Klang zu rechtslastig....

  • Hallo zusammen,
    mein Dreher ist ein Scheu black beauty mit einem Clearaudio Satisfay Carbon und als System fahre ich das Ortofon MC Rondo blue.
    Die ganze Schose habe ich denn vor 2Jahren mit der Schön-Schablone eingestellt, aber irgendwie habe ich das Gefühl/Gehör ;-) dass Stimmen sehr rechtslastig sind.
    Heute habe ich mir denn mal die Zeit genommen alle Einstellungen zu überprüfen. Also der Abstand von Mittelpunkt/Achse und Drehtonarm ist genau 222mm und die effektive Länge, also Abstand Drehtornarm zur Nadel 239mm.
    Nur habe jetzt die von Clearaudio mitgelieferte Schablone zur Einstellung benutzt. Jetzt kommt das dicke Ding: Die Höhen klingen ziemlich spitz, die S-Laute "nerven" mich ganz schön.. Bei der alten Einstellung klang es etwas "dunkler", die Höhen waren aber absolut präsent. Der Bass ist auch eher ....schwammig...vorher ging er tatsächlich eine gefühlte Oktave tiefer und hatte mehr "Pfund". Trotzdem bleibt diese "rechtslastigkeit" bei Stimmen... ich habe jetzt mal das Antiskating variiert, also was mehr und denn wieder etwas reduziert. Das hatte, finde ich ,nichts gebracht.
    Auch etwas mehr oder weniger Auflagekraft als die Empfohlene brachte in Punkt rechtslastigkeit der Stimme nichts...war auch zu erwarten (lach)
    Wenn ich nun die Steckerlein am Verstärker tausche..also die Kanäle ist klar,denn habe ich eine "linkslastigkeit" der Stimmen....es kommt also vom geliebten Dreher.
    Ich hoffe ich bekomme hier den entscheidenden Tipp...


    Danke im voraus und schönes WE euch, Rolf

  • Hallo Rolf,


    so etwas hatte ich mal bei einem Rondo Red. Laustärke rechts eindeutig höher als links. Ich habe erst gedacht, die Verkabelung ist hin. War sie aber nicht. Dann habe ich die nicht perfekte Aufstellung der Lautsprecher dafür verantwortlich gemacht. War aber auch nicht die Ursache (bei CD alles okay). Zuletzt hatte ich das System selbst in Verdacht, und siehe da, links 6 db (!) leiser als rechts. Der Magnet schließlich war defekt. Das System wurde seinerzeit von Audiotrade getauscht.


    Grüße
    Det

  • Moijn,


    ich versuch's mal. Tonarm an der Basis etwas tiefer stellen (0,5 mm und erstmal hören) und das Antiskating um ca. 30-50% reduzieren. Mit dem ersten Parameter steuerst du -minimal- Tonalität und Hochtonschärfe, mit dem zweiten -dto- die Kanalbalance. Zu geringes Auflagegewicht kann man an leisem Prasseln in Leerrillen erlennen.


    Gerade Clearaudio's mit ihren scharfen Nadeln reagieren deutlicher als andere TA auf minimale Veränderungen. Vermutlich hast du die geometrische Grundeinstellung schon getroffen, nun geht es um's "stimmen" (trimmen) in den Feineinstellungen. Grundsätzlich könnten die beschriebenen Veränderungen aber auch aus einem veränderten Nadelazimuth resultieren (Senkrechte der Nadel), je nachdem, wo du rumgeschraubt hast. Kontrolliere auch, ob das Laufwerk noch wirklich in Waage steht und die Tonabnehmerschrauben fingerfest und nicht zu locker sind. Die Nadel sollte außerdem peinlich sauber sein, die sind gerade nach solchen Aktionen gerne verdreckt. Manchmal denkt man nicht dran.


    Grüße,
    Reinhard

    "Mein Gehirn braucht kein Blut, es muss nur feucht gehalten werden" Al Bundy/Eine schrecklich nette Familie

  • Hallo Det, hallo Reinhard,
    danke erst einmal für eure Antworten. :thumbsup:
    Das mit dem Magnet wäre denn schon ein Zufall...das bedeutet ich müsste das System wohl einschicken :-(
    Ich habe mir das System vor 2Jahren als Neuware gekauft...das wäre denn di eOption wenn die Einstellerei nicht fruchtet.
    Gut aber zu wissen dass es da beim Ortofon Rondo wohl Probleme gibt.
    Am Azimuth habe ich nicht dran geschraubt, da bin ich mir 100%sicher.... ich probiere denn erst mal die Tonarmhöhe zu variieren und drehe den Antiskating etwas mehr runter.
    Wäre ja supi wennes "nur" das wäre.


    Vielen Dank nochmal....to be continued ;)


    Rolf

  • Quote

    Gut aber zu wissen dass es da beim Ortofon Rondo wohl Probleme gibt.


    Hi, ich habe hier 2 x Rondo Red und 1 x Rondo Blue. Solche Probleme kannte ich bisher nicht - und lese auch zum ersten Mal davon. Auch wenn man das als Ursache nicht völlig ausschließen sollte, ist es eher unwahrscheinlich. Die Tonarmhöhe wirkt sich eigentlich auf beide Kanäle gleichermaßen aus, so dass auch das eher ausscheidet.


    Ich vermute mal, dass es sich um ein Justierungsproblem zwischen Justierung des TA und Antiskating handelt. Aber erlebt hat man schon vieles. Geduldig muss der Fehler eingekesselt werden.


    BG Konrad

    Edited once, last by silberfux ().

  • Moijn,


    Konrad, der TO beschreibt ZWEI Probleme: tonale Veränderung und Kanalungleichheiten. Also nochmal zum Verständnis: über die Änderung der Tonarmhöhe kann ich die tonale Ausrichtung beeinflussen, über das A-Skating die Kanal(un)gleichheit. Dies sind die häufigsten Ursachen für solche Phänomene bei Drehtonarmen, sofern kein Defekt, eine andere Fehleinstellung (z.B. Mäuseklavier am Phonoeingang, Verstärker-Balanceregler o.ä.) oder zuviel Ohrschmalz vorliegt.


    Der Nadelazimuth ist m.E. die kritischste Justagegröße und bei modernen Nadelschliffen wichtiger als Spurfehlwinkel, Skating etc.. Auch "versehentliche" Abweichungen, die sich z.B. infolge leicht verkantetem Armschaft einschleichen können (bei der Höhenverstellung) oder durch eine zu fest oder zu lasch angezogene Fixierung des Tonabnehmers (nach Ermitteln von Überhang/Kröpfung) können nämlich ebenfalls die beschriebene Effekte verursachen.


    Denn: Veränderungen einer Messgröße zieht immer eine mehr oder weniger große Änderung anderer Parameter nach sich. Das hat klangliche Auswirkungen, sonst könnte man sich das Gefummel ja sparen. Generell sollte man daher am Ende, wenn man meint, fertig zu sein, alle Schrauben kontrollieren, aber auch alle Justagegrößen nochmal kritisch überprüfen (d.h., bei Abweichungen das ganze von vorne, die berühmte "Justage-Orgie") und ebenso die Grundeinstellungen des Laufwerks checken. Das allerwichtigste: wenn es dann tatsächlich zufriedenstellend tönt, den Aufbau tunlichst in Ruhe lassen und nicht ohne Not dran herumfummeln.


    Grüße,
    Reinhard

    "Mein Gehirn braucht kein Blut, es muss nur feucht gehalten werden" Al Bundy/Eine schrecklich nette Familie

  • Lieben Dank erst einmal für die Tipps. :thumbup:
    Ich werde denn alles nochmal kontrollieren und die Einstellungen der Tonarmhöhe und Antiskating variieren...vielleicht ist das ja die Lösung.
    Zu 100% kann ich aber ausschliessen dass ich am Azimutj gedreht habe. Da hat der Satisfy ne extra Schraube an der ich noch nie dran gedreht hab...
    Steht ja auch in der Bedienungsanleitung dass er ab Werk "PERFEKT" :D eingestellt wäre.



    Besten Gruß,Rolf

    Edited once, last by taube Nuss ().

  • Quote

    Zu 100% kann ich aber ausschliessen dass ich am Azimutj gedreht habe. Da hat der Satisfy ne extra Schraube an der ich noch nie dran gedreht hab...
    Steht ja auch in der Bedienungsanleitung dass er ab Werk "PERFEKT" :D eingestellt wäre.

    Ich wär mir da nicht soo sicher . 8)
    Verdrehter Azimuth passt zu den Symptomen .


    Edit : mist ich wollte her doch garnicht rein :rolleyes::D

    Gruß , Dirk.


    -----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Mitglied, obwohl mich der Verein als solches akzeptiert 8)

    Edited 3 times, last by doppelkopf0_1 ().

  • Was die Clearaudio-Schablone angeht: Du hast ja geschrieben, daß Du nach der Einstellung per CA-Schablone eine völlig andere Einstellung hattest als vorher. CA verwendet ganz gerne mal eigene Geometrien, die weitab von den gängigen Geometrien sind. Dies mit dem Hinweis darauf, daß bei "audiophilen" Platten der innere Bereich meist gar nicht bespielt sei. Daher optimiert man für den Außenbereich mit dem Ergebnis, daß Abtatsverzerrungen im Innenbereich umso höher sind. Das könnte evtl auch ein Erklärungsansatz für Deine tonalen Probleme sein. Hast Du mal die Gegenprobe gemacht und das System nochmal mit einer "normalen" Schablone z.B. nach IEC eingestellt?


    Gruß
    Andreas

    Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest. (Saki)


    Optimist: "Geil, schon Mittwoch.",
    Pessimist: "Scheiße, erst Mittwoch.",
    Realist: "Noch 8252 Arbeitstage bis zur Rente."

  • Hallo zusammen,
    Ich hab jetzt nochmal dran rum gedreht und nach der Schön-Schablone eingestellt.
    Fakt ist dass es besser klingt. Auch die Rechtslastigkeit hat sich verändert aber so wie es von CD kommt, also der Sänger/Sängerin wie gemeisselt in der Mitte steht ist es immer noch nicht..
    Auch der Bass ist nicht mehr so tief, die Höhen agressiver. Ob ich das TA vorher durch Zufall so daneben justiert hatte dass es bassiger klingt? Hmmm
    Mit dem Azimuth , das wird an einem Schräubchen auf der Unterseite des Armes eingestellt, damit kann man das Headshell drehen. Fest sitzt das Headshell auf jedenfall....
    Wie kann man denn den Azimuth kontrollieren? Ich müsste da irgendwie sehen ob die Nadel gerade steht....Hmmm....
    Bin zwar nicht mehr ganz so unzufrieden, aber glücklich auch noch nicht.


    Ich verkauf den Krams und hör nur noch MP3,da weiß ich von vornherein dass es scheiße klingt :wacko: :wacko: :P :P :P :P


    Besten Gruß,Rolf

    Edited once, last by taube Nuss ().

  • Rolf,


    bist Du absolut sicher, dass die Verkabelung zwischen Tonabnehmer und Phonostufe (bzw. -eingang) in Ordnung ist? Mache doch mal folgenden Test und tausche die Anschlussdraehte am Tonabnehmer nach folgendem Schema:


    Roter Draht auf weissen Pin
    Gruener Draht auf blauen Pin
    Weisser Draht auf roten Pin
    Blauer Draht auf gruenen Pin


    Dabei die uebrigen Kabel im Signalweg nicht tauschen!!!


    Bleibt nun das Klangbild bzw. die Stimmenwiedergabe rechtslastig, ist es definitiv nicht der Tonabnehmer sondern die Verkabelung!


    Gruss Stefan

    Malerei verwandelt den Raum in Zeit,
    Musik die Zeit im Raum :)

  • Hallo Stefan,
    das ist ne gute Idee und ich werde das mal ausprobieren....


    Danke erst mal, Rolf

  • Hallo Rolf.
    Schau Dir mal das hier an:
    Tech Tip zur geometrischen Justage von Azimut und VTA bei Einpunktern
    Da hab ich beschrieben wie man VTA und Azimuth mit selbst gebauten Hilfsmitteln einstellen, bzw. kontrollieren kann.
    Du hast zwar keinen Einpunkter, aber das Prinzip bleibt ja gleich.
    Wenn nun die Oberfläche vom Systemkorpus parallel zur Plattenoberfläche steht und die Kabel alle in Ordnung sind,
    könnte die Ursache ein schief montierter Diamant sein, d. h. das die Abtastnadel von vorne betrachtet, nicht senkrecht zum Systemgehäuse steht.
    Gruß, Wolfgang

    ........schreibst Du nur, oder hörst Du auch? ...........

    Edited once, last by moddermonster ().

  • Hallo Wolfgang,
    super Anleitung vielen Dank.


    Ich habe mir auch so meine Gedanken gemacht und der Azimuth besagt doch dass die Nadel bzw das Headshell exakt parallel zum Teller bzw. Platte steht, oder?
    Ich hatte mir überlegt wenn ich jetzt einen Anschlagwinkel auf den Teller stelle und das System vorher ausbaue und nur mit dem Headshell auf der geraden Kante
    des Anschlagwinkels lege, müsste man doch eine Fehlstellung erkennen können....


    Jedenfalls bedabke ich mich ganz recht herzlich für die rege Teilnahme an meinem Problem.
    Find ich super....ehrlich.


    Was ich bei all dem Einstellungwirrwarr vergessen hab, war dass ab und zu auch noch ein "kratzendes" Geräusch aber nur auf dem linken Kanal wahr zu nehmen ist.
    Ich probier das mal aus mit dem Azimuth, wer weiss was da passiert ist...ansonsten lass ich das System mal checken.


    Allerbeste Grüße uss Kölle, Rolf

  • Ich habe mir auch so meine Gedanken gemacht und der Azimuth besagt doch dass die Nadel bzw das Headshell exakt parallel zum Teller bzw. Platte steht, oder?


    Hi.
    Die Nadel soll exakt senkrecht in der Rille, bzw. zur Plattenoberfläche stehen. Das hast Du richtig verstanden.
    Wenn Du eine Druckbleistiftmine auf die Oberkante, bzw obere Gehäusefläche des Systems legst, so wie ich es mit dem Papierstück gemacht habe, und das System auf eine alte aber möglichst Plane LP absenkst, kannst Du mit einem Lineal an den beiden Enden der Mine ja die Höhe zur Platte messen. Dann brauchst Du das Sysem nicht ausbauen. Der Teller darf dabei natürlich nicht drehen. Evtl. diesen sichern. Wenn die Nadel aber schief im System sitzt, hilft Dir das wenig. Hast Du eine starke Lupe?
    Das Kratzen in einem Kanal kann durchaus auch von einer schief stehenden Nadel kommen.


    Ach noch was, nicht den Mut verlieren. Vielleicht findet sich ja ein Köllner mit entsprechendem Wissen, der Dich mal besucht und sich den Dreher anschaut.


    Gruß, Wolfgang

    ........schreibst Du nur, oder hörst Du auch? ...........

  • Hi Wolfgang,
    vielen Dank.
    Ich werde das diese Woche mal genau so machen ansonsten lass ich das System eben mal checken. Ne Lupe habe ich , denn werde ich die mal entstauben :P


    Einen schönen Sonntag und lieben Gruß,Rolf

  • Das Ortofon ist mit 1,5 dB "channel balance" angegeben.
    Tonabnehmer sind in der Praxis oft auf einem Kanal etwas lauter als auf dem anderen, und 1,5 dB hört man schon recht deutlich...
    Wenn kein Defekt vorliegt würde ich einfach den Balance-Steller am Verstärker nutzen, sofern vorhanden!

  • Hallo, ich möchte mal eine mögliche Antwort auf die Rechtslastigkeit geben, an die hier noch keiner gedacht hat. Ich denke es hat weder mit Schablonen noch Tonarmhöhen zu tun, sonder damit, das die Tonabnehmer schlicht und einfach sehr unpräzise gebaut sind, egal in welcher Preisklasse. Schräg montierte Diamanten sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Schräg in alle Richtungen! Häufig kann nicht einmal das Verstellen der Tonarmhöhe solche Fehler voll korrigieren. Mit meinem neuen Grado musste ich diese Erfahrung machen. Ich habe die seitliche Schräge des Diamanten mit einer Unterlage ausgeglichen. Und siehe da, was ist passiert, nachdem der Diamant gerade stand? Die Musik spielte nicht mehr aus der Mitte?
    Bei einem MC würde ich sagen das der Winkel der Spulen, mit dem Unterlegen, nicht mehr 45 Grad beträgt und die Musik nicht mehr aus der Mitte kommt. Bei meinem Grado habe ich nun den Nadelträger so gedreht(Vorsicht das geht nur mit einem MI Tonabnehmer), das der Diamant nun senkrecht zur Schallplatte steht und die Musik ertönt wieder aus der Mitte und so gut wie nie zuvor.

  • In Deinem Fall war's wohl (wirklich) der Tonabnehmer :)


    Glueckwunsch zur erfolgreichen OP - der Patient lebt :thumbup:


    NB: Von verdrehten Nadeln bei GRADOs habe ich auch schon des Oefteren gelesen :S


    @taube Nuss: Was Neues??? Ich wollte ja nur helfen 8o


    Gruss Stefan

    Malerei verwandelt den Raum in Zeit,
    Musik die Zeit im Raum :)

  • Ich bin mir fast sicher, das es in deinem Fall auch der Tonabnehmer ist, sein muss. Der Cd player spielt ja aus der Mitte, Wenn das der Plattenspieler nicht kann, dann gehts nicht um Feineinstellungen. (Fast alle High End Tonabnehmer haben einen Diamanten mit eliptischem, Gyger Vdh...oder sonstigem unsinnigen Schliff. Nur der runde schliff ist der einzig richtige, das scheint auch fast niemand mehr zu wissen. Auch wenn die Spulen der MC Tonabnehmer nicht genau 45 Grad zur Plattenrille stehen kommt die Musik nicht mehr aus der Mitte. Was nützt es den Tonarm im Azimut zu drehen, damit der Diamant senkrecht steht, aber die Spulen danach nicht mehr? Ich kann dir nur sagen, das ist nicht nur ein Problem der Grados, sondern der (leider) meisten Tonabnehmer Hersteller.
    Gruess