DIY Phonopre INA 103

  • Hallo,
    wie schon in einem anderen Thread erwähnt baute ich zur Zeit an einer Phonovorstufe, da ich schon länger den Instrumentenverstärker INA 103 rumliegen hatte, welcher als Eingangstufe benutzt wird mit einer max. Verstärkung von 60db. Weiterhin wird ein Doppel - OP 2604 zur DC Offsetkompensation des INA 103 eingesetzt und der zweite OP- Kreis als Ausgangsstufe.
    Die DC Offsetkompensation funktioniert wunderbar, es ist am Eingang- wie auch am Ausgang nichts zu messen.


    Die Spannungsversorgung besteht im Moment aus Bleiakkus + Siebelkos.


    Bei so kleinen Schaltungen bin ich meist zu faul ein Layout zu entwickeln und eine Platine zu ätzen und wähle daher den Aufbau auf Lochplatte. Spätestens nach der fünften Stunde Löten bereue ich dies immer, dazu kommt noch das kreative Layouten während der Löterei. Wenn ich dann endlich fertig bin tröste ich mich damit ein Unikat in Händen zu halten, klangliche Unterschiede zwischen Lochraster und Platine konnte ich noch nicht feststellen.

    Das Teil spielt sehr differenziert, im Vergleich zu meinen anderen DIY MM Vorstufen fällt der sehr konturierte Bassbereich + Tiefgang auf. Jedenfalls spielt das Teil auch mit meinem Benz MC Gold so gut , dass ich wohl die MC Geschichte weiter verfolge.


    Anbei ein Link zu dem Schaltplan eines DIYAUDIO Mitgliedes den ich als Grundlage verwendete, kann aber leider nur geladen werden wenn man bei DIYAudio angemeldet ist. Wer nicht zum Ziel kommt aber möchte >PN.


    Schaltplan

    Noch zwei Fotos:


    [Blocked Image: http://www.amodul.de/Bilder/pre_o600.jpg]



    [Blocked Image: http://www.amodul.de/Bilder/pre_u600.jpg]


    Grüße Chris

  • sieht doch gut aus !!



    den INA103 kenne ich noch nicht, den OPA2604 hab ich in meinen
    CDP gepfriemelt - und da macht er sich gut!

  • Hallo.


    So'n Lochrasteraufbau hat nix Verwerfliches an sich. Haste doch recht sauber ausgeführt. Da habe ich schon Schlimmeres gesehen.
    Die roten Klötzchen - sind das etwa Wima Mks4 ?
    OPA2604: kann man nehmen, muß man aber nicht. Haben einen guten 'Punch' und bringen z.B. Percussion sehr knackig rüber. Es gibt aber neutraleres von BB/TI.


    Gruss,
    Dieter.

    "Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen... ", Colonel Kilgore alias Robert Duvall, aus "Apocalypse Now", Francis Ford Coppola, USA 1979.


    Da LiTe is out 4ever - please stand by! ;)F.A.T. BESTELLTHREAD

  • Hallo,
    danke für euer positives Feedback! Bei den Kondensatoren handelt es sich um MKS 2 von Wima, nach meiner Kenntnis unterscheiden sich die MKS 4 Typen durch ihre erhöhte Spannungsfestigkeit durch eine Metallisierung der Folien, ich halte die MKS 2 für die bessere Wahl im Phonopre. Früher verbaute ich immer MKT Kondensatoren von Siemens, z.B. in meiner aktiven Weiche.


    Deine Beschreibung des OPA2604 ist mir auch schon aufgefallen, leider habe ich nur eine größere Auswahl an Einzel- OPs, war vielleicht doch nicht so glücklich die Schaltung mit einem Doppel OP aufzubauen, flexibler in der Auswahl wäre wohl ein Aufbau mit Einzel-OPs gewesen.


    Kannst du mir einen guten Doppel OP für die Anwendung nennen ? Bin schon etwas länger aus dem Geschäft und nicht mehr ganz "up to date", und die Burr Brown Datenblätter lassen leider nicht erahnen wie das Teil klingt.


    Grüße Chris

  • Ich würde bei diesen großzügigen Platzverhältnissen mindesten
    FKP3 nehmen bevor ich am OPA2604 zweifle...
    Die klingen schon deutlich besser und die gibt es auch in kleinen Toleranzen.


    Gute Op-Amps bekommst Du hier: www.audioprojekte.de
    Einfach mal da anrufen, Beratung ist das kostenlos.

  • Quote

    Kannst du mir einen guten Doppel OP für die Anwendung nennen ?


    Der OPA2132 ist eine gute Wahl. Ein OPA2134 "soundet" ein wenig, ist aber auch gut.
    Zweifeln würde ich am OPA2604 auch nicht, doch macht sich mal der eine, mal der andere OP in einer Schaltung ganz gut.


    Sende mir doch bitte mal den Schaltplan (PN folgt).



    Gruß
    Daniel

  • Den Schaltplan kannst du oben im ersten Beitrag runterladen,
    dem symm. Kabeltreiber hat er offensichtlich weggelassen.


    Gruß,
    Reinhard

  • Das wir uns nicht falsch verstehen, ich zweifle nicht an den Qualitäten des OPA 2604, bin mit dem jetzigen Ergebnis auch sehr zufrieden. Habe in einem anderen Pre den OPA2604 mit einem NE5532 verglichen, da fiel mir die von Dieter beschriebene Klangcharakteristik auch auf, was ich aber ich nicht negativ werten möchte, ein 5532 klingt halt eher "smoothy".


    Andererseits hatte ich vor Jahren ein Tool mit dem ich Filter mit verschiedenen OP Typen simulieren konnte, je nach gewähltem OP sah die Filterkurve leicht anders aus, daher ist es nicht unbedingt der OP, der das Klangbild verändert.


    In dem DIYAUDIO Schaltplan ist der OPA 2134 verwendet, ich habe aber auch ein Beispiel mit genau gleicher Schaltungstypologie mit OPA2604.


    Aber das ist ja der Vorteil am DIY, ich kann in der Kiste noch einiges ausprobieren, z,B wie von Holger vorgeschlagen auch andere C Typen.


    Grüße Chris

    The post was edited 2 times, last by CL ().

  • Quote

    Original von PVC
    Hi,


    ich wollte mich nicht extra dort anmelden.


    Gruß
    Daniel


    Kann aber nicht schaden, da ist viel Sachverstand unterwegs.


    Reinhard

  • Hallo Chris.


    Von BB/TI klingt der OPA2134 etwas ausgeglichener, aber weniger zackig als der OPA2604. Hängt halt von Anwendung (Kette, Schaltung) und Geschmack ab.
    Ansonsten kannste mal von den Doppelopamps den OP249 und LF412 (Ultralowcost) probieren. So'n TLE2072 / 2082 von TI (modernisierter Nachfahre des seligen TL072) klingt auch sehr ausgewogen.
    NE5532 find ich echt nicht so dolle; auch original Signetics. Fallste irgendwann mal den Eindruck haben solltest, daß der Stimmbereich etwas unterrepräsentiert klingt, dann weißte, waste zu wechseln hast. ;)


    Gruss,
    Dieter.


    (edit: OP275- OP249+. Der 275er ist etwas brav und lahm.)

    "Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen... ", Colonel Kilgore alias Robert Duvall, aus "Apocalypse Now", Francis Ford Coppola, USA 1979.


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    The post was edited 1 time, last by McRiem ().

  • Kurze Zwischenfrage: Die Originalschaltung hat ja ziemlich krumme Wiederstandswerte drin. Hast du die so genommen oder angepasst.
    Grundsätzlich gefällt mir bei der Variante die Entzerrung nicht so besonders. Für die grösseren Kondensatoren müsste man FKP-1-Typen nehmen, die dummerweise auch gleich recht gross sind. Ich überlege, ob es nicht eher Sinn macht, dass Entzerrernetzwerk der VSPS für die RIAA-Stufe zu benutzen.

    Gruss Daniel


    Gewerblicher Teilnehmer, Entwickler HiFiBerry

  • Hi,


    simuliert man die Schaltungen durch, dann stellt man schnell fest, daß die tatsächlichen Werte der Entzerrungsbauteile für eine präzise Entzerrung (In meiner Schaltung fahre ich mit kleineren C-Werten und leicht erhöhten R-Werten, was bei der Verwendung von JFET-OPs unkritisch ist. Dann können sogar FKPs und Glimmer-Cs eingesetzt werden.
    Ich würde auch von Versuchen mit bipolaren OPs abraten....die Schaltung ist für JFETs optimal. Ohnehin sehe ich das Tuning mit OPs entspannt, weil das ein sehr untergeordnetes Stellrädchen des Klanges ist. Der Klang wird in erster Linie mit dem Entzerrernetzwerk, bzw. der Präzision desselben erzeugt. Hier muss der Aufwand drin stecken, am besten mit genau ausgemessenen Bauteilen.
    Das Entzerrernetzwerk des VSPS macht hier m.A.n. keinen Sinn, da die Schaltungstopologie und die Zielsetzung eine gänzlich andere ist. Hier eine 3-stufige Schaltung (mit Subsonic sogar 4 Stufen), die extrem präzise und extrem flexibel ist und vom Low-output-MC bis High-output-MM alles bedient; Da eine nichtinvertierende einstufige Schaltung, die nur für MM-Systeme vorgesehen ist. Durch die Trennung der Entzerrglieder sind die einfacher zu dimensionieren und können bezgl. Rauschen etc. optimiert werden. Der Schaltungsaufwand und Bauteilaufwand ist etwas größer, ist -wie die meisten Audio-Schaltungen jedoch- nicht wirklich aufwändig oder kompliziert. Der Zugewinn an Flexibilität und Qualität der Signalbehandlung lohnt m.A.n. den Aufwand


    jauu
    Calvin

  • Ich habe mal geschaut, wie man das auf eine Platine bekommt. Das sieht soweit nicht so schlecht aus. Problematisch sind allerdings die Kondensatoren. Die WIMA MKP2 sind leider riesig. Und wenn man dann noch bis zu 3 Stück parallel schaltet, werden die Leiterbahnen doch arg lang. Das scheint mir nicht so optimal.
    Da stellt sich die Frage: Lohnt es sich hier MKPs einzusetzen? Um die Bauteile als MKP oder Glimme in sinnvolle Regionen zu bekommen, müsste man das ganze schon wesentlich hochohmiger gestalten.


    Also: Lieber MKPs und lange Leiterbahnen oder lieber MKTs und kurze Leiterzüge?

    Gruss Daniel


    Gewerblicher Teilnehmer, Entwickler HiFiBerry

  • Die meinte ich ja eigentlich. Die haben 8.5x7.2mm . Davon 3 parallel, das gibt einen 25mm-Klotz. Ich habe jetzt Vishays mit 5.5x7.2mm gefunden, die sind etwas angenehmer.

    Gruss Daniel


    Gewerblicher Teilnehmer, Entwickler HiFiBerry

  • Macht es Sinn, jedem der beiden ICs einen eigenen Spannungregler zu verpassen? Die Bauteile selbst sind ja billig.

    Gruss Daniel


    Gewerblicher Teilnehmer, Entwickler HiFiBerry

  • Hi,


    sorry für das Doppelposting.


    @USUL
    Gute C´s haben halt Baugröße :huh: Die von HB empfohlenen FKPs gehören dabei sicher noch zu den Kleineren. Siehst Du denn tatsächlich ein ´Platzproblem? Meine Schaltung ist zwar auf einer Europakarte, könnte aber problemlos auf 80x80mm verkleinert werden. Eher könnte eine große Bauform (Mundorfs bspweise) als Antenne wirken. Mit parallelen Glimmer und FKPs hab ich allerdings noch nie derartige Probleme gehabt. In meiner Stufe sind die Widerstandswerte in der Entzerrung und Gegenkopplung des 2ten OPs ca. doppelt so hoch, die C-werte etwa halb so groß. Das ist auch völlig unkritisch, da die JFET-OPs ein sehr geringes Stromrauschen aufweisen (also bei hohen Quellwiderständen ein geringes Rauschen zeigen). Extrem niedrige R-Werte sind hier also gar nicht von Vorteil.
    Auf meinem Print sind Gyratoren für die Betriebsspannungen vorgesehen, die bei Bedarf auch als Spannungsregler (ein zusätzlicher R) dienen. Damit werden die vorgefilterten Betriebsspannungen nochmals gesiebt, bzw. zu hohe Betriebsspannungen gesenkt. (Eine Eigenschaft der BB/TI OPs ist, daß sie bis 24V Betriebsspannung vertragen, während neuere Typen von AD, z.B. die sehr guten AD8610/8620 nur 13V vertragen. Mit den gyratoren kann man dnn schön anpassen. In unmittelbarer Nähe der IC-Pins sind größere Kapazitäten von ultra low ESR-Elkos und parallel SMD-Folien eingesetzt (und zwar für jedes IC getrennt, auch wenn durch Verwendung der SMD-Typen die Teile fast schon ineinander hocken). Einen extra Spannungsregler braucht es hier definitiv nicht.
    Das machte nur einen Sinn, wenn man die hohe Betriebspannung des INA für die Übersteurungsfestigkeit nutzen wollte/müsste und als zweiten OP einen mit niedriger Betriebsspannung (bsp. AD8620) fährt. Die PSRR des INA und der OPs ist jedenfalls mehr als ausreichend hoch. Wichtig ist, daß die Strompfade kurz und induktionsarm verlaufen. Vielleicht etwas ungewöhnlich für einen Phono-Pre mit ICs ist die Stromaufnahme, die bei meinem Modul knapp 60mA beträgt (stereo). Aber wo nichts brutzelt klingts auch nicht 8) .


    jauu
    Calvin

  • Gute C´s haben halt Baugröße :huh: Die von HB empfohlenen FKPs gehören dabei sicher noch zu den Kleineren. Siehst Du denn tatsächlich ein ´Platzproblem? Meine Schaltung ist zwar auf einer Europakarte, könnte aber problemlos auf 80x80mm verkleinert werden.


    Naja, je kleiner, desto besser ;)
    Vielleicht sehe ich doch etwas mehr Platz für die grösseren WIMAs vor.


    Auf meinem Print sind Gyratoren für die Betriebsspannungen vorgesehen, die bei Bedarf auch als Spannungsregler (ein zusätzlicher R) dienen. Damit werden die vorgefilterten Betriebsspannungen nochmals gesiebt, bzw. zu hohe Betriebsspannungen gesenkt.


    Wie hast du die Gyratoren dimensioniert? Kannst du dein Layout mal hier einstellen oder mir per EMail schicken?

    Gruss Daniel


    Gewerblicher Teilnehmer, Entwickler HiFiBerry

  • Hi,


    da mittlerweile aus dem ursprünglichen ´Calvin´ ein kommerzielles Produkt geworden ist, kann ich ich natürlich nicht die letzten Details verraten. Einen Gyrator oder einfachen Spannungsregler unter Verwendung eines PNP oder NPN-Transen zu dimensionieren ist nun wirklich kein großes Tennis. Da gibt es unzählige Quellen im Netz. Ist die Versorgungsspannung schon vernünftig vorgesiebt, oder es werden die OP2604 eingesetzt, dann bedarf es des Gyrators auch nicht. Ist mehr etwas fürs ruhige Gewissen, bzw. für die unterschiedlichen Betriebsspannungswerte der INAs und OPs.


    jauu
    Calvin


    ps. es soll Momente im Leben geben, bei denen es auf Größe durchaus ankommt 8)