brubeck - Time Out. Da klingt eine alte Two Eye besser als Classic Records. Das habe ich mal ausprobiert.

    zb Darkside of the MooN hab ich 4 versionen und jede klingt anders

    ich vergleiche sehr gerne und hab von vielen sachen mehrere ausgaben oder auch upgrades genannt

    von Greatful dead gibt es auch hoch gelobte ausgaben die klanglich hervoragend sein sollen .. da ziehst du nichts runter , du hörst einfach mehr was dir sonnst nicht aufgefallen ist

    gruss maik

  • Muck
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    • 1. März 2025 um 14:27
    • #16
    Zitat von FrankG

    Du interpretierst da etwas anderes als ich den Satz von Dirk wahrnehme.

    Klang stand/steht glaube ich bei Musikern oft nicht an erster Stelle.

    nicht ? warum klingen die sachen aus den 50s und 60s , 70s sooo genial ?

    für darkside of the moon haben sie alan parson geholt das er den klang abmischt , ich finde den musikern ist oder war klang sehr wichtig

  • FrankG
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    • 1. März 2025 um 14:28
    • #17

    Ich möchte eine Platte, die ich musikalisch so derart gut finde, nicht für Hörtests missbrauchen. Vielleicht wird meine Intention so etwas klarer.

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    • 1. März 2025 um 14:32
    • #18

    Bei Dark Side Of The Moon mag das der Fall gewesen sein oder auch bei Pink Floyd insgesamt. Bei vielen anderen Bands vermutlich eher weniger. Das ist natürlich auch nur eine Mutmaßung meinerseits, die ich nicht belegen kann.

    Entspanntes Hören, Frank

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  • Muck
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    • 1. März 2025 um 14:32
    • #19
    Zitat von FrankG

    Ich möchte eine Platte, die ich musikalisch so derart gut finde, nicht für Hörtests missbrauchen. Vielleicht wird meine Intention so etwas klarer.

    das macht für mich keinen sinn , da limitierst du ja dein hör erlebniss selbst

    aber jeder wie er mag :)

  • Wolle
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    • 1. März 2025 um 14:32
    • #20

    Ich halte es so wie solong und vergleiche mehrere Ausgaben miteinnander. Nun ist es so, dass ich mit analoger Musik aufgewachen bin und gerade die alten Platten für mich besser klingen, als die heutige Klangästhetik. Bei den vergleichen von Platten aus den 60er und 70er Jahren, find für mich zu 90 % die alten Ausgaben besser. Bei Genesis, sind gerade die frühen deutschen/holländischen Ausgaben nicht besonders gut,

    bisschen besser die englischen Erstpressungen. Bei Led Zeppelin ist es allerdings anders. Hier sind die Original englischen Erstausgaben (Plum Label) deutlich besser als die ganzen Reissues, das gilt zumindest für die 1 bis 4. Meine Meinung. Daher bin ich bei solchen Klassikern der Rockgeschichte (nicht nur LZ) auch bereit mehr Geld auszugeben.

    Wolle

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