Der Audiocraft/Ultracraft-Tonarmthread

  • Dies sollte sich beim Abtastvorgang bemerkbar machen, was es aber nicht macht.

    Beide Lager spielen einwandfrei bis 70u. Das verwendete original Saphierlager ist nur geschliffen und nicht poliert. Ich habe eine Anfrage gestartet, bei dem sowohl die geschliffene wie auch polierte Ausführungen aus Saphier kommt.

    Letzlich sollten sich die unterschiedlichen Konzepte hörbar oder messbar nachweisen lassen. Falls nicht ist es eben gleichwertig. Das beschädigte kann man sehr rasch mittels Test LP beweisen.

    Die Silikonölbedämpfung macht wesentlich mehr aus als die beiden unterschiedlichen Lagerkonzepte. Für den Minimaleinsatz und das Lager aus dem Laden um die Ecke bin ich wesentlich zufriedener als mit dem defekten zuvor.

  • In der Tiefenabtastung wird man keinen Unterschied feststellen. Das ist Grobdynamik. Die Feindynamik, Höhenbrillianz und Auflösung - da unterscheiden sich sehr gute von guten Lagern. Gerade da hat der Einpunkter seine Vorteile, die man mit Bedämpfung wieder auf das Level von Kugelgelagerten Armen reduziert, die aber dafür stabiler laufen.

    Klar ist so ein Kugellager immer besser als ein defektes Saphierlager, ohne Frage.

  • Das Thema mit der Silikonölbedämpfung ist schon an andere Stelle besprochen worden und ich werde das Thema nicht erneut aufrollen. Es scheint aber hartnäckig eine falsche Deutung zu halten.

    Das alte defekte Lager wird sicherlich in ferner Zukunft durch ein neues aus Saphier ersetzt. Dann aber mit polierter und nicht nur mit geschliffener Oberffläche. Da dies aber nicht aus dem Regal vom Laden um die Ecke kommt, habe ich mit dem Kugellager eine ganz gute Lösung gefunden.

    In meiner Sammlung befinden sich einige AC Tonarme und nur 3 von 7 haben ein gut erhaltenes Gegenlager. Werde aber alle erneuern, sobald ich diese habe. Da es aber etwas schwieriger ist Lager mit 2mm Durchmesser und mit entsprechender Fertigungstiefe zu bekommen, dauert es etwas länger. Ich wollte nicht auf meine analoge Quelle verzichten und habe erstmal ein Provisorium verbaut. Will gar nicht wissen, wie viele Audiocraft Besitzere mit defekten Saphierlagern in der Rille abtasten und nicht wissen, dass das Lager evtl. nicht mehr i. O ist. Übrigens ist der Einsatz der Feder innnerhalb der Lagerschraube notwendig um das Saphierlager ohne Spiel gegen den Sitz zu pressen. Nur mit einer Madenschraube würde man es entweder nicht fest bekommen oder evtl zerstören wenn es eine halbe Umdrehung zu viel dreht. Mit der Feder hat man einen gewissen Spielraum beim Anzugsmoment.

  • Hallo,

    nach den Entdeckungen von analogschmaus habe ich meine Audiocraft Arme auch einmal unter die Lupe genommen. Ich habe einen AC33, Originalbestückung des OSAWA PL500(TD126) mein Erstbesitz, einen AC300MK2 irgendwann aus der Bucht gefischt und einen AC3000MC der noch in der OVP liegt und nie montiert war. Die Lager sehen unter der Lupe etwa so aus, wie die auf den Bildern in Beitrag #283. Die Abtasttest haben 70µ AC33 mit Benz ACE und 80µ AC300MK2 mit Phasemation PP200 ergeben. Nach dem bisher geschriebenen nehme ich an das meine damit OK sind. Oder könnt Ihr noch etwas empfehlen was ich zur Analyse unternehmen kann?

    Die Frage an Analogschmaus ist, ob du eine Theorie hast wie es denn zu den Brüchen kommen konnte? Sind dies Transportschäden?

    Solltest du polierte Ersatzlagersteine finden würden mich weitere Infos dazu sehr interessieren.

    Gruß

    Lothar

    Musica Nova Poenix & Pandora, Sowter1480, Silvercore MC, Audiolabor Fein, OSAWA PL500 Audiocraft AC33, TD126 Audiocraft AC300MKII, Benz ACE SL Wood SL, Ortofon MC15Super, Phasemation PP200, Jecklin Float , CocktailAudio N15D, Speakers Diy.


  • Hallo Lothar.

    Die defekten Lager habe ich vorgefunden, da ich mein Benz Reference System nicht gut genug justieren konnte. Da die Abtastung nicht zufriedenstellend war, habe ich nach dem Fehler gesucht und bin auf das erste defekte Saphier-Lager gestossen. Es ist eigentlich recht einfach an dieses zu gelangen. Es kann aber natürlich sein, dass ich beim Öffnen der anderen Lager das Saphierlager zerstört habe. Da ich aber die Schraube nicht rein sondern raus drehte, habe ich das Lager eher entspannt. Evtl. kann es aber auch verklebt gewesen sein, da die meisten mit Silikonöl befüllt waren. Ich habe auch Reste von Silokonöl an der oberen Madenschraube vorgefunden. Das Saphierlager selber habe ich mit dem Gegenlager, welches sich im Tonarm sitz vorsichtig aus der Madenschraube gedrückt. Daher war der Ausbau eigentlich korrekt verlaufen. Fakt ist jedoch, dass einige Lager nach dem Ausbau nur noch aus Saphierbrösel bestanden.

    Die provisorische Lösung mit dem kleinen Kugelager läuft momentan sehr gut. Auch im Vergleich zu einem "original" Lagerkonzept gibt es nichts zu beanstanden. Auch die Feindynamik spielt mein benz Refernce seht gut.

    Habe nun Anfargen gestartet und warte diese ab. Falls ich doch welche im nachbau bekome, melde ich mich mit Bildern wieder.

    Gruss

    Rolf

  • Hallo Rolf,

    bisher hatte ich angenommen, dass die Lagernadel das empfindliche Teil ist. Im normalen Spielbetrieb sollte der Lagerstein ja eigentlich nicht zerbrechen. Kritisch könnte bei den Audiocraft Armen das Wechseln der Armrohre bzw der Gegengewichte sein, hier ist Geschick und sanfter Krafteinsatz notwendig. Die Teile sind eng toleriert und flutschen nicht einfach in Ihre Passung. Auch bei Transport und Einbau könnte es zu Unfällen kommen.

    Ich bin auf jeden Fall für die Zukunft gewarnt und werde weiter sehr vorsichtiger mit den Armen umgehen. Auseinanderbauen werde ich die Lager erstmal nicht, ist mir etwas zu viel Risiko. Dies werde ich erst machen wenn etwas auffällig ist.

    Ich habe noch eine neue dieser Lagerschraube, die werde ich in Ehren halten. Ich hatte einmal drei und habe zwei davon für wohl viel zu wenig Kleingeld verkauft.

    Gruß

    Lothar

    Musica Nova Poenix & Pandora, Sowter1480, Silvercore MC, Audiolabor Fein, OSAWA PL500 Audiocraft AC33, TD126 Audiocraft AC300MKII, Benz ACE SL Wood SL, Ortofon MC15Super, Phasemation PP200, Jecklin Float , CocktailAudio N15D, Speakers Diy.


  • Hallo Lothar,

    hast Du das benz ACE (ich denke es ist eine LO mit Benz typischer hoher Impendanz-anpassung) am Silvercore Übertrager betrieben? Normalerweise laufen die Benz Systeme eher ab 700Ohm.

    Mein Benz Referenz System nutze ich an eine von Reza Oskui in der Schweiz gefertige Vendetta Research SCP-2 nach J. Curl. Herr Oskui war mal Techniker bei J. Curl in den USA und durfte das Konzept der SCP-2 in der Schweiz für seine Geräte nutzen (nachzulesen in Forumbeiträgen von J. Curl in den USA). Er war auch für die Reparaturen der Gerät aus den USA in Europa Ansprechpartner. Falls Du mal die Gelegenheit hast ein solches Gerät, in revidiertem Zustand mit einem Benz zu hören, nimm es wahr. Die Schaltung von J. Curl ist immer noch sehr gut und die original Vendetta Research SCP-2 bekommst Du hierzulande nicht zu Schnäppchenpreisen, da diese immer noch sehr geschätzt werden. Das Schaltungs-konzept nutzt J.Curl weiterhin in der Phonovorstufe von Parasound JC 3+. Kerr Oskui hat die McKinnie ro eigentlich am häufigsten als Prepre verkauft. Eine komplettes Phono ist eher selten auf dem Gebrauchtmarkt zu finden. Ich finde die Wall Audio Röhrenvorstufe Opus 120 als ideale Ergänzung zum McKinnie Prepre und dem Benz MC System. Ich habe auch ein LP Mono welches ich ebenso betreibe.

    Wenn Du Fragen zu den Oskui hast, schreib mich direkt an. Die ältere Ausführung mit der vergossenen "Black Box" auf der Platine ist nicht zu empfehlen, da Her Oskui sein Lager geleert hat und es dieses Erstzeil nicht mehr gibt.

    Grüsse aus der Schweiz

    Rolf

  • Hallo Rolf,

    Ja, es ist ein ACE LO und es läuft am Silvercore MC in 1:10. Die Phonostufe habe ich auf 100kOhm eingestellt. Die Phonostufe ist die im Musica Nova Phönix integrierte MM Röhrenschaltung. Mit den 100kOhm ergeben sich dann 1kOhm für das Tonabnehmersystem. Das passt für mich so wunderbar. Auch beim Quercheck mit anderer Anpassung, Übertragern und Phonostufen hat sich für mich nichts wesentlich verbessert.


    Um zum Thread Thema zurückzukommen, Ich beschäftige mich aktuell mit dem Einbau des AC3000MC in den OSAWA. Dazu hat er noch eine Tonarmhöhenverstellung erhalten und ich möchte hier auch die Abschaltautomatik des TD126 einbauen. Der AC3000MC ist deutlich schwerer als der AC33. Dies liegt an der schweren Montageplatte. Für einen Schwabbler ist das eigentlich zu viel einseitiges Gewicht. Wahrscheinlich werde ich den OSAWA von Feder auf Mushroombetrieb umstellen.

    Gruß

    Lothar

    Musica Nova Poenix & Pandora, Sowter1480, Silvercore MC, Audiolabor Fein, OSAWA PL500 Audiocraft AC33, TD126 Audiocraft AC300MKII, Benz ACE SL Wood SL, Ortofon MC15Super, Phasemation PP200, Jecklin Float , CocktailAudio N15D, Speakers Diy.


  • Hallo Lothar.

    Die 3000-er Tonarme sollten eigentlich vom Shaftdurchmesser mit denen vom 33-er oder 300-er identisch sein? Ich würde Dir empfehlen eine leichtere entsprechende Tonarmaufnahme für das Tonarmbrett zu suchen oder die alte anpassen. Die 3000-er Base ist massiv und hat ihre Berechtigung, jedoch nicht wenn der komplette Dreher hierfür umgebaut werden soll. Ich habe den Schaft einiger älterer 400-er und 300-er mit der 3000/4000-er Reihe verglichen. Bis auf einen 300-er haben alle 15mm Schaftdurchmesser. Ein 300-er hat 14mm, warum auch immer. Evtl. haben die ältere 33-er auch dieses 14mm Mass. Es sollte aber kein Problem sein eine passende 15mm Schaftaufnahme von einem anderen Tonarm zu nutzen.

    Ich hatte bei den Thorens "Schwablern" mal mit Sorbotahne-Feets als "Federersatz" herumexperimentiert und fand diese Lösung mindestens ebenbürdig. Auch beim TD124 habe ich anstatt den original Mushrooms aus Gummi die Sorbothane-Isolationsfeet Lösung bevorzugt. Diese gibt es in verschieden Ausführungen für unterschiedliche Belastungen.

    Gruss

    Rolf

  • Hallo Rolf,

    Ich habe bereits an der Integratio gearbeitet. Hier ein Bild von dem Tonarmboard, fast einbaufertig.

    AC3000 für TD126  /2

    Das Originalboard mit dem AC33 des OSAWA bleibt erhalten und kann bei Bedarf schnell gewechselt werden. Der Einbau der Mushrooms ist auch recht einfach und die Federn lassen sich wieder zurückbauen.

    Ich plane die Restauration meines OSAWA sowiso, da die Lackierung etwas grau geworden ist und eine Taste schwergängig geworden ist. Weiter muss ich nach dem Motor sehen, dieser ist mit den Jahren etwas Träge im Anlaufen geworden.

    Gruß

    Lothar

    Musica Nova Poenix & Pandora, Sowter1480, Silvercore MC, Audiolabor Fein, OSAWA PL500 Audiocraft AC33, TD126 Audiocraft AC300MKII, Benz ACE SL Wood SL, Ortofon MC15Super, Phasemation PP200, Jecklin Float , CocktailAudio N15D, Speakers Diy.


  • Nun 5 Wochen später ist es doch geschafft. Die neuen Lager aus Sahier mit geschliffener Auflagfläche sind fertig und eingebaut. Alles wieder im Lot. Test LP spielet mit 80u auch wieder einwandfei.

    War doch eine etwas grössere Angelegenheit. Musste aufgrund der Einzelanfertigung 10 Stück abnehmen. Da ich doch einige AC-3000/4000 habe, lohnte es ich diese Auwand.


    IMG_0681 (2)_LI.jpg

  • Nee, nee, schon richtig verstanden. 10 Stück zu je 250Euronen=2.500€ ( ;( ).

    Wenn diese Revision hääte nicht gemacht werden können, würden die Tonarme in den Müll wandern. Da ich aber dies nicht über Herz gebracht habe und nachhaltig denke, mussten diese Tonarme "gerettet" werden.

    In der Nähe von mir gibt es eine kleine Firma die für die Uhrenindustrie in Biel solche Arbeiten anbietet. Da die Uhrenindustrie nicht zu den "low budged" Produkten zählt musst eich mich halt an diese Preise halten.

  • Habe nochmals zum Testen mein altes Shure Ultra 500 auf den revidierten "homemade" Audiocraft Tonarm montiert. Mit der Test LP konnte die laterale und vertikale Resonanzfrequenz mit 10Hz bestimmt werden. Die Abtastung lief bei 90u noch sauber. Daher denke ich, dass das neue Lager den Arm mind. auf das selbe Niveau gebracht hat.20220323_085851.jpg