Posts by analog+

    Ich möchte nun mal kurz über meine Vergleiche zwischen DAB+, UKW und Internet berichten, die ich schon vor einiger Zeit gemacht hatte.

    Ausgewählt wurden in Berlin verfügbare Sender; es sind die, die ich über die HiFi-Anlage am meisten höre. Es sind Kulturradio vom rbb, D-Radio Kultur und D-Radio. Diese sind bei mir über UKW und DAB+ gut empfangbar. Hauptsächlich gewertet habe ich Musiksendungen und Konzertübertragungen, weniger Wortbeiträge.

    Mit folgenden Geräte wurde verglichen:

    UKW-Tuner Arcam Delta 80 (BJ.1991)

    DAB+/UKW/Streaming Rotel T14, den hatte ich leihweise.

    Digitalkette Acousence AFIS Musikserver, - Reclocker, -Dac2. Software Roon/Quobuz.

    Streaming mit FritzBox 7590 mit separatem Netzteil , Anbindung via Wlan an Musikserver.


    1. DAB+ vs. UKW, Rotel.

    DAB+ hat deutlich das Nachsehen. UKW klingt bei allen Sendern räumlich besser aufgelöst, körperhafter und klangfarbentreuer, den Unterschied im Rauschen kann man (bei gutem Empfang) wirklich vernachlässigen. Alle Sender arbeiten im DAB+-Betrieb mit einer Datenrate von 96kbit AAC.


    2. DAB+ vs. Internet, Rotel-Acousence Kette.

    Beim Kulturradio vom rbb (Internet 192kbit mp3) klingen beide ähnlich bescheiden, so möchte ich nicht Musik hören. Deshalb verzichte ich hier auf weitere Differenzierungen.

    Die beiden D-Radio Sender klingen über Internet (256kbit AAC) in jeder Hinsicht erheblich besser als DAB+. Sie stehen im Reigen der ARD-Sender im Internet allerdings qualitativ alleine da (s.unten). Über die Acousence-Roon Kette gehört können sie mit UKW konkurrieren.

    Der Anschluß des Digitalausganges des Rotel an die Acousence Kette ändert an der Reihenfolge nichts, obwohl dies dessen Klangqualität natürlich steigert.

    Streaming über die Acousence-Roon Kette bietet die Möglichkeit, Digitalfilter und Samplingrate einstellen zu können, was sich klanglich positiv bemerkbar macht.

    Daß in den Berliner DAB+-Bouquets noch die Kultursender BR-Klassik und WDR5 vertreten sind, macht für mich den Kohl nicht fett: Denn was nutzt das bei Datenraten von 96Kbit bzw. 80kbit AAC?


    3. UKW-UKW , Rotel vs. Arcam.

    Der Rotel ist empfangsstärker, was allerdings bei den Berliner Ortssendern keine Rolle spielt.

    Er klingt etwas brillianter, der Arcam etwas offener und weiträumiger.

    Bei alledem muß beachtet werden, daß beide Tuner zwar gute Geräte sind, aber nicht den besten Analogtunern zugerechnet werden können. Mit diesen wäre das Ergebnis sicherlich nochmal anders.


    Alternative Internet?

    Hier werden viele ARD-Kultur(!) sender nur mit 128Kbit mp3(!) angeboten - u.a. auch Bayern Klassik, der früher mal klanglich weit vorne war. Will man da dem gehypten DAB+ keine Konkurrenz machen?
    Es ist schon irre: Da bieten die ARD-Sender oft ein qualitativ hochwertiges Musikprogramm an und dann soll es Konzertübertragungen nur noch in Küchenradioqualität geben? Nicht jeder kann eine Satellitenschüssel installieren und die Kabelnetze sind keine Alternative.

    Hoffen wir also, daß UKW erhalten bleibt oder sich das ändert! Denn woanders gibt es im Internet etliche Sender die andere Qualitäten bieten: 256 oder 320kbit AAC , auch schon 16/44,1khz flac, häufiger 320kbit mp3 oder 192kbit AAC.
    Ab 256kbit AAC wird`s interessant.

    Übrigens: Mittels mconnect kann man im Auto mit seinem Smartphone via Bluetooth (da gibt`s eine neue klanglich bessere Version) über das Internet streamen: Alle Sender plus Streamingdienste wie z.B. Quobuz, letzteren in CD-Qualität. Das funktioniert erstaunlich gut! Ich denke, daß diese Funktionalität bald in den Autoradios angeboten wird.

    Danke für den Tipp - SwissJazz kannte ich aber schon, aber 98 kbit AAC?


    Hier sind einige (Jazz- und Klassik-) Sender die CD-Qualität streamen:
    - Naim Klassik und Naim Jazz
    - Rondo Classic-Klasu Pro aus Finnland.

    Andere in 320 MP3 oder besser:
    - Die Deutschladradio Sender, immerhin 256 AAC
    - Linn Jazz und Linn Klassik 320 MP3
    - Concertgebouworkest 320 AAC
    - Die Sender von France Musique 192 AAC.

    Wenn du weitere weißt, laß es mich bitte wissen.


    Viele Grüße

    Roland

    Sorry - ich hatte nicht alles gelesen, war mir tlw. in der Tat etwas seltsam.

    Dachte nur, es gäbe dazu mal was präzises, ohne Glaubenskämpfe und

    Grabenkrieg....Sonst wird ja auch über Geräte im Vergleich berichtet.

    Nichts für ungut.

    BG

    Roland

    Ich denke, wir sollten die Gräben mal zuschütten.


    In Zukunft könnte die Rundfunklandschaft doch vielleicht so ausehen:
    Terrestrisch digital DAB+ - für Auto, Küche und Phone.

    Stationär DVB-S Format über Internet.

    Dann müsste man keine Sorgen haben wg. Abschaltung UKW und DVB-S.


    Und man könnte ja nochmal träumen:
    Die ÖR sitzen auf einem riesigen Archiv aus Konzertaufzeichnungen und digitalisierten alten Sendungen im Format 24/48 (Rundfunkstandard; 24/96 wäre mir zwar lieber gewesen, aber da wollen wir jetzt keine neue Baustelle aufmachen).
    Und diese Sendungen könnten doch vielleicht in einem Audio-Archiv im Stream in 24/48 flac zur Verfügung stehen?

    Was denkt ihr?


    BG

    Roland

    Internetradio ist aber kein Ersatz für richtigen Rundfunk (UKW / DAB+ / DVB-S usw.).

    Was ist richtiger Rundfunk?

    Im Internet kann man richtigen Rundfunk hören, mit z.T. besseren Datenraten als DAB+.


    Und nochmal: Die Datenraten bei DAB+ sind nicht festgeschrieben.

    Theoretisch richtig. Praktisch würde man aber bei höheren Datenraten die Senderanzahl im Bouquet verkleinern. Und die soll ja gerade ein Hauptvorteil von DAB+ sein.

    Das Soundprocessing der Sender macht den Klang doch viel mehr kaputt als die Datenreduktion, aber darüber regt sich hier niemand auf. Hauptsache es kommt analog per UKW oder als hochauflösender Internetsream, dann ist jeder Klangbrei ok.

    Wir beklagen uns sowohl über Optimod+Co als auch über reduzierte Datenraten. Kommt beides zusammen, wird`s vollends gruselig. Da haben wir bei UKW und im Internetstream ein Leid weniger.


    BG

    Roland

    Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur verwenden über DAB+ HE-AA V1, also SBR (Spectral Band Replication). Das ist mit LC-AAC beim HR nicht zu vergleichen.


    Man muß also unterscheiden, wovon man redet.

    ...das sollte man in der Tat:

    Ich sprach nicht von DAB+ sondern vom Internetstream der ÖR-Sender!
    Und ich sprach von qualitativ hochwertiger Sendequalität im Radio.
    Und die bietet DAB+ mit den vorliegenden Datenraten nicht.
    Mein Hinweis auf Internetradio geht dahin, daß die ÖR durchaus einen qualitativ besseren digitalen Verbreitungsweg für ihre Programme haben: Das Internet. Man muß dort nur die entsprechenden Datenraten anbieten. Die DR-Sender sind mit 256 AAC das Beispiel für die richtige Richtung - die ist noch nicht das Ziel.
    Warum außer dem DR alle weiteren ÖR-Sender nur mit lausigen Datenraten streamen, wäre mal zu hinterfragen.


    BG

    Roland

    Nachdem die UKW Sender sowieso erst Digital eingespeist werden und dann erst wieder ins Analoge umgesetzt werden, verstehe ich nicht warum das besser sein soll.

    Nun, es kommt immer auf die Zuführung an.
    Wenn man von vorneherein DAB+-Kompromierungen oder die MP3-Komprimierungen einspeist statt DVB-S ist das so.
    Nun wird aber z.B.bei entsprechenden Sendungen oder Direktübertragungen i.d.R. die hochwertigere Variante zugeführt.

    Und das fällt auf. Mein alter Arcam Delta 80

    macht das locker hörbar... Von einem Spitzentuner möchte ich jetzt mal nicht reden.

    Internetradio ist logischerweise auch digital und da kann es bei hohen Bitraten sehr gut klingen (d.h. aber nicht, daß gute HiRes-Files oder die Schallplatte hier getoppt würden...gute Aufnahmen immer vorausgesetzt).

    BG

    Roland

    Im Auto habe ich gar kein Internet. Auch würde es nicht funktionieren, wenn jeder Streamen würde ..

    Davon war nicht die Rede, sondern:

    "DAB+ in den vorliegenden Datenraten taugt nur für Dudelfunk oder Sprechbeiträge oder für`s Auto oder für`s Küchenradio".


    Man muß also unterscheiden, wovon man redet.

    Ich spreche hier von einer heimischen Audioanlage guter Qualität und da taugt DAB+ nichts.
    138 kbit LC-AAC beim HR ist nichts besonderes, LC ist lt..Fraunhofer Gesellschaft sowieso bei allen Bitraten über 64kbit vorgesehen.

    Man kann ja mal den Vergleich zu Hause machen zwischen DRKultur über UKW und DRKultur über Internetstream mit 256 kbit AAC - mit gutem Tuner und gutem Digitalsetup.
    Und:
    Die Quailität von DVB-S könnte man via Internetstream locker toppen; 16/44,1 Flac werden ja schon verwendet. 24/48 (der ARD-Standard) als Flac stellt prinzipiell keine größere Hürde dar. Man braucht ja nicht für jedes Programm Höchstqualität...


    BG

    Roland

    Besser als UKW ist LC-AAC (beim HR mit 136 bis 144 kBit/s) auf jeden Fall

    Davon kann keine Rede sein! Das Thema hatte ich schon mal früher hier abgehandelt.

    Im Übrigen gibt es inzwischen Internetradiosender, die nativ CD-Qualität senden, z.B. Naim Jazz und Naim Klassik und Rodo Klassik aus Helsinki; das Concertgebouw sendet die Konzerte in 320 AAC, französiche Klassik- und Jazzsender oft in 193 AAC, viele andere Internationale wenigstens in 320 MP3.

    DLF und DLF Kultur streamen mit AAC 256. Die anderen ÖR könnten dies locker auch, machen die aber nicht: Z.B. HR und BR-Klassik (!) nur mit 128 MP3: Da will man wohl den Abstand zum favorisierten DAB+ wahren...
    Andere im Internet:

    WDR3 in 256 MP3, RBB Kultur in 192 MP3 (die wollen aber zum Glück UKW beibehalten), SWR und SR ähnlich schlecht.
    Jedenfalls: Mit einem guten digitalen Setup und entsprechenden Datenraten(!) kann ein Internetsender mit UKW mithalten. Das wäre eine Alternative zum abgeschaltetem UKW.
    DAB+ in den vorliegenden Datenraten taugt nur für Dudelfunk oder Sprechbeiträge oder für`s Auto oder für`s Küchenradio


    BG Roland

    In der Tat - ein Schumann-Generator wirkt.

    Ich habe seit 4 Jahren den von Audiophil im Hörraum in Betrieb. Ausstöpsteln will ich den nicht mehr.
    Und jetzt kommt`s: Der reagiert auf die Qualität der Netzkabel und auch auf die der Sicherung...
    So, bevor jetzt wieder seltsame Diskussionen losbrechen:
    Das alles liegt garantiert nur an meiner Imagination und/oder den verbogenen Ohren...


    BG

    Roland

    Hallo,


    nun hatte ich die Gelegenheit, mir den Vollverstärker von Klaus mit einigen meiner Jazz- und Klassikplatten mal anzuhören.

    Ich muß sagen, ich war sehr überrascht:
    Der spielt extrem sauber, differenziert, locker, mit toller Raumauflösung, körperhaft - ich würde sagen irgendwie sehr glaubhaft und selbstverständlich... Ich weiß die Prosa, aber anders kann ich das nicht beschreiben.

    Allerdings sieht er mit seinem äußeren Holzgehäuse inkl. Holzfüßen auch sehr speziell aus. Mir gefällt`s - ich versuche jetzt mal an so ein Ding zu kommen.

    Wer sowas nachbauen kann, sollte das mMn mal unbedingt probieren.


    BG

    Roland