Nadelazimut

  • Hallo zusammen,
    wie muß eigentlich das System bei einem nach innen abfallenden Plattenteller (Scheu) justiert werden?
    a: senkrecht zur Plattentelleroberfläche
    b: in Waage
    vielen Dank im Vorraus für euren Tipp.
    Gruß R.ST

  • Hallo "neuetube" !


    Du besitzt den konkaven Plattenteller von Scheu und weisst nicht wonach Du Dein Tonabnehmersystem ausrichten sollst? Hab ich das richtig verstanden?
    Ausrichtung entweder in der Waagerechten oder der "schiefen Ebene" des Plattentellers?!


    Wie Konkav ist denn der Plattenteller von Scheu?
    Wenn Du eine Platte auflegst drückt diese sich an den Plattenteller und nimmt auch eine konkave Form an?
    Benutzt Du beim Abspielen ein Plattengewicht?


    Ich persönlich würde die Ausrichtung des Tonabnehmers bei einer aufgelegten Schallplatte und Plattengewicht ( wenn verwendet) vornehmen!
    Schließlich "fährt" die Nadel des Tonabnehmers in der Rille der Schallplatte und nicht auf dem Plattenteller!
    Würd ich spontan so annehmen! ;)
    Vielleicht gibt es im Forum noch andere Meinungen?
    Bin selbst gespannt!
    Mich würd die Antwort von Herrn Scheu interessieren!
    Mail ihn doch mal an und frag nach!


    MfG
    Manfred

    Dieser Beitrag wurde bereits 33.674.535 mal editiert, zuletzt von »Gott« (morgen, 15:19)

  • Hast du ein Wechselstrom-Multimeter (mV Auflösung) und eine Testplatte mit 1kHz Ton?


    Wenn ja, dann setz einen Kontakt des Messgerätes irgendwo auf Netzerde und den anderen Kontakt abwechselnd auf den Signalleiter des linken und rechten Kanals (nimm jenes Kabel das vom Phono-Ausgang rausgeht, oder das Tape-Out/Line-Out vom Vorverstärker) und spiel dich so lange mit dem Azimuth bis der gemessene Wechselspannungswert auf beiden Kanälen annähernd gleich ist.


    Am verlässlichsten ist dabei wie gesagt ein 1kHz Signal. Auf den meisten Testplatten ist es sowohl in Stereo, nur links und nur rechts vorhanden. Die "nur" links / rechts Spuren lassen auch Rückschlüsse auf Übersprechen zu.


    Mit dieser Vorgansweise gehst du MBMN auf Nummer sicher, und musst dich nicht darauf verlassen, daß der Diamant genau senkrecht montiert ist.


    Ich hoffe, daß ich Dich oder andere mit diesem Rat nicht verwirrte sondern helfen konnte.


    schönen Gruß


    Dieter

  • Hallo R.St,


    ich habe auch den nach innen abfallenden Teller von Thomas Scheu.
    Bei mir klingt es natürlich besser, wenn die Nadel exakt im rechten Winkel zur Platte/Plattenteller eingestellt ist.
    (Ich benutze im übrigen das Alu Plattengewicht von Scheu, damit "verformt" man ja die Platte zusätzlich).
    In jedem Falle empfehle ich dir einen ordentlich Hörvergleich in beiden Positionen (Erfahrung sammeln ...)


    Ich hoffe das hilft dir ein wenig.
    Gruß, Josef

    Scheu mit Audiomods s5 und AT33EV u. ä, allerlei von Musical Fidelity und tönen tut die Max :)

  • Um die vielen Missinformationen zu berichten: Den Azimuts so einzustellen, dass die Pegelunterschiede in den zwei Kanälen ausgeglichen werden, ist völlig falsch:


    - Kanalunterschiede zwischen den Spulen eines TA sind immer mindestens in der 0.1-0.5 dB Grössenordnung. Das mit Azimut anzugleichen verschlimmbessert nur.

    - Kanalungleichheit hängt nur wenig vom Azimut ab (außer man benutzt nur Seitenschrift oder nur Tiefenschrift für die Messung wie auf der AA Schallplatte). Das heißt, wenn Azimut verwendet wird, um die Pegelunterschiede des TA auszugleichen, führt dies zu falschen und mit Sicherheit nicht senkrechten Ausrichtung der Nadel in der Rille.


    Als wie stell man dann Azimut korrekt ein? Die linke und rechte Spule sind im rechten Winkel zueinander angeordnet und mit 45 Grad zur Nadel. Wenn die Nadel senkrecht steht sind beide Spulen perfekt unter 45 Grad zur Rille eingestellt. Wenn das nicht der Fall ist, führt dies zu Übersprechen vom rechten in den linken Kanal und umgekehrt.


    Stattdessen sollte man den Azimut so einstellen, dass Übersprechen minimisiert ist, wie schon von Eric W vorgeschlagen. Hierzu brauch man eine Schallplatte mit Signal nur im rechten Kanal und misst dann die Spannung im Linken; ähnlich für ein Signal im linken Kanal misst man das Übersprechen in den rechten Kanal. Und damit man wirklich Übersprechen misst und nicht nur Breitbandrauschen, sollte man für die Messung des Übersprechen einen 1Khz Bandpass Filter verwenden.


    Für die Englischsprachigen würde ich die folgenden Webseiten empfehlen:


    Audioasylum Azimut I


    Audioasylum Azimut II


    Audioasylum Azimut III


    Audioasylum Azimut IV


    Viel Glück beim Neueinstellen des Azimut!!


    Rene

    Am Laufen:

    DPS 3, Schroeder CB, Lyra Atlas Lambda SL, Accuphase C37, E-800, Devore O/96


    If I were not a physicist, I would probably be a musician. I often think in
    music. I live my daydreams in music. I see my life in terms of music...
    Albert Einstein

    Edited 2 times, last by restock ().

  • Hi


    wenn man sauber denkt:


    [list=1]
    [*]Nadel 90° zu Plattentelleroberfäche
    [*]da die Schwerkaraft die Nadel auch 90° auf die Plattenoberfläche drücken soll: Denn Plattenspiele so stellen, dass die seite des Telles, an der abgespielt wird, waagrecht ist
    [/list=1]


    Praktisch aber leider nciht umsetzbar *gg*


    LG


    Babak


    "I'd far rather be happy than right any day." Slartibartfast


    "That's right!" shouted Vroomfondel, "we demand rigidly defined areas of doubt and uncertainty!" Vroomfondel, a philosopher.

  • Quote

    Original von thorupp
    Hallo Rudi,
    wäre sicher sinnvoll. Aber dann unter diesem Titel:
    Wie mache ich mich noch verrückter.


    Hehe, diese Azimuth-Geschichte nimmt langsam aber sicher auch bei mir seltsame Formen an. Habe soeben eine Schallplatte zerbrochen um eine mögliche Dickendifferenz von Außen- zur Innenrille zu ermitteln und voila:
    außen: 0,9mm und innen: 1,2mm dick!
    So das macht auf eine Länge von ca. 80mm wenn man nur eine Seite betrachtet dann doch auch sage und schreibe 0,01° Abweichung aus!
    Nimmt allerdings den aufgedickten Rand (Einlaufrille) mit 1,8mm mit in Betracht liegen wir hier schon bei 0,02°. Da das Label allerdings auch eine Dicke von 1,8mm aufweißt wäre der Fehler bei einem planen Plattenteller wieder behoben, nicht jedoch bei einem mit Labelvertiefung.
    Wie das ganze bei 180g und nicht 80er Jahren Schwindsucht Scheiben aussieht weiß ich allerdings auch nicht und werde es auch nicht ermitteln, aber auch hier lauert eben eine potentielle Fehlerquelle. :D:D :D

  • Hallo zusammen,


    bin ich froh daß ich mich bei meinem SME5 nicht mit diesem Thema auseinandersetzen muß. Hatte mit einem Clearaudio Signature und meinem aktuellen Dynavector XX-2 auch nie das Gefühl daß da etwas nicht paßt.
    Es gibt so viele Ungenauigkeiten in dem ganzen Komplex daß es m.E. nur sehr selten 100%ig paßt. Unterschiedliche Preßqualitäten, Plattendicken, Plattenteller mit den unterschiedlichsten Oberflächen usw. usf. . Und auch beim TA müßte die Nadel und (!) die beiden Spulen exakt in den geforderten Winkeln zueinander stehen (was nützt die senkrechte Nadel wenn die Spulen nicht exakt bei +/- 45° stehen oder der Magnet schief sitzt, oder der TA-Körper nicht exakt gefertigt ist).
    Wer hier von Zehntelmillimetern oder Zehntelgrad redet hat ultraruhige Finger oder weiß einfach nicht um welche minimalen Dimensionen es hier geht.
    Überlegt man sich nun noch wie sehr sich unterschiedlich stark angezogene Befestigungsschrauben klanglich bemerkbar machen können landet man sehr schnell im justagetechnischen Nirvana ("Sch...., es paßt immer noch nicht"). Mittlerweile verstehe ich die Philosophie von Rega und SME ganz gut. Ich finde auch daß die TA-Hersteller hier viel genauer arbeiten müssen. Bei den Preisen die mittlerweile aufgerufen werden darf man das erwarten. Ansonsten: zurück zum Erbauer.


    Sorgfältig justieren, soweit wie möglich ohne sich verrückt zu machen: ja
    Für jede LP neu justieren: nein


    Viele Grüße


    Micha

    1: YBA Gala, YBA 1 vor/end/MC-module , McIntosh MR78, YBA CD2, DIY Phonostage, Oracle Delphi 5/SME5/Benz Micro Ebony TR, Accuphase T103, Isoda HZ20D/HA08/HC05, 2: YBA Intégré, YBA CD Integré, Harbeth LS3/5a, PW: Loricraft PRC-3