Posts by paschulke2

    Die grossen Werte der Kollektorwiderstände deuten auf hohe Verstärkung hin und damit auf einen grossen Multiplikator der Kollektorkapazität.


    Open Loop ist die Verstärkung des Differenzverstärkers sicher hoch und der Millereffekt von Bedeutung. Die Stufe (Q401, Q403, IC401) ist aber über alles spannungsgegengekoppelt, so dass an den Kollektoren von Q401 und Q403 nur eine sehr niedrige NF-Spannung (Ausgangsspannung IC401 geteilt durch Open-Loop-Verstärkung [frequenzabhängig] von IC401) anliegt.


    Nominell sind es also 100pF von C401. Dazu kommen die Kollektor-Basis-Kapazität* C_BC von Q401 (vielleicht 20pF**), der Leiterplatte und der Buchse (nochmal 20pF). Alles in allem also mindestens ca. 140pF. Dazu kommt dann noch die Tonarmverkablung (20–50pF) und das Kabel zwischen Plattenspieler und Vorverstärker (>=50pF). Ich würde also z.B. bei einem AT150MLX auf ein kurzes Kabel mit möglichst niedriger Kapazität achten.


    Gruß


    Thomas


    *) C_BE entfällt, weil wegen der Über-Alles-Gegenkopplung an den Emittern von Q401 und Q403 die gleiche NF-Spannung wie am Eingang anliegt.
    **) Wenn der 2SD786 mit seinen 0.55nV/sqrt(Hz) eine Parallelschaltung mehrerer Transistoren auf einem Chip ist (wie LM194 oder MAT02), dann könnte das auch mehr sein.

    Ich schlage vor, diesen Thread in die "High-End"-Abteilung zu verschieben und dort als Definition für "High-End" anzupinnen. In diesem Thread ist exemplarisch vorgeführt, was "High-Ender" nicht mögen.


    1.) Ich habe keinen Zweifel an der Schaltung (und an ihrer Herkunft) des hier diskutierten Vorverstärkers. Wirklich keinen.
    2.) Ich halte die verwendete Schaltung für sehr gut und ziemlich schlau. Das erzielbare Ergebnis ist sowohl für MMs als auch für MCs sehr gut – bei geringem Aufwand. Sowas nennt man Ingenieurskunst.
    3.) Die Schaltung ist ideal für einen preiswerten, nicht allzu teuren und sehr guten Vorverstärker.
    4.) Die Chance für "preiswert und nicht allzu teuer" wollte der Hersteller nicht wahrnehmen.


    -> Genau das ist für mich in Bezug auf Audio eine Variante von "High-End". (Falls es – wider Erwarten – jemand wissen will: Echtes High-End ist für mich bei Phono sowas wie ein EMT 950, ein Technics SP10, ein Sony PS-X9, …).


    PS: Ich bitte höflichst, die Unterscheidung zwischen High-End und "High-End" zur Kenntnis zu nehmen.

    Man kann doch auch ganz ohne intime Kenntnisse der geheimen Kalkulationswissenschaft vergleichen. Nehmen wir also mal eine Phonovorstufe mit externem Netzteil, beide in "schönen" Gehäusen, deutscher Hersteller:


    Lehmann Decade


    Der elektronische Aufwand ist beim Decade sowohl beim Netzteil als auch beim Verstärker deutlich höher, der Lehmann ist anpassbar (Verstärkung, Eingangswiderstand, Eingangskapazität) und beide habe ähnlich aufwendige Gehäuse (keine einfachen Blechkisten). Und trotzdem kostet die Decade ca. 1000 Euro weniger als die Bauer Phono. Und ich gehe nicht davon aus, das Norbert Lehmann bei der Decade Verlust macht. Soviel zur Kalkulation ohne Kalkulationskenntnisse. Und der Lehmann ist nur ein Beispiel dafür, was geht.


    Wie viel Sinn machen fixe 47k ohne weitere Optionen für einen MC Eingang?


    Wenig bis keinen. Die meisten – wenn nicht alle – MCs werden das mit einer Höhenanhebung quittieren. Kann ja vielleicht gefallen …


    Versteckt sich dazu eventuell noch etwas in der Schaltung ?


    Nein. Die Anpassung ist allerdings mit einem Lötkolben sehr einfach. Den 47k-Widerstand kann man gegen den gewünschten Eingangswiderstand für ein MC (also irgendwas zwischen 5 und 200 Ohm) austauschen. Den 22 Ohm-Widerstand kann man auch tauschen, um die Verstärkung zu verändern; z.B. 220 Ohm für MM mit ca. 20dB weniger Verstärkung. Ob eine solche Anpassung an die Bedürfnisse des Kunden durch den Händler vorgesehen ist, scheint allerdings unklar zu sein.


    Gruß


    Thomas

    Also ist es diese Schaltung?


    Ja.


    Ich finde diese Schaltung übrigens ziemlich schlau. Mit wenigen Bauteilen eine rauscharme und genau entzerrende Vorstufe, die mit einem Schalter/Jumper oder durch Tauschen eines Widerstands zwischen MM- und MC-Verstärkung umschaltbar ist – und das Ganze ohne funktionseinschränkende Kompromisse. Die Schaltung lebt natürlich von der Qualität des OP-Amps, der rauscharm sein muss und eine hohe, möglichst lineare Open-Loop-Spannungsverstärkung (die Stromverstärkung wird ihm ja vom Buffer abgenommen) haben sollte. Immerhin muss diese Stufe im Bass und bei MC-Betrieb 80dB Spannungsverstärkung machen – allerdings ohne Last, die ja vom Buffer übernommen wird.


    Gruß


    Thomas

    Was mich jetzt noch beschäftigt, ist, was wird durch das Weglassen der Franse zur Ruhestromeinstellung erreicht?


    Durch diese Konstantstromquelle soll die Ausgangsstufe des LT1115 immer in Klasse A laufen. Lässt man die Stromquelle weg, läuft die Ausgangsstufe des LT1115 eben in Klasse AB.


    Das Weglassen spart Geld (weniger wichtig) und die Mühe, überhaupt noch FETs oder Konstantstromquellen zu finden – das ist nämlich eine aussterbende Spezies. Den OP und den Buffer bekommt man hingegen sogar beim altehrwürdigen Bürklin.


    Weggelassen ist ja auch der 3.9nF-Kondensator am Ausgang, der den unvermeidlichen, geringen Pegelanstieg oberhalb von 20kHz, der sich zwangsläufig mit diesem Entzerrungsnetzwerk in der Gegenkopplung ergibt, zusammen mit dem 562Ohm-Widerstand filtert. "Neumann-Konstante", ick hör' dir trapsen … ;)


    Gruß


    Thomas

    Ich denke, dass man vom Nachbau (oder von einer leichten Variation) der Schaltung im Datenblatt des LT1115 ausgehen kann. Also OP-Amp mit Buffer und RIAA-Entzerrung in der Gegenkopplung.


    Der Buffer im Bauer ist mit großer Sicherheit ein LT1010 im DIP-Gehäuse. Hier sollte man sich nicht von den Pin-Nummern im LT1115-Datenblatt verwirren lassen – die sind für den LT1010 im TO220-Gehäuse. Im 8-Pin DIP-Gehäuse ist '3' der Ausgang und '8' der Eingang. Das erklärt auch, warum der Buffer "umgedreht" ist.


    Im Layout sieht man auch gut, dass noch der FET mit Widerstand als Konstantstromquelle eingebaut werden könnte – das kommt dann wahrscheinlich in der "Bauer Phono MkII". An die meisten Werte hat man sich sklavisch gehalten, nur RL=25k gibt es nicht und man musste den nächstgelegenen E96-Wert (24k9) nehmen. Ansonsten kann man alle Werte und Bauteile der Schaltung im LT1115-Datenblatt wiederfinden; einzig die beiden kleineren Cs in der Gegenkopplung (LT: 3990+33pF) und die drei Widerstände (LT: 210k, 17k8 und 499R) kann man nicht entziffern.


    An der Indentifikation des Schaltnetzteils (Astec/Emerson LPT25) gibt es auch keinen Zweifel: besonders hochwertig für Audio ist es mit seinen 150mV Ripple nicht. Und ob so ein Netzteil für Medizingeräte eingesetzt werden darf, hat mit seiner Qualität wenig zu tun, sondern ist vielmehr eine Frage der Sicherheit, weil mit einem für medizinische Zwecke zugelassenen Netzteil Geräte betrieben werden, die direkten (und unter Umständen guten!) Kontakt zum menschlichen Körper haben. Da möchte man auch im Fehlerfall keine Ströme nach Erde haben …


    NF-seitig ist das also gute Technik. Das Schaltnetzteil könnte deutlich besser sein (siehe z.B. Funk Tonstudiotechnik). Vom Schaltungs- und Bauteileaufwand her ließe sich dieses Gerät sicher für deutlich weniger als 1000€ Endpreis realisieren.


    Edit: Über den Preis zu diskutieren ist m.E. müßig. Das Abschleifen der Typenbezeichung (damit man nicht so schnell herausfindet, dass die Schaltung ein 1:1-Nachbau der Applikation im Datenblatt ist?) und das Gerede von den "besonderen" OPs, die man sonst nicht für Audio verwendet (Seit ca. 2000 gibt es sowieso nichts sensationell neues mehr in DIP-Gehäusen) ist einfach nur peinlich.


    2. Edit: Das hat sich jetzt mit den beiden letzten Beiträgen überschnitten – ich schreibe zu langsam. Immerhin dürfte der Fall jetzt geklärt sein – außer für Ba…jürgen natürlich. ;)


    Gruß


    Thomas

    Die Chassis von TD125 und TD126 sind sich ja sehr ähnlich. Vom TD125 gab es eine Version für 12"-Arme: TD125 LB. Einfach mal nach "TD125LB" googeln und die Bilder ansehen. Danach dürfte klar sein, dass auf einen TD126 ohne Umbau des Gehäuses kein 12"-Arm passt. Ich würde eher versuchen, den Osawa mit Arm gegen einen TD125 MkI LB ohne Arm zu tauschen (direkt oder mittels Verkauf/Kauf).


    Ansonsten müsste ein neues Gehäuse gebaut und auf die Haube und die Scharniere mit Feder verzichtet werden. Der LB hat kein anderes Metallchassis, sondern einfach nur ein größeres Brett für den Tonarm. Das dürfte das geringste Problem sein …


    Gruß


    Thomas

    1.) Tuck & Patti: Tears of Joy
    2.) W. A. Mozart: Klavierkonzert No. 15 B-Dur, 3. Satz Allegro assai. Bei Dirigent, Pianist und Orchester muss ich passen.


    Bei der Auswahl der Klavieraufnahme gehe ich davon aus, dass man zeigen wollte, wie anhörbar eine mittelprächtige Aufnahme (klingt nach 60ern) in den Innenrillen einer oft gespielten LP in schmutzigem Zustand und mit Kratzern mit den getesteten TAs noch klingt …


    Auch die Tuck & Patti-LP könnte eine Reinigung vertragen.


    Gruß


    Thomas

    Mehr antiskating ist nicht drin.


    Eben. Und dann eine "scharfe" Nadel? Und das alles für einen(e?) Anfänger(in?), der/die das (und den Azimuth und den nicht einstellbaren Überhang) bewältigen soll?


    Sorry, aber diese Art von Plattenspieler/Tonarm sollte man als Anfänger(in?) nur als Komplettpaket kaufen.


    PS: Meine Empfehlung (Nagaoka MP 300) war ernst gemeint.


    Das kann man generell so nicht sagen , aber bitte jetzt keine Diskussion an dieser Stelle.
    Dazu gibts doch schon genügend Threads .


    Erstens kann man das sehr wohl generell so sagen und zweitens fängst Du die Diskussion doch gerade an. Ich halte jedenfalls die Kombination einer "scharfen" Nadel mit einem Tonarm ohne Antiskating für völlig unpassend.

    Audio Technica AT150MLX. Ist jedoch mit 320-350€ zu billig …


    Allerdings: Das AT150MLX, das Ortofon 2M black und das Nagaoka MP500 haben "scharfe" Nadeln (Micro-Ridge bzw. Shibata). Diese Schliffe benötigen die größte Antiskatingkraft unter den Nadelschliffen (elliptisch braucht weniger und rund am wenigsten). In Anbetracht der Tatsache, dass der Well Tempered Lab LTD Tonarm keine Antskatingvorrichtung hat, würde ich auf einen scharfen Nadelschliff verzichten. Mein Tipp wäre dann ein Nagaoka MP300, das auch gerade noch teuer genug wäre.


    Gruß


    Thomas

    Der Riemen ist für die Steuerung der Automatik des Tonarms. Teilenummer 4-879-751-00 (Alternative: 4-912-429-01). Beide nicht mehr erhältlich. Man müsste den Riemen also vermessen. Nachdem ich das audiotronic aber durchaus zutraue, nehme ich mal an, dass der Riemen wirklich exotisch ist.


    Einen Versuch wert wäre: good-old-hifi.


    Edit: Doch kein exotischer Riemen. eBay-Nr. 320763112461 oder 271368825608.


    Gruß


    Thomas

    Das Problem bei einem Braun Plattenspieler aus der "Last Edition" ist, dass unter der Haube nur wenig Platz in der Höhe ist. Braun selbst hat damals den Dust Bug empfohlen, der bei meinen Eltern in einem P4 gepasst hat. Wenn ich mich recht erinnere, gibt es hinten links ein passendes Loch/Gewinde für den Dust Bug.


    Edit: Hier kann man den P4 mit dem Stift für den Dust Bug sehen.

    Ich weiß ja nicht, ob das schon klar genug rübergekommen ist: Der TD320 spielt mit diesem Tonabnehmer (Ortofon OMB5 = Ortofon OM5 ohne Verpackung; "B" steht für "Bulk") weit unter seinen Möglichkeiten. Wenn der TA damals bei der Montage richtig montiert wurde, lässt sich durch einfaches Ersetzen der Nadel mit einer Nadel 20 oder 30 ein ziemlicher Sprung nach vorne machen – für deutlich weniger als 1000 Euro.