Erfahrungen mit der "Otto Aikido Phono 1+" Sonderanfertigung
Ich möchte hier mal in dem Forum meine Erfahrungen bezüglich der MM-Phonovorstufe "Aikido PHONO 1+" von Herrn Otto mitteilen. Hierbei geht es mir ausdrücklich darum, keine Werbung zu machen, sondern an der Teilnahme meiner subjektiven Empfindungen.
Alles begann mit dem Erwerb eines Nagaoka OS 300 MP (MM-System, NOS), an meiner Clearaudio Smartphono, die leider überhaupt keine Anpassungsmöglichkeiten bezüglich Impedanz (nur 47 kΩ) und Kapazität (220 pF) offeriert. Irgendwie hörte ich heraus, dass das System ausgebremst spielte und es fehlte etwas an Höhen. Die sprichwörtliche Handbremse war angezogen. An meiner McLaren 603 Vorstufe kam schon die entsprechende Dynamik, aber leider fehlte es noch etwas an Höhen. Bei der McLaren kann ich mittels Cinchstecker die Impedanz anpassen, leider aber nicht die Kapazität verringern. Nun ja, jetzt musste ich zur einer Entscheidung kommen, entweder das System verkaufen oder eine neue Phonovorstufe. Da ich persönlich das Nagaoka für ein Spitzensystem halte, entschloss ich mir für die letztere Variante. Nach stundenlanger Recherche im WorldWideWeb wurde ich hier im Analog-Forum fündig - warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt. Ein Forumsmitglied, der auch ein Nagaoka besitzt, hatte sich bei Herrn Otto eine "Phono 1+" mit einstellbaren Kapazitäten fertigen lassen. Dadurch war mein Entschluss des Kaufes einer Otto MM-Phonovorstufe gefallen.
Jetzt erfolgte die erste Kontaktaufnahme zu Herrn Otto. Absolut technisch versiert erfragte er die Daten des Nagaoka Tonabnehmer. Ich musste passen, da nicht die wichtigen Daten im Beiblatt stehen. Erneute Recherche ergab keine Möglichkeiten, jenes herauszubekommen. Erneutes Telefonat mit Herrn Otto - er bot mir an, ihm das System zu schicken, um es auszumessen. Das nenne ich Service! Jedoch wollte ich wegen der aufwendigen Montage das System nicht ausbauen - selber schuld. Folglich ließ ich mir eine "Phono 1+" mit variablen Kapazitätseinstellungen, wie oben schon bereits erwähnt durch ein Forumsmitglied inspiriert, anfertigen.
Ding dong - die Post ist da! Wie, schon da? Das schon kurz vor Weihnachten, trotz Sonderanfertigung. Gierig auspacken und erstmal anschließen. Wow, Dynamik und die Höhen sind da (Kapazität auf 5 pF) gesetzt. Schon wesentlich besser. Wie immer bin ich wieder einmal sehr kritisch, Perfektionismus ist eine schwere Bürde, bei der tonalen Balance fehlt ein Quentchen. Jetzt ist es erst einmal Zeit, in mich zu kehren. Wie war es noch einmal mit dem Schwingkreis? An welchen Parametern kann ich drehen? Ach ja, Kapazität (Tonarmkabelkapazität so niedrig wie möglich und Phonovorstufe einstellbar) und Impedanz. Impedanz - leider nur nach unten bezüglich der 47 kΩ (parallel eingelötete Widerstände in dem Cinchstecker des Phonokabels) einstellbar. Grübel - wie sieht es mal bei einem anderen MM-System aus? Eigentlich will ich mich dann nicht mehr erneut um eine neue MM-Phonostufe kümmern, schließlich möchte ich einfach nur Musik hören. Also brauche ich eine finale Phonovorstufe, bei der ich an beiden Parametern drehen kann.
Erneutes Telefonat mit Herrn Otto - wie sieht es aus mit einer Cinchbuchse zur Aufnahme des Widerstandes bezüglich der Impedanz und Beibehaltung des 47 kΩ Widerstandes (mit Schalter den 47 kΩ Widerstand oder die Cinchbuchse)? Herr Otto meinte sofort dazu, lass uns nur ausschließlich die Cinchbuchsen nehmen, dann ist kein zusätzlicher Schalter im Signalweg, aber mit dem kleinen Gehäuse wird es wohl zu eng. Sehr positiv beeindruckt hatte mich seine Bereitschaft, ohne wenn und aber, zu einer einer weiteren Umbaumaßnahme und sein Mitdenken, wie mein spezieller Kundenwunsch umzusetzen ist.
Jetzt ist die finale Version der "Aikido 1+ Spezial" mit vierfachem Gehäusevolumen (bei dem kleinen Gehäuse war kein Platz für weitere Cinchbuchsen) daheim. Schnell entschlossen 82 kOhm Widerstände in den Impedanzbuchsen herein gedrückt und hoppla, ab geht die Post. Andreas Vollenweider, der seine Harfe als Gitarre missbraucht, spielt offen und frei auf der Bühne. Dynamik, die einem Angst macht und perfekte tonale Balance. Weitere Scheiben aufgelegt, auch schlechte Aufnahmen, nichts wird verschönt. Es wird alles so dargestellt, wie es auf der Platte gepresst ist. Genauso will es es haben!
Lange Weile während der Bahnfahrt im Heideexpress, Freund und Namensvetter angerufen und ihm mitgeteilt, dass er für seinen Technics SL-1200 MK I mit dem SME 3009 S2 Improved (abnehmbarer Kopf) und dem Ortofon Vinylmaster Silver die gleiche Otto "Aikido Phono 1+ Spezial" benötigt. Mir vertrauend hatte er sofort eine geordert. Nachdem das Gerät bei ihm daheim war, sofort angeschlossen. Die Folge davon war ein absoluter Schock, Musikalität ohne Ende und seine sehr gute integrierte Phonostufe vom Accuphase E-305 (Vollverstärker) wurde deklassiert. Aber nicht nur die, sondern auch sein Accuphase DP-55 (CD-Player) spielt weit darunter, obwohl er CD-technisch das Machbare darstellt und verdammt gut klingt. Jetzt ist er im Zwang, sich das schwarze Goid ohne Ende zu kaufen.
Dank Lucky, einem ehemaligem Forumsmitglied, konnte ich mein heiss geliebtes Technics EPC-205 MK III (MM-System) mittels Walzenreiniger wieder zum Leben erwecken. Natürlich habe ich es erstmal zum Testen an die Aikido angeschlossen. Nun habe ich ein Problem - ich brauche jetzt eine zweite.
Ich hoffe, dass ihr meine Erfahrungen mit der "Aikido Phono 1+ Spezial" von Herrn Otto beim Lesen mit mir gut teilen konntet und zum Abschluss noch ein paar Bilder des "Übeltäters".
Vordere Ansicht:
Hintere Ansicht:
Save the vinyl!
Torsten
