Liebe Bandfreunde
unser "Verein Tonbandjagd" sucht Bestände an Mastertapes (im Bereich Rock, Independent, Punk) in Studios, Keller, Dachböden, restauriert und erfasst diese und organisiert Listenings Sessions direkt ab Band. Ich habe darüber auch schon berichtet.
Nun haben wir einen Bestand an Live-Aufnahmen Schweizer Bands aus den 80er-Jahren bekommen. Kein Sticky Shed Syndrom, zum Glück (das meiste sind BASF 911 Bänder). Aber die Bänder wurden teilweise so schlecht gewickelt und gelagert, dass sie so bei uns angekommen sind: Kern und innerster Teil des Kuchens sind herausgedrückt und "passen" nicht mehr in den Kuchen.
Vom Schweizer Radio haben wir einen Katastrophen Bobby erhalten, der so aussieht:
Diese Konstruktion hat aber den Nachteil, dass der kleinstmögliche Durchmesser nicht viel kleiner als der eines regulären Bobbies ist:
Bei solchen Bändern muss man den herausgedrückten inneren Teil des Kuchens vorsichtig neu einpassen – und dadurch wird der Durchmesser zu klein für einen konventionellen Katastrophenbobby.
Zusammen mit einem Industriedesigner haben wir auf der Basis einer Dreizack-Aufnahme einen neuen Katastrophenbobby entwickelt, mit dem ein viel kleinerer Durchmesser möglich wird. Alle Metallteile sind aus Alu oder Messing, die obere Abdeckung der Spule im 3D-Druck hergestellt:
So erreichen wir einen viel kleineren Innendurchmesser und können die betroffenen Bänder vorsichtig Umspulen. Die ersten Tests sind erfolgreich verlaufen.
Das Umspulen funktioniert mit einer Telefunken M15a sehr gut, da sie über eine stufenlose Geschwindigkeitsregelung beim Spulen verfügt, die man sehr fein einstellen kann – denn trotz Katastrophenbobby ist sehr vorsichtiges Arbeiten nötig.
Bei Interesse stellen wir die Vorlagen für den 3D-Druck gerne unentgeltlich zur Verfügung.
Und wer wissen will, was wir als Verein sonst so machen - hier unsere Website:
Ich hoffe, der kleine Bericht gefällt euch & wünsche frohe Pfingsten
Steff
