Tonarmboards: Drehmomentfrage

  • Moin,


    ich hatte kürzlich eine interssante Unterhaltung mit meinem Steuerberater.


    Er ist seit Ewigkeiten LP12-Fan und erzählte mir er bringe seinen LP12 zur Justage extra zu Herrn Bauer (DPS) nach München.


    Aber nicht um die Federn des Sub-Chasis einzustellen oder den Tonabnehmer justieren, sondern nur Bauer könne das richtige Drehmoment, mit dem die Verschraubung des Tonarm-Boards angezogen sind, heraushören. ?(


    Was haltet ihr von der Sache?


    Cheers


    Fossi

  • Hallo Fossi,


    tja, schwer zu sagen. Natürlich bekommt man durch eine unterschiedlich feste Verschraubung zweier Bauteile auch immer einen unterschiedlichen Grad an Dämpfung für die Schwingungsübertragung über diese Verschraubungsstelle hinweg. Inwieweit die jeweilige Kombination von Tonarm und Tonarmbasis nun auf dieses unterschiedliche Dämpfungsmaß reagiert und ob das gehörmäßig dann auch wirklich eindeutig nachvollziehbar ist, ist wieder ne andere Baustelle. Rega z. B. schwört ja auf das Prinzip möglichst geringer Dämpfung in seinen Tonarmen und Plattenspielern und plädiert vielmehr für eine möglichst schnelle Ableitung von Resonanzen. Gleichzeitig empfiehlt Origin Live wiederum zumindest bei den alten Rega-Tonarmen die Mutter nur eben handfest und dann mit nem Schlüssel noch ne viertel Umdrehung weiter fest zu ziehen, womit eben wieder ne verhältnismäßig "lockere" Verbindung von Arm und Basis gegeben ist. Und die haben sich ja nun auch sehr sehr ausführlich mit den Rega-Sachen beschäftigt.
    Somit können sich durch unterschiedlich feste Verschraubungen von Basis und Chassis sicherlich klanglich unterschiedliche Resultate ergeben, wie ja auch unterschiedliche Materialien der Basen für unterschiedliche Dämpfungen sorgen.
    Ein Vorschlag für die Praxis: Leiht Euch doch mal nen Drehmomentschlüssel aus und überprüft, wie fest der Willi Bauer die jeweiligen Schrauben angezogen hat. Dann habt Ihr den Ausgangswert, von dem aus Ihr Experimente mit härter oder weicher angezogenen Schrauben machen könnt und zu dem Ihr mit Hilfe des Drehmomentschlüssels auch jederzeit wieder zurückkehren könnt.
    Also viel Spaß beim Schrauben und Hören und berichtet mal über Eure Ergebnisse!


    Schönen Gruß


    Peter


    Edit: RS

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  • Hi,
    ich war vor längerer Zeit mehrmals bei Willi Bauer in München und ich hatte den Eindruck, er hat Ahnung von der Materie.
    Wenn er die Verschraubung des Tonarmbretts klanglich optimal einzustellen vermag und wenn der Kunde das
    gut findet, dann spricht doch nix dagegen.


    Willi hat, wenn ich mich recht erinnere, mit der Einstellerei von LP12ern seine Hifikarriere begonnen.
    Irgendwo habe ich noch eine "Stubn Musi" (Willis Ladenzeitung) wo sowas drin steht.


    Die Idee mit dem Drehmomentschlüssel ist natürlich einen Versuch wert.
    Man muß bloß einen finden, der drehmomentmäßig paßt. Also keinen vom Reifenhändler.


    Tschau,
    Frank

    Entspanntes Hören, Frank


    ] Vorhandensein von Musik - Zuhandensein von Klang [

  • Hallo Thomas,


    das war ja wieder mal klar, daß Du so ziemlich jedem Schräubchen diesseits und jenseits des Äquators definiert zu Leibe rücken könntest ... ;-)


    Schönen Gruß


    Peter

  • @ Thomas:


    Das is jetzt ein Scherz, oder? 8|

    Gruß


    GandRalf


    It`s 106 miles to chicago, we got a full tank of gas, half a pack of cigarettes, it`s dark and we`re wearin´sunglasses...


    Get it!!!

    Einmal editiert, zuletzt von GandRalf ()

  • Hallo Thomas,


    dann würde ich an der Wohnungstür schon mal vorsorglich ein Schild mit den Öffnungszeiten anbringen ... ;-)


    Schönen Gruß


    Peter

  • moin,
    erkennst du da etwas lustiges :rolleyes:?(


    Ne! Das ist schon sehr ernsthaftes Zeug! :thumbup:


    Hatte zuerst den Eindruck, als ob für jede Schraube ein Dreher eingerichtet wäre. (rechts außen nur für den Lift des SME... oder so... :D )


    Und dann noch der Satz mit dem fehlenden "Linni".....


    Daher mein Einwurf!! ;)

    Gruß


    GandRalf


    It`s 106 miles to chicago, we got a full tank of gas, half a pack of cigarettes, it`s dark and we`re wearin´sunglasses...


    Get it!!!

  • Ne Gandralf,
    Linni nur wegen des Eröffnungsbeitrages. Gänzlich ohne Wertstellung ;)
    Interessant wäre das mal für diejenigen die ihre TA Schrauben anziehen bis zur Kaltverschweißung.


    Peter wirf nur Steinchen, stört mich nicht, bin umgezogen :D

    LG
    Thomas






  • Hallo!


    Nottingham schreibt in den "Set up tips" dazu folgendes:



    The meaning of tight


    There is a great deal of debate about how tightly you should tighten all of the little screws and bolts when setting up a turntable.
    While we will not offer our thoughts on other manufacturers recommendations,
    we thought you should know about our recommendations for our turntable.


    Tom Fletcher (Founder and head designer at Nottingham Analogue) says: “You should tighten just enough to hold in place.
    Our turntables are generally on the warm side of neutral, by tightening you have the ability to raise frequencies slightly.
    There are not many situations where this will help.”
    Over tightening things will raise the frequency of the turntable thereby exaggerating surface noise and making the table
    bright and strident.


    Gruß,
    Daniel

  • Hallo Daniel,
    das bedeutet letztendlich nur das die vorgegebenen (vorgeschriebenen) Drehmomente der entsprechenden Schraubengrößen ( bis zu einer kleinen Toleranz ) eingehalten werden.
    Das ist also keine Hexerei wenn WB die TA Basis anzieht. Er hat dieses Drehmoment im Gefühl und benötigt (wahrscheinlich) auch keinen Torxwert mehr.

    LG
    Thomas






  • Moin,


    aufgrund des fehlenden Drehmomentschlüssels habe ich mal am TD124 die Extreme "kurz vor ab" und "handfest" gestestet.


    Und? Die zweite Variante spielt eindeutig "lockerer". :D



    Cheers


    Fossi, der sich keinen Drehmomentschlüssel zulegen wird.

  • Könnte aber auch sein das es nicht mehr so "verklemmt" spielt. 8)


    Vollkommen richtig, Thomas. Bei Variante 1 hat Diana Krall einen regelrecht verklemmten Eindruck gemacht. :rolleyes:


    Cheers


    Fossi

    Einmal editiert, zuletzt von fossilinus ()

  • Hallo Daniel,
    das bedeutet letztendlich nur das die vorgegebenen (vorgeschriebenen) Drehmomente der entsprechenden Schraubengrößen ( bis zu einer kleinen Toleranz ) eingehalten werden.
    Das ist also keine Hexerei wenn WB die TA Basis anzieht. Er hat dieses Drehmoment im Gefühl und benötigt (wahrscheinlich) auch keinen Torxwert mehr.

    Hallo Thomas!


    Aber er schreibt doch auch von klanglichen Änderungen und anderen Auswirkungen ("surface noise") durch veränderte Drehmomente beim anziehen der Schrauben oder verstehe ich das falsch? Sinngemäß übersetze ich das für mich vereinfacht: Je fester die Schrauben angezogen werden, desto "heller" wird das Klangbild und umso deutlicher treten Laufgeräusche auf (wohlgemerkt bezieht er sich ja nur auf die von ihm gebauten Laufwerke).


    Gruß,


    Daniel

  • Hallo Daniel,
    natürlich ändert sich auch etwas an der Reso beim anziehen von Schrauben.
    Die Jungs wissen aber um die Änderungen bescheid und knallen ihre Schrauben deswegen auch nicht an. Es macht ja auch keinen Sinn sich dabei andere Probleme einzuhandeln. Etwas mehr als das entsprechende Drehmoment und gut ist es.
    So oder so.

    LG
    Thomas