einmal und nie wieder!
Ich lasse das Thema mal besser. Sorry für OT. ![]()
einmal und nie wieder!
Ich lasse das Thema mal besser. Sorry für OT. ![]()
So, wenn wir schon beim „Senf“ sind, dann hier auch meiner.
Als ich Joachim Kiesler 1990 in Frankfurt zum ersten Mal begegnete – er hatte einen Termin beim Hessischen Rundfunk – lag im Laderaum seines Autos ein Lautsprecherpaar, in Stoff eingewickelt. Natürlich musste ich fragen, was das sei. Joachim antwortete mir auf seine unvergleichlich verschmitzte Art, er habe die Lautsprecher dabei, damit sich die westdeutschen Tonmeister schon mal an „seinen“ Sound gewöhnen könnten.
Neugierig fragte ich ihn, ob ich die Lautsprecher einmal mit in meinen Laden nach Taunusstein nehmen dürfe. Er sagte zu – und einen Tag später hörte ich dort meine erste BR 25.
Der eigentliche Grund unseres Treffens war allerdings ein anderer: Ich war wohl der erste Händler im Westen, der damals die neue aktive Geithain RL 904 und die legendäre „Waschmaschine“, die RL 900, hören durfte. Zwei Lautsprecher, von denen ich bis dahin nichts wusste – und die alles, was ich bis dahin kannte oder im Laden stehen hatte, klar hinter sich ließen. Genau das, wonach ich gesucht hatte.
Als wir dann die BR 25 aus dem Stoffsack befreiten, mussten wir zunächst lachen. Das Lachen verging uns jedoch sehr schnell, als die ersten Takte liefen. Da hatte Fink im Video schon recht: Das war besser als alles, was ich bis dahin kannte. Namen nenne ich bewusst keine – wer hören konnte, hat es sofort verstanden.
Ab diesem Moment begann bei mir das Grübeln. Tagelang überlegte ich, wie ich an diese Lautsprecher kommen könnte, um sie bei uns zu verkaufen. Von Conrad wusste ich damals noch nichts – ich wusste nur, dass meine 3.000-DM-Lautsprecher im Laden dagegen schlicht schlechter waren.
Nach vielen nächtlichen Diskussionen – unter anderem mit Rolf W., dem Entwickler von Einstein Audio – rief ich schließlich Joachim an und machte ihm ein Angebot: 400 DM pro Paar. So etwas hatte er von einem „Westler“ noch nie gehört. Damit fing alles an.
Ich fuhr das erste Mal nach Geithain, holte rund vierzig Paare ab – und die erste neue damals auch neue RL 900A. Jahre später sagte ich zu Joachim: Wenn ich das alles schon vor der Wende gewusst hätte, so wie manche Tonmeister, die sich damals damit eingedeckt hatten – denn eigentlich war das ja schon ein Abhörmonitor – hätte ich ein Vermögen verdienen können.
Übrigens: Der Nachfolger der BR 26 aus dem Video ist die ME 25. Diese wurde viele Jahre später als passiver Lautsprecher von Musikelektronik Geithain ins Programm aufgenommen.
Der Claus
Schöne Geschichte. ![]()
Meines Wissens ist Musikelectronic Geithain (MEG) der letzte verbliebene Hersteller aus der ehemaligen DDR, der sich in der Studio- und Rundfunktechnik direkt aus der DDR-Zeit bis heute am Markt behaupten konnte - seit 1960.
Jo. So ist das.
Hallo,
da auch DDR Lautsprecher im Allgemeinen erörtert werden, möchte ich die Schulz TH315 erwähnen, die mich extrem erfreuen.
Gruß
Andreas
....der letzte verbliebene Hersteller aus der ehemaligen DDR,....
Die gibt es auch noch
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Da sieht man immerhin das einzige Oszilloskop der DDR 👍
Moin
Übrigens haben wir in unserem letzten Urlaub ein nettes Ehepaar aus Frankfurt (Oder) kennengelernt. Die beiden haben früher in der DDR-Halbleiterindustrie gearbeitet, sind Ingenieure (in meinem früheren beruflichen Umfeld gab es kaum Ingenieurinnen).
Da gab es natürlich viel interessanten Gesprächsstoff jenseits von Small Talk. Wir wollen sie in einer schöneren Jahreszeit mal besuchen.
Hallo,
da auch DDR Lautsprecher im Allgemeinen erörtert werden, möchte ich die Schulz TH315 erwähnen, die mich extrem erfreuen.
Gruß
Andreas
Moin Andreas
Ich verlinke mal ein Bild aus deiner Galerie zur Illustration. Die Schulzens kennt ja bestimmt nicht jeder. ![]()
https://www.analog-forum.de/wbboard/gallery/index.php?raw-image/178021-h%C3%B6rraum-ii-06-2024-03/
Da sieht man immerhin das einzige Oszilloskop der DDR 👍
Die DDR hatte Russen oscilloscope in Massen.![]()
/OT
Da gab es mehr als eins aus eigener Produktion:
EO174A, EO201, EO213...die alten E01/7x
/OT
Zur Illustration:
Michael Ulbrich hatte auf mindestens einem Event Schulz Lautsprecher dabei. S. Link. Ich fand die Anlage damals angenehm zum Musikhören. Die anderen Anlagen damals auch.
viel Bass macht die BR25/26 und 2725 nicht und deshalb hatten auch alle DDR Hifi Geräte Klangregler. Die Stärke ist aber ihr herausraugend linearer Mitteltonbereich der sich wie mit einem Lineal gezogen misst. Der Klang ist sehr luftig und holographisch mit enormer Langzeittauglichkeit.
Sie klingt einfach faszinierend auch wenn es mit neuen Sicken im Bass eher schlanker wird.
Bassregler sind hier für mich schon Pflicht oder besser gleich ein präziser schneller Subwoofer
Michael Ulbrich hatte auf mindestens einem Event Schulz Lautsprecher dabei. S. Link. Ich fand die Anlage damals angenehm zum Musikhören. Die anderen Anlagen damals auch.
https://www.theaudioeagle.com/columns/berlin_sound_2009.html
Viele von diesen auf Treffen mitgebrachten Frank Schröder / Micha Ulbrich legendären Vintage-Gammel-Keller-Koax-Breitbändern sind tonal ziemlich abseitig und verfärben/näseln extrem .
Hier ein Leserbrief :
" Hallo Herr Kirsche,
Ich möchte mich mal zum „Nalepa Sound“ äußern. Bezüglich der Ursache desselben kenne ich eine ganz andere Geschichte und möchte sie gleich an Herrn Kieseler von ME Geithain verweisen.
Die Hörspiel Sprech-Sache kenne ich so nicht. Vielmehr ist mir eine Verfärbung im Bereich um 1,5 kHz bei den (Vorgänger der RL 900 ) 018 oder TH 315 Koaxiallautsprechern der Firma Schulz Berlin als eigentliche Ursache bekannt. Die Ton-Meister arbeiteten nun immer gegen diesen Fehler, was eine Verfärbung des Programms bzw. aller Produktionen nach zog diese eben den speziellen Nalepa Sound.
Da der O18 der Standard Referenz Studiolautsprecher in vielen DDR Studios war und natürlich bis zum RL900 auch in der Nalepastrasse eingesetzt wurde, denke ich ist diese Ursache plausibel.
Ich kenne beide Lautsprecher O18 und RL 900 recht gut und arbeite selber mit RL901k. Für genauere Informationen schreiben Sie mir ruhig und bitte fragen Sie Herrn Kieseler, der muss es wissen.
Michael Ulbrich hatte auf mindestens einem Event Schulz Lautsprecher dabei. S. Link. Ich fand die Anlage damals angenehm zum Musikhören. Die anderen Anlagen damals auch.
Moin Frank,
ich habe auch schon welche gehört – und auch noch viele andere mehr oder weniger legendäre alte Lautsprecher.
Das würde mir heute aber keinen Spaß mehr machen. Die Faszination, die damit früher verbunden war, ist wieder von mir abgefallen. Ich genieße heute eher den technischen Fortschritt.
viel Bass macht die BR25/26 und 2725
Man darf nicht vergessen, dass in der DDR die Boxen beim Durchschnittshörer selten frei im Raum auf Ständern standen. Die fand man oft irgendwo in der Anbauwand zwischen den Büchern und ähnliche Betriebsbedingungen. Ein Kompaktlautsprecher mit der typischen Oberbassanhebung hätte da wirklich nur noch Gemulme zum Ohr gebracht.
Man darf nicht vergessen, dass in der DDR die Boxen beim Durchschnittshörer selten frei im Raum auf Ständern standen. Die fand man oft irgendwo in der Anbauwand zwischen den Büchern und ähnliche Betriebsbedingungen.
Das ist doch mal verbindend. In 99% der Westdeutschen Wohnzimmer war das nämlich genau so.
Das ist doch mal verbindend. In 99% der Westdeutschen Wohnzimmer war das nämlich genau so.
Ich "ärgerte" mich schon, den Satz nicht noch drangehangen zu haben. Schön, dass du's schreibst, davon geh ich nämlich auch aus.
Und da liegt auch die fehlende Fairness im Test den ich mal mit einer BR 25 vs. B&W DM 601 in den 90ern gemacht habe. Die BR 25 verliert sich mitten im Raum, die brauch entweder Unterstützung, oder wandnahe Aufstellung und kurzer Hörabstand im 12 qm Wohnzimmer.
Ne BR25 auf Ständer direkt vor der Wand im kleinen Zimmer kann abartig gut klingen.