Klangbeschreibung Denon PMA S10II

  • Guten Morgen,



    um zu beweisen das auch ich des "Schwurbelns" mächtig bin,setzte ich meinen Hörbericht hier mal ein,welchen ich seinerzeit beim Kauf des Denon erstellte.





    Es handelt sich also hierbei um schon existierende Texte, dies nur als Info gesagt.









    Vorab sei aber erwähnt, daß diese Zeilen eher emotionaler Natur entspringen und dies auch bewußt von mir so gehalten wurde.



    Vorgeschichte:



    Der Erwerb des S10II geschah eher zufällig.
    So richtig wusste ich selbst gar nicht, um welchen Verstärker es sich hierbei handelte.
    Der Preis war verlockend niedrig und die Typenbezeichnung ließ darauf schließen, dass der Denon PMA-S10II ein größeres Modell der Firma Denon sein musste.
    Das erste Mal stutzig wurde ich , als mir mitgeteilt wurde,welche Versandkosten für das Gerät auf mich zukommen sollten.
    Als ich diesbezüglich leicht irritiert nachfragte, kam folgende Antwort retour:



    "Na ja, 33 Kilo mit Verpackung".



    Mein Interesse war fortan geweckt...............





    Ich habe in der Vergangenheit etliches ausprobiert, vom 500 Euro Vollverstärker, bis zur 50000 Euro Vor/End Kombi.
    Ein mitlerweile leider in Konkurs gegangener Hifi-Händler, ermöglichte dieses oftmals in früheren Jahren.
    Als Abhörlautsprecher war mir in den letzten Jahren immer die HGP Nightingale dienlich, welche aufgrund Ihres geringen Wirkungsgrads von 80dB, besondere Anforderungen an die Verstärkung stellt.
    Aktuell betreibe ich an der Nightingale eine amerikanische Vor/End-Stufe, genauer gesagt handelt es sich um eine Acurus LS-11, im Verbund mit der Acurus A-200.
    Diese beiden Komponenten entsprangen der einstigen Manufaktur Mondial, denn letztlich handelt es sich bei Acurus um waschechte Aragon Gerätschaften,
    welche damals in ein schlichteres Kleid verpackt worden sind.
    Wahrlich echtes High-End, Leistung, Stabilität und Klangfarben satt, absolut keine Frage.........................





    So, zwischenzeitlich war die Denon nun eingetroffen, mein Gott war der Karton riesig und schwer!
    Als die S10II endlich ausgepackt wurde, hielt für einen kurzen Moment inne, denn "sowas" hatte ich schon seit langer Zeit selbst nicht mehr gesehen.



    Vor mir stand ein Vollverstärker, der wie aus der guten alten Epoche des Hifi empor schritt.
    Groß, mächtig und sehr tief in den Abmessungen.
    Und dann noch diese enorme 30 Gewicht von Kilo, welches jedes Anheben des Geräts zur körperlichen Anstrengung ausgestaltete.



    Sofort schossen mir nachfolgende Gedanken durchs Hirn:



    "Der Denon ist in Champagne , Mist..... alle Geräte von mir sind schwarz
    und wie nun in alles in der Welt, soll ich jetzt diesen Amp in mein Rack hinein bekommen "



    Nach kurzen Querversuchen entschloss ich mich dazu , den S10II einfach fürs erste auf den Boden zu stellen und fing ab diesem Zeitpunkt fleißig damit an, den Denon-Boliden zu verkabeln .





    Der Denon war nun bereit, mit Leben erfüllt zu werden.





    Ein rotes Blinken an der Eingangsfront war das erste Lebenszeichen welches ich wahrnahm.
    Nur wenigen Sekunden später, "klackte" intern ein Relais, dass Blinken hörte spontan auf und wechselte in die vertrauenserweckende rote Dauer-Statusanzeige über.
    Stattdesen waren nun vier grüne Dioden aus dem Gehäuseinneren erwacht, welche mir eine weitergehende Betriebsbereitschaft zusicherten.



    Plötzlich und unvermittelt, durchdrang aber nun ein leichter Geruch von erwärmten Staub den Hörraum.
    Glücklicherweiße war mir aber aufgrund der Historie des Gerätes es nicht unbekannt geblieben, dass der PMA-S10II über einen längeren Zeitraum außer Betrieb stand.
    Deshalb bereitete mir dieser Umstand auch kein übermässig weitergehendes Kopfzerbrechen.



    Ein sogleich durchgeführter händischer Test bezüglich der Wärmeentwicklung ergab schnell,
    dass der S10II einer nicht zu unterschätzenden Wärmeentwicklung unterliegt.
    Die getroffene Entscheidung den Denon offen und frei von Zwängen eines Hifi-Racks zu stellen, hatte sich also im Nachgang als richtig herausgestellt.



    Bis zum Beginn des eigentlichen Hörtest wartete ich ab diesem Zeitpunkt nun einige Stunden.



    Ich konnte regelrecht spüren, wie die innere Anspannung und Erwartungshaltung mit der Zeit sich immer mehr und Nachhaltig sich verstärkte.



    Wie wird sich dieses wunderbare Gerät vom Typus eines Vollverstärkers in der Praxis bewähren und welchen Klang vermag dieser Denon an der heimischen Kette zu entfachen ?





    Ich war jetzt mehr, als nur gespannt ....................



    Nun sitze ich hier vor dem Rechner und probiere so gut es geht eine signifikante und zutreffende klangliche Beschreibung für den Denon niederzuschreiben.
    Ich hoffe, es wird mir gelingen...........



    Wie ja schon im ersten Teil erwähnt, verlangt es meinen HGP Nightingale enorm nach Leistung , weitergehend ist ein sehr guter Dämfungsfaktor in der Verstärkung notwendig, damit diese kleinen Boxen ihr Potential vollends freilegen.
    Wer weiß wieviel Amps ich schon in der Vergangenheit daran getestet hatte, dass Ergebnis war mehr als oft nur unbefriedigender Natur gewesen.



    Meine Skeptsis bezüglich dem Denon verstrich aber schon bei den ersten Klängen, welche über meinen Sony ZA5-ES Dat-Recorder transportiert wurden.



    Ich war baff und erstaunt zugleich, so eine Art der kontrollierten Abbildung hatte ich vorher noch nie an der heimischen Anlage erlebt.
    Frühere Denons zeigten ja mitunder das typische japanische Klangbild auf. Im Grundtonverfall kräftig und impulsiv, der Mittenbereich eher tonal blass strukturiert
    und der Hochton-Bereich dafür mit einer ausgeprägten Tendenz zur Härte.



    All dies ist aber dem Denon PMA-S10II vollkommen fremd!



    Dieser Verstärker beeindruckt durch seine äußert neutrale Wiedergabe, ohne nur im Ansatze analytisch zu wirken.
    Ganz im Gegenteil sogar, man ist befleissigt von einer warmen Wiedergabe zu sprechen, was aber eigentlich nicht stimmt, da ein wie auch immer geartetes Sounding nicht auszumachen ist.



    Nein, es war mir sehr schnell klar, dass es sich bei diesem Verstärker um ein audiophiles Kleinod handelt. Selbst jetzt nach einigen Tagen des intensiven Hörens, erkenne ich keine einzige klangliche Schwäche, Wahnsinn!



    In tonaler Hinsicht drängt sich geradezu ein Vergleich mit meinen Stax Kopfhörern auf, kein einziges Detail in der Wiedergabe wird unterdrückt, alles wird in der gleichen Intensität wiedergeben.
    Die Bühnendarstellung ist geradezu phänomenal, manche Zeitgenossen würden sogar von einer holographischen Abbildung sprechen.



    Der Denon ist genau das, wo nach ich seit nunmehr 20 Jahren gesucht habe !!
    Kraft und Impulsivität, gepaart an einer hochmusikalischen Wiedergabe.



    Auch das eingebaute MC-Modul für den Plattenspielerbetrieb, hat den selben enorm hohen Qualitätsstand inne.
    Eine weitere Anschaffung eines Phono-PreAmps kann getrost gespart bleiben.
    Das ich als ambitionierter KH-Hörer die eingebaute Klinkenverstärkung des Denons jetzt als nicht so ganz hochwertig einstufe, stellt nicht mehr als einen Schönheitsfehler dar.





    Mein Resumee :



    Bei dem Denon PMA-S10II handelt es sich um eine Gattung von Vollverstärker, welcher auch im absoluten Vergleich keinerlei heutige Vergleiche scheuen muß.



    Selten hatte ich bisher das Vergnügen, auf einem ähnlich hohen Niveau Musik wahrzunehmen.



    Von aktuellen Verhältnissen aus betrachtet, kostet diese wunderbare Anmutung von Design, Qualität und Klang, sicherlich 5000-7000 Euro.
    Warscheinlich aber sogar noch deutlich mehr, wenn man den Qualitätsstandart berücksichtigt..........



    Der Denon ist ein audiophiler Traumverstärker und das in jeglicher Hinsicht.



    Absolute Empfehlung meinerseits!





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    Liebe Grüße
    Matthias

    Edited once, last by Matt ().

  • Hallo Mathias,
    du bist waahrscheinlich der Einzige ( ?? ) hier außer mir, der den S 10ii in Betrieb hat, daher wärme ich den alten Thread nochmal auf, denn da habe ich ja genau den richtigen :)

    Ja, was mich interessiert, ist Deine Einschätzung zum verbauten Phonozweig MM/MC.



    MC nutze ich daran nicht, da mein AT an einer eigenen Stufe läuft. MM bisher ebenfalls nicht..denn zu diesem Zweck habe ich ne gewisse Auswahl. Jetzt habe ich mal testweise meinen alten PE 33 dort direkt angestöpselt..ebenfalls ein AT, das AT7v...und bin recht beeindruckt was da in der Kombination aus den LS kommt!


    Hast Du evtl. ähnliche Erfahrungen mit dem S10ii machen können?


    Edit: Du hattest ja bereits dargestellt, dass der Phonozweig an sich hochwertig sei>MC.
    Welche Werte hat den der MC-Zweig bzw. für welche TA ist er geeignet?

    -Gruß Peter-


    `Im Jazzrock steckt die Chance zur Versöhnung von Körper und Geist.` - DIE ZEIT, 27/2003, S. 37.

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