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Mikrotonalität

  • solong
  • 4. Juli 2026 um 10:23
  • solong
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    • 4. Juli 2026 um 10:23
    • #1

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    Viele Grüsse,
    Mario

    Tape my head and mike my brain, stick that needle in my vein. (Thomas Pynchon)

  • schnupperabo
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    • 4. Juli 2026 um 10:42
    • #2

    Moin,

    Alter Hut - würde ich sagen. ;)

    Während die Popkultur Mikrotöne scheinbar gerade als „neues Ding“ feiert, gehört die Abkehr von der gleichschwebenden 12-Ton-Stimmung in der zeitgenössischen Kunstmusik seit über einem Jahrhundert zum Standardrepertoire.

    Aus meiner Perspektive ist das, was im Pop gerade als „Mikrotonalität“ gefeiert wird, also nur ein billiger Abklatsch dessen, was dieses musikalische Mittel eigentlich leisten kann. Mir fehlt die vertikale und horizontale Durchdringung des Materials, die beispielsweise die Neue Musik (Zeitgenössische Komposition) auszeichnet.

    Mit freundlichen Grüßen, Jo

  • solong
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    • 4. Juli 2026 um 10:50
    • #3

    Den Beitrag fand ich durchaus mal interessant zu sehen. Auch und gerade, weil hier mal wieder sichtbar wird, wie zeitgeistig aktivistischer Jargon in die Motivation gedrückt wird (Post-Kolonialismus…). Und dann die - früher nicht vorhandene - Existenzfrage: Können wir gegen die KI bestehen?

    Schon die Kommentare unter dem Video „ordnen“ ( ;) ) das Thema ein. Sehr wahrscheinlich auch in die richtigen Kontexte.

    Nichtsdestotrotz könnte es ein Vergnügen sein, zu beobachten, wie sich diese Verwendungen von Mikrotonalität in der Pop-Musik anhören werden.
    Neue Musik ist nun mal nicht für die Massen. Was sie vielleicht schützt…

    Denn am Ende wird Pop ohnehin seine Kinder fressen…

    Viele Grüsse,
    Mario

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  • schnupperabo
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    • 4. Juli 2026 um 10:56
    • #4
    Zitat von solong

    ... Neue Musik ist nun mal nicht für die Massen. Was sie vielleicht schützt…

    Denn am Ende wird Pop ohnehin seine Kinder fressen…

    Interessanter Gedankengang - gefällt mir!

    Mit freundlichen Grüßen, Jo

  • FrankG
    Musik vor Klang
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    • 4. Juli 2026 um 11:36
    • #5

    Danke für den Beitrag solong . Erweitert meinen Horizont und mein Wissen über Musik.

    Da ich keine musikalische Ausbildung habe, fällt es mir wahrscheinlich schwer, solche Musik zu identifizieren.

    Bei mir gibt es eher die Kategorien "gefällt mir" oder "würde ich mir zu Hause nicht anhören" oder "ist nicht meine Musik". Oder auch mal "klingt interessant".

    Entspanntes Hören, Frank

    ] Vorhandensein von Musik - Zuhandensein von Klang [

  • nobbi-4711
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    • 4. Juli 2026 um 11:41
    • #6
    Zitat von solong

    wie zeitgeistig aktivistischer Jargon in die Motivation gedrückt wird (Post-Kolonialismus…

    Vorsicht Ironie:

    Stimmt, eine der interviewten Personen erwähnt den Begriff Kolonialismus. Der Untergang des Abendlandes steht also unmittelbar bevor. Aber Ullrich wird uns retten.

    Ein (kleiner?) Teil der Jungen entdeckt halt gerade mal wieder etwas neu, was eigentlich gar nicht so neu ist. Das gilt auch für den Pornobalken, Vokuhila, weiße Socken und Opas Sonntagshemd. Daraus den Kampf der Kulturen abzuleiten, finde ich schon etwas befremdlich.

  • FrankG
    Musik vor Klang
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    • 4. Juli 2026 um 11:57
    • #7

    Dass die mikrotonale Musik in einigen Teilen der Welt eine lange Tradition hat, ist ja okay. Dass der Einfluss auf manche Musiker außerhalb dieser Tradition gestiegen oder überhaupt erst entstanden ist, ist nach meinem Verständnis der Doku neu. Das ist ja der interessante Aspekt daran.

    Entspanntes Hören, Frank

    ] Vorhandensein von Musik - Zuhandensein von Klang [

  • nobbi-4711
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    • 4. Juli 2026 um 12:14
    • #8
    Zitat von FrankG

    Dass der Einfluss auf manche Musiker außerhalb dieser Tradition gestiegen oder überhaupt erst entstanden ist, ist nach meinem Verständnis der Doku neu.

    Ist das so neu? Auf Anhieb fallen mir da ein:

    Beatles - Revolver

    Gabor Szabo - Jazz Raga

    Albert Mangelsdorff - Now Jazz Ramwong

  • U.H.
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    • 4. Juli 2026 um 12:45
    • #9

    Hier die meines Erachtens interessanteste Kommentarfolge:

    Zitat

    "Ich frage mich unwillkürlich, ob diejenigen, die diesen Beitrag erstellt haben, schon jemals eine Musikhochschule von innen gesehen haben. In Hamburg etwa gehört mikrotonale Musik seit mindestens 30 Jahren zum absoluten Mainstream in manchen Kompositionsklassen und seit ein paar Jahren auch in der Jazz-Abteilung; ein Interesse an Schönbergs 12-Ton-System (das eine sehr spezielle Anwendung der 12tönigen temperierten Stimmung darstellt) wäre dort wesentlich "exotischer" als die Beschäftigung mit der Bohlen-Pierce-Skala, dem Tonsystem Harry Partchs oder anderen Spielarten von "Just Intonation". - Jacob Collier hat sicher viel zur Popularisierung von Mikrotonalität beigetragen."

    " [...] ja ich stimme uneingeschränkt zu. Ich arbeite selbst an einer Musikhochschule und habe viel im Bereich zeitgenössischer Musik zu tun. Ohne Mikrotonaliät bliebe nur noch wenig Literatur übrig. Kann natürlich sein, dass das jetzt auch in der Popularmusik ankommt... Vielleicht wollte die Redaktion das eigentlich sagen."

    "Unbedingt. Das ist ein grober Schnitzer. Es rührt wohl daher, dass man vor Ort den Unterschied zur "Komposition mit (nur) zwölf Tönen" deutlich machen wollte - nicht zu verwechseln mit "Zwölftonmusik". Und dass in irgendwelchen Kompositionskontexten Mikrotonalität nicht behandelt wird mag vorkommen, aber sicherlich nicht an deutschen oder französischen Musikhochschulen."

  • Neo_Staxianer
    Thin~King
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    • 4. Juli 2026 um 12:58
    • #10
    Zitat von schnupperabo

    […]

    Aus meiner Perspektive ist das, was im Pop gerade als „Mikrotonalität“ gefeiert wird, also nur ein billiger Abklatsch dessen, was dieses musikalische Mittel eigentlich leisten kann. Mir fehlt die vertikale und horizontale Durchdringung des Materials, die beispielsweise die Neue Musik (Zeitgenössische Komposition) auszeichnet.

    „Billiger Abklatsch“, was soll dieser Quatsch? Und wenn Du das wirklich ernst gemeint hast, kannst Du das bitte näher erläutern?

    Diese kurze und sehr interessante Arte Doku zeigt einen Ausschnitt über eine neue Herangehensweise in der (westlichen) Pop Musik, wie man über den Einsatz von Mikrotonalität, kompositorisch die Musik erweitern kann, auch kritisch in Hinblick auf die Produktionen von KI. Mikrotonalität ist in östlichen Kulturen schon viel länger der Standard. Ich glaube kaum, dass hier etwas „billig abgeklatscht“ wurde.

    ”That’s how I feel” - Sun Ra

  • schnupperabo
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    • 4. Juli 2026 um 13:05
    • #11

    Gelöscht! (lohnt nicht)

    Mit freundlichen Grüßen, Jo

    Einmal editiert, zuletzt von schnupperabo (4. Juli 2026 um 13:31)

  • Neo_Staxianer
    Thin~King
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    • 4. Juli 2026 um 13:08
    • #12

    Nö!

    Zitat

    Das Verb quatschen ist ein umgangssprachlicher Ausdruck im Deutschen. Es bedeutet, sich ungezwungen und locker zu unterhalten, zu plaudern oder zu tratschen. Je nach Kontext kann es aber auch bedeuten, viel und oft Unsinn zu reden ("Quatsch erzählen").

    ”That’s how I feel” - Sun Ra

  • plattenteller
    eschter Hesse
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    • 4. Juli 2026 um 13:43
    • #13

    Bereits die Blue Note ist Mikrotonal, alles jenseits unserer wohltemperierten Stimmung ist mikrotonal, man höre türkische oder arabische Popmusik, voll mit mikrotonalen Tonschritten. Es gibt halt mehr Musik, als sich der gemeine Mitteleuropäer vorstellen kann

  • plattenteller
    eschter Hesse
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    • 4. Juli 2026 um 13:44
    • #14
    Zitat von Neo_Staxianer

    „Billiger Abklatsch“, was soll dieser Quatsch? Und wenn Du das wirklich ernst gemeint hast, kannst Du das bitte näher erläutern?

    Diese kurze und sehr interessante Arte Doku zeigt einen Ausschnitt über eine neue Herangehensweise in der (westlichen) Pop Musik, wie man über den Einsatz von Mikrotonalität, kompositorisch die Musik erweitern kann, auch kritisch in Hinblick auf die Produktionen von KI. Mikrotonalität ist in östlichen Kulturen schon viel länger der Standard. Ich glaube kaum, dass hier etwas „billig abgeklatscht“ wurde.

    Dem Schnupperabo geht halt alles ab, was jenseits spießiger Musikakademien entwickelt wurde.

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