Projekt: Usuls Luxusnetzteil

  • Da ich mittlerweile mit dem Hardwaredesign meines TD125-Austauschnetzteils nahezu fertig bin, müsste ich jetzt mal eine Platine entwickeln. Da das Netzteil aber vielleicht auch für Leute mit anderen Spielern interessant sein könnte, würde mich interessieren, welches Feature evtl. noch erwünscht ist. Viele Sachen dürften mit Kosten im Cent-Bereich realisierbar sein.


    Die Kosten ohne Platine liegen irgendwo zwischen 10 und 20 Euro. Meist kann der vorhandene Netztrafo weitergenutzt werden, ansonsten kommen nochmal die Kosten für einen Netztrafo dazu (hängt davon ab, wie viel Leistung der Motor braucht). Die Kosten für die Platine sind stark davon abhängig, wie viele man fertigen lassen müsste.
    Die die Hardwarekosten doch sehr niedrig sind (gerade im Vergleich zu kommerziellen Geräten) ist es sicher mal interessant für Tests. Wenn jemand klangliche Verschlechterung bemerkt, hat er damit nur 20 Euro verloren. Ich selbst bin sehr skeptisch, ob im Blindtest Unterschiede hörbar sind.


    Das Netzteil sollte mit allen Niedervolt-Synchronmotoren funktionieren und damit für viele Spieler der letzten 30 Jahre einsetzbar sein.
    Das Netzteil vereinigt Spannungserzeugung und Drehzahlmessung. Prinzipiell funktionieren diese Sachen unabhängig voneinander. Wer also kein Netzteil braucht (oder ein seiner Meinung nach besseres im Einsatz hat), kann das Ding auch einfach benutzen, um die Drehzahl und den Gleichlauf seines Spielers zu messen. Wer keine Stroboskopmarkierung am Teller hat, kann einfach auf die Drehzahlmessung verzichten.


    Hier mal einen Überblick zum aktuellen Stand:


    Spannungserzeugung

    • Erzeugung von 2 um 90 Grad versetzten Sinus-Schwingungen zwischen 10 und 100Hz (höhere Frequenzen sind prinzipiell möglich, ich sehe aber keine praktische Anwendung dafür)
    • Ausgangsspannung wählbar zwischen ca. 2V und 12V Wechselspannung (höhere Spannungen sind möglich solange ein OPV benutzt wird, die die entsprechenden Spannungen am Ausgang liefert). In der Basisversion werden die Spannung mit Hilfe von 2 Potentiometern eingestellt (ein Multimeter ist nicht erforderlich, auf dem Board sind 3 LEDs, die zum Abgleich Soll/Ist-Spannung genutzt werden (zu wenig/ok/zu viel). Der Motor wird erst angeschlossen, wenn sicher ist, dass die Spannung nicht zu hoch ist (auch wenn die Motoren meist relativ robust sind).
      In der Luxusvariante ist eine automatische Einmessung der Ausgangsspannung möglich. Hierfür wird jedoch ein zusätzlicher IC benötigt (digital einstellbares Poti). Da die Einstellung einmalig erfolgt, halte ich diesen zusätzlichen Aufwand eigentlich für übertrieben.
    • Prinzipiell kann am Ausgang ein Netztrafo nachgeschaltet werden, der die Spannung wieder auf 220V transformiert. Hiermit ist die Nutzung auch für Netzspannungssynchronmotoren möglich. Generell sollten jedoch nur Personen mit Netzspannung rumbasteln, die genau wissen, was sie tun! Ich werde solche Experimente nicht unterstützen.
    • Durch die frei wählbaren Frequenzen ist es prinzipiell möglich, Motoren zu tauschen bzw. verschieden grosse Pulleys zu benutzen. Es muss lediglich sichergestellt werden, dass der neue Motor auch mit der erforderlichen Drehzahl läuft. Prinzipiell gilt: Langsamer ist meist kein Problem, schneller schon eher. Ein Negativbeispiel: Mit dem Motor des TD125MKII sind keine 78 U/min möglich, da der Motor dafür zu träge ist.


    Drehzahlmessung und -regelung

    • Berührungslose Abtastung mittels Reflexlichtschranke. Benötigt eine Stroboskopmarkierung, die vom Sensor gelesen werden kann. Für ein einmaliges Setup ist es sogar möglich, eine Stroboskopscheibe auf den Plattenteller aufzulegen und damit die Drehzahl einzumessen.
    • Automatische Regelung der Solldrehzahl. Diese Regelung erfolgt NUR während der Startphase. Ist die Solldrehzahl erreicht, wird die Drehzahl nicht mehr geregelt. Der Grund hierfür ist einfach: Mit einer schlechten Regelung kann man den Gleichlauf extrem verschlechtern. Und da ich keine Ahnung von
      Regelunsgtechnik habe, verzichte ich lieber darauf.
    • Messung der Gleichlaufschwankungen (mit diesem Wert muss man etwas vorsichtig umgehen, da auch die Genauigkeit der Stroboskopscheibe in das Ergebnis eingeht). Im Zweifelsfalle sind die gemessenen Gleichlaufschwankungen also eher zu hoch als zu niedrig.


    Konfiguration
    Konfiguration mittels seriellem Terminalprogramm (z.B. Hyperterm von Windows)


    Programmierung
    Controller kann jederzeit vom PC mit neuer Software programmiert werden. Hierzu ist ein Programmierkabel erforderlich. In der einfachsten Version kostet ein derartiges Kabel 2-3 Euro.


    Stromversorgung
    beliebiges Wechselspannungsnetzteil mit 1 oder 2 Sekundärwicklungen (2 Wicklungen bevorzugt)


    Bevor ich die Platine fertig mache, würde mich interessieren, welche Sachen noch gewünscht wären. Dann kann ich mal schauen, was mit wenig Aufwand realisierbar ist.


    Hier ein paar Ideen, vor allem zu Bedienung:

    • je ein Taster 0/33/45/78 U/min
    • nur ein Umschalter 33/45 U/min
    • 2 Taster für Feineinstellung (+/-) der Drehzahl oder lieber Feinabstimmung vom Computer aus?
    • LCD-Display mit Anzeige Soll/Ist-Drehzahl und Gleichlaufschwankungen
    • Anzeige der Drehzahl über LED (je eine LED für 33 und 45 U/min)


    Wenn die Wünsche klar sind, werde ich das Hardwaredesign fertigstellen und hier veröffentlichen. Dann dürfen auch gerne Verbesserungsvorschläge gemacht werden (worauf ich dann eingehe, ist eine andere Sache ;)).


    Was ich noch wissen müsste, wenn das Netzteil nicht für einen TD125MKII genutzt werden soll: Mit welcher Spannung wird der Motor betrieben und wie gross ist die Leistungsaufnahme des Motors? Dies ist für die Dimensionierung der Treibertransistoren wichtig.


    Gruss
    Daniel


    P.S. Ein paar Designdetails gibt es unter http://www.matuschek.net/td125-motorsteuerung/

    Gruss Daniel


    Gewerblicher Teilnehmer, Entwickler HiFiBerry

    The post was edited 1 time, last by usul27 ().

  • Falls der PS einen Synchronmotor hat, würde ich mir

    Quote

    Automatische Regelung der Solldrehzahl. Diese Regelung erfolgt NUR während der Startphase. Ist die Solldrehzahl erreicht, wird die Drehzahl nicht mehr geregelt. Der Grund hierfür ist einfach: Mit einer schlechten Regelung kann man den Gleichlauf extrem verschlechtern. Und da ich keine Ahnung von Regelunsgtechnik habe, verzichte ich lieber darauf.

    komplett klemmen. Ein Synchronmotor hängt starr an der Steuerfrequenz, da schadet eine Regelung mehr als sie nützt.

  • Noch was, habe mir mal deine Seite angesehen: Die simple RC-Filterung des PWM-Signals ist meiner bescheidenen Meinung nach erheblich zu einfach gestrickt, das reicht nicht. Ich glaube nicht, dass das gescheit ohne ein mit der Frequenz mitlaufendes steiles Filter machbar ist.

  • Quote

    Original von hb
    Noch was, habe mir mal deine Seite angesehen: Die simple RC-Filterung des PWM-Signals ist meiner bescheidenen Meinung nach erheblich zu einfach gestrickt, das reicht nicht. Ich glaube nicht, dass das gescheit ohne ein mit der Frequenz mitlaufendes steiles Filter machbar ist.


    Die PWM-Frequenz liegt bei ca. 27kHz, die Eckfrequenz des Filters bei etwa 150 Hz. Das macht mit einem einfachen 6db-Filter eine Dämpfung von ca. 45db. Ich werde wohl ein 12db-Filter einsetzen, wodurch eine Dämpfung des PWM-Signals vom ca. 90db erreicht wird. Nicht zu vergessen, dass die Mechanik selbst (Riemen, Teller) auch nochmals als (extrem starker) Tiefpass wirken.


    Ich vermute mal, dass man schon den Unterschied zwischen einem 6- und einem 12db-Filter nicht bemerken wird (messtechnisch ist das natürlich messbar).
    Aus Spass könnte man es sogar mal ganz ohne RC-Tiefpass probieren, denn ich denke, dass die Mechanik als Tiefpass alleine schon völlig ausreichend sein dürfte.


    Quote

    Ein Synchronmotor hängt starr an der Steuerfrequenz, da schadet eine Regelung mehr als sie nützt.


    Der Motor natürlich, aber nicht der Plattenteller. Da der Riemen ja flexibel ist, laufen Motor und Teller jedoch nicht zwingend synchron.
    Aber wie bereits geschrieben, werde ich aber keine "echte" Regelung implementieren, da die Chance etwas zu verschlimmbessern sicher sehr gross ist.

    Gruss Daniel


    Gewerblicher Teilnehmer, Entwickler HiFiBerry

  • Quote

    Der Motor natürlich, aber nicht der Plattenteller


    Und du willst die durch Riemenresonanzen und sowas bedingten Schwankungen mit einer Regelung ausgleichen? Das erfordert eine extrem schnelle Regelung, die nicht ernsthaft stabil zu bekommen ist. Ich verspreche dir, dass der Schuss nach hinten losgeht.

  • Die Schwankungen müssten auch schneller (oder zumnidest gleichschnell) erfasst werden, wie sie auftreten können. Echt haarig - aber möglich!

    High End ist mein Broterwerb, also bin ich nach den Regeln des Forums gewerblicher Teilnehmer - aber auch mein Hobby. Nur darüber schreibe ich hier.


    Und natürlich bin ich AAA-Mitglied

  • Quote

    Und du willst die durch Riemenresonanzen und sowas bedingten Schwankungen mit einer Regelung ausgleichen? Das erfordert eine extrem schnelle Regelung, die nicht ernsthaft stabil zu bekommen ist. Ich verspreche dir, dass der Schuss nach hinten losgeht.


    Soll ich jetzt zum dritten Mal schreiben, dass ich das nicht machen will? Prinzipiell sollte das zwar möglich sein, es braucht dazu aber entsprechendes Wissen. Das werde ich also nicht implementieren, was auch schon am Anfang steht.

    Gruss Daniel


    Gewerblicher Teilnehmer, Entwickler HiFiBerry

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    Soll ich jetzt zum dritten Mal schreiben, dass ich das nicht machen will?


    Nun, in dem Falle solltest du vielleicht den kompletten Passus "Drehzahlmessung und -regelung" streichen. Spart jedem Menge Geld und Ärger (und lästige Diskussionen :D).
    Ich würde mir außerdem eine Verstellmöglichkeit der Phase zwischen den beiden Spannungen wünschen, da die wenigsten Motoren mit exakt 90° optimal arbeiten.

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    Ich würde mir außerdem eine Verstellmöglichkeit der Phase zwischen den beiden Spannungen wünschen, da die wenigsten Motoren mit exakt 90° optimal arbeiten.


    Ok, das ist kein Problem. Im Prinzip könnte man die Phasenverschiebung zwischen 0 und 360 Grad komplett flexibel gestalten. Kostet mich an paar CPU-Takte ist aber noch locker drin.


    Es wäre sicher spannend, herauszufinden, ob unterschiedliche Phasenverschiebungen messbare Auswirkungen auf den Gleichlauf haben.


    Die Drehzahlmessung bleibt drin. Wer sie nicht nutzen will, verzichtet auf den Sensor und spart ca. 0.80 Euro. ;)

    Gruss Daniel


    Gewerblicher Teilnehmer, Entwickler HiFiBerry

  • Gutes Projekt!
    Ich wäre bei so einem Projekt mit dabei. Leider fehlt mir aber im Moment die Zeit konstruktiv etwas beizutragen. Eine Einstellmöglichkeit des Phasenversatzes würde ich mir auch wünschen. Drehzahlmessung und Regelung würde ich mir sparen. Regelungstechnik ist nicht ohne, zudem hast du eine schlechte Regelstrecke die man erst einmal in den Griff bekommen muss.
    Meiner Meinung nach macht man bei Einsatz einer Regelung mehr falsch als wenn man keine Regelung einsetzen würde.
    Um Transrotor-Motoren anzutreiben wäre eine einstellbare Ausgangsspannung bis max. 2 x 18V / 1000mA wünschenswert.



    Ob jetzt Umschalter oder Taster für den Drehzahlwechsel spielt eigentlich keine Rolle. Mir würde der Umschalter besser gefallen. So lässt sich die Drehzahl einfach über die Schalterstellung ablesen.
    Die Feinabstimmung vom Rechner aus wäre eine tolle Spielerei doch gibt es wahrscheinlich Probleme wenn der Rechner nicht über eine "echte" serielle Schnittstelle verfügt. Eine LCD Anzeige muss auch nicht zwingend vorhanden sein.



    Das nur mal meine Ideeen zu einem solchen Projekt. Ich wollte selber mal so etwas in Angriff nehmen, doch fehlt mir, wie erwähnt, einfach die Zeit.
    Von daher wäre ich sehr an einer Verwirklichung interessiert.


    Quote

    Es wäre sicher spannend, herauszufinden, ob unterschiedliche Phasenverschiebungen messbare Auswirkungen auf den Gleichlauf haben.


    Ich habe mal so Tests gemacht. Der Motor ruckelt bei optimaler Einstellung einfach weniger.


    Verstehe meine Wunschliste einfach nur als "so stelle ich mir das vor" und nicht als mehr.






    Gruß
    Daniel

    The post was edited 1 time, last by PVC ().

  • Quote

    Ich habe mal so Tests gemacht. Der Motor ruckelt bei optimaler Einstellung einfach weniger.


    Völlig richtig. Mit optimalem Phasenversatz laufen die meisten Motoren deutlich hörbar ruhiger.

  • daniel (usul27


    Auch von mir : ein tolles Projekt.


    Habe aber wie der andere Daniel nicht viel Zeit mich da einzubringen.


    Die Unterlagen auf deiner Homepage habe ich mir angesehen:


    Hier meine Anmerkungen dazu:


    -Die Transistoren BC639/640 dürften für deinen TD125 thermisch noch gehen, würde persönlich aber eine Nummer größer vorziehen (BD137/138 o.ä.) Für einen Transrotor wäre aber auch das ohne Kühlkörper nicht ausreichend.


    - Der 6dB-Tiefpaß düfte ausreichen. Da bin ich deiner Meinung. Mit 29kHz zuckt kein Synchronmotor mehr und im Riemen würde es auch hängen bleiben.


    - Mir würde eine Feintrimmung der Motordrehzahl (also eine Steuerung) reichen. Die Einstelung würde über eine Stroboskobscheibe und 50/100Hz-Licht erfolgen und ggfs. bei jeder Plattenseite wiederholen. Eine schnelle Änderung des Riemenschlupfs und damit Plattendrehzahländerung kann ich mir nicht vorstellen. Da hätte man den Riemenantrieb schon vor Jahrzehnten abgeschafft.


    - Zu der von Holger angesprochenen Verstellmöglichkeit der Phasen kann ich nichts sagen, ist aber logisch (würde von max. 2° ausgehen) und wäre sicher einen Versuch wert.


    Noch ein Info:


    In meinem Netzteil werkeln je zwei TDA2040 in Brückenschaltung um die beiden Sinussignale zu erzeugen. Brückenschaltung deswegen da als Spannungsversorgung nur ein 2 * 12 Volt Netzteil verwendet wird, der Motor aber mit 18Volt läuft. Die TDA's kosten nicht ganz 1Euro das Stück und sind gegenüber einer diskreten Lösung auch noch übertemperaturfest sowie strombegrenzt. (Nur nicht richtig High Endig. Für die Version Mk III kann man ja einmal über eine Klasse A-Endstufe oder Röhrenendstufe nachdenken.)



    So Schluß für heute



    Thomas

  • Quote

    Klasse A-Endstufe


    Sowas wie ein kleiner Aleph mit unmodulierter Stromquelle. Hat den Vorteil des Mehrquadrantenbetriebes, sprich: kann auch Ströme aufnehmen. Ist bei reaktiven Lasten wie Motoren kein Fehler.

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    Original von hb


    Völlig richtig. Mit optimalem Phasenversatz laufen die meisten Motoren deutlich hörbar ruhiger.


    Ok, das glaube ich euch. Die Möglichkeit wird es geben. Der Versatz kann in ca. 0.2 Grad-Schritten angepasst werden. Das sollte doch reichen - oder?
    In dem Fall muss ich meine Sinus-Tabelle auf 2k Samples vergrössern (momentan 1k), aber dafür ist noch locker Platz vorhanden. Momentan entwickle ich auf einem ATMega mit 16kB Flash, aber es sind erst 2 in Benutzung. Somit hat selbst der ATMega8, der für die endgültige Schaltung geplant ist, reicht somit völlig aus. Prinzipiell wäre die Software auch auf kleinere Prozessoren portierbar, aber da ich noch einige ATMega8 rumliegen habe und der auch nur ca. 2 Euro kostet, macht es für mich wenig Sinn, hier noch auf andere Prozessoren zu portieren (der ATMega16 und ATMega8 sind sehr ähnlich, weshalb am Code kaum etwas angepasst werden muss, bei anderen Prozessoren könnte das mehr Aufwand bedeuten).


    Quote

    Die Transistoren BC639/640 dürften für deinen TD125 thermisch noch gehen, würde persönlich aber eine Nummer größer vorziehen (BD137/138 o.ä.) Für einen Transrotor wäre aber auch das ohne Kühlkörper nicht ausreichend.


    Dass die BC639/640 für grössere Motoren zu klein sind, war mir schon klar. Für den TD125 bieten sie thermisch noch genügend Reservern, denn sie werden gerade mal handwarm.


    Also lieber stärkere Transistoren oder gleich ein TDA2040 pro Kanal (ohne Brückenschaltung, die Dinger lassen sich ja mit bis zu +-20V betreiben)?


    Wenn ich auf TDA2040 umstelle, bitte ich darum, dass mir mal jemand 2 Stück für 1 Euro besorgt, denn bei mir hier kosten die gleich ca. 4 Euro und Reichelt liefert erst ab 150 Euro ins Ausland (was in Anbetracht der Gesamtkosten wenig Sinn macht). Und bevor ich eine Platine mit der neuen Endstufe fertigen lasse, möchte ich das ganze erst nochmal als Prototyp ausprobieren.


    Schaltungstechnisch wird die Umstellung auf TDA2040 nicht neues bringen, die Kombination OPV/Treibertransistoren wird einfach durch einen TDA2040 ersetzt. Wenn ich das richtig sehe, wird der 2040 wie ein normaler OPV eingesetzt und die Verstärkung auch hier über die Rückkopplung eingestellt.


    Je nach Stromverbrauch des angeschlossenen Motors müsste man sich überlegen, wie gross die Kapazitäten in der Stromversorgung sein müssen. Die momentan benutzen 3300uF (die lagen gerade in der Bastelkiste) sollten auch für grössere Lasten reichen - oder was wäre die Empfehlung?


    Wer will, darf natürlich gerne das Signal vor der Endstufe abgreifen und eine eigene Endstufe dranhängen ;) Ziel hier ist es erst einmal, eine möglichst universelle und auch preiswerte Lösung zu entwickeln.


    Da es zu den Filtern für das PWM-Signal verschiedene Meinungen gibt, hier ein Vorschlag: Die Platine wird für ein 12db-Filter ausgelegt, wer die überdimensioniert findet, überbrückt einfach eine oder beide Filterstufen mit einer Drahtbrücke. Das macht die Platine zwar etwas grösser, dürfte aber kaum ins Gewicht fallen.


    Nochmal zur Regelung: Eine "echte" Regelung ist - wie schon gesagt - erstmal nicht geplant. Ich möchte mir aber den Luxus nicht nehmen lassen, dass ich die Feinabstimmung nicht selbst mittels Stroboskop vornehmen muss. Um das zu vermeiden, wird der Motor mit einer annähernd richtigen Drehzahl gestartet (z.B. 30 Hz bei meinem TD125) und die Drehzahl des Tellers gemessen (nach ein paar Sekunden Anlaufzeit). Anhand der Ist-Drehzahl wird dann eine neue Frequenz für den Motor errechnet. Das ganze kann man noch 1-2 mal wiederholen und erreicht damit eine sehr genaue Drehzahl. Diese Drehzahl wird dann nicht mehr verändert! Es handelt sich also eher um eine "automatische Einmessung" als um eine echte Regelung. Das ist soweit schon implementiert und funktioniert. Wie gesagt: Wer das nicht nutzen will, klemmt einfach keinen Sensor an. Für mich ist es einfach ein Luxus, dass ich nicht von Hand mittels Stroboskopscheibe den Feinabgleich erledigen muss (daher "Luxus-Netzteil" ;) )


    Ausserdem finde ich es interessant, auch mal schauen zu können, ob sich irgendwelche Änderungen sowohl beim Netzteil als auch bei anderen Sachen (z.B. neuer Riemen) auf den Gleichlauf auswirken. Wenn meine Drehzahlmessung keine Unterschiede findet, heisst das nicht, dass es keine gibt, dann die Auflösung dürfte nicht besonders gut sein. Wenn aber selbst mit dieser einfachen Messmethode Gleichlaufschwankungen nachvollziehbar sind, ist das sicher interessant, denn es bedeutet, dass die Schwankungen recht gross sind.


    Gruss
    Daniel

    Gruss Daniel


    Gewerblicher Teilnehmer, Entwickler HiFiBerry

  • Hallo,
    ich habe ein Manticore MB6 Netzteil für Synchronmotoren.


    Das Signal wird dort per 8Bit Schieberegister erzeugt, mit fester 90° Phase. So ähnlich wie im CMOS Cookbook beschrieben.


    Die Endstufe für 106Vss ist, wenn ich mich recht entsinne, ein diskreter OP mit Motorola MPSA92er Transistoren. Die sind dann in Brücke geschaltet. Also insgesamt 4 Endstufen.


    Die A92 können natürlich nicht so viel Strom ab und waren ja für hohe Spannungen gedacht.


    Nur so als allg. Input.


    Tschau,
    Frank

    ] Vorhandensein von Musik - Zuhandensein von Klang [

  • Quote

    Original von hb
    Kleine Anregung für eine wirklich schöne Motorendstufe: http://www.teresaudio.com/manuals/schematic.gif


    Hmm, viele Bauteile... Was wären die Vorteile gegenüber einem simplen TDA2040?


    Momentan favorisiere ich die 2040-Lösung. Die passt erstmal für alle und ist schön billig und belastbar. Gerne darf natürlich jeder eine eigene Endstufe dranhängen. Wenn es aber Gründe gibt, lieber etwas anderes an der Stelle einzusetzen, bin ich da durchaus zu Anpassungen bereit.

    Gruss Daniel


    Gewerblicher Teilnehmer, Entwickler HiFiBerry

  • Quote

    Was wären die Vorteile gegenüber einem simplen TDA2040?


    Nun ja, die Endstufe selbst ist so kompliziert nicht. Das ist prinzipiell einen Single-Ended-Endstufe, die auf eine Stromquelle als Last arbeitet. Zweifellos sehr "audiophil" für eine Motorsteuerung, aber auch ein kleines bisschen durchgeknallt.
    Vielleicht ist deine Idee, die Motorenstufen von der Signalerzeugung zu separieren gar nicht schlecht. Dann kann man recht einfach unterschiedlich kranke Dinge realisieren ;).

  • Quote

    Original von hb
    Kleine Anregung für eine wirklich schöne Motorendstufe: http://www.teresaudio.com/manuals/schematic.gif


    Das fällt mir gerade noch auf: Hier wird ja auf einen Tiefpass der PWM-Ausgabe komplett verzichtet, denn das Signal am Port P1.7 ist definitiv nicht analog, da der eingesetzte uC wohl keinen internen DA-Wandler hat! Die nachfolgende Transistorstufe ist also eine reine Schaltstufe.


    In dem Falle sollte ein 6db-Filter wirklich völlig ausreichen.


    Eine Separierung der Endstufe ist eh kein Problem. Ich werde aber eine Platine inkl. Endstufe machen. Wenn man nämlich pro Baugruppe eine eigene Platine macht, hat man am Ende eine Menge winziger Platinen (die Steuerung selbst besteht ja wirklich lediglich aus einem Mikrocontroller und einer handvoll Bauteilen). Natürlich darf auch da jeder die Platine nach seinen Wünschen abspecken und verkleinern.

    Gruss Daniel


    Gewerblicher Teilnehmer, Entwickler HiFiBerry

  • Hier mal zum Stand der Dinge, die ich momentan noch einbauen werde:


    1 x Umschalter 33/45
    2 Taster +/- für Feinabstimmung Frequenz oder Phasenlage
    1 x Umschalter Frequenz/Phase (dieser Schalter bestimmt, ob mit den 2 Tastern die Frequenz oder die Phasenlage angepasst wird)


    3 LEDs rot/grün/rot - momentan dafür vorgesehen, im Setup-Modus die Ausgangsspannung der Endstufe zu prüfen (zu wenig/ok/zu viel)


    Damit sind immer noch ein paar Ports für zusätzliche Features möglich. Wer auf die Bestückung der Taster verzichten will, kann eine einmalige Feinabstimmung auch über die serielle Schnittstelle vornehmen.


    Noch irgendwelche Wünsche?

    Gruss Daniel


    Gewerblicher Teilnehmer, Entwickler HiFiBerry