The Köln Concert -- Erbärmliche Pressung

  • Kein Quark,


    Jarrett spielte wohl auf einem Qualitativ nicht unbedingt auf der höhe klingenden Piano...

    Das auf dem Punkt spielende Klavier war ein verstimmter Stutzflügel, eigentlich eine Zumutung für den Künstler und das Publikum...

    Ausserdem wurde auf einer für Studioverhältnisse ziemlich ungewöhnlichen 4-Spur Tonbandmaschine mitgeschnitten, mit hochwertigerem Equipment (event. Digital) nebst anspruchsvollerem Klavier wäre tonal sicher was ganz anderes rausgekommen.


    Egal, jedenfalls ist was richtig gutes dabei rausgekommen:)


    gruß

    volkmar

    AAA Mitglied


    Röhren Endstufen von Burkhardt Schwäbe- Röhren Kopfhörerverstärker von Werner Zühlke - Röhren Phonovorstufe Puresound P10- Laufwerke Thorens TD-2001 RDC + DIY- Masterbandmaschine Teac X-2000M- Systeme: Audio Technica AT-160ML + AT-ML180



  • Volkmar,

    Das auf dem Punkt spielende Klavier war ein verstimmter Stutzflügel, eigentlich eine Zumutung für den Künstler und das Publikum...

    Nun muss ich hier auch mal meinen "Senf" dazu geben.
    Dieses Konzert ist ohne Zweifel ein Meilenstein der Musikgeschichte und (trotz oder wegen? der technisch nicht einwandfreien Aufnahme) spürt man beim Hören den einzigartigen Moment der hier eingefangen wurde. Habe verschiedene LP (muss noch sehen welche) die CD (=mittelmässig) und ein highres 24Bit/96kHz Download (gut). Die guterhaltene LP klingt eindeutig am schönsten und stimmigsten. Dann die highres Version und dann die CD. Kenne jemanden der bei der Aufnahme dabei war und der sagte z.B. die eingesetzten Neumann Mircrophone seine bekannt für gewisse Unlinearitäten und somit auch nicht über jeden Zweifel erhaben, ausserdem ist der Flügel wirklich verstimmt (hat mir auch ein befreundeter Pianist bestätigt) zudem war wohl die Anordnung der Microphone anders als überlich (näher beim Pianisten und tiefer bei den Saiten) und deshalb hört man die "Grunzer" besser. Das Klopfen mit dem Pedal ist ein absichtlich eingesetzter Effekt des Künstlers (schnelles Loslassend des Pedals). Ausserdem war auch Jarrett nicht in körperlicher top Form weil er nach einem verspäteten Flug mit dem Taxi und wenig Schlaf vom Flughafen direkt ans Konzert gefahren wurde - ausserdem war der geplante Flügel nicht da und es musste auf ein kurzfristig verfügbares eben verstimmtes Instrument ausgewichen werden (gemäss meinem Bekannten war es nur der tollen Vermittlung von Vera Brandes zu verdanken, dass Jarrett überhaupt bereit war zu spielen).
    All diese "Unzulänglichkeiten" können aber die einzigartige Magie dieser Musik nicht zerstören, weil mit einer liebevollen Aufnahme (mit den vorhandenen Mitteln die alle improvisiert waren!) die Atmosphäre des Momentes eingefangen werden konnte.
    Eine der seltenen Sternstunden der Musik und immer wieder gern gehört.

    Peter

    Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug. (Epikur Griechischer Philosoph 300 v. Chr)

  • Ich habe nix über den künstlerischen Stellenwert des Konzerts geschrieben. Sondern mich nur über die mediokren Begleitumstände des Konzerts ausgelassen besonders im Hinblick auf dem 'auf den Punkt spielenden Flügel'.

    Ich muss gestehen das es eigentlich nicht meine Musik ist, aber irgendwie vereinahmt mich dieses Konzert, zieht mich förmlich in die Musik hinein.


    P.

  • ZITAT:

    avatar-default.svgbionear schrieb:

    Volkmar,

    Das auf dem Punkt spielende Klavier war ein verstimmter Stutzflügel, eigentlich eine Zumutung für den Künstler und das Publikum...


    Nö nicht für das Publikum:

    Jarrett ist ein Genie, mit all seinen Macken und gilt als sehr sensibel, aber auch als Perfektionist.



    Wir müssen uns auf die Randinformationen verlassen, die wir bekommen. Mal hört man, dass es ein "kleiner" Steinway Flügel war, mal ein kleiner Bösendorfer. Ist eigentlich egal.

    Was ich gelesen habe ist, dass der Flügel in bestimmten Lagen (ich meine die höheren Lagen) etwas bzw. leicht verstimmt war.

    Da behaupte ich mal, dass das 90% des Publikums nicht gemerkt hätte.


    Das geniale daran ist, dass Keith Jarrett es während des Konzerts vermieden hat diese Töne bzw. Lage zu spielen!!!

    Deshalb hört man auch keine verstimmten Töne.

    Trotzdem war es ein herausragendes Konzert und ein Meilenstein der Musikgeschichte.


    Die Klangqualität ist m.E. sehr gut - auch verglichen mit Jarretts anderen Aufnahmen.

    Und das Grunzen ist auf vielen Platten drauf. Das ist bei Jarrett dabei.8o


    LG Hubert

  • Da behaupte ich mal, dass das 90% des Publikums nicht gemerkt hätte.

    Hallo Hubert,


    genau so ist es!

    Nicht einmal das Publikum innerhalb eines Klavierabends mit Klassischer Musik.

    Einmal konnte ich miterleben wie eine junge Pianistin innerhalb eines Klaviervortrags unterbrochen hatte. Die Dame hatte sich an das Publikum gewandt und mitgeteilt, eine Taste des Flügels würde klemmen. Nach Ende des Klavierabends sprach ich mit dem Veranstalter, er hatte sich darüber geärgert und gesagt, ein Profi hätte das wunderbar überspielen können, ohne das dies dem Publikum aufgefallen wäre!


    Bei dem Vortrag von Jarrett hat man ohnehin keinen Anhaltspunkt, denn es handelte sich schließlich um ein Improvisation. Nichts desto Trotz klingt diese alte ECM-Aufnahme ganz prima.:)


    Viele Grüße

    Reinhard