Posts by Chenz

    Jens, dann sind wir aber wieder bei einer Meßplatte, also glatt wie eine CD.

    Nun hieß es doch anfangs das auch die Modulation in der Rille Einfluß auf

    die Skating-Kräfte haben.

    Das paßt jetzt aber nicht mehr. Was nun? Wo ist der Fehler?

    Ist doch ganz einfach. Die Rille gibt der Nadel die Richtung vor. Die Modulation in der Rille erhöht den Reibungswert zwischen Nadel und den Rillenflanken (unsere Musik). Die Skating Kraft "zieht" bei der wirkenden Rotation alles nach innen. Ziel ist es jetzt eine möglichst gleichmäßige Belastung der linken und rechten Nadelseite zu erreichen. Das ist mathematisch aber nur an einem Punkt auf der Platte möglich, nämlich dort, wo die Summe des Vektors der Skating Kraft und der Vektor der entgegenwirkenden Kraft (deine AS Einstellung-Antiskating) null ergeben. Gleichzeitig wirkt auf das System noch der Beschleunigungsvektor der rotierenden Rille der dem Skating-Antiskating-System eine unnatürliche Position aufzwingt, nämlich die langsame Bewegung von außen nach innen. Ziel ist es jetzt den Punkt des Skating-Antiskating-Kräftegleichgewichts so zu legen, dass die unnatürlichen Kräfte die jetzt auf das Nadel/Rillensystem wirken gleichmäßig und niedrig sind, da es sonst zu einseitigen Abnutzungserscheinungen kommt.

    Wenn ich diesen Wert (Skating-Antiskating) jetzt mit einer hochmodulierten Testschallplatte bestimme, besteht die Gefahr der Überkompensation, da der Reibungswert in der Rille zu hoch ist. Wenn das System auf einer unbepressten Plattenseite eingestellt wird, besteht nur das Risiko einer geringen Unterkompensation, da die Reibung und die aufgezwungene Richtung der Rille unberücksichtigt bleibt. Schröder und Ledermann stellen daher die Antiskatingkraft auf einer unbespielten Platte (oder der Rillen freien Innenseite) etwas zu hoch ein (die Nadel läuft langsam nach fast ganz innen) und erreichen so einen guten Wert für eine bespielte LP. Das sind aber alles nur Näherungswerte die sich bei jedem Vinyl verschieben, da spielt dann die Wölbung der LP und die Modulation des Musiksignals eine Rolle. Wenn jetzt oft vom musikalischen "einrasten" gesprochen wird ist damit mathematisch nicht der optimale Skating/Antiskating Wert gemeint, sondern der Punkt an dem die Kanalabweichung des jeweiligen Tonabnehmers durch mannigfaltige Einstellungen kompensiert wird. Das ist dann nur für Deine Ohren optimal aber nicht unbedingt für deinen Tonabnehmer oder das Vinyl. Was jetzt besser ist muss jeder selbst entscheiden.

    Ich stelle den Wert ausschließlich auf unbepressten Plattenseiten ein und bin sogar noch vorsichtiger als Schröder und Ledermann. Wenn sich die Nadel langsam bis ins letzte Plattendrittel bewegt und dort zu Ruhe kommt ist es für mich perfekt. Ich höre mit MM Tonabnehmern die eine relativ hohe Compliance und niedrige Kanalungleicheiten haben. Da ist weniger mehr.


    Beste Grüße Jens.

    Ja, absolut. Nur mit der unbespielten Platte hab ich mich schlecht ausgedruckt. Ich meine eine unbepresste Seite. Gibt ja immer mal Single-sided Vinyl zu kaufen.


    Beste Grüße Jens.

    Hi,


    das Überkompensieren (also eine zu starke Einstellung) entsteht meist bei der Nutzung von Testschallplatten. Wenn man dann mal eine unbespielte Platte auflegt fliegt der Arm regelrecht nach außen. Es ist mit der AS Einstellung (bei mir EPA-100) am Tonarm möglich viel stärker zu überkompensieren als anders herum da ein AS Einstellung kleiner 0 nicht möglich ist. Bei Tonabnehmern mit einer hohen Compliance ist das auch hörbar. Die Kanalbalance ist dann etwas nach rechts verschoben.

    Langfristig äußert sich das in einer einseitig stärkeren Abnutzung des Diamanten und dann nicht mehr kompensierbarer Verzerrungen. Peter Ledermann beschreibt diesen Effekt sehr gut. Die Systeme altern dann vorzeitig wenn das Antiskating deutlich zu hoch eingestellt ist.


    Beste Grüße Jens.

    Hi,


    wie schon recht früh in diesem Thread erwähnt halte auch ich die Methode nach Soundsmith und Schröder am Zielführendsten:


    https://www.sound-smith.com/fa…anti-skating-my-cartridge


    Der häufigste Fehler den man machen kann ist ein zu starkes überkompensieren des AS. Das schädigt auf Dauer Diamant und Platte. Man darf den AS jetzt auch nicht überbewerten. Solche maximal verstärkten bzw. modulierten AS Tracks auf Testschallplatten kommen in echter Musik nicht vor.

    Tastet euch nach der Schröder/ Soundsmith Methode langsam ran. Immer mal mit ner guten Platte gegenhören ob es klanglich passt und gut ist.

    Ich bin mit meiner AS Einstellung auch eher auf der niedrigeren als höheren Seite. Ich hab aber generell mit dem ganzen Einstellgefummel vor über nem Jahr aufgehört und höre einfach gut Musik weil es irgendwann nix mehr bringt hier und dort noch ein paar Milligramm oder Millimeter zu verändern. Wenn alle Einstellungen technisch korrekt sind und das Gehör auch ja sagt, lasst danach um Gottes Willen die Finger davon und genießt einfach eure Musik.


    Beste Grüße Jens.

    Hi,


    ich bin auch ein großer Freund dieses Schliffs (mal vom Cadenza Black abgesehen-da ging die Sache nach hinten los). Er ist neben Micro Ridge der schärfste Schliff mit der besten musikalischen Performance und dabei noch relativ gnädig. Viel Spaß damit!


    Beste Grüße Jens.

    Hi,


    nach dem ich wieder beide Tage mitgenommen habe bestätigt sich das was sich so über die Jahre abzeichnete. Kleiner Anlagen laufen in den kleinen Hotelzimmer meist deutlich besser wie die Großen. In den großen Tagungsräumen ist es dann wieder anders herum. Völlig normal, sollte man meinen. Das ist aber nicht so. Noch immer gibt es einzelne Ausnahmen die in die Kleinen Zimmer völlig übertriebenes Besteck reinpacken. Das kann dann auch nicht klingen. In den großen Räumen sind dagegen mehr Raumtuningmaßnahmen gefragt. Was auf der diesjährigen Messe auch überwiegend mit Bravour gemeistert wurde. Nur bei Valvet/Sperling/Silberstatic hielten sich diese Maßnahmen diesmal in Grenzen. Trotzdem spielte das ganze extrem überzeugend! Jetzt noch ein kleiner, schneller Sub dazu und fertig. Das haben die Jungs dort wieder hervorragend hin bekommen. Ähnlich gut hat es mir bei Audionote gefallen. Da fehlte nichts und es klang sehr überzeugend. Mein klangliches Highlight war wie schon bei der letzten Präsenz dieser Firma Musikelektronik Geithain (RL 933K) in Verbindung mit dem Dr. Feickert Blackbird (SWS-Audio). Leider war ich vom Klang so geflasht, dass ich vergessen habe nach der recht unscheinbaren Vorstufe zu fragen. Vielleicht kann mir das hier noch jemand sagen. Was die Vorführungen angeht, so hat es mir bei Elac am besten gefallen. Hier wurden dem potentiellen Kunden sehr versiert alle Geräte verständlich und detailliert vorgestellt. Neben dem schon bekannten Miracord 90 wurde das kleinere Modell Miracord 70 erstmals gezeigt. Ich fand beide Plattenspieler technisch wie haptisch sehr gelungen. Das mal an einer echten High End Kette zu hören wäre einen Versuch wert. Was ich leider vermisst habe war eine Vorführung mit dem neuen Technics SL-1200G. Warum sieht man den bloß so selten? Ansonsten geht natürlich wie immer ein großes Lob an die Organisation und alle Aussteller eine solche Messe qualifiziert und professionell auf die Beine zu stellen.


    Beste Grüße, Jens

    Hi,

    mein liebstes Yamamoto Headshell ist das HS-4 aus Karbon. Ich nutze es neben dem Technics EPA-100 fast ausschließlich. Alle Headshells habe ich von Herrn Wingender verkabeln lassen. Das hat den Klang noch mal geringfügig aufgewertet. Das HS-4 bringt für mich wie kein anderes Headshell die Eigencharakteristik jedes Tonabnehmers hervor. Es ist im besten Sinne ein Systemhalter ohne dem Klang einen eigenen Stempel aufzudrücken. Das schätze ich im übrigen auch an der Arbeit von Herrn Wingender.


    Beste Grüße, Jens.

    Hi,


    dann will ich hier auch mal wieder was zum Thema schreiben. Ich habe meine PWM ja schon weiter vorne vorgestellt. Aber nochmal kurz: Bandelin Sonorex (13l), ein Grillmotor von Landmann (http://www.ebay.de/itm/Landman…60d700:g:lC8AAOSwk9dZoo0N) und ein 7mm Hohlalurohr aus dem Baumarkt, Abstandshalter aus Schaumstoff oder Hartschaum und Beutelklemmen zum Verspannen. Das Aluhohlrohr wird an einem Ende zusammengedrückt. So verspannt es in der Vierkanntaufnahme des Grillmotors. Die Achse horizontal mit einem Lager kontern und fertig. Ich mache immer 3 Platten pro Waschgang auf die Achse. Ich habe aber mehrere Achsen gebaut und habe so eine Art Wechselmagazin. Pro Stunde schaff ich so ca. 18 LP's. Zur Reinigung nutze ich Aquarium dest. Mit 10% Isopropanol (das ist neu-habei ich früher nicht genutzt) und einem Schuss Tetanal. Wenn die Platten sauber sind wird die ganze Achse hochkannt auf Küchenpapier gestellt. Der Vorteil der Reinigungsmischung ist neben der hervorragenden Reinigungsleistung das Verhalten beim Trocknen. Die Mischung zieht sich als Film komplett innerhalb von 15 min ins Küchenpapier.

    Ein zusätzliches Trocknen ist nicht nötig.

    Alle 30-40 Platten wird die Reinigungslösung durch einen Nanofilter aus dem Laborbereich gefiltert und ist somit immer wieder verwendbar. Man muss nur hin und wieder Isopropanol und Aqua dest. auffüllen um Verluste durch verdunsten usw. auszugleichen. Ich habe mit ein und derselben Reinigungslösung schon ab die 300 Platten gewaschen. Wenn man konsequent filtert ist diese Reinigungsmethode unschlagbar günstig und alles wird perfekt sauber.


    Beste Grüße Jens.

    Hi,


    hier wurde ja von ach so schlimmen Schwingungen die in das Vinyl induziert werden gesprochen. Dabei sind diese durch Rillenmodulation an das System durch die Nadelauslenkungen übertragen Schwingungen doch genau das Musiksignal, welches wir wollen. Ich spreche hier nicht von Laufwerksschwingungen oder Umgebungsschwingungen auf das Plattenspielersystem. Die gilt es um jeden Preis zu verhindern. Vinyl ist doch als Kunststoff eh schon ein sehr gut dämpfendes Material ohne nennenswerte Eigenschwingung. Es hat ein sehr gutes Absorptionsverhalten. Deswegen sind Vinyl-Fußböden ja auch so schön leise. Gibt es dazu vielleicht irgend wo eine Literaturstelle oder irgend welche Messungen. Ist es nicht so, dass eine Überdämpfung der Platte sich auch auf das Schwingungsverhalten des abtastenden Systems überträgt? Wenn das Vinyl derart gedämpft wird reduziert sich mit großer Wahrscheinlichkeit der Anteil an musikalischer Feininformationen da ja zusammen mit dem Vinyl auch Nadel und Cantilever gedämpft werden. Es gibt nicht wenige, die ihre Platten hart an den Teller ankoppeln um die Eigenschwingung zu fördern. Das hat nach meiner Hörerfahrung oft ein spritzigeres, detailreicheres Klangbild zur Folge.


    Beste Grüße, Jens

    Hallo Tom,


    na das klingt doch gut. Übrigens hast Du dich bei Soundsmith auch für exzellenten Service entschieden. Da legen sie großen Wert drauf.

    Wenn die Nadel nach ein paar Jahren runter ist kannst Du das System einschicken und für 299 $ machen Sie es wieder fit.


    Beste Grüße, Jens

    Ne Ne, das machen die schon alles selbst.

    Wäre aber mal interessant wer die OCL Diamanten und Nadel Träger fertigt. Das wollte er mir nicht verraten. Auch bei den Generatoren für ihre eigenen Systeme konnte ich bisher nichts in Erfahrung bringen. Es wird aber sicher japanische Qualitätsware a la Namiki sein.


    Beste Grüße Jens.

    Ja, der ist schon sehr umtriebig. Ich kenne ihn ein wenig persönlich da er auch ein Fan der Grace Systeme ist und als einziger das Grace Label für die offiziellen Nachbaunadeln fürs F9 nutzen darf. Da ich ein F14 habe, wo natürlich die F9 Nadeln passen sind wir ins Gespräch gekommen. Ganz nebenbei sind seine neuen F9 Nadeln der Hammer und stehen den Originalen in nichts nach. Leider brauchen sie recht lange zum Einspielen und kosten richtig Geld.


    Beste Grüße Jens.

    Hallo Luna,


    da du einen Aikido Phono 1 nutzt würde ich dir noch das Grace F8-L ans Herz legen. Es ist zwar ein Vintage MM aber für ca. 150 € bis 200 € noch als gutes Gebrauchtes bei den üblichen Quellen erhältlich.


    http://www.ebay.de/itm/GRACE-F…53891b:g:XQkAAOSwF6dZcabT


    Leider haben auch bei diesen Tonabnehmern die Preise ordentlich angezogen.

    Klanglich dürfte es dem entsprechen was du suchst. Auch die Kombination Grace/Aikido passt ganz hervorragend. Was mir bei diesem Abtaster noch positiv aufgefallen ist, ist seine ruhige Spielweise. Auch stärker abgenutzt Platten werden mit sehr geringen Nebengeräuschen abgespielt.


    Beste Grüße Jens.

    Hi,


    bei diesen Röhren scheinen sich die Geister zu scheiden. Ich habe gleichermaßen von zufriedenen wie unzufriedenen Nutzern gelesen. Diese Röhren sind obwohl edel aufgemacht nix anderes als die üblichen chinesischen ECC83 Derivate. Je nach Schlaltungsprinzip passt es oder eben nicht. Tuberoling kennt halt beide Richtungen besser und schlechter. Ich habe auch ähnliche Erfahrungen gemacht. Bei mir waren es die als Geheimtipp gehandelten RFT ECC82 Röhren (mit ner 1 im Dreieck) die auch nach 50 Stunden unterirdisch klangen. In Deinem Fall macht es Sinn sich erst mal auf die "Roots" zu besinnen und ein paar ordentliche alte Röhren zu besorgen. Es ist dabei völlig egal ob Valvo, Mullard, Brimar, Tesla, RCA, Philips Miniwatt oder gleich Telefunken. Sie alle haben ihren eigenen Sound den man dann eben als warm, neutral hochauflösend oder was auch immer empfindet. Letztlich muss es Dir gefallen. Da es offensichtlich so ist, dass Du mit der originalen Röhren Bestückung nicht zufrieden bist kommst du um weiteres Tuberoling nicht herum kommen. Ich wünsche Dir bei dieser Entdeckungsreise viel Spaß und viel Erfolg.

    Es gibt hier schon eine ganze Reihe von Threads zu dem Thema. Hier einer der letzten:


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    Beste Grüße Jens.