Posts by paschulke2

    Muss ich jetzt auch das BIAS Antiskating Gewicht erhöhen?

    Nein, das ist nicht notwendig. Die nötige Antiskatingkraft hängt von der Nadelform und der Auflagekraft ab. Das SPU Classic N braucht zwar eine hohe Auflagekraft (30 … 50 mN), hat aber eine sphärische Nadel, die unter den üblichen Nadelformen die geringste Antiskatingkraft braucht. Und nachdem man das SPU Classic N mit Sicherheit auch gut ganz ohne Antiskating betreiben könnte, gibt es m. E. keinen Grund, die einstellbare Antiskatingkraft durch ein schwereres Gewicht zu erhöhen.


    Gruß


    Thomas

    Nach etwas Überlegung habe ich als Fingerübung die Schaltung mal in LTSpice simuliert. Die Leerlaufverstärkung des TA7129P ist ja laut Datenblatt trotz nur drei Transistoren recht hoch, sodass der Millereffekt der ersten Stufe kaum noch zuschlägt. Die Eingangskapazität dieser Phonostufe ist also ohne die Kapazitäten durch Aufbau und Verdrahtung ziemlich genau 150pF. In der Praxis wird sie also irgendwo zwischen 150pF und 200pF liegen: Entwarnung.


    Gruß


    Thomas

    Nein, das würde ich erstmal ausprobieren. Wenn's dann am Ende 400pF statt der geforderten 300pF sind, wird das nicht unbedingt zur Katastrophe führen. Wirklich unpassend wäre das dann mit einem Nagaoka MP200-500 (oder Goldring 2x00) MI-System, das wirklich nicht mehr als 200pF sehen will …


    Im Zweifel würde ich auf ein möglichst kurzes und kapazitätsarmes Kabel vom Plattenspieler zum Verstärker achten.


    Gruß


    Thomas

    C115 liegt zwischen Kollektor und Basis der Eingangsstufe des TA7129 (das sind drei Transistoren und ein paar Widerstände - kein Operationsverstärker). Damit beträgt die Eingangskapazität mindestens 150 pF + Verkabelung. Tatsächlich wird sie - abhängig von der Verstärkung der nachfolgenden Stufe(n) und der Gegenkopplung höher sein. Ich würde mal ca. 300pF schätzen, aber in diesem Fall könnte man das vernünftig nur durch Messung bestimmen.


    Gruß


    Thomas

    TiN ist sehr hart und eher dem Bereich der Keramik zuzuordnen. Insofern kann man sich ziemlich sicher sein, dass es sich um eine Beschichtung handelt, die als CVD (Chemical Vapor Deposition) oder PVD (Physical Vapor Deposition) erzeugt wurde.


    Gruß


    Thomas,


    hat solche Schichten schon mehr als einmal analysiert.


    PS: Bitte um Entschuldigung, dass dieser Beitrag nicht in der neuen Amtssprache dieses Forums "Italienisch" verfasst wurde.

    So, hier kommt das PDF mit dem Text zur Messplatte. Den Teil mit Musikbeispielen und Laustprechertests habe ich weggelassen.


    Als Ausschnitt hier noch der Text zur dynamischen Compliance:


    ullstein_c_dyn.jpg


    Ich stelle beruhigt fest, dass mein Gedächtnis noch halbwegs funktioniert …


    Hinweis: In meiner Formel war A die Amplitude und F die Auflagekraft. Hier ist A die Auflagekraft.


    Gruß


    Thomas


    Ullstein-Hifi-Test.pdf

    so einfach ist das nicht, weil dabei die "Skatingkraft" auch noch eine gewisse Rolle spielt, […]


    Ich unterstelle daher, dass bei diesen Testaufbauten, die Streuung der Ergebnisse relativ hoch ist und daher nur recht ungenaue Ergebnisse zulassen.

    Ja, mit einer Messplatte und einem gekröpften Tonarm wird man da locker bei (geschätzten) ±25% sein, was aber nicht besonders kritisch ist. Ansonsten gab es auch Messkoppler, z.B. Bruel & Kjaer. Und als armer TA-Hersteller in großer Messnot würde mir wahrscheinlich auch einfallen, das mit einem ungekröpften Tonarm zu messen, der an der Messtelle genau tangential zur Rille steht.


    Ich hatte versucht darzustellen, warum überhaupt die dynamische Compliance bei z.B. 100Hz eine Bedeutung hat (weil danach gefragt wurde). Und die Bedeutung ist eben die, dass diese Größe die Abtastfähigkeit bei tiefen Frequenzen und damit die notwendige Auflagekraft bestimmt. Deshalb braucht ein Denon DL103 mehr Auflagekraft als ein Shure V15V. Und dieser Zusammenhang steckt in der genannten Formel.


    Betreibt man das System bei einer höheren Auflagekraft als die minimal notwendige Auflagekraft aufgrund der Nadelnachgiebigkeit (was die Regel ist), dann muss sich daraus natürlich nicht eine exakt proportional höhere Abtastfähigkeit ergeben, denn es gibt natürlich noch andere Faktoren, und sei es nur, dass die Aufhängung ab einer bestimmten Amplitude schlicht "am Anschlag" ist. Das hätte ich gestern noch zum DL103 mit 125µm schreiben sollen …


    Bleibt noch die Frage der vielen Frequenzen und Amplituden im Musiksignal und ihr Einfluss auf Aufhängung und Abtastfähigkeit. Deshalb und weil es mehr als nur die Begrenzung der Abtastfähigkeit durch die Nadelnachgiebigkeit gibt, muss (oder sollte …) die Auflagekraft so groß sein, dass die Nadel unter allen real auftretenden Bedingungen nicht den Kontakt zu beiden Rillenflanken verliert.


    Aber, wie bereits festgestellt: Wir sind OT.


    Gruß


    Thomas

    Echt jetzt? Das ergäbe beim guten alten Denon DL103 sagenhafte 125µm...:/

    Das haut auch so rein logisch betrachtet gar nicht hin: die dyn. Nadelnachgiebigkeit ist ja nur zum Teil vertikal, die Auflagekraft ist aber zu 100% vertikal. Da müßte also wenn dann noch ne Winkelfunktion mitspielen... war das jetzt der Sinus oder der Cosinus?? <X


    Gruß

    Andreas

    Bei 100Hz (NICHT bei 300/315 Hz) ist das so unrealistisch nicht. Schon mal eine LP unter der Lupe angeschaut?


    Um die Formel zu verstehen, muss man ein Kräfteparallelogramm aufzeichnen. Ich habe das (für mich) vor vielen (ca. 15) Jahren mal gemacht:


    Die laterale dynamische Nadelnachgiebigkeit kann gemessen werden, indem man die Auflagekraft bestimmt, die gerade ausreicht, um eine bestimmte Amplitude (Auslenkung in Mikrometern) in Seitenschrift (=Monosignal) verzerrungsfrei abzutasten. Die dynamische Nadelnachgiebigkeit C_dyn ist dann:

    C_dyn = A/F

    mit F=Auflagekraft und A=Auslenkung.


    Warum das so ist sieht man, wenn man sich die Kräfte in der Rille ansieht, und zwar im Moment maximaler Nadelauslenkung und in dem Grenzfall, dass die die Nadel gerade beginnt, den Kontakt zur Rille auf einer Rillenflanke zu verlieren:


    Cdyn.png



    Rechts (in blau) ist dieser Fall gezeichnet. Weil wir an der beschriebenen Grenze sind, wirkt die Auflagekraft F_V nur noch an einer Rillenflanke. Auf die Rillenflanke wirkt weiterhin die Kraft F_H ; das ist die Gegenkraft zu der Kraft, die die Nadel auslenkt. Wenn diese beiden Kräfte gleich groß sind, ist die resultierende Kraft F_res genau senkrecht zur Rillenoberfläche und die Nadel hebt gerade nicht ab. Wegen der Gleichheit von F_H und F_V kann man in diesem Grenzfall C_dyn mit der Auflagekraft F_V berechnen.

    Links (in rot) ist der Fall gezeichnet, dass die horizontale Kraft F_H , welche zur Nadelauslenkung benötigt wird, größer als die Auflagekraft F_V ist. Die resultierende Kraft auf die Rille ist nicht senkrecht zur Rillenoberfläche, sondern hat eine Komponente, welche die Nadel aus der Rille heraus bewegt - es kommt zu Abtastverzerrungen.

    Wenn F_H < F_V, dann wird die Nadel einfach nur fester in die entgegensetzte Rillenflanke gedrückt, was nicht zu Abtastverzerrungen führt.

    eine Frequenz setzt nach meinem Verständnis immer eine Bewegung voraus, ein statischer Zustand schließt aber per Definition eine Bewegung aus...

    Die korrekte, vollständige Formulierung wäre gewesen, dass die statische Compliance (etwas) größer als die dynamische Compliance bei 10Hz ist.

    Erst bei der Bewegung der Nadel muss nicht nur Kraft entgegen der Federkraft aufgewendet werden, sondern auch gegen die Reibung des Dämpfungsgummis. Dadurch brauche ich bei der dynamischen Compliance mehr Kraft für die gleiche Auslenkung.

    Wogegen "reibt" der "Dämpfungs"-Gummi denn? Hier geht es ja um innere Reibung, die eben genau zur Viskoelastizität gehört.

    Eine Abhängigkeit von der Frequenz, wie immer wieder behauptet , aber nie mit Quellen belegt wird, ist mir nach wie vor ein völliges Rätsel. Wenn die dynamische Compliance bei 100 Hz gegenüber (was jetzt?) 10Hz bereits um ein vielfaches größer ist, wie verhält es ich dann bei 1000Hz oder 10kHz ...? da geht mir gedanklich sehr schnell die zur Verfügung stehende Auflagekraft aus...

    Zu dem Thema findet man halt wenig (genauer: nichts) in der Audio-"Fach"-Presse. Mehr findet man heute z.B. da, wo sich mit Schwingungsdämpfung beschäftigt wird. Nur als Beispiel eine Dissertation:


    http://www.fzd.tu-darmstadt.de…2_Stretz_Dissertation.pdf


    Seite 35, Abb. 3.8., "Frequenz- und Amplitudenabhängigkeit von Elastomerlagereigenschaften"


    Mit der kleinen Auflagekraft, mit der man z.B. 50µm bei 100Hz abtasten kann, kann man in der Regel ein TA-System auch nicht betreiben. Bei hohen Frequenzen kommt dann noch die Kraft dazu, die zum Beschleunigen der effektiven Nadelmasse benötigt wird.

    ...und wie zum Teufel misst Denon eine dynamische Compliance-Kraft bei 100 Hz?

    Die einzige mir bekannte Methode ist, bei bekannten Massen durch Ermittlung der Resonanzfrequenz die Compliance zu berechnen.

    In dem sie die minimale Auflagekraft bestimmen, die zum Abtasten einer 100Hz Seitenschrift mit z.B. 50µm Amplitude benötigt wird und die von mir genannte Formel anwenden. Aus dem Kopf könnte ich die Ullstein Hifi Test LP nennen, die einen entsprechenden Track hat und im Text die Methode und die genannte Formel dazu nennt.

    wo ist denn in dieser Formel die Frequenz?, wenn sie eine Rolle spielt muss sie auch in der betreffenden Formel ein Faktor sein...

    In die Formel wird die frequenzabhängige dynamische Compliance C_dyn für die abgetasteteFrequenz eingesetzt bzw. es ergibt sich umgekehrt C_dyn bei der abgetasteten Frequenz.


    Mein Bedarf, mich zu diesem Thema herumzustreiten, ist übrigens null.


    Nein, kein Geschwurbel!! Das ist genau, das was ich nicht möchte, sondern logische fundierte Erklärung.

    Na, dann …


    Die Nadelnachgiebigkeit eines TAs kommt in der Regel von der Elastizität der Aufhängung aus Gummi oder einem anderen Elastomer. Fast alle Elastomere haben die Eigenschaft, dass ihre Steifigkeit im bewegten Fall größer ist als bei statischer Belastung – das ist schon mal der Unterschied zwischen statischer Steifigkeit und dynamischer Steifigkeit. Weiterhin nimmt in der Regel die dynamische Steifigkeit auch noch mit zunehmender Geschwindigkeit (also mit zunehmender Frequenz) zu. Beides wird unter dem Begriff "Viskoelastizität" zusammengefasst, der besagt, dass sich ein viskoelastisches Material nicht ideal elastisch (wie. z.B. eine Stahlfeder) verhält, sondern zusätzlich noch eine viskose ("fließende") Komponente hat.


    Die Steifigkeit ist der Kehrwert der Nachgiebigkeit (Compliance). Deshalb nimmt bei Tonabnehmern mit einer Nadelaufhängung aus einem Elastomer ("Gummi") die Compliance zu höheren Frequenzen ab und ist in der Regel bei 100Hz kleiner als bei 10Hz. Der Faktor 1,5 … 2 ist ein grober Erfahrungswert für diesen Unterschied.


    Warum geben nun viele (praktisch alle japanischen) Hersteller die dynamische Compliance bei 100Hz an? Ganz einfach: Daraus ergibt sich direkt die Abtastfähigkeit bei tiefen Frequenzen zu A=C_dyn*F. A ist dabei die Amplitude einer Rille in Seitenschrift die bei einer Auflagekraft F gerade noch verzerrungsfrei abgetastet wird.


    Andere Hersteller geben die statische Compliance an, die in der Regel etwas höher als bei 10Hz sein wird, aber wohl von der dynamischen Compliance bei ~10Hz nicht so weit weg liegt. Mir ist kein Hersteller bekannt, der C_dyn bei ~10Hz angibt.


    Gruß


    Thomas

    Andererseits möchte ich das nun wissen woher diese Faktoren und warum AT die Compliance auf 100Hz bezogen angibt. Andere Hersteller nicht.

    Nein, möchtest du nicht. Du möchtest irgendeine Wohlfühlerklärung - möglichst ohne Physik oder Technik, aber mit viel Geschwurbel. Der Verlauf (nicht nur) dieses Diskussisonsfadens zeigt, dass eine fundierte Auseinandersetzung mit dem zwangsläufig technischen Gegenstand unerwünscht und unsinnig ist. Insofern sollte dir ein audiophiles "ist halt so" genügen. Die Stichwörter hätten sein können: "Compliance und Abtastfähigkeit bei tiefen Frequenzen" sowie "Viskoelastizität von Gummi".

    Hallo Herbert,


    ich wollte auch nicht behaupten, dass du an den falschen Schrauben gedreht hast. Es ist einfach nur naheliegend, dass diese Schrauben nicht mit dem mitgelieferten Inbusschlüssel geöffnet werden können.


    Die Höhe bei abgehobenem Arm soll 6mm über der Platte sein – so steht es auf Seite 17 der Anleitung:


    "The raising and lowering control is adjusted at the factory to raise the stylus approximately .25" (6mm) above the surface of the record and this should be achieved if the arm has been correctly installed and adjusted."


    Gruß


    Thomas

    Nachtrag:


    Wenn das Problem wirklich schleichend aufgetreten ist, dann wird sich wohl die Liftbank nicht "von selbst" verstellt haben. Das könnte wohl eher passieren, wenn jemand beim Einstellen des Arms an den falschen Schrauben dreht. Ich finde es erstaunlich, dass der Inbusschlüssel der Höhenverstellung passt. Ich habe hier einen unbenutzten NOS IIIer, bei dem dieser Schlüssel nicht passt (sondern, wie geschrieben, 1/16") und denke auch, dass das von SME so gewollt war, damit man nicht aus Versehen die falschen Schrauben löst.

    Dass es am Silikonöl liegt, kann ich mir gar nicht vorstellen. Das Öl dient nur zur Bedämpfung des Lifts, die eigentliche Aktion ist mechanisch und nicht hydraulisch.


    Das Verstellen der Lifthöhe wird im eingebauten Zustand nicht komplizierter sein als das Einstellen der Tonarmhöhe.

    • Tonarm in der Halterung (arm rest) fixieren
    • Klemme der Lifteinheit lösen
    • Lifteinheit etwas gegen den Uhrzeigersinn verdrehen (damit der Lift höher kommt) wieder anziehen
    • danach Schraube zur Höhenverstellung lösen
    • den ganzen Tonarm im Uhrzeigersinn in seine ursprüngliche Stellung zurückdrehen. Höhe möglichst nicht verändern.

    Es geht hier sicher nicht um Riesendrehungen.


    Es ist aber natürlich auch möglich, dass an der Liftmechanik etwas kaputt ist. Hat z.B. der Lifthebel großes Spiel?


    Wenn Räke noch Service für den 3009 series III anbietet, ist das natürlich toll (wenn auch wahrscheinlich nicht ganz billig …). SME macht meines Wissens für den IIIer nix mehr - auch keine Ersatzteile.


    Gruß


    Thomas

    Da ist ein Gewinde … man lernt doch nie aus!


    Ist aber - wenn man es sich recht überlegt - sehr sinnvoll, denn für die Lifthöhe im angehobenen Zustand wirken sich ja bereits kleine Änderungen so weit hinten sehr stark (ganz vorne am TA) aus.


    Gruß


    Thomas

    Ich habe, im Gegensatz wie du beschreibst, auch nichts gefunden wo man etwaiges bewerkstelligen könnte.

    Das ist schade, ändert aber nichts daran, dass der Ring mit dem Lift an die Säule geklemmt ist und an dieser ganz oben geklemmt sein sollte. Der passende Inbusschlüssel (der von der Höhenverstellung passt nicht) hat 1/16 Zoll (ca. 1.6mm). Die Schraube ist versenkt, weil man da normalerweise nicht ran muss. Deshalb steht davon auch nichts in der Anleitung.

    Aus dem Kopf:


    Die ganze Lifteinheit ist ja an die Säule, die zur Höhenverstellung vertikal verschoben wird, geklemmt. Diese Klemmung kann man lösen (mit einem Inbusschlüssel, der mit 99.99% Wahrscheinlichkeit zöllig ist, vielleicht der gleiche wie für die Höheneinstellung selbst) und die Lifteinheit verschieben. Normalerweise gibt es da nichts einzustellen, weil sich eben die Lifteinheit bei der Höheneinstellung mit dem Tonarm mitbewegt.


    Die Höheneinstellung ist ansonsten korrekt und der Gummi auf der Liftbank vorhanden?


    Gruß


    Thomas