Röhre PL-82 Pro/Contra

  • besten Dank, viel findet man ja wirklich nicht über dieses ovale Chassis. In welchen Radios sitzt er drin ?

    Spielt wahrscheinlich auf dem Niveau wie dieser

    oldiefex

    http://www.methe-family.de/sabacello.htm

    == Gewerblicher Teilnehmer ==

  • Hallo Andreas,


    ich wurde in 2005 mit Saba-Virus infiziert und habe seit dem viele "old-school"-Breitband-Chassis durchprobiert. Es war so ziemilch alles aus deutschen Landen darunter. Auf dem Dachboden liegen noch sehr viele davon "eingelagert".

    Angefangen habe ich auf die Schnelle damit:

    Saba_Greencone_der Anfang.jpg

    Es war Wochenende und ich hatte nur diese Umverpackungsreste da. Aber schon diese ca. 140x70x1cm Pappschallwand hat mich sehr aufgerüttelt. Ich habe die Musik neu entdeckt. Die im Hintergrund als Stütze stehenden Audiostatic-Elektrostaten hatten nicht den Hauch einer Chance...als ich dann noch ein altes Saba-Stereo-Röhrenradio als Endstufe anklemmte, war alles vorbei. Ich habe den ganzen Fertig-Kauf-Mist in der Bucht mit viel Verlust verkloppt und der HiFi-Industrie geschworen: "mit mir verdient Ihr keinen Cent mehr".

    Nun - die Papp-Schallwände sahen nich so gut aus und ich machte mich auf den Weg, etwas Hübscheres zu bauen. Entstanden sie dann die Cellos aus Instrumenten-Holz. Mein Bruder arbeitet bei einer bekannten Klavier/Flügel-Manufaktur in HH und konnte mir da mit Matrial und als Tischler beistehen. Ich bin aber sehr schnell von den 20er-Chassis auf die 26cm-Black-Cones (ebenfalls von Saba) umgestiegen. Sie sind in meinen Augen noch besser in der Feinzeichnung und haben mehr Fläche (Bass) und höheren Wirkungsgrad.

    So sehen die Speaker aus:

    Cello_6.jpg


    und Innenansicht:

    Cello_unten.JPG


    Es ist nicht ein Nagel drin und die Seitenwandstärke beträgt 4mm. Die Verklebung der einzelnen Teilbretter war sehr tricky - muß ich Dir aber nicht erzählen... ;) denn gebogen und verklebt wurde unter Spannung - nix wässern, oder so...


    Inzwischen bin ich auf Altec-Lansing umgestiegen - ist noch besser - aber auch viel teurer:

    Altec-604-8G_Juli_2021.jpg


    Es ist das gleiche Holz, aber nicht als Reso-Box - sondern als Mehrschicht-Aufbau.


    Die Saba-Cellos habe ich aber immer noch - sie spielen einfach schön. :love:


    Gruß Björn

    AAA-Mitglied

  • Interessanter Weg zum Ziel. Auch ich habe mich bereits in den 70er Jahren gefragt (wo ich von Lautsprecher-Details noch keine Ahnung hatte), wieso hart aufgehängte Lautsprecher alter Machart, bei denen Membranaufhängung und Membrane aus einer Einheit bestehen (wie z. B. auch zahlreiche legendäre Gitarrenlautsprecher) in bestimmten Disziplinen (hauptsächlich Feindynamik und Auflösung besonders im Leise-Bereich) vielen typischen HiFi-Lautsprechern deutlich überlegen sind.

    In der Zeit, als ich mich mit dem DAAS Meßsystem beschäftigte, fand ich dann schnell heraus, das alle Lautsprecher, die einen sehr langen Ausschwingprozess bei der Resonanzfrequenz haben (bei der sog. Jacobsen-Messung festzustellen), d. h. sehr kleiner Rms-Wert und sehr hohes Qms, die besten Eigenschaften besitzen.

    Meine Favoriten damals waren für Bass-Mittelton der FANE Studio 12B/12L sowie - für kleinere Konstruktionen der bedingt breitbandfähige FANE Studio 5M sowie als typischer Breitbandlautsprecher der Fostex FE103Σ


    Für Bass-Projekte (Subwoofer) favorisierte ich auch nur verlustarm eingespannte Membranen - hier war Precision Devices (PD-184) mein Favorit (Details bei der Eingabe von ww.tiefbassuebertragung.de ins webarchiv)


    Bei Gehäusen für Breitbänder ist eine dünnwandige Konstruktion, die klanglich zwar einfärbt, im Falle schneller Abklingprozesse aber trotzdem zu einem guten Gesamtergebnis führt, eine gute Alternative gegenüber Sandwich-Bauweise, wo das Gehäuse nahezu vollkommen tot ist. Letzteren wird oft ein steriler und unmusikalischer Klangcharakter nachgesagt, was aber definitiv falsch ist.


    Spannend wäre ein Projekt, bei der eine Endstufe wie dieser unter

    http://www.methe-family.de/pl82_concerto_grosso.htm

    eine aktive Frequenzweiche implementiert wird (bestehend aus einem ohnehin vorhandenen Kondensator im Signalpfad entspr. reduziert) sowie eine Boombox-Abstimmung (Bass-Reflexkanal auf etwa 90-120 Hz abgestimmt mit kräftiger Betonung dieses Bereiches) mit einem dieser erwähnten Breitbänder (dann nur noch als Sat-Box zu verwenden) und ein großvolumiger Subwoofer, der auch im Leisebereich eine präzise und gleichzeitig tiefe Basswiedergabe ermöglicht.


    Hat das schon mal jemand gemacht ?

    == Gewerblicher Teilnehmer ==

  • Die Saba-Cellos habe ich aber immer noch - sie spielen einfach schön. :love:


    Gruß Björn

    Moin,


    die Saba Chellos von Björn durfte ich damals bei Björn hören. Das war richtig gut!


    Ich hatte mir dann auch die schwarzen 25er Sabas besorgt, wurde damit aber nie glücklich.

    Es sind viele Faktoren, die zusammen passen müssen.


    Ich wurde damals (etwa 2006) von Uwe Lynn mit dem Sabavirus infiziert und habe das Thema extrem abgearbeitet... mittlerweile bin ich der Meinung, das es Besseres gibt. Aber es gibt auch Anlagen, wo das stimmig ist.


    von den 20er Saba gibt es ja auch unterschiedliche Ausführungen, von 6500 bis 10000 Gauß. Alle haben Ihre Vor-und Nachteile. Es lässt sich nicht einfach sagen, welche nun am Besten sind.


    Meine RFT und auch die Neuruppin, die ich hatte klangen neutraler, als die Saba. Es kommt aber wohl auch immer darauf an, an was für Chassis man gerät. Wenn man unbedingt so etwas probieren möchte, wird das nicht mehr preiswert und lohnt sich m.M. nicht mehr.


    Für eine einfache Frequenzweiche vor Endstufen gibt es PLLXO (passive line level crossover) Ich wollte das mal probieren, aber meine modernen Endstufen haben einen zu geringen Eingangswiderstand um das praktisch umzusetzen.


    High5/Thomas hat das mal gemacht... ist aber auch länger her und das Forum, wo Thomas dies publiziert hatte gibt es nicht mehr.


    Schönen Abend, Hartmut