Fertigungsqualität

  • Hallo Freunde von MC-Tonabnehmern,


    mal wieder eine prinzipielle Anfrage zu eurer Erfahrung mit der Fertigungsqualität von Tonabnehmern.
    Ich habe über die letzten Jahrzehnte den Eindruck gewonnen, dass Serienkonstanz nicht gerade eine Stärke der Hersteller von Tonabnehmern ist. Bei MCs scheint mir das deutlich stärker ausgeprägt zu sein als bei MMs.


    Meine, auch hier wieder allgemein gehaltenen, Erfahrungen:


    Tonabnehmer A:
    1. Exemplar nach 3 Jahren Drahtbruch
    2./3./4. Exemplar: jeweils Drahtbruch nach wenigen Wochen
    5. Exemplar lief, hatte aber mit den Exemplaren 1. bis 4. die Eigenschaft gemeinsam nicht besonders abtastsicher zu sein. Die Vermutung, dass dies am Tonarm liegen könnte, haben sich nach Tausch gegen einen SME5 nicht bestätigt. Daher Tausch zum
    6. Exemplar. Auch nicht viel besser.


    Tonabnehmer B:
    Vorführexemplar (für 1 Woche ausgeliehen) lief traumhaft und veranlasste mich zum Kauf.
    1. Exemplar sprang unmotiviert aus der Rille wenn ein kleiner Bassimpuls kam oder die Platte ganz leicht wellig war.
    2./3. Exemplar zeigten dieselbe Eigenschaft, wenn auch nicht mehr so stark ausgeprägt (Garantietausch)
    4. Exemplar lief endlich sauber, hat aber nur ca. 97-98% der Abtastsicherheit des Vorführexemplars


    Tonabnehmer C:
    2nd Hand Kauf eines über 15 Jahre alten Teils:
    Läuft durch alles sauber durch was ich ihm anbiete.


    Prinzipiell bin ich schon der Meinung, dass ein Tonabnehmer jede Platte sauber abtasten muss. Oft hört man das Argument, dass es halt "kritisch gepresste" Platten gibt (typischer Fall ist die "Esther" von ATR). Auch, dass es wohl schwer möglich ist Klang und Abtastsicherheit in Einklang zu bringen. Aber solange es nur einen Tonabnehmer auf dieser Welt gibt, der alles sauber abtastet, scheint das keine unmögliche Forderung zu sein.


    Das scheint mir alles vor allem ein Problem der Fertigung zu sein, kein konstruktiv bedingtes Problem (mir fällt z.B. ein, dass die AudioPhile einmal einen Nachtest mit einem Sao Win durchführen musste, weil das erste Exemplar für Uwe Kirbach leicht unsauber klang. M.E. Typisch).


    Bin ich da zu idealistisch ?
    Muss man mit einer gewissen Qualitätsstreuung einfach leben ?
    Bis zu welcher Preisgrenze muss man das akzeptieren ?
    Gibt es überhaupt eine Firma, die MCs herstellt, die fertigungstechnisch ausser jeglicher Diskussion sind ??


    Freue mich auf eure Erfahrungen und Meinungen (auch wenn es schwer fallen sollte ... ;) ).


    Viele Grüsse




    Micha

    1: YBA Gala, YBA 1 vor/end/MC-module , McIntosh MR78, YBA CD2, DIY Phonostage, Oracle Delphi 5/SME5/Benz Micro Ebony TR, Accuphase T103, Isoda HZ20D/HA08/HC05, 2: YBA Intégré, YBA CD Integré, Harbeth LS3/5a, PW: Loricraft PRC-3

    Edited once, last by micha_bln ().

  • Uups :huh:


    da bin ich aber auf die Beitraege der Forenkollegen gespannt 8o


    Ich hatte schon einige MCs (eines sogar fuer laengere Zeit) besessen, aber dieser Fall ist bei mir nie eingetreten ...


    Ich fahre nur mehr MMs; selbst mein altes AKG (P8ES SuperNova; gekauft 1987) wuerd's noch tun waere das Nadeltraegerlager nicht verhaertet (dieses Problem ist aber generell bekannt) :!:


    Das Problem bei MCs liegt jedoch mE auf der Hand: Die Spulendraehte (die an die Anschlusspins angeloetet werden) sind waehrend des Abtastens - konstruktionsbedingt - staendig einer Vibrationsbelastung ausgesetzt; und was passiert, wenn die "Schleife" des Spulendrahtes trotz Handarbeit 8o nun zu kurz "ausfaellt" :?: 8)


    Ich tippe darauf, dass all diese Tonabnehmer an einem Montag produziert wurden :thumbsup:


    Gruss Stefan

    Malerei verwandelt den Raum in Zeit,
    Musik die Zeit im Raum :)

  • Moin, Micha !


    Mit den höherwertigen MC's von Benz, Scheu, Ortofon und Van den Hul dürfte es kaum solche Probs geben.


    Und mit handselektierten Exemplaren, die natürlich alle ihren Mehrpreis haben.


    Die Standard Denon DL103 haben wohl eine sehr hohe Ausfallquote. Hatte ich 1x - nie wieder.


    Was sagen die Kolleschen zur Serienqualität der Neuzeit ? Würde mich auch interessieren !


    MfG,
    Kaubeu

  • Hi...


    zu der Frage "Gibt es überhaupt eine Firma, die MCs herstellt, die fertigungstechnisch ausser jeglicher Diskussion sind ??" habe ich eine Antwort. Sicher gibt es auch andere Möglichkeiten. Aber nach Jahren des ärgerns über ähnliche Probleme bin ich auf Transfiguration gekommen. Erstaunlich wie präzise die Dinger noch nach Jahren funktionieren, klingen und der Nadelträger dabei absolut!! gerade steht wie am ersten Tag. Das gilt nicht nur für mein Orpheus (jetzt ziemlich genau 5 Jahre oll), auch für ältere Temper.



    Grüße aus der Ruhrstadt :) 8)

  • Ich selbst hatte in den letzten Jahren schon einige MC's unterschiedlicher Preisklassen. Bis auf ein Koetsu Black, das über einen nicht mittig (aber parallel) eingebauten Generator verfügte hatte ich noch keine Probleme. Selbst mein van den Hul "Frog Gold" lief von Anfang an fehlerfrei, obwohl es hier, bedingt durch die Handarbeit schon Ausreisser geben soll. Das wird bei van den Hul aber umgehend nachgebessert.

  • Hallo Micha,


    bist Du sicher, daß die Drähte einen mechanischen Tod gestorben sind und nicht den ESD-Tod?


    Gruß
    Andreas

    Ich bin so alt, als ich damals zur Schule ging, gab es noch keine Handys. Wir haben dann Unterricht gemacht. Wir hatten ja sonst nichts.


    Ein Freund ist jemand, der Dich mag, obwohl er Dich kennt.

  • Kenne nur EndSchallDämpfer, aber wir sind ja hier nicht beim Auto-Tuning... :D



    Mein Ortofon MC30 Super hatte einen Drahtbruch erlitten, bei einer Gesamptspielzeit von


    Ansonsten keine Probleme mit meinen Neuerwerbungen MC10 Super MkII (NOS, Gummi hart) und MC 30 Supreme (eher neu), beide spielen fehlerfrei, das MC10SII ist nach einer leichten Ballistolbehandlung sogar ein Abtastwunder. Kann Ballistol zum Gummierweichen aber dennoch nicht empfehlen, die Gummis quellen auf...zumindest bei Ortofon-MC.


    Generell wird es immer Exemplarstreuungen geben, denn so kleine Teile so präzis fertigen bedeuten einen immensen Aufwand, soll die Toleranz enger gehalten werden.

  • Kann Ballistol zum Gummierweichen aber dennoch nicht empfehlen, die Gummis quellen auf...zumindest bei Ortofon-MC.


    André,


    hast Du es schon mal mit Glyzerin probiert? 8) Bei meinem AKG P8ES SuperNova half leider auch das nicht mehr :(


    Stefan

    Malerei verwandelt den Raum in Zeit,
    Musik die Zeit im Raum :)

  • Wasndas???


    Hallo,


    ESD = Electrostatic Discharge
    Wenn Du statisch geladen bist und nen Pin des Tonanehmers berührst bzw. ein Kabelstück, das damit verbunden ist, dann geht der Puls auf den hauchdünnen Draht. Das sind dann mehrere tausend Volt, zwar mit nem hohen Quellwiderstand (Dein Körper) und mit wenig Ladung dahinter - dennoch kann das elektrische Bauteile kaputt machen. Halbleiter (besonders MOS) sind da extrem empfindlich, aber so dünne Drähte kann man auch schießen. Mancher Tonarm hat dann auch noch eine falsche Masseführung, da ist sowas dann fast schon vorprogrammiert. Ist mir auch schon passiert...


    Gruß
    Andreas

    Ich bin so alt, als ich damals zur Schule ging, gab es noch keine Handys. Wir haben dann Unterricht gemacht. Wir hatten ja sonst nichts.


    Ein Freund ist jemand, der Dich mag, obwohl er Dich kennt.

  • Muss man mit einer gewissen Qualitätsstreuung einfach leben ?

    Vermutlich :( Die Frage ist, ob das so dramatisch ist. Wenn man z.B. 95% der konstruktionsbedingt maximal abrufbaren Qualität erreicht, kann das ja auch ein guter Wert sein.

    Die Standard Denon DL103 haben wohl eine sehr hohe Ausfallquote

    Ich dachte, gerade nicht?


    Epilog: Bei meinen Systemen war ich bisher mit der Verarbeitung immer zufrieden...

  • Ich dachte, gerade nicht?


    Ich hatte mehrere 103(R). Alle Nadelträger waren gerade und vorzeitiges Ableben gab's bei mir auch nie.

  • Hallo Stefan,


    wäre ja schön, wenn es alles Montagsteile wären. Dann wäre mein Glauben an MCs wiederhergestellt ;) . Habe aber eher den Verdacht, das dem nicht so ist. Und das frustriert mich etwas.


    ESD-Einfluß war es definitiv nicht, denn genau darüber hatte ich an anderer Stelle schon einmal etwas gelesen, über genau denselben Hersteller. Und danach war mir einiges klar.


    Bin gespannt, was noch so an Erfahrungen kommt.


    Viele Grüße


    Micha

    1: YBA Gala, YBA 1 vor/end/MC-module , McIntosh MR78, YBA CD2, DIY Phonostage, Oracle Delphi 5/SME5/Benz Micro Ebony TR, Accuphase T103, Isoda HZ20D/HA08/HC05, 2: YBA Intégré, YBA CD Integré, Harbeth LS3/5a, PW: Loricraft PRC-3

  • Ahoi,


    auch mir sind in den letzten Jahren immer wieder Tonabnehmer unterschiedlichster Preisklassen unter die Arme gekommen, bei denen der Fertigungsstandard mehr oder weniger zu wünschen übrig ließ.
    Da war fast alles dabei: schief eingebauter Generator, schiefer Nadelträger, verdrehter Nadelträger oder falsch aufgesetzter "Diamant", Gehäuse oder Pins vermurkst etc.


    Vieles läßt sich ja durch eine veränderte Justage irgendwie kompensieren, so dass eine saubere Abtastung einigermaßen gegeben ist, aber schön ist das bei den Preisen ja nicht gerade.
    Und je höher der Preis, desto ist man ja zu Kompromissen bereit.


    Sicher ist der Aufbau eines TA eine fragile und fummelige Sache, aber wenn man als Hersteller das Ding nicht korrekt zusammengebaut hat, kann man es nicht rausschicken! Und die Stückzahlen die produziert werden, lassen ja eine
    vernünftige Qualitätskontrolle zu.


    Der Einzige der wirklich perfekt war, war ein 103er. Alles im Winkel etc....... :whistling:
    An zweiter Stelle steht jetzt ein Soundsmith....


    LG
    Christian

    Liebe Grüße aus Rheinsberg, Christian!

  • Silberdrahtspulen sollen bezüglich Kanaldefektenanfälliger seinals Kupfer. Im übrigen absolut überlegene Verarbeitung fürs Geld liefert AT. Auch gut Ortofon und Dynavector (ohne Karat).

    Gruß Peter


    Womit ich höre könnt Ihr im Steckbrief lesen