Moin Froinde,
Ihr habt bestimmt schon mitbekommen, dass der liebe Markus F3Gonzo Headshells aus HPL fertigt.
Was das?
HPL bedeutet High Pressure Laminate, also HochDruckLaminiert. Mir gefallen seine Headshells so gut, dass ich derweil 5 (in Worten fünf) davon im Einsatz habe.
Warum sie mir gefallen?
Ich war Anfang des Jahres auf der Suche nach einem "leichten" - aber stabilen - Headshell, deutlich unter 10 Gramm. Dann entdeckte ich Markus's Faden:
Meine Eigenbau Headshells für den Analogschmiede Tonarm und andere
Ich hatte ja vor kurzem im „Bilder Eurer Tonabnehmer“ Thread ein Bild meines Grado Reference Master 2 am Analogschmiede Tonarm unter einem DIY Headshell gezeigt.
Zu meiner Intention:
Neben allerhand anderen Basteleien ist es mir seit längerer Zeit eine Freude, Headshells passend zu meinen Tonabnehmern, gerne auch aus verschiedenen Materialien zu bauen. Hölzer, Faserverbundwerkstoffe, Thermoplastische Kunststoffe, Metalle, was auch immer mir zwischen die Finger kommt und…
Wir telefonierten und ich fragte nach einem "Standardshell", denn eigentlich wollte der Markus hauptsächlich "Costumized Shells" anbieten. Dazu steht in seinem Faden auch einiges drin. Wie gesagt ich wollte gerne Standard und das kam dabei raus:
Wie man dort sieht noch auf dem Papier bzw. im Computer. In "echt" sehen die Teilchen so aus:
Hier mit installiertem Sumiko Pearl mit Jico SAS/B am 10.5" AS-Arm:
Sehr, sehr geil ![]()
Warum ich derweil mehrere davon habe? Und warum HPL ein geeignetes HS-Material ist?
Es ist leicht, es ist enorm steif und resoniert nicht. Damit sollte eine neutrale Wiedergabe mehr als möglich sein. Ich habe mich mit dem HPL-Gedöns etwas beschäftigt und dazu folgende Infos gefunden:
HPL ist ein mehrlagiger, harzgetränkter Hochdruckverbund, der unter sehr hoher Temperatur und Druck verpresst wird. Dadurch entsteht ein extrem dichter, harter und gleichzeitig gut gedämpfter Werkstoff.
HPL ist laut Materialbeschreibungen kratz-, abrieb- und stoßfest und besitzt eine sehr hohe mechanische Stabilität.
Das würde für den Einsatz als Headshell bedeuten, dass die Verbindung zwischen Tonabnehmer und Arm mechanisch stabil bleibt, der Tonabnehmer präziser arbeitet und die Abtastung konstant bleibt, auch bei höheren Auflagekräften oder dynamischen Passagen.
Durch die mehrlagige Papier-/Phenolharz-Struktur entsteht ein Material, das Vibrationen nicht weiterleitet, sondern schluckt.
Somit sind wohl alle Zutaten für ein tolles Headshell gegeben. Praktisch in der Anwendung sind die Headshells unbedingt, so kann der Azimuth direkt von oben verstellt werden.
Markus bietet auch Kabel an, davon habe ich jedoch (noch) keinen Gebrauch gemacht, da ich zig davon im HiFi-Schrank liegen habe.
Demnächst werde ich versuchen einen ernsthaften Headshell-Klangvergleich durchzuführen. Bis dahin bitte ich noch um etwas Geduld.
So wie ich Markus kennengelernt habe, wird er aber gerne Eure Fragen direkt beantworten.
PS: Nach meiner Recherche sind es bislang weltweit die einzige Headshells aus HPL.
