Posts by jules

    Hallo,


    Danke für die Beiträge und auch die Fragen. Muss gleich etwas richtig stellen, der VPI stand nie zur Disposition. Und meine liebe Frau mag den Lenco auch sehr. Allerdings sind unsere Wohnräumlichkeiten nicht unendlich, wir hören analoge Musik in unserem Wohnzimmer. Und Platz für einen weiteren Spieler würde bedeuten, dass andere uns lieb gewordene Dinge weichen müssten. Ich habe das Projekt auch wirklich nur zum Vertreiben langer, dunckler Winterabende gebraucht. Davor hatte ich schon 3 weitere Spieler umgebaut. Diese haben unser Sohn und seine Freunde bekommen. Aber mehr Freunde mit Bedarf hat er nicht und unsere Tochter möchte auch nicht. Also bleibt er ganz sicher nicht hier. Und das ist auch ok so. Zum Lenco. Ich habe keine Zeichnungen oder Skizzen. Angefangen hatte ich mit dem Motor, dem Lager und dem Tonarm. Insgesamt hatte ich mir 3 Motoren gekauft um den besten davon zu selektieren. 2 blieben nach Reinigung und Justierung übrig, diese waren sehr leise. Der 3. war nicht sehr leise zu bekommen. Wichtig war dabei auch, die Wicklungen nach einem gleichmäßigen Abstand zum Rotor auszurichten. Das allerdings Wichtigste zum ruhigen Lauf ist die Motoraufhängung. Ich habe dabei alle metallischen Teile, wie Federn, Muttern, Scheiben und Standbolzen durch nichtmetallische Zwischenlagen voneinander getrennt. Also die Stehbolzen mit Schrumpfschlauch, zwischen Federenden und Motor bzw, Plate, 0,5 mm ausgestanzte Kunststoffscheiben, die Federenden plan geschliffen und in Unterbodenschutz (resonanzmindernd) getaucht. Das Planschleifen der Federn wird durch die Kunststoffscheiben wieder längenmäßig ausgeglichen. Der Motor ist absolut still und es wird wirklich nichts mehr übertragen. Eine Paarung Teller und Lage mit sehr gutem Planlauf ist schwierig. Irgendwie haben alle einen kleinen Höhenschlag. Durch messen und richten der Lagerachse habe ich letzendlich einen minimalen Höhenschlag von 0,15 mm erreicht. Besser gings nicht. Dabei sind Teller und Achse zueinander markiert und der Teller muss der Markierung entsprechend aufgesetzt werden. Ist aber auch ok so. Der Tonarm ist ein TP16-Rest gewesen. Da es ein 10,5 Zöller werden sollte und ich das original Headshell garnicht mag, hab ich auch hier gewirkt. Das neuen Carbonrohr (Wandstärke 0,5 mm) hab ich über das alte Aluohr geklebt. Das Headshell besteht aus Carbon und POM, alles "geschnitzt", Azimuth ist einstellbar. Für den Lift (Pro-ject), die Armlagerung (Lenco) und das magnetische Antiskating (original vom Thorens abgetrennt) habe ich eine Halterung aus POM gefertigt, diese wird mit Madenschrauben, wie auch Lift und Halterung, an den Tonarmschaft geklemmt. Der Arm ist absolut leichtgängig. Er wurde vollständig zerlegt, gereinigt und justiert. Die Lage habe ich nach langem Überlegen mit einem Hauch Uhrenöl versehen. Die Tonarmbasis besteht aus einer 6mm Stahlscheibe und einer Messingbuchse, beides verklebt. Höheneinstellung in einem weiten Bereich ist möglich. Mit dem Elyssystem und Testschallplatte habe ich eine Resonanzfrequenz von 10Hz gemesssen. Eigentlich ein Volltreffer, es sollten viele Systeme möglich sein. Für die Zarge hatte ich keine Zeichnung, nur Vorstellungen dazu im Kopf. Also im Baumarkt Leimholz Eiche gekauft und gleich in entsprechende Rechtecke sägen lassen. Die nächste Arbeit war die Topplate. Ich habe dazu die entsprechenden Maße von einem Lencochassis direkt auf eine 4mm Stahlplatte übertragen, ausgehend vom Tellerlager. Dies muss sehr sorgfältig geschehen, ein Fehler und dann passt es irgendwie am Ende nicht. Also viel Zeit daür nehmen und ordentliches Werkzeug, jeder Körnerpunkt muss absolut genau sitzen. Am besten geht dafür ein guter Schlosserzirkel. Jeder Punkt muss für die Genauigkeit mindestens von 2 verschieden Punkten mit dem Zirkel übertragen werden. Danach die äußeren Umrisse gezeichnet und die gesamte Platte in enem Stück ausgesägt (das Meiste mit Pendelhubsäge), geschruppt und geschlichtet. Die gesamte Platte brauchte ich für die Fräsung auf der obersten Holzschicht als Schablone. Die Fräsung habe ich mit einen Proxxonschleifer, Fräskorb und 6mm Fräser gemacht. Dies war sehr anspruchsvoll. Die Rundungen in der Fräsung habe ich dabei als erstes mit eine Forstnerbohrer gemacht, auch nicht einfach. Nach der Fräsung habe ich dann die Topplate geteilt und die Befestigungsbohrungen gemacht. Danach Holzplatte auf Holzplatte nach entsprechenden inneren Ausschnitten mit wasserfesten Holzkaltleim verklebt. Die äußere Form durch sägen und schleifen war dann der letzte Arbeitsgang. Dann noch die hinteren Ausschnitte für RCA Buchsen, Masse und Strom und im unteren inneren Bereich die fast umlaufende Leiste für den Boden. Zwischen Leiste und Boden habe ich Badmitongriffband zur Dämpfung verwendet. Die Zarge liegt also mit dem Griffband auf der Sperrholzplatte (16mm). Die Füße fertige ich traditionell aus Keramikschaum und Kork, der Keramikschaum wird plan und auf gleiche Höhe auf planliegendem Schleifpapier geschliffen und schwarz lackiert. Die Füße sind direkt mit der Bodenplatte verleimt. Die Toplate wurde mit einer dünnen Schicht Plastic Fermit auf die Zarge gelegt und geschraubt. Das Lager hab ich gereinigt, neuer Spiegel von Audio Silente (Reibrad auch von dort) und mit 2 Lagen Walzblei umlötet. Ja, ich weiß - Blei!!! Meine Höchstdosis davon hab ich in jüngeren Jahren schon abgefasst. Aber nach meinen Erfahrungen dämpt Blei hervorragend. Die erweiterten Bohrungen für die Lagerbefestigungen habe ich schon im 1. Beitrag erwähnt. Ansonsten habe ich noch einiges mit dem Unterbodenschutz gedämmt (Motor, Reibradstange u.a.). Als Lageröl und auch sonst verwende ich gern DYNAMIC Kettenöl/ Fahrrad. Gibt es in verschienden Varianten und hat 2 wesentliche hervorragende Eigenschaften - Kriechvermögen und Druckfestigkeit. Übrigens, das ist auch für unsere Fahrradketten erste Wahl. Ich glaube, ich habe nicht allzu viel vergessen. Habe auch hier noch nie so viel geschrieben, lese hier lieber. Und der VPI war mein Traum und meine liebe Frau war damals einverstanden und ist es auch heute noch. Noch ein Foto vom VPI (auch ein wenig verändert). Grüße Jürgen



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    Hallo,


    ich stelle hier mal kurz mein gerade vollendetes Bastelobjekt vor. Es ist ein Lenco Umbau nach dem PTP Prinzip von Peter Reinders. Allerdings habe ich keine originalen Teile verwendet, sonder alles selbst gemessen, konstruiert, gesägt, gebohrt, gefeilt, gefräst, geschliffen, gewachst, lackiert usw. Die Zarge ist aus Eiche Leimholz und das Gesamtgewicht beträgt 17,1 Kg. Der Tonarm war ein Rest von einem TP16, er ist jetzt ein 10,5 Zöller mit der VPI Geometrie. Der Tonabnehmer ist hier ein Rega Elys 40. Das Lager habe ich mit 5 Schrauben M5 befestigt und es mit 2 Lagen Walzblei ummantelt. Es läuft im Ölbad. Aus der Automatikfunktion des L78 habe ich eine Vorrichtung zu wegziehen des Reibrades von der Motorachse gemacht. Und noch viele andere Modifikationen, auch am Motor. Am Wochenende war Probelauf. Er läuft absolut still, auch in der Auslaufrille. Keine Vibrationen, keine Geräusche, auch nicht mit einem Stethoskop. Und ich kann nicht sagen, dass mein VPI classic mit 2M black hoch überlegen war. Ich wollte mich endlich mal vom oft geschilderten "besonderen Drive" eines Reibradlers überzeugen. Und das habe ich. Leider kann ich keine 2 Spieler betreiben und daher muss er irgendwann bald gehen. Habe ich meiner Frau auch schon versprochen.


    Anbei ein paar Bilder. Grüße - Jürgen.


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    Hallo,


    das kann nicht das Problem eines Rundriemens sein. Bei meinem VPI Classic treibt 1 Rundriemen den Teller. Den Riemen um das Pulley und denTeller gelegt und nach ein paar Umdrehungen läuft der Riemen exakt auf der richtigen Höhe und ohne Schwankungen. Nach meiner Meinung liegt das Problem am Riemen oder an der Aufstellung.


    Grüße Jürgen.

    Hallo,


    ich bügele im Backofen mit Temperaturkontrolle zwischen 4 Aluplatten und Backpapier immer 3 Platten auf einmal mit ausgezeichneten Ergebnissen. Die Aluplatten sind an den Ecken mit "fingerfest" angezogenen Schräubchen fixiert. Und das werde ich weiterhin so machen, manchmal habe ich Mühe 3 zu bügelnde Platten zu finden.


    Grüße Jürgen.

    Jürgen,


    wie schon oft erwähnt. Guck mal bei Thel-Audio, dort gibt es passendes. Ist auch nich schwierig aufzubauen, es gibt dort für alles umfangreiche Erläuterunge. Ich habe 2 LITE beide mit externer Versorgung. Es lohnt sich.


    Grüße Jürgen.

    Hallo Frank,


    die Unterschiede liegen wahrscheinlich nur im Design. Habe ziemlich viel gesucht, aber keine erklärende Antwort gefunden. Seltsam, die Lencos sind ja hier kein Nischenthema. Und keiner kennt die Hintergründe für die unterscheidlichen Versionen.


    Grüße Jürgen.

    Hallo Frank,


    Bilder kann ich jetzt leider keine liefern. Google mal nach den Tellern. Beide haben eine tiefe und großflächige "Labelaussparung". Die Auflagefläche für die Matte/Platte besteht bei der einen Version aus 3 Ringen. Bei der anderen Version nur aus 1 Ring/Fläche. Wahrscheinlich der einzige Unterschied?


    Grüße Jürgen.

    Hallo,


    kurze Frage. Bei den Plattentellern der Lencos 75/78 gibt es unterschiedliche Versionen in Bezug auf die Oberfläche. Unterscheiden sich die Teller noch in weiteren Parametern? Oder sind das nur andere Designs in der Entwicklung?


    Grüße Jürgen.