Gleichlauf testen

  • Ich würde gerne bei meinem Rega P3-24 mit TT-PSU den Gleichlauf testen. Da ich jedoch hierfür kein Testequipment habe und selbiges nur in recht teuer gesehen habe, hier mal die Frage, ob es "günstigere" Methoden zum Testen gibt als mit Testplatte und Lampe. Danke vorab.

  • Testplatte mit 3150Hz Dauerton und den digital aufnehmen, den kann dann jemand mit geeignetem Gerät messen. Die Testplatte sollte möglichst frei von Seitenschlag sein, man kann aber anhand der Periodenschwankung passend zu 33,3 diesen Seitenschlag rausrechnen/-denken. Schon rein gehörmäßig, wenn nur leichte Schwebungen aber keine Jauler zu hören sind, ist das i.O. Hören kann man nicht ob nun 0,05% oder 0,03% Abweichungen nach WRMS vorhanden sind. Das sind eher akademische Werte.


    Eine Platte mit Klavier (Flügel), welcher mit lang ausklingenden Anschlägen gespielt wird, offenbart auch, ob der Gleichlauf paßt oder nicht.

  • Gleichlaufschwankungen können aberauch von schlecht gepressten Platten herrühren oder? Habe bei manchen Platten ein extremes "Eiern"-Gefühl, bei anderen gar nicht. Ist halt auch schwer zu bewerten, je nach Musik-Material.

    Testplatte mit 3150Hz Dauerton und den digital aufnehmen, den kann dann jemand mit geeignetem Gerät messen. Die Testplatte sollte möglichst frei von Seitenschlag sein, man kann aber anhand der Periodenschwankung passend zu 33,3 diesen Seitenschlag rausrechnen/-denken. Schon rein gehörmäßig, wenn nur leichte Schwebungen aber keine Jauler zu hören sind, ist das i.O. Hören kann man nicht ob nun 0,05% oder 0,03% Abweichungen nach WRMS vorhanden sind. Das sind eher akademische Werte.


    Eine Platte mit Klavier (Flügel), welcher mit lang ausklingenden Anschlägen gespielt wird, offenbart auch, ob der Gleichlauf paßt oder nicht.

  • Na klar! Das sind die Platten mit nicht zentriertem Mittelloch. Wenn man das hört, kann man es in der Regel auch sehen (Hin und Her wandern des Tonarms). Dann helfen nur noch Geduld und Feile oder Mülltonne.
    Sebastian

  • Eine Platte mit Klavier (Flügel), welcher mit lang ausklingenden Anschlägen gespielt wird, offenbart auch, ob der Gleichlauf paßt oder nicht.

    der Tipp war gut. Mit Keith Jarrett's Köln Concert festgestellt, dass da gar nichts schwankt. Werd ich also mal an die Mittellöcher der schwankenden Platten gehen.

  • Hallo @christidal,



    tröstet mich daß Du auch das Gefühl mit einigen eiernden Platten hast. Ich war letztens auch der Meinung daß mein Dreher (Oracle Delphi 5) irgendwie nicht rund läuft, konnte aber bestimmte "Verschmierungen" immer an derselben Stelle nachvollziehen, bei amderen LPs überhaupt nichts. Solche Unsauberkeiten waren mir mit einem Oracle 4 nicht so bewußt (was für den 5er spricht). Bin fast irre geworden und habe einige Leute, und mich selber vor allem, total verrückt gemacht (inklusive Tauschaktion mit einem anderem Oracle-Besitzer). Mittlerweile glaube ich daß es wirklich noch mehr (!!) schlecht gepreßte Platten gibt als ich dachte. Und das bezieht sich nicht nur auf unzentriertes Mittelloch und Höhenschlag (bei 80% der 180g Scheiben obligatorisch !!) sondern vielleicht auch schon auf den Mastering-Prozeß. Wer weiß. Da sollen zwar Profis an den Schneidemaschinen sitzen, aber manchmal staunt man schon wie mittelmäßig die Qualität oft ist.



    Trotz alledem noch viel Spaß beim Plattenhören mit dem Rega,


    ein feines kleines Teil (hatte damals selber einen),



    Micha

    1: YBA Gala, YBA 1 vor/end/MC-module , McIntosh MR78, YBA CD2, DIY Phonostage, Oracle Delphi 5/SME5/Benz Micro Ebony TR, Accuphase T103, Isoda HZ20D/HA08/HC05, 2: YBA Intégré, YBA CD Integré, Harbeth LS3/5a, PW: Loricraft PRC-3

  • Höhenschlag (bei 80% der 180g Scheiben obligatorisch !!)


    Ich bin bei Dir, aber die meisten Leute würden das nicht so sehen, vielleicht weil sie viel zu tolerant sind. Wenn man Platten anpresst, ist der Höhenschlag (in verschiedenen Formen) unübersehbar.

    Quote

    sondern vielleicht auch schon auf den Mastering-Prozeß.


    Das gibt es bei Reissues vielleicht öfter als man denkt.


    Vor vielen Jahren habe ich japanische CD-Reissues von 60er Jahre Brasil-Alben gekauft, die sonst unerreichbar waren. Die Japaner haben sich mit der Restauration und dem Mastering sehr viel Mühe gegeben und waren auch kompromisslos authentisch: sie hatten offenbar die alten Masterbänder oder alte Kopien benutzt, denen alle Artefakte und Beschädigungen (Kopiereffekte, Drop outs, Leiern, mal läuft an bestimmten Stellen im Hintergrund etwas rückwärts usw.) anzuhören waren. Außerhalb dieser Stellen war es erstaunlich gut. Man hat das Beste draus machen wollen.


    Neulich habe ich eine Doppel-45er von Cannonball Adderleys Things Are Getting Better auf AcousTech gekauft. Lange Jahre zuvor besaß ich diese ursprüngliche Riverside LP bereits als deutsche Metronome/2001 Sonderausgabe, welche einen erstaunlich klaren und dynamischen Klang besitzt. Wollte nun mal wissen, wie es anders geht. Der Klang der 45er ist hervorragend - bis zu dem Punkt, wo gewisse Passagen, in denen das Piano spielt, schrecklich leiern (und nur das Klavier, alle anderen Instrument leiern nicht). Als wäre das Band/die Spur an dieser Stelle zerknittert gewesen. Auf der Metronome-Ausgabe ist das nicht so.
    Auch hier wieder die Vermutung, dass das zur Wiederauflage herangezogene Originalband (Master oder ?) bzw. einzelnen Spuren beschädigt gewesen sind. Ich gehe nicht davon aus, dass der Remasterer das originale Band nicht korrekt hat abspielen können.


    Will sagen: anders als in dem hier genannten, sehr eklatanten Fall, wo es keinen Zweifel gibt, mag es in anderen Fällen subtiler sein. Entweder soweit es geht korrigiert oder einfach gar nicht aufgefallen. Dem aufmerksamen Hörer kann es später durchaus sehr lästig auffallen.
    Es hilft da wohl nur, infrage stehende Titel auf verschiedenen Plattenspielern anzuhören, um die Ursache einzugrenzen.


    Viele Grüsse
    Mario

    Viele Grüsse,
    Mario


    It is good taste, and good taste alone, that possesses the power to sterilize and is always the first handicap to any creative functioning. (Salvador Dali)

  • Bei einem wirkliche guten Dreher mit entsprechender Kette dahinter hört man eigentlich recht schnell die Ursachen heraus. Die sind in der Tat zu 98% bei den Platten zu suchen. Auch viele alte Platten haben Macken, bei den Reissues, die ich bisher erworben hatte, konnte ich außer Verformungen glücklicher Weise nichts negatives feststellen. Aber es zeigt dennoch, das ich nicht gewillt bin, Unsummen für den angeblich perfekten Abtaster auszugeben, wenn es die Platten gar nicht so weit bringen. "Perfekte" Platten gibt es nur ganz wenige, die Mucke die anmacht ist nicht selten auf Pressungen, die besser sein könnten. Damit habe ich mich aber abgefunden, Spaß machen sie trotzdem, auch mit sehr guten TAs und Drehern.