Hallo Gemeinde,
ich habe vor einiger Zeit hier im Forum die genannte Plattenwaschmaschine gekauft. Der Verkäufer war sehr offen bezüglich der Fehler die das Gerät hatte und ich ging das Risiko ein mit Hinblick auf dessen dass ich die Maschine reparieren wollte. Es stellten sich einige Fehler heraus wie zum Beispiel dass sich die Rollen nicht mehr drehten, die Pumpe nicht mehr lief - das waren auch schon die Hauptprobleme.
Ich habe die Gläss erstmal vorsichtig mittels einem Schraubenzieher von seinem Deckel befreit - Spoiler: das musste auch sein, sonst hätte ich die verpresste Motorwelle (die die Platte antreibt und auch durch Zahnräder alles weitere) nicht abbekommen. Die war so fest, das ich ein Gewinde einbringen musste, damit ich mittels einem Spotter die Welle abbekommen habe. Das ist nichts für Zartbesaitete
ich hab sie anschließend um 1 Zehntel aufgebohrt und über die eh schon vorhandene Madenschraube im Anschluss wieder befestigt. Ich bin der Meinung, die wurde unter Wärme draufgesetzt, da sie auf H7 Maß war. Zudem habe ich mittels einem Teppichmesser den Boden entfernt - einfach seitlich durchziehen,...
Man sah direkt, dass wie vom Vorbesitzer schon erwähnt, die Gläss schon mal zur Reparatur war. Genau da setzte ich auch an und cuttete sie wieder auf.
Ich machte die Gläss innen erstmal richtig sauber, da sie nach ihren 10 Jahren schon ganz schön verschmoddert war. Das ging mit Wasser und schütteln erstmal ganz gut, den Rest habe ich mit langen Wattestäbchen und Druckluft sauber bekommen. Der Motor lief nach dem saubermachen und einen beherzten Schlag mit dem Schraubenzieher aufs Gehäuse wieder. Mir war klar, dass das nicht von Dauer sein wird, ich wollte die Gläss aber erstmal zum laufen bringen. Das war auch initial der Grund warum ich alles mit Aquarium Silikon wieder befestigt und verschlossen habe, damit ich später schneller wieder ran komm.
Gesagt, getan - hab ich den Motor mit Silikon wieder an der Seitenwand befestigt und die Revisionsöffnung wieder mit selbigen verklebt - den Boden auch. Das ging bis dahin schon mal alles gut und war auch dicht. ![]()
Dann die Rollenmimik durch zerlegen der Gläss probiert nachzuvollziehen. Im Boden befindet sich ein Stellmotor, der eine Nocke um 90Grad dreht und somit nicht nur die Rollen durch federvorgespannte Arme an die Platte führt, sondern mittels Ritzel sich am Hauptantrieb einzahnt und somit die Rollen zum drehen bringt - genial gemacht!
Augenscheinlich drehte sich die Nocke nicht mehr, was auch der Grund war, warum sich die Bürsten nicht mehr an die Platte gelegt haben und somit im Ergebnis auch nicht gedreht haben. Als ich mit einer Zange an der Nocke mal genackelt habe, lief sie wieder an. Ich wertete das unter verschmoddert - wieder ein Spoiler: das war es nicht.
Seis drum, ich baute alles wieder zusammen und siehe da, die Gläss tat wieder das was sie kann, Platten waschen. Und das in meinen Augen ziemlich gut.
Ich habe mit ein paar Waschmittelchen experimentiert, kann aber nur zu den originalen raten, da alles andere ziemlich geschäumt hat.
Nach gut 8 Wochen und 25 Wäschen später fiel dann die Pumpe wieder aus - dank dem Silikon in 5min. geöffnet, bekam ich sie jetzt nicht mehr ohne mechanischen Eingriff - anschubsen - mehr zum laufen. Ich entschloss mich eine ähnliche über China zu bestellen, die auch nach 4 Wochen bei mir ankam. Die habe ich dann auch direkt verbaut und freute mich schon meine bisher neu - gebraucht gekauften Platten zu waschen - Pustekuchen: die Bürsten fuhren nicht mehr zur Platte ![]()
Also dieses mal wieder alles oben ohne Abnahme der Deckplatte und mittels selbstgebauten Spezial Inbusschlüssel demontiert - die Motorwelle konnte ich dieses mal durch die Madenschraube problemlos entfernen und auch die Grundplatte im Gerät geht durch die Öffnung der Deckplatte geradeso durch - passt![]()
Nackeln half nicht mehr, somit vermutete ich, dass der Stellmotor kaputt ist. Von oben sah ich 2 Schrauben die wohl den Motor in Position hielten. Die habe ich gelöst und der Motorblock fiel nach unten. Unten wieder aufgemacht
lag er schon im Gehäuse. Man kann die komplette Einheit somit nach abstecken der Kabel rausnehmen.
In dem Block sitzt der Motor der logischerweise mit einem Deckel zugeklebt ist. Zudem ist die Nocke mittels einer Madenschrauber mit der Motorachse verbunden. Die Madenschraube war fest und musste rausgebohrt werden - ich nahm als letzte Bohrung 3mm, damit ich wieder einen Splint einsetzen kann. Durch kräftiges Schlagen des Blocks (Boden) auf ein Holzstück, löste sich die verklebte Bodenplatte und der Motor schob die Platte aus dem Block - puhhh, da hab ich geschwitzt
als ich dann endlich alles auseinander hatte, sah ich das geringfügig Wasser in den Block eingedrungen ist und sich der motor selbst im Gehäuse (der war ursprünglich verklebt und mit Silikon gesichert/bedämpft) gelöst hatte, dadurch konnte er sich im Betrieb um seine eigene Achse leicht verdrehen und hat die wohl unter Spannung gestandenen Kabel abgerissen.
Als ich die Nocke bei erster Reparatur mit der Zange "angedreht" habe, habe ich wohl wieder Kontakt zum Kabel hergestellt - das ging ne Weile gut. Jetzt alles wieder sauber gemacht und erstmal den Motor mit 12V probiert - läuft
. Somit konnte ich alles wieder sauber machen und nach meinem Gusto zusammenbauen und abdichten. Ich habe auch von innen die Öffnungen mit Silikon benetzt, da der Kleber der Bodenplatte schon Risse aufwies, gehe ich davon aus, dass sich das wenige Wasser dadurch einschlich.
Ich denke das Aquariumsilikon hält länger als ein 2K Kleber - hoffentlich - aber jetzt weiß ich ja wie es geht ![]()
So, seitdem läuft sie wieder wie am Schnürchen und reinigt wieder meine Schallplatten. Abschließend kann ich sagen, dass die Gläss bezogen auf seine Funktionen die sie inne hat, extrem gut entwickelt ist. Es wurde eine hohe Gleichteilstrategie verfolgt und auch alles probiert durch Mimiken dauerlauffest zu bekommen. Ich gehe davon aus, dass man viele dieser "Kinderkrankheiten" durch die nächsten Generationen verbessert/ausgemerzt hat. Das ist rein rational bewertet, ob der preis das rechtfertigt, muss sich jeder selbst fragen. ![]()
Eine Info noch, da ich in einem anderen Faden gelesen habe, das die Motorantriebe samt O-Gummis die Platte sehr streng aufnehmen und sich somit der Abrieb in die Platte einrollert. Die nicht angetriebene Welle (die von vorne vordere) ist mittels einem Federmechanismus gelagert und sollte eigentlich nachgeben (im vorletzten Bild von unten ersichtlich - der schmodderblock - weiß). Bei mir war das als ich die Gläss bekam auch nicht der Fall und die Rollen waren beide starr. Ich sah jedoch beim Ausbau des Motors der Nocke die Mimik. Bei mir war die festgeschmoddert, als ich die mit der Hand wieder hin und her bewegt habe, wurde die wieder locker. Jetzt ist es so, das ich die Platte im laufenden Betrieb halten kann und sie dreht sich nicht mehr mit, das durch den Federmechanismus die vordere Welle aufmacht. Somit entsteht gar kein druck mehr auf die Platte. Evtl. kann man von oben mal eingreifen und die vordere Welle zu sich her und von sich weg bewegen und sie wird wieder leichtgängiger![]()
Ich hoffe das hilft dem ein oder anderen und nein, ich repariere nicht im Auftrag, und empfehle es auch nur Leuten die sich mit Maschinenbau oder ähnlichen sehr gut auskennen und schlussfolgernd handwerklich sehr geschickt sind. Ansonsten macht man die Gläss nur kaputt![]()
VG
Thomas
