Was ist von neuen Platten zu halten?

  • Hallo zusammen.
    Ich bin seit einiger Zeit (wieder) vom Plattenvirus befallen.
    Momentan überlege ich, mir einige aktuelle oder remasterte Scheiben zu kaufen. Und da setzt meine Frage an.
    Währen die "alten" Platten vermutlich vom Tonband "heruntergeschnitten" wurden - also analog auf analog, sind neu produzierte oder remasterte Alben vermutlich immer schonmal den Weg übers Digitale gegangen.
    In wie weit, habe ich dann wirklich noch Analogsound, wenn es doch nur ein d/a-gewandeltes Signal ist? ?(
    Gruß
    Stefan

    Ja, ich gebe es zu. Bei mir dreht ein 1210er... :love:

  • Das kann man so natürlich nicht verallgemeinern. Es gibt auch aus den 80er Jahren Platten, die schon digital gemastert wurden und die gut klingen. Oftmals ist das auch vom Genre abhängig. So sind oftmals Pop Platten von vornherein schlecht produziert. Allerdings gibt es auch hier wieder andere Beispiele. Klanglich hervorragende Platten macht beispielsweise auch Stockfish, obwohl die auch schon primär digital aufgezeichnet sind.

    Viele Grüße


    Jörg


    Bin AAA-Mitglied und höre damit. Meine kleine Plattensammlung seht ihr im Musiksammler oder bei DISCOGS.




  • Hallo Jörg,
    der Unterschied der Aufnahmequalität ist das eine. Die Frage ist für mich, ob ich bei Alben digitalen Ursprungs oder Einflusses nicht mit der CD in gleichem klanglichen Maße bedient wäre. ?(

    Ja, ich gebe es zu. Bei mir dreht ein 1210er... :love:

  • Hallo Stefan,


    wenn du neue Pressungen kaufst, kriegst du nichts weiter als auf Vinyl gepreßte CDs.


    Gruß
    Jochen

  • Hallo Stefan,ich denke es gibt auch bei aktuell aufgenommenen Platten gute wie auch weniger gute.Die neue ACDC habe ich als Schallplatte ein Bekannter auf CD.Wir haben beide den Eindruck das die Schallplatte wesentlich besser klingt als die CD.Das gleiche kann ich bei der Diana Krall wie auch bei Kari Bremnes Reise auch nur sagen,das schon ein Unterschied zwischen "schwarz" und "silber" zu gunsten "schwarz besteht. :) Es gibt aber auch viele gut erhaltene gebrauchte Schallplatten die sehr gut klingen


    Gruß Jürgen

    Gruß Jürgen

  • Hallo Stefan,


    wenn du neue Pressungen kaufst, kriegst du nichts weiter als auf Vinyl gepreßte CDs.


    Gruß
    Jochen


    Dieser Verallgemeinerung kann ich so nicht zustimmen; man muss immer wieder den Einzelfall betrachten. Und das gilt sowohl für Neu- als auch für Wiederveröffentlichungen.


    Gruß


    Andreas

  • Hallöchen - meist sind die analogen Scheiben von einem Master mit 24/96 - also 24 bit mit 96kHz gesampled. Das ist auf jeden Fall höher aufgelöst, als eine CD mit 16/44. Das heißt, das digitale Filter hat da nich so zugeschlagen, wie bei der CD.
    Trotzdem - ich als Analog-Fan - so ganz ohne Bits und Samples - das hat was - auch wenn vielleicht etwas Emotion dabei ist....
    Viele Grüße
    Uli

    Viele Grüße von Uli - dem Rheinländer:
    hat von nix 'ne Ahnung - kann aber alles erklären. ^^
    Ist AAA-Mitglied, Realist und plant Wunder
    ;)

  • Guten Morgen.


    Es gibt gutes und schlechtes. Höre gerade Hans Theessinnk - Slow Train und Bridges, (die ich auch auf cd habe) und es ist einfach unglaublich. Ein Hörerlebnis. :thumbsup:
    Mehr Emotion geht nicht, schon gar nicht auf cd. :thumbdown:


    Gruss



    Antonio

  • Hallo zusammen


    Ich habe mir jetzt einige neue Platten zugelegt und muss wie schon hier erwähnt auch das gleiche unterstreichen.
    Es gibt ein paar Aufnahmen die Ihr Geld wert sind aber leider mehr die Ihr Geld nicht wert sind. ;(
    Mit dem muss man(n) sich anscheinend zur Zeit Abfinden.
    Weiß nicht warum div. Pressungen so schlecht sind und auch div. Fehler haben extremen Höhenschlag oder auch Rillengeräusche die einen richtig weh tun.
    Naja das ist halt meine Erfahrung. :whistling:
    Die neu von Dominic Miller, ist aber extrem Geil finde ich, das ist richtig Gutes Vinyl.Traumhafter Klang und Musik sowieso. :thumbsup:
    Also bis dann
    LG
    Andy

    Für jedes Problem gibt es ein Lied.Und es gibt viele Probleme. Charles Aznavour ;)

  • Dieser Verallgemeinerung kann ich so nicht zustimmen; man muss immer wieder den Einzelfall betrachten. Und das gilt sowohl für Neu- als auch für Wiederveröffentlichungen.


    Gruß


    Andreas


    Leider kann man aber praktisch niemals sicher sein. Erst neulich hat ein Mitglied im Steve-Hoffman-Forum nachgewiesen, dass (mindestens) eine der MFSL-Sinatra-Neuauflagen vom Digitalmaster gezogen wurde und das selbst die MFSL-Box aus den frühen 80ern vom gleichen Künstler schon teilweise digital remasterte Versionen enthält. Für eine ganze Reihe der Wiederveröffentlichungen von Classic Records gilt wohl ähnliches. Die Spreu vom Weizen zu trennen ist mithin fast unmöglich, zumal sich die Labels inzwischen - um die Fans nicht zu verprellen - sehr schwer damit tun, dieses Vorgehen zuzugeben. Das Dilemma der Reissue-Labels ist wohl, dass sie mit den Bändern vorlieb nehmen müssen, die ihnen zur Verfügung gestellt werden, und das werden vielfach stinknormale DATs mit einer Auflösung von 16 Bit / 48 Khz sein.


    Arne

    Edited once, last by Arne ().

  • Hallo zusammen,
    ich habe vor einiger Zeit, dieses Thema schonmal angefragt und bin leider auch auf kein schlüssiges Ergebnis gekommen. Meine Frage war primär, ob man sich von einer digitalen Aufnahme, nicht gleich die CD kaufen kann, da ja am Ende nur das digital gemasterte Ergebnis auf Platte gepreßt wird. Was für die Platte spricht, ist natürlich, daß mit einer höheren Auflösung aufgenommen wird, als dann letztendlich auf die CD gepreßt wird. Allerdings bezweifle ich, daß sich die Plattenfirmen die Mühe machen und für den geringen Umsatz, der verglichen mit der CD erzielt wird ein extra Master zu erstellen. Ich kaufe mir Platten von neuen Aufnahmen tatsächlich eher wegen dem Handling und der Vergrößerung meiner Sammlung, als wegen dem Klang, der meiner Meinung nach teilweise sogar schlechter ist, als der der CD, von der Ausstattung ganz zu schweigen. Das einzige, was mich derzeit wirklich nervt und auch der Grund dafür ist, warum ich mir immer seltener aktuelle Pressungen kaufe, ist die lieblose Verarbeitung: Welle, Loch nicht in der Mitte, Störgeräusche, Kratzer (!), Innencover verknickt, Außencover beschädigt, ...
    Bleibt zu hoffen, daß sich das mal wieder ändert, weil sonst dem Laien die Platte als besseres Medium kaum schmackhaft zu machen ist, was sich dann wohl auch wieder in den Verkaufszahlen wiederspiegelt.


    Viele Grüße
    Jan

  • Allerdings bezweifle ich, daß sich die Plattenfirmen die Mühe machen und für den geringen Umsatz, der verglichen mit der CD erzielt wird ein extra Master zu erstellen.


    Offenbar ist gerade das häufiger als man denkt. Schließlich werden die im Vergleich zur CD in vergleichsweise kleiner Auflage hergestellten LPs oftmals von den "Gurus" der Szene wie Bernie Grundman oder Doug Sax gemastert, die beim "Loudness War" nicht mitmachen und sich durchaus der Zielgruppe bewußt sind, für die sie arbeiten. Eine ganze Reihe von Vinylausgaben klingt deshalb trotz digitalen Ausgangsmaterials besser (das heißt vor allem: dynamischer) als die CD. Diana Kralls letzte Platte wurde glaube ich schon genannt, eine andere ist z. B. "Wild Young Hearts" von den Noisettes, die als CD auf einer guten Anlage unanhörbar ist.


    Arne

    Edited once, last by Arne ().

  • Das ist sehr uinterschiedlich. Die meines Wissens erste digital aufgenommene Pop-Platte war die "Bop til you drop" von Ry Cooder 1979. Klingt recht gut. Dann kamen so ab Mitte 80er zunehmend digitale Aufnahmen, auf damaligen Stand der Technik mit 48kHz/16bit. Einige klingen recht gelungen, andere eher dumpf, matt, tot oder steril. Jedenfalls bleibt ein guter Plattenspieler damit unerfordert, denn es fehlt hörbar die letzte Tick an Feindynamik. Ab ca. Mitte 90er rüsteten die Majorstudios auf 96kHz/24bit auf, sofern auch so auf Platte gemastert, setzt sich hier die Platte trotz Digitalmaster von der CD ab. Ich habe kürzlich die "Danger" von Cale/Clapton erstanden, aufgenommen 2006 auf 192kHz/24bit, die wirklich fein aufgelöst ist, klingt nur ein wenig "trocken", es fehlt halt etwas "Schmelz" einer M15... Trotzdem, wenn schon Stan Ricker an der Schneidmaschine sitzt und auf 180g gepresst, kann es nichts schlechtes sein. :thumbup:


    Von MOV erscheinen Reissues, oft als 192kHz-Digitalkopie vom Analogmaster. So auch die "Thriller" und "Off the Wall" von Michael Jackson, klingen auch sehr gut. Von MOV werde ich mir noch weitere Reissues holen.


    Von Kraftwerk erschienen kürzlich alle Werke auf 180g mit schön gemachten Covers als "Digital Remastered". Sehr guter Klang, da wohl auch hier moderne "HD" Auflösung.


    Ich wollte auch die "Hotel California" von den Eagles. Hatte schon eine Enttäuschung aus der Bucht, angeblich m- war dann aber sowas von verkratzt, das mir der Verkäufer kulanter Weise den Kaufpreis zurückerstattet hatte. Dann fand ich im Müllermarkt eine 180g-Reissue, sogar angeblich vom Original-Masterband (laut Aufkleber) - gekauft und gefreut, wirklich eine Platte wie man sie sich immer gewünscht hatte. Da macht neu kaufen wirklich Freude. Der Preis blieb mit 20€ moderat, keiner dieser "High-End-Preise", die man sonst für "dicke Scheiben" abdrücken muß.


    Nicht empfehlenswert dagegen z.B. die Reissues auf Vinyl von Depeche Mode, hier hat man einfach nur das CD-Master auf Vinyl geschnitten, da macht auch die sonst saubere 180g-Pressung den Klang nicht besser. Die Platten klingen hier 1:1 wie die CD, wie ich bei drei verschiedenen Platten mit den Orignal-CDs vergleichen konnte. Da reicht dann vom Klang her auch die CD, die zudem noch Bonustracks enthalten. Lediglich die Plattencovers sind schön gemacht. Also eher was für denjenigen, der Platten einfach "stylish" findet oder eben absoluter alles-von-DepMod-haben-muss-Fan.


    Daher kann ich neue Platten nicht pauschalisieren, es lohnt also Rezensionen und Erfahrungsberichte zu lesen, sei es hier unter Musik allgemein, Plattenrezensionen oder woanders. Ich meine sogar, in den letzten zwei Jahren ist das Angebot an neuen Platten sogar wieder deutlich besser geworden, die Industrie scheint den anspruchsvollen "Schwarzhörer" wiederentdeckt zu haben, auch wenn die Produktionsqualität hier und da noch nicht den Ansprüchen genügt. Ich mußte wiederholt verzogene (Schüssel) Platten feststellen. Andere berichten von Knacksern und Störgeräuschen. IdR werden die Platten aber vom Händler zurück genommen bzw. umgetauscht.

    Gruß André


    Gewerblicher Teilnehmer
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  • Hi,

    Allerdings bezweifle ich, daß sich die Plattenfirmen die Mühe machen und für den geringen Umsatz, der verglichen mit der CD erzielt wird ein extra Master zu erstellen.

    da benötigst Du normalerweise kein extra Master, weil Du beim Mastering eh alles auf mindestens 24Bit/96kHz hast.
    Typischerweise steht die Sample-Rate-Konvertierung auf das CD-Format im Masteringprozess an allerletzter Stelle.


    Wenn die Produktion selbst also nicht totprozessiert wurde, ist die Chance tatsächlich groß, dass die LP besser klingt, als der Silberling.
    Ausserdem überdecken die Nebengeräusche bei der LP zudem digitale Verzerrungen aufgrund Wortlängenreduzierungen und daraus resultierenden
    Kommafehlern. Der Noise-Floor einer LP klingt erheblich angenehmer als diese verlorenen Bits...



    Gruß Ralf

  • @ André:


    Sehr differenziert, entspricht meinen Erfahrungen. Und MoVs kaufe ich ebenfalls sehr gerne.


    Gruß


    Andreas

    Edited once, last by Andreas vom wilden Westende ().

  • Hallo
    danke Arne und Ralf für die Info. Das wußte ich so noch nicht.
    Viele Grüße
    Jan

  • Moin André,


    die erste komplett digital produzierte Schallplatte war 1984 mW die Brother in Arms von den Dire Straits ... war damals die erste offiziell mit dem "Gütesiegel" DDD verkaufte CD ...


    ... die Faith von George Michael dagegen war mW die Erste, bei der alle Instrumente komplett am Computer entstanden ... das war dann 1987 und leider war die digitale Technik noch nicht so weit ... deshalb ist das eigentlich Mono ...


    Aber zurück zum eigentlichen Thema ...


    ... die Aufnahmetechnik ist ein Thema ... die Pressqualität ein anderes ... und die ist bei den meisten Neuerscheinungen eher unterirdisch ... die alten Originale i.d.R. sehr deutlich besser ... aber auch mitunter sehr viel teuerer.

  • die erste komplett digital produzierte Schallplatte war 1984 mW die Brother in Arms von den Dire Straits ... war damals die erste offiziell mit dem "Gütesiegel" DDD verkaufte CD ...


    Dieses falsche Gerücht hält sich leider sehr hartnäckig und das Internet trägt seinen Teil dazu bei. "Brothers In Arms" war das zweite(!) "non classical" Album das komplett digital produziert und veröffentlicht wurde.
    Das erste voll digitale Album (im Sinne von zuerst im Handel) war "California Project" (TELARC CD-85501) von der legendären amerikanischen West-Coast Band "Papa Doo Run Run". Es wurde Januar 1985 in den United Western Studios in Hollywood, CA auf einem der ersten Prototypen einer Mitsubishi X-800 32-Spur Digital-Tonband-Maschine aufgenommen und vor Ort waren sogar einige Techniker aus Japan um den reibungslosen Ablauf zu gewähren. Das "California Project" Album wurde in den USA knapp eine Woche vor "Brothers In Arms" veröffentlicht und die Plattenfirma TELARC hat 1985 zahlreiche Preise für das Album gewonnen.


    Grüße
    Dick

  • Gruß André


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