Toni31 hat wohl schon das Handtuch geschmissen und auf meine Frage nicht geantwortet. Vielleicht traust Du dich ja und erklärst mir diesen Sachverhalt.
Ich habe mir zuerst mal die Schaltpläne vom 410 und 430 zu Gemüte geführt.
Also an der Stelle für C208 darf kein Elko hin! Ein klassischer Entwicklungsfehler. Der Grund ist aber nicht klanglich bedingt, sondern rein elektrisch.
Beim Einschalten des Gerätes kann der OP Q201 kurzeitig am Ausgang entweder bis zu +18 Volt oder bis zu -18 Volt erzeugen, und zwar solange, bis der OP seinen Arbeitspunkt stabil eingestellt hat.
Selbst kurzzeitige Polaritätsfehler an einem Elko führen dazu, dass dieser sich danach erst wieder formatieren muss, was etliche Minuten dauern kann. Während dieser Zeit ist messtechnisch nachgewiesen, dass der Klirrfaktor sehr hoch ist, was zu einem harschen Klang führt. Über kurz oder lang wird der Elko auch seine Eigenschaften einbüßen und frühzeitiger ausfallen. Elkos sollten daher grundsätzlich mit einem DC-Potential belegt werden, das deutlich über den Spitzenwerten des Nutzsignals liegt.
Ganze Heerscharen von Entwicklern haben gerade in den 80er-Jahren solche Fehler gemacht. Und wenn dann noch die damals so beliebten FET-Schalter der 4051/52/52-Serie verwendet wurden, führte das dann manchmal sogar zu den so gefürchteten Latch-Up-Effekten.
Werden Elkos richtig eingesetzt und handelt es sich nicht um dubiose China-Ware, dann sind Unterschiede zwischen Folie und Elko weder zu hören noch zu messen. Wie gesagt: Voraussetzung ist der richtige Einsatz.
