SME 30xx Neuverkabelung - Messerlager


  • Hallo zusammen,


    wie neulich schon mal angekündigt, habe ich heute meinen 3012 durchgehend verkabelt.
    Hier die erforderlichen Schritte mit Bildern.
    Einige Bilder sind mit Detailaufnahmen hinterlegt, man braucht nur draufzuklicken .


    Links das originale Kabel und rechts das neue Kabel aus Cardas.
    Es ist in einen Spiralschlauch eingezogen, darüber eine Schirmung (z.B. vom Koax Antennenkabel) und abschließend Gewebeschlauch zur netteren Optik.
    Das Kabel ist 1,50 Meter lang, wovon ich 50 cm offen lasse für die Armverkabelung.


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    Als erstes werden die Gewichte entfernt und in einen Behälter abgelegt.


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    Nun die alte Steckeraufnahme freilegen (Aluhülse entfernen - ist bei mir etwas modifiziert um einen Abgang nach unten zu bekommen)


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    Nachdem man die Mimik entfernt und abgelötet hat,
    nutzt man das alte Tonarmkabel als Zugdraht für das Neue.
    Auf die Erdung achten - die geht nur bis zur vorderen Messerlagerbefestigung und ist dort angelötet - links die Öse an dem blauen bzw. schwarzen Draht - also nicht dran rumziehen und abreißen.


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    Die Schraube zur Sicherung des Headshelladapter nun herausdrehen und ebenfalls ab in den Behälter.
    Das Headshell soll unbedingt in der Aufnahme verbleiben, auch schon des Handling´s wegen -
    später mehr.


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    Nun den Bügel der Messerlagerhalterung über die zwei Befestigungsschrauben demontieren und den Gummiwulst im Tonarm vorsichtig herausnehmen.
    (ist auf dem Bild nicht zu sehen, da er hinter den Tonarm gerutscht ist.
    Zu Details das Bild anklicken)


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    Nun kann das Headshell unter leichtem hin und herdrehen aus dem Arm herausgezogen und das Kabel vorsichtig nachgezogen werden.
    (auf die "Nahtstelle" achten)


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  • Eigentlich schon fast geschafft, wäre da nicht noch der Austausch des Messerlager.


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    Dazu das alte Lager über die zwei Schrauben lösen, an der vorderen Befestigung ist die Tonarmmasse über eine der zwei Lötfahnen mit angebracht.
    Die hintere Befestigung ist über ein direktes Gewinde im Arm verschraubt.


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    Die zweite Fahne mache ich mir zu Nutzen, indem ich einen kurzen Kupferdraht dort anlöte und dadurch eine recht gute Führung habe, um die vordere Lagerbefestigung wieder an ihren Platz im Tonarm zu führen.
    Hierdurch hat man sich weitere Demontagearbeiten am Arm gespart und man muß nicht mit einer Pinzette oder ähnlichem Werkzeug hantieren.
    Die Demontage erfolgt nach verschrauben des Lagers durch Erhitzen des Drahtes - das geht recht gut.


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    Nun das Kabel durchziehen, den Gummiwulst wieder in den Arm drücken und den Bügel befestigen.
    Die Zugentlastung des neuen Kabel habe ich mit Schrumpfschlauch gemacht.


    Nachtrag:
    Bitte darauf achten, das man auch über den Kabelauslass hinaus die Kabel verdrillt hält -
    es kann sonst bei niederohmigen MC´s zu Einstreuungen kommen.
    (die Verkabelung auf dem Bild ist "offen")


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    Anschließend die Kabel für die Headshellaufnahme passend ablängen.
    Beim Verzinnen hilft Plastikfermit, um ein fortschmelzen der Isolation zu vermeiden.


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    Beim Verlöten des Adapters unbedingt das Headshell montiert lassen, es schützt unter anderem die Federkontakte vor dem Hitzetod.


    Abschließend das Kabel verdrillen und die Schrumpfschläuche mit z.B. einem Fön erhitzen.


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    Wenn das Headshell sich nach der Montage zu leicht im Arm verdrehen läßt, kann man die "Bremse " am Adapter (vor der Fixierschraube) mit einem Schlitzschraubendreher etwas aufbiegen.
    Hier ragen die Schrumpfschläuche relativ weit über die Lötstifte, die Stifte haben zwar noch genügend Raum zur Bewegung, besser ist aber etwas mehr "Luft".


    Abschließend die weiterführende Armerdung anlöten und Fertig.


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    Das kann man natürlich auch "nur" als Armverkabelung durchführen,
    das Messerlager aus Buntmetall ist Geschmackssache.
    Weil es sowieso offen liegt, sollte es auf jeden Fall auf Schäden an den Auflageflächen geprüft werden.


    Als Verkabelung empfehle ich eine durchgehende bis zum Phonopre.
    Die am Adapter abgelängten Kabel nutzt man zur Headshellverdrahtung um ein homogenes Kabelgefüge zu bekommen. (!)
    Die Armerdung kann man auch direkt mit der Schirmung des Chinchkabel verbinden und muss nicht separat geführt werden.
    Empfehlung:
    Abschließend die original Aluhülse zur Schirmung nicht vergessen.


    Das geht natürlich genau so in der Cinchausführung .


    Hier noch mal ein Bild mit der alten Armverkabelung im Vordergrund und dem notwendigen Werkzeug.


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    Viel Spaß beim eigenverantwortlichen Selbermachen ;)


    So long,
    Tom

  • Hallo Tom,


    da hast Du Dir aber wirklich viel Mühe gemacht - sehr schöner und informativer Artikel.


    Das von Dir beschriebene Plastikfermit - wo bekommt man das?

  • hallo,
    da ich zwar nicht tom bin aber von berufs wegen mit dem zeug zu tun habe:
    plastic fermit ist installationszubehör und dient üblicherweise dem abdichten von abflussrohrverbindungen.
    bekommen kannst du das bei dienem klempner um die ecke oder im baustoff-,oder baumarkt.
    packmengen 125,250,500gr in dosen so wie auf den fotos zu sehen.
    grüsse
    marc

  • Hallo Tom!


    Super Artikel!
    Wie klingt´s?
    Was kostet das Kabel eigentlich?


    Analogische Grüße

    Ich habe meine Meinung. Bitte verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen.
    Mythology Zeus/Zeta/Aventurin6-TD160SMkV/Magician-CDX3-WA 2255-Audioanalyse A9-Pro 30D-NF/LS-Explorer, Gewerbl. Teiln Kabelbau

  • Hallo ihr lieben,


    habt noch etwas Geduld, ich werde Euch noch genaueres weitergeben.
    Da wir dieser Tage unseren ältesten Sohn durch seine erste heilige Kommunion geführt haben und wir ihm das Organisatorische nicht zumuten können, gibt es frühestens ab morgen mehr.


    So long,
    Tom

  • Hi zusammen,


    so, zu den Bildern - nix Hightech sondern normale Digitalkamera, wie ich sie seit gut drei Jahren nutze.
    Es kommt ein wenig indirekte Sonne unter der Markiese und Blitz dazu - fertig.


    Zu den Kosten hab ich mal reguläre Preise und die Bezugsquellen zusammengestellt.
    Wie sie aus den Listenpreisen bezeichnen sind zeigen sie die eigentlich Obergrenze der Investition auf.


    Etwas Plastikfermit kann man z.B. beim Installateur schnorren.


    Messerlager bzw. Bronzebasis über Analog Tube Audio .


    Das selbstgebaute Phonokabel:


    Kabel Cardas, Bezug z.B. über: die Nadel -
    vier Drähte per 10 cm 24,90 €,
    das macht bei 1,5 m 373,50 €.



    Über RS Components


    Spiralkabel:
    d 1,6 mm, Artikel Nr. 265 0584 - 30 Meter 18,67 €
    (alternativ besser Teflonschlauch)


    Gewebeschlauch Schwarz:
    TN 05, Artikel Nr. 1874622 - 5 Meter 4,50 €


    Schrumpfschlauch:
    Y Verbinder, Artikel Nr. 2181432 - 8,63€,
    weiterhin:
    z.B. Sortimentsatz, Artikel Nr. 3948321 - 23,83€


    Cinchstecker:
    z.B. Neutrick, Artikel Nr. 464707 - paar 14,71.


    Koaxkabel zur Schlachtung für den Schirm ca. 1,- €,
    zur Tonarmerdung noch etwas Kabel und eventuell eine Krokoklemme.


    Da zu den aufgezählten RS - Artikel noch die Märchensteuer von 11,25 € hinzukommt,
    ergibt sich ein Gesamtbetrag von ca. 456,- € ohne Versand.


    Es gibt Bezugsquellen, welche wesentlich günstiger sind und die ihr sicherlich ausfindig macht. ;)
    Die Auflistung zeigt lediglich eine unverbindliche Orientierung auf der Grundlage üblicher Listenpreise auf.


    So long,
    Tom

  • Nun, wie klingt es:


    Der Arm spielt alleine durch die Verkabelung in einer anderen Liga und kann mit dem vorherigen nicht verglichen werden.
    Ich erspare mir und Euch jetzt irgendwelche lobhuldigen Beschreibungen bezüglich einer Klangverbesserung.


    Wer das Messerlager mag kann hiermit zur detailreicheren Wiedergabe gelangen.
    Das ist imho jedoch auch TA abhängig, mit einem hochauflösenden TA und der Bronzebasis kann es sich ins Gegenteil umschlagen und lästig werden.
    Jedem nach seinem Geschmack.


    so long,
    Tom

  • Moin,


    habe meinen 3012/2 inkl. Cardas, Bronzelager, Stability und DL103 seit einigen Tagen wieder am Start und bin doch positiv betroffen in klanglicher Hinsicht.
    Um hier ein klangliches Plus zu erreichen müssen doch schon ganz erkleckliche Summen aufgefahren werden.



    Gruss,
    Christoph

    Gewerblicher Teilnehmer

    AAA Mitglied

  • Nabend,


    hört zwar nur indirekt hierher, aber hat jemand von Euch Erfahrung in Sachen Umbau auf durchgängige Verkabelung bei einem Linn Ekos?

  • Hi Tom,


    wirklich schöner Bericht.


    Zwei kurze Anmerkungen dazu:


    1. Da sage noch mal jemand, Kabel würden keinen Einfluss auf den Klang haben. Übrigens habe ich schon von anderer Stelle (hallo Gerhard) gehört, dass eine Neuverkabelung des SME-Armes diesen in eine ganz andere Liga katapultieren würde.


    2. Ich sags ja schon lange: Digitalkameras können wirklich klasse Bilder machen. Ich für meinen Teil kann jedenfalls auf die analoge Fotografie verzichten. Sorry Leute, aber ich kann nun mal nicht überall Analog bevorzugen. 8)


    Gruß,


    Thorsten

  • Hallo Thorsten,


    Zitat:
    2. Ich sags ja schon lange: Digitalkameras können wirklich klasse Bilder machen. Ich für meinen Teil kann jedenfalls auf die analoge Fotografie verzichten. Sorry Leute, aber ich kann nun mal nicht überall Analog bevorzugen. >


    Zwei spitze Steine, drei flache und ein Paket Kies.
    Er hat Jehova gesagt ! :D:D:D


    Gruss,
    Christoph


    P.S: Solltet Ihr keine Monty Python Fans sein, bitte vergesst meinen Beitrag :D

    Gewerblicher Teilnehmer

    AAA Mitglied

  • Naja, kommt doch ganz schön was zusammen... Aber klar, gute Kabel haben einfach Ihren Preis.
    Gibt es eigentlich 2 Zoll Arme ;)

    Ich habe meine Meinung. Bitte verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen.
    Mythology Zeus/Zeta/Aventurin6-TD160SMkV/Magician-CDX3-WA 2255-Audioanalyse A9-Pro 30D-NF/LS-Explorer, Gewerbl. Teiln Kabelbau

  • Hi zusammen,


    Quote

    1. Da sage noch mal jemand, Kabel würden keinen Einfluss auf den Klang haben. Übrigens habe ich schon von anderer Stelle (hallo Gerhard) gehört, dass eine Neuverkabelung des SME-Armes diesen in eine ganz andere Liga katapultieren würde.


    Nun Thorsten, neben dem Kabel gehört auch der Wegfall unnötiger Verbinder dazu.
    Wenn man sich vor Augen hält, das beispielsweise die winzig kleine Ströme eines MC mit teilweise großen Übergangswiederständen zu kämpfen haben, braucht man sich nicht zu wundern, das Detailinformationen auf der Strecke bleiben.


    Der Chinchübergang ist mbMn kein Idealfall, die Bullet Plugs bzw. die neuen WBE Verbinder gehören mit zur Ausnahme.
    Bei der Wahl einer solchen Steckverbindung sollte imho auf Metallanteile wie Nickel o.ä. vollkommen verzichtet werden.
    Das kann man übrigens mit einem kleinen Magneten an einem Faden prüfen.
    Es macht sich klanglich positiv bemerkbar!
    Es gibt weitere Steckverbinder, welche man nicht hört,
    besser als jeder Stecker ist keiner.


    Wem das zu aufwendig ist, der kann z.B. Lackdraht außen am Arm mit ein paar Klebestreifen fixiert bis zur Phonostufe führen. - Kurze Wege sind die besten.
    Das ist nicht unbedingt Wohnzimmertauglich und Lackdraht hat die Eigenschaft zu brechen.
    (daher mein Tipp zur Außenverkabelung)
    Zur Herstellung dieser Lackdrahtverbinder steht im Forum einiges.
    Die Federkontakte zur Systemverbindung liegen bei ca. 4,- € incl. Schrumpfschlauch.


    So, nun laßt uns zusammen zur Steinigung gehen - er hat das verpönte Wort gesagt.... ;)


    So long,
    Tom

  • Hallo Tom,


    Den Preis für das Cardas Innenkabel finde ich so zu teuer.
    Bei Welborne gibt es das 33AWG Kabel zu USD 1.50/foot, das macht dann bei 1.5m USD 30. Und bei Partsconnexion gibt es 4 x 33AWG with shield für USD 9/foot = USD 45. Dies habe ich allerdings noch nicht bestellt, kenne also die Art der Abschirmung nicht.


    Gruss
    Michael

    ‘‘A HIGH STANDARD OF STANDARDNESS“