Posts by Markus Berzborn

    Das kann durchaus sein.

    Auch eine Tonbandmaschine kann man einsetzen, dass sie möglichst neutral klingt aber auch so, dass sie etwas zum Sound beiträgt.

    Es ist durchaus nichts ungewöhnliches, dass in Studios einzelne Spuren aus dem Rechner auf Band überspielt werden, damit sie "natürlicher", "schöner" oder was auch immer klingen und dann zurück in den Computer. Habe ich schon mehrmals gehört.

    Zumindest noch vor 10 Jahren.

    Inzwischen gibt es ja sogar Plugins, die solche Effekte bewusst simulieren sollen.

    Zusammenfassend gesagt finde ich halt einfach, man sollte alles etwas lockerer und weniger dogmatisch nehmen.

    Der Endverbraucher kann sowieso in den allermeisten Fällen überhaupt nicht nachvollziehen, was im Studio im Einzelnen alles auf digitaler und analoger Ebene gemacht wurde.

    Erinnert mich sonst stark an die Anfangszeit der CD.

    Da gab es auch so ein paar Fanboys, die kauften grundsätzlich nur CDs, wo "DDD" draufstand.

    Obwohl sie überhaupt nicht kontrollieren konnten, ob die Angabe wirklich stimmte und was im Studio so alles gemacht wurde und obwohl sie, wenn sie denn nicht so dogmatisch gewesen und wirklich zugehört hätten, leicht hätten feststellen können, dass manche ADD- oder AAD-CDs auch nicht schlechter oder sogar besser geklungen haben als so manche DDD-CDs.


    Gruß

    Markus

    Wieso sollte man keine LPs von digitalen Mastern hören, wenn sie gut klingen? Nehmen wir an, man weiß gar nicht, von welchem Master eine bestimmte LP stammt, hat aber 10 LPs, die einem immer sehr gut gefallen haben.

    Auf einmal erfährt man, fünf davon sind digital. Klingen die dann auf einmal schlechter? Oder muss man sie dann auf einmal aussortieren? Was soll der Nonsens.

    Beispielhaft denke ich da immer gerne an Phillip Schulze.

    Das ist ein Elektronikmusiker aus Düsseldorf, mit dem ich mal ein Konzert in Aachen veranstaltet habe.

    Er ist Laptopkünstler und seine Musik ist rein softwarebasiert. Somit kennt er das "Master", er hat es ja selber erstellt im Rechner.

    Vor ein paar Jahren entschied er sich erstmals, etwas auf LP zu veröffentlichen.

    Als er sich das Ergebnis in Form der fertigen Platte zum ersten Mal anhörte, war er total begeistert und meinte, das klinge für ihn persönlich besser als das Original aus seinem Computer. :)


    Gruß

    Markus

    Das war von mir keine persönliche Wertung, ob ich das gut finde oder nicht.

    Ich will nur verdeutlichen, warum sich Digitaltechnik bei komplexen Studioproduktionen durchgesetzt hat.

    Denn letztlich ist Musik, wenn man sie professionell betreibt, auch Business, und da gilt wie in anderen Branchen auch Zeit ist Geld.

    Das ist etwas ganz anderes als auf der Konsumentenseite Musik zu genießen in der Freizeit.


    Gruß

    Markus

    Wie gesagt, über den Klang hochwertiger Bandmaschinen hat sich eigentlich noch niemand wirklich beschwert.


    Aber ich gebe mal ein praktisches Beispiel, warum Musikproduktionen heute in den allermeisten Fällen digital gefahren werden.

    Vor ein paar Monaten wurde ich gefragt, ob ich bei einer kommerziellen Studioproduktion als Keyboarder mitmachen würde. Da sagte ich OK, wieso nicht, sollte auch nur einen Tag in Anspruch nehmen.

    Ich kam also im Studio an als einziger Musiker an dem Tag.

    Schlagzeug und Bass waren schon von den Vortagen im Rechner, die wurden abgespielt und ich habe synchron dazu meine Parts eingespielt.


    Das kannst Du auch alles noch mit einer analogen Mehrspurmaschine genauso machen.

    Nur ist in der Nachbearbeitung digital alles viel schneller und praktischer.

    Du kannst eine bestimmte Passage z.B. dreimal spielen. Und wählst die beste Version aus, fügst die dann schnell in die Spur ein, und die anderen zwei gehen in den Papierkorb.

    Oder man liegt minimal rhythmisch daneben, da kann der Rechner das sogar umgehend korrigieren (quantisieren).

    Oder ein bestimmtes Muster wiederholt sich mehrmals. Dann reicht es, das einmal zu spielen und einfach mit Copy und Paste an den anderen Stellen einzusetzen.

    Oder irgendwelche kleineren Fehler kann man leicht herauseditieren, ohne nochmal den ganzen Track neu einzuspielen.

    Versuch das alles mal in der gleichen Zeit mit einer analogen Mehrspurmaschine.


    Gruß

    Markus

    Leider hat niemand die analoge Aufnahmetechnik weiterentwickelt.

    Was willst Du da weiterentwickeln?

    Der Klang war ja auch so schon hervorragend.

    Aber der ist auch gar nicht der Grund, warum sich Digitaltechnik in der Breite durchgesetzt hat.

    Sondern die ist einfach weit weniger umständlich und kostspielig.

    Und diesbezüglich kann man Analogtechnik eben nicht mehr verbessern, das ist einfach systeminhärent.


    Gruß

    Markus

    OK, da geht es um die analoge Abmischung.

    Das ist weiter verbreitet, als man vielleicht denkt.

    Gerade neulich habe ich noch ein Interview mit Klaus Schulze anlässlich seiner neuesten Produktion gelesen, da sagte er auch, dass er aus klanglichen Gründen nach wie vor analog abmischt.

    Und da geht es ja noch nicht mal um Mikrophonaufnahmen, sondern um rein elektronische Instrumente.


    Gruß

    Markus

    Die nehmen bei Bedarf digital zunächst in hoher Qualität auf, wandeln dann aber bereits die einzelnen Spuren des Rohmaterials in analoges Material für das weitere rein analoge Mastering der Platte um.

    Hat ja auch nicht jeder eine große analoge Mehrspurmaschine.

    Denn erstens ist das alleine schon vom Bandmaterial und von der Wartung her sauteuer und zweitens die Handhabung damit reichlich umständlich verglichen mit der Möglichkeit, beliebige Ausschnitte beliebiger Spuren mit der Maus zu verschieben, zu kopieren, zu löschen usw.


    Gruß

    Markus

    Das "Problem" ist doch, dass von dem verzögertem Signal geschnitten werden muss. Diesbezüglich werde ich um Cuts von Pauler möglichst einen großen Bogen machen. So wie es sich für mich ergibt, wird dort ein digitales Delay verwendet und von diesem geschnitten.


    Das ist aber seit Jahrzehnten Standard. Die Ausnahme ist es, wenn es NICHT so ist. Wie etwa bei den schon erwähnten Speakers Corner oder Analogue Productions.


    Gruß

    Markus

    Die Bezeichnung "HD-Vinyl" ist natürlich technisch reiner Blödsinn.

    Aber könnte ein geschickter Marketing-Schachzug sein, da viele mit einem Begriff wie "HD" positive Assoziationen verbinden, obwohl er auf diesen Bereich überhaupt nicht anwendbar ist.


    Gruß

    Markus

    Was den variablen Vorschub angeht: Den gibt es selbstverständlich schon seit Beginn der LP. Sonst würden die Platten nämlich nur ein paar Minuten laufen oder wären auf wenige dB Dynamik eingedampft.

    Übrigens braucht es dazu noch nicht mal ein Delay, man kann es auch manuell regeln.


    Gruß

    Markus

    Speakerscorner und Classic Records arbeiten soweit ich weiss noch mit Analogdelay.

    Mit zusätzlichen Köpfen an der Tonbandmaschine, also ohne Qualitätsverlust.

    Unter "Analogdelay" verstehe ich hingegen im engeren Sinne ein elektronisches Signalverzögerungsgerät, das nicht digital arbeitet, sondern analog.

    Das ist für solche Zwecke eher nicht geeignet, da die meisten dieser Geräte, von denen ich auch noch welche habe, einen deutlichen eigenen Sound haben und auch zusätzliches Rauschen in die Kette einbringen würden.


    Gruß,

    Markus

    Ganz verschieden. Kann man nicht verallgemeinern.

    Aber der Standard ist heute in der Tat 96/24 oder 192/24.

    Häufig wird auch heutzutage selbst bei vorhandenen Analogbändern zum Mastern eine hochauflösende Datei erstellt, da entweder der Lizenzinhaber die Bänder nicht gerne außer Haus gibt oder man gar keine Möglichkeit hat bzw. sich die Mühe nicht machen will, beim Schneiden eine Bandmaschine einzusetzen.


    Gruß

    Markus

    Anscheinend kommt am 25. Mai "Sessions I" von Tangerine Dream auch auf LP heraus.

    Kann ich musikalisch nur empfehlen. Es handelt sich um zwei lange (jeweils ca. eine halbe Stunde) improvisierte Stücke im klassischen TD-Stil, die 2017 in Konzerten in Budapest und Hongkong mitgeschnitten wurden.

    Dann bin ich mal gespannt, ob irgendwann auch "Sessions II" auf Vinyl erscheint. In dem Fall müsste man die Stücke allerdings auf zwei Plattenseiten verteilen, da sie noch länger sind (45 und 50 Minuten).


    Gruß

    Markus