Posts by MLSnick

    HEXVESSEL -2019- All Tree


    Obwohl mich die vorher veröffentlichten Promotracks [wie bei 'When We Are Death'] kalt liessen und ich kaum noch Vinyl kaufe, musste ich mir die neue HEXVESSEL auf LP bestellen. Es sollte die auf 200 Stück limitierte gelbe Scheibe werden, für die ich mit Versand knapp über 30€ hinblätterte. Was tut man nicht alles für eine seiner Lieblingsbands.


    Die erste Rotation war allerdings sehr enttäuschend, musikalisch, wie auch von der Pressqualität her. Dies ärgerte mich so sehr, dass ich den Century Media Shop anschrieb und als Reaktion widerfuhr mir so ziemlich die kundenfreundlichste Aktion, die ich je erlebt habe. Was genau, wie und warum passierte, behalte ich lieber für mich, denn ich kenne genug Fälle in denen guter Service schamlos ausgenutzt wurde, nachdem im Internet solche Vorfälle beschrieben wurden. Das hatte natürlich meist zur Folge, dass von Seiten der Firmen die Kulanz zurück geschraubt wurde.


    Auf jeden Fall bin ich mittlerweile im Besitz einer tadellos klingenden LP und 'All Tree' hat bei mir eine unglaubliche Wandlung vollzogen. Obwohl ich nach den ersten zwei, drei Hörsessions der festen Überzeugung war, dass sich solche simplen Songs niemals großartig anfühlen könnten, passierte genau das!


    Die altehrwürdige HEXVESSEL -Magie hat mich wieder einmal voll im Griff, womit die Truppe also immer noch zu meinen absoluten Favoriten gehören darf. Die Musik der Finnen ist nichts für schnell mal zwischendurch und nebenbei. Es gilt von dieser Welt loszulassen, sich in die alte Heimat, die Wälder zu begeben, das Kind in sich zu suchen und längst vergrabene Gefühle zuzulassen.


    Der Psychedelic-Folk-Rock von HEXVESSEL fühlt sich so erdig, lebendig und fruchtbar an, dass man praktisch im Laufe des Albums Gräser, Pilze, Moose und Bäume in ihm wachsen sieht und deren Geruch zu vernehmen scheint. Selbst wenn dezent angedeutete (Americana?) Western-Elemente aufblitzen, stören diese die eigenartig vertrauliche Atmosphäre von 'All Tree' nicht. Im Gegenteil, das Album klingt praktisch wie ein direkter Nachfolger zu 'No Holier Temple', welches mir in den letzten Jahren immer stärker ans Herz gewachsen ist und mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsscheiben gehört.



    Das tränendrüsenmassierende "Changeling", das ergreifend-dramatische "Ancient Astronaut", das traumhaft beruhigende "A Sylvian Sign", das tanzbare und etwas an 'Revolver' von BEATLES erinnernde "Wilderness Spirit", das hypnotisch verschlingende Instrumental "Otherworld Envoy", mein meist auf Knien genossener Album-Favorit "Birthmark", das tief Wurzeln schlagende Titelstück und der herzrausreißende Abschluß mit "Closing Circles" machen das neue Album zu einem höhepunktlastigem Vergnügen. Wer also diese Art Musik mag, wird über die gesamte Länge mit exzellentem Material versorgt.


    'All Tree' ist fantastisch!

    Wochenlang Arbeit und nerdige Selbstgespräche,

    Tonnen von Musik ins Hirn gequetscht und dann...

    übersehe ich letztendlich doch tatsächlich

    - natürlich dann, wenn es zu spät ist -

    ein Album:

    Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaruuuuuuuuuuuuum?!?!?!?!


    Man möge es sich auf Platz Nummer 11 denken:

    NÉCROPOLE - Solarité

    Diese melidiös-furiosen Gitarren und das Gekreische sind ja genau meins. Ich habe schon die beiden kurzweiligen Demos jener Franzosen geliebt. Mehr kann ich nicht mehr dazu sagen;(it's BlackM'étal).


    ...ja, ich bin wirklich so gestört 8o

    01. YOB - Our Raw Heart


    Beinahe wäre 'Our Raw Heart' nie erschienen, denn Mike Scheidt, seines Zeichens Gitarrist, Sänger und Hauptsongwriter der Band YOB wurde 2017 nach einem lebensbedrohlichem Zusammenbruch eine schwere Krankheit (Diverticulitis) diagnostiziert und sprang in jenem Jahr dem Tod gleich zweimal von der Schippe. Mächtig viel Glück und einem starken Lebenswillen sei Dank, können wir letztendlich diesem Meisterwerk lauschen.


    Meine erste Begegnung mit YOB machte ich mit der Dampfwalze "Quantum Mystic" von meinem -seit dem und bis dato- liebsten Werk der Truppe aus Oregon, 'The Unreal Never Lived' von 2005. Mächtige Soundwände, Riff-Tsunamis und die Stimme von Mike Scheidt ließen mich sofort ehrfürchtig aufhorchen.


    Obwohl ich ihren Sound liebte, waren mir ihre anderen Alben meist zu substanzlos und eintönig, weswegen ich schließlich ihre Karriere nicht recht verfolgte. Vor einigen Monaten jedoch, bekam ich den Downloadcode zur aktuellen Scheibe geschenkt und trotz der schweren Riffs und melancholischen Stimmung, empfand ich die Musik als luftig, bunt und seltsam lebensbejaend.


    Ein Paradoxum, welches mich willens machte tiefer in diese Welt abzutauchen, mich fallen zu lassen und mich dieser emotionalen Reise auszuliefern.


    'Our Raw Heart' ist kein typischer Post-Doom-Stoner-Sludge oder was auch immer. Die meist überlangen Songs setzen weniger auf markante Riffs, denn auf emotionale Dynamiken. Das Hören ist mit einer Kanufahrt in Zeitlupe vergleichbar; nicht selten wird man unter Wasser getaucht, um in nächsten Moment mit letzten Kräften gegen den Strom zu paddeln, damit man nicht an mächtigen Felsen zerschellt. Das alles passiert mit einer ergreifenden Dramatik, die größer zu sein scheint, als das Leben selbst.


    Wer erstmal den aufwühlenden Eröffnungstrack "Ablaze" [10:13min] überstanden hat und sich dem zermarternden Riffing von "The Screen" [9:50min] gegenüber sieht, welches stellenweise mit extremeren Vocals aufwartet, der mag etwas erschrocken zum Ausschalter schielen, doch Geduld und/oder ein offenes, vorurteilfreies Ohr soll(t)en belohnt werden.

    "In Reverie" [9:44min] testet erst mal die Tieftöner, bevor eine hypnotische Rhythmusarchitektur den geneigten Hörer an der Soundwand festnagelt. Wahnsinnig geil, wie hier die starke Stimme von Scheidt mal gegen und mal mit dem Riffmonster ringt, da könnte man fast schon von Soul reden.

    Gespenstisch gefühlvoll (erinnert mich etwas an BOHREN & DER CLUB OF GORE) beginnt "Lungs Reach" [5:39min] und bleibt letztendlich "nur" ein atmosphärisches Zwischenstück, welches gegen Ende mit brutalem Gegrunze zum schwächsten, aber zum Glück auch kürzesten Stück verkommt.

    Track Nummer Fünf beschreibt sich mit seiner Betitelung "Beauty In Falling Leaves" [16:27min] selbst am besten. Ich persönlich fühle mich hier etwas an alte, legendäre Glanztaten von TIAMAT oder THE GATHERING erinnert, doch YOB strahlen natürlich ganz klar in ihrem eigenem (härteren) Universum. Und obwohl in dem überlangen, zart gewebten und gefühlvoll arrangierten Song eigentlich wenig passiert, vergeht die Zeit wie im Fluge.

    Mit "Original Face" [7:03] geht's mitreißend weiter. Was für ein Kontrast zur Ruhe des vorrangegangen Stücks.

    Am Schluß wartet dann noch der Titeltrack "Our Raw Heart" [14:23min] auf. Dieser fasst die Stärken des Albums nochmal zusammen und verstärkt diese in einem herzerweichendem Konzentrat. Mike Scheidt trifft mit seinen Vocals mitten in die Seele, während die Instrumentierung in ihrer Durchschlagskraft etwas zurückgenommen wirkt. Trotzdem bleibe ich nach diesem Finale als Hörer vollkommen überwältigt zurück.


    Über 70 Minuten sind vergangen und ich frage mich, wo die hin sind? Denn obwohl YOB hauptsächlich mit langsamen Tempo arbeiten und innerhalb der Songs meist eher dezent Veränderungen stattfinden, ist "Our Raw Heart" zumindest für mein Empfinden äußerst kurzweilig.


    Dies kann zum Einen an der markanten Charakteristik der einzelnen Songs liegen, die aber paradoxerweise trotzdem wie aus einem Guß wirken und unbedingt im ganzen Erleben dieses Albums genossen werden sollten. Zum Anderen fühlt sich die Musik wegen ihrer lichtdurchfluteten Emotionalität sehr intensiv und wahrhaftig an. Eine typische "entweder man liebt sie, oder man hasst sie" Platte eben.


    ...außerdem sind Scheidts Vocals auf der Scheibe nicht von dieser Welt! Und dann diese verdammt geilen Melodien!


    Die beste YOB!


    Die beste Scheibe 2018!


    Basta!



    30. MAVORIM - Silent Leges Inter Arma

    Habe erst seit kurzem Zugriff auf dieses Album und da ist sicherlich noch Platz nach oben. Eingängiger, deutschsprachiger BlackMetal.

    29. OUTRE-TOMBE - Nécrovortex

    Schwedischer OldSchool-DeathMetal aus Kanada ;) Geiles (französischsprachiges) Teil, dass ich auch erst vor ein paar Tagen entdeckt habe.

    28. SOLSTICE - White Horse Hill

    Geiler, epischer (Doom) Metal mit einem meiner Fave-Tracks aus diesem Jahr. Hat durchaus seine Momente, positiv, wie auch negativ. Habe mich da echt reinarbeten müssen.

    27. SIT FINIS HOMINUM - Demo 2018

    Herrlich eigenartiger, stampfender BlackMetal, der ein wenig an "Streetcleaner" im Kellergewölbe auf Kinderkasettenrekorder erinnert. Ich fahr voll drauf ab :)

    26. SONS OF KEMET - Your Queen Is A Reptile

    Ein rhythmisches, teils Ethno/Jazziges Etwas mit Blechbläsern und sehr rar gesätem Sprechgesang in Richtung Reggae/Jungle/HipHop oder so. Kein Plan von solcher Mucke, aber im Sommer kam es echt gut.

    25. CLANDESTINE BLAZE - Tranquility of Death

    Feinster finnischer Schwarzstahl! Aaaaaargh!

    24. SOPHIE - Oil Of Every Pearl's Un-Insides

    Absurd kitschig-destruktiver Anti-Pop mit viel Krach.

    23. ARKHTINN - 最初の災害

    Ich liebe alles von den Space-BM'lern DARKSPACE, also gefallen mir auch ARKHTINN, die in etwa genau so klingen, nur weniger spacig und mehr majestätisch...

    22. MAVORIM - Der König ist tot EP

    Exzellentöser, deutschsprachiger BM. Drei Instrumental-Filler und zwei grandiose Songs.

    21. SHADOW'S MORTUARY - Tulen Valtakunta

    Finnischer Schlachthof-Schwarzstahl mit extra viel Schädeleinschlagpotential. Brutal geiler Shit! Aaaaargh!

    20. DEAD CAN DANCE - Dionysus

    Wenn man mal das göttliche Vermächtnis von DCD ausblendet, ist die Neue gar nicht mal so schlecht. Trotzdem kann ich die Enttäuschung der meisten Fans verstehen. Mir gefällt's jedenfalls irgendwie.

    19. ORTUS - Where Shadows Gather EP

    BlackMetal wie ich ihn mag, treibend, reibend, gespenstisch. Also ungefähr wie GRAVEN.

    18. HAKEN - Vector

    Ein zuckersüßes, proggiges Etwas mit viel Computergedöhns. Dürfte normalerweise nulligst mein Fall sein, aber diese verdammt geil-designten Melodien kriegste einfach nicht mehr aus dem Kopf "...paralysed, staring through the shadows on the wall, unable to solve this puzzlebox..."

    17. UNLEASHED - The Hunt For White Christ

    Nach 'Midvinterblod' machten UNLEASHED für meinen Geschmack keine tollen Alben mehr. Die aktuelle Scheibe fnde ich jedoch wieder großartig, mag es dem fanastiziösem Auftritt in Otzenhausen geschuldet sein, oder einfach den mitreißenden neuen Songs. Die Band bleibt auf jeden Fall eine meiner Liebsten im DeathMetal.

    16. MYRD - Negativisme

    Rostiges Eisen, stinkiger Schlamm, allerlei Sekrete und ganz viel Hass! Mein Geheimtipp für alle, die dieses Jahr eine neue DARKTHRONE ('Panzerfaust' Vs. 'Transilvanian Hunger') vermisst haben. Was für'n geiles, dreckiges Stück BlackMetal! Aaaaaaaaaargh!!!

    15. SLEEP - The Sciences

    Ja, ich weiß, einen Giganten wie 'Dopesmoker' kriegen die nie mehr gebacken, aber die neue fliegt sowas von im Orbit jenes Meisterwerkes! Hat leider auch seine schwachen Momente, aber Dampfwalzen wie "Marijuanaut's Theme" oder "Antarcticans Thawed" pressen mächtigst gegen die Wand! StonerDoom, wie er sein muss!

    14. MADDER MORTEM - Marrow

    Die Lieblingstruppe meiner Herzallersüßesten, was ich vor dieser Platte nur bedingt verstehen konnte. Doch 'Marrow' kapert schon mit dem Intro Herz und Hirn. Die "norwegische Version von SYSTEM OF A DOWN" knallt hier einen geniös komponierten Kracher nach dem anderen raus. Die angenehme Sängerin wird dabei leider ab und zu durch einen seltsamen Schreihals unterbrochen, der mich aber nach der 30sten Rotation nicht mehr so sehr stört. Seltsam schönes Album.

    13. WOLFMACHINE - Wolfmachine

    Foooooooogg!!! Monoton! Rasend! Krachig! Ich liebe diese Art BM!

    12. WINDHAND - Eternal Return

    Ich muß mich mittlerweile echt daran gewöhnen, dass diese Band so gut geworden ist und mit weniger Hall arbeitet. Ich mag weder ALICE IN CHAINS sonderlich, noch (teilweise, ja 'Nevermind' finde ich großartig...) NIRVANA, aber genau mit denen würde ich WINDHAND vergleichen, nur sehr viel langsamer, mit mächtigeren Saiteninstrumentenwänden, einem heftigen Drummer und einer unaufgeregten Sängerin. Anspieltipps: "Grey Garden" und "Diablerie"

    11. HORRENDOUS - Idol

    Das tut echt schon weh, diese Platte nicht in den Top 10 zu sehen. Genau so wie es schmerzt, dass diese geniale Truppe von den Meisten immer noch übersehen wird. Technischer DeathMetal wurde seit DEATH nicht mehr songdienlicher in Szene gesetzt! Extrem starke Scheibe!


    10. WARFIELD - Wrecking Command

    Energiegeladener, junger, frischer ThrashMetal aus Kaiserslautern. Schön auf den Punkt und in die Fresse. Jeder Track haut rein.

    Symptome beim Hören: Permanentes Fußwippen und die Rübe wackelt durchgehend mit.


    09. MOENEN OF XEZBETH - Ancient Spells Of Darkness

    Halbkitschiger, faulig-süß-klebriger BlackMetal mit knuffigem Keyboard aus Belgien. Fand das Debüt-Album nach dem großartigen Demo "Dawn Of Morbid Sorcery" zuerst gar nicht mal so gut, aber nach mehrmaligen Hören sitzt da fast jeder Song. Ich muss dazu jedoch sagen, dass ich diese Art von gewöhnungsbedürftigem, schrullig-grottigem Sound einfach sehr mag! Aaaarghlllll!!!

    Auf der CD ist übrigens das Demo enthalten <3


    08. FUNERAL MIST - Hekatomb

    Gut produzierter Schwarzstahl-Wahnsinn! Was für coole Ideen! Was für'n brutales Geballere! Was für geile Songs! Was für eine Stimmbändervergewaltigung!

    Also wer auch nur ein bißchen Spaß an BlackMetal hat, der muss da reinhören!


    07. EARTHLESS - Black Heaven

    Der rein instrumentale Vorgänger 'From The Ages' ist ja schon der Hammer und als ich den Gesang auf dieser Scheibe vernahm hatte ich schon Angst, dass der Labelwechsel zu Nuclear Blast den Zauber des Trios zunichte gemacht hätte. Doch spätestens nach der dritten Rotation war ich vom neuen Weg überzeugt: weniger Jams, mehr Songs. Richtig guter Southern / StonerRock ohne Filler!

    06. ***selbstzensiert***

    Australischer Retro/Okkult-Rock mit BlackMetal-Würze und einer politisch unkorrekten Optik und wahrscheinlich auch dementsprechenden Texten?! Relativ guter Proberaum-Sound, naive Vocals, aber verdammt süchtig machende Songs. Leider geil.

    05. FUTUROPACO - Futuropaco

    Ich muss zugeben, dass mir die SoloPlatte des Schlagzeugers Justin Pinkerton zuerst zu banal war, doch irgendwie lief das Teil immer und immer wieder. Der Sound erinnert mich persönlich an absurde italienische Roadmovies aus den 70ern (Giallo?!), idealerweise ab und zu mit Zombies und oberflächlicher Romantik. Die Ohrwürmer werden hauptsächlich mit diversen AnalogSynths und knackigen Fuzz-Gitarren auf songdienlichen Beats serviert, aber auch andere Instrumente tauchen auf und passen sich bestens in diese bunte, interessante Mischung mit ein. Geheimtipp!


    04. AUTARCIE - Seqvania

    Das ist ja genau die Art BlackMetal, die mir normalerweise richtig derbe auf den Senkel geht. Melodisch, etwas mittelalterlich und am besten noch ab und an mit "Groove" versehen. Und jedesmal wenn 'Seqvania' beginnt, wird mein Würgereiz getriggert, aber spätestens mit dem Refrain gestoppt. Danach wird das Album für mich so gut, dass ich mir Knieschoner anziehen muss. Geile Melodien und Riffs in grandios aufgebauten Songs und hin und wieder fühlt man sich sogar an die Entrücktheit der französischen Landsmänner MÜTIILATION erinnert. Lecker!


    03. LOWEN - A Crypt In The Stars

    Irgendwie liebe ich ja die modernen Zeiten, in denen man einfach auf YouTube geht und neben seiner angewählten Musik auch noch Alternativen vorgeschlagen bekommt. In jenem Fall traf ich auf die (wohl relativ) unbekannten LOWEN aus England, die modernen (Epic)DoomMetal spielen und am Mikrofon eine orientalisch angehauchte Sängerin stehen haben. Alles nicht auf dem höchsten professionellen Stand, aber! mich hat diese Unbefangenheit, die zart dahinschmelzenden Songs und vor allem diese fremdartige Atmosphäre richtig verzaubert. Wenn der letzte, von mir am meisten geliebte Track "In Perpetual Bloom" erklingt, kann ich nicht glauben wie schnell schon wieder die Zeit vergangen ist.Wer ein Faible für EpicMetal und/oder Sludge/Stoner/Doom und z.B. DEAD CAN DANCE hat, sollte hier mal ein Ohr riskieren!


    02. CRAFT - White Noise And Black Metal

    Die neue Scheibe der schwedischen CRAFT dreht seit Mitte des Jahres und trotz zigfachem Hören immer noch mein Hirn auf links. Das Teil klingt traditionell, aber gleichzeitig modern, ist irgendwie aus dem Bauch raus, aber dennoch konstruiert und gezügelt?! Die Songs sind eingängig, überragend gut arrangiert und haben dennoch diese feine Prise abgrundtiefen Wahnsinns in sich. Kann durchaus solchen First-Class-BM-Perlen wie 'Noregs Vaapen' oder 'Volcano / Now, Diabolical' auf die Kronen spucken. Für mich jetzt schon ein Klassiker!

    SUMAC -2016- What One Becomes


    Angesichts dieses Monolithen bin ich der festen Überzeugung, dass die Evolution des ExtremMetal nicht in hyperschnell-komplexen Saitenflitzer- und Hackbrettdrummer-Bands gipfelt, sondern in in 'What One Becomes'.

    Es sollte nicht der Körper sein, welcher an sein Limit geführt werden sollte, sondern der Geist. SUMAC haben mit dieser Platte ein musikalisches Meisterstück geschaffen, welches unaufgeregt im zeitfreien Raum spielt, fast klassische Dynamik ganz natürlich einsetzt, die Grenzen des Songwriting mit unmöglicher Einfachheit sprengt, Melodie als Balast über Bord geworfen und zuckende Rhythmen zur spirituellen Erfahrung erhoben hat.


    PostMetal? DeathMetal? Sludge? MathDoom?


    STRAVINSKY, MESHUGGAH, MAYHEM, EYEHATEGOD, TOOL, EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN, GODFLESH, SUNN O))) / PENTEMPLE ...???


    Es ist mir echt unmöglich in gängigen Kategorien von diesem Album zu schreiben. Vergleiche wirken lächerlich, Qualitätsstandards scheitern alle paar Sekunden, Fixpunkte verschwinden in Nebelschwaden...


    Diese Scheibe ist ein akustisches schwarzes Loch. Ein zuckendes, finsteres Gebilde, dass ungeteilte Aufmerksamkeit erzwingt. Eine endgültige Schönheit.


    [Ich habe die rotvinylige LP-Version geschenkt bekommen, musste mir allerdings aufgrund der grausamen Pressung und trotz beiliegendem Downloadcode noch unbedingt die CD kaufen] ,\,,/

    Es ist einfach ein tolles Gefühl mal wieder eine Band für sich zu entdecken, deren Musik einen so sehr verzaubert, dass man sich tagelang mit größter Leidenschaft durch ihr Schaffen wühlt und man sich am liebsten in den Arsch beißen würde, da man sie bisher nicht kannte, obwohl es sie schon seit 2005 gibt.


    Mitte April veröffentlichte krachmucker.tv einen Bericht über das Festival "Hell Over Hammaburg 2018" und Ernies Kommentar (Minute 19:25) zu UNIVERSE 217 aus Griechenland machte mich neugierig. Also schnell mal auf YouTube 'nen Clip rausgekramt ("Mouth") und "BAMM!!!". Liebe auf den ersten Horcher!


    Eine düstere Version von Janis Joplin flutet mit kräftigen Stimmbändern das Mikrofon und nach ein paar Sekunden bricht der brachiale Sound der Band mit durch die Wand und der Raum ist gefüllt mit einem melancholischen Gelee. Musikalisch erinnert das Ganze irgendwie an ISIS ("In The Absence Of Truth"), THE GATHERING ("Mandylion", "Nighttime Birds", "How To Measure A Planet"), WARNING bzw. 40 WATT SUN, ALICE IN CHAINS?, PEARL JAM? und evtl. CANDLEMASS.


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    Auf dem Album "Never" scheint diese in sich homogene Instrumentalsektion, wie ein Mond um die starke Sängerin zu kreisen. Für mich entstand erst der Eindruck einer Jam-Session-artigen Herangehensweise, da UNIVERSE 217 unglaublich impulsiv und intensiv rüberkommen. Die Strukturen sind fließend und die kleinen aber feinen Hooklines bleiben sofort hängen.


    Neben dem herzzerschmelzenden Opener "Mouth" sind es für mich hauptsächlich noch die beiden Monster "She" und der Titeltrack, die 'Never' zu einem extrem geilen Album machen. Die restlichen Tracks sind zwar keine Filler und bringen in ihren relativ kurzen Explosionszeiten jede Menge Emotion rüber, aber nachdem "Mouth" den Schädel gebrochen und das Herz frei gelegt hat, ist es auf Seite Zwei "She", welches den "Operierten" wieder streichelt und pflegt. Doch spätestens beim Rausschmeißer "Never" liegt man wieder mit geschundenem Geist an den Lippen der Stimmgewalt mit Namen Tanya, die erst im letzten Drittel der Platte ihre Stimmpalette deutlich erweitert.


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    Der Nachfolger von 2016 klingt zwar erstmal kommerzieller, geschliffener und Song-orientierter, aber gräbt mindestens genau so tief in der Seele des gewogenen Hörers. Ich habe echt versucht 'Change' gegen 'Never' aufzuwiegen, doch beide Werke haben solch starke Dornenranken um mein Hörfleisch wachsen lassen, dass es mir unmöglich ist eines dem anderen vorzuziehen.


    Bei 'Change' ist es vor allem Titel Nummer Zwei "Counting Hours", der mich in einem gefühlten Orkanregen um mein Leben kämpfen läßt. Selbst ein Liebhaber des BlackMetal-Genres dürfte hier respektvoll erstarren, wenn diese Powerfrau pointiert ihre markerschütternden Schreie platziert. Spätestens bei solchen Aktionen entfleucht solchen Püppchen wie Joss Stone und Elin Larsson ein kleines bisschen Darminhalt ;)

    Mit "Here Comes", "Rest Here" (beide leicht orientalisch) und dem fantastiösem "Call" hauen die Griechen dann nochmal richtig schöne Titel raus, besonders bei letztgenannten kann die dabei entstehende Gänsehaut Killernietenarmbänder ersetzen; GROSS-F***ING-ARTIG!!!


    Rausschmeißer ist mal wieder der Titeltrack, der etwas experimenteller gestaltet ist und dem eigentlich schon über der ganzen Scheibe leicht angedeuteten "Trance/TripHop-keinAhnung?was? -Feeling" mehr Raum bietet.


    Ich bleibe nach beiden Alben immer mit einer leicht entsetzten Miene in Schockstarre, denn es ist Musik, die wie ein Puzzleteil in mein Musikliebhaberherz hinein passt. Starker, moderner Doom mit einer Sängerin, die einem vermeintlich die Haare vom Schädel singen und schreien kann.


    Unfassbar geil!


    [Beide LP's gibt's für 'nen günstigen Kurs bei Van-Records z.B.}

    HOLY TERROR -1988- Mind Wars

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    Kennt ihr auch solche Bands und Platten, die man zwar grob einem Genre zuordnen könnte, die aber aufgrund ihrer Eigenart nie wirklich in ein Ranking hinein passen würden, da sie normales Schubladendenken ad absurdum führen? Bestes Beispiel wären hier mMn VOIVOD aus Kanada.


    Aber mich beschäftigt seit Anfang des Jahres eine ganz bestimmte Scheibe, die bis zu jenem Zeitpunkt völlig an mir vorbei gegangen war. Das Deaf Forever hatte ein Poster des Albums in einer ihrer Ausgaben und in einem Ankündigungsvideo zu jenem Heft schwärmte der werte Herr Kühnemund kurz und knackig, aber effektivst von der 'Mind Wars'. Also suchte ich mir das Werk auf YouTube und konnte schließlich meinen Ohren kaum trauen. Die gerade erschienene Wiederveröffentlichung von Back On Black auf Vinyl (eine 4xCD kam auch heraus) wurde umgehend geordert und seither in fast täglicher Rotation reichlichst abgefeiert!


    Könnte man die Instrumentalsektion noch als richtig geilen Speed-Thrash in den Himmel loben, so ist es doch noch zusätzlich die wahnwitzige Vokal-Performance von Keith Deen (RIP), die HOLY TERROR in ein ganz anderes Universum katapultiert. Der Sänger pendelt von metallisch-melodisch-singend bis thrashig-rauh-keifend, wobei dies alles auch in buchstäblich atemberaubender Geschwindigkeit von Statten gehen kann. Hervorzuheben ist hier der Track "No Resurrection" wo massig Text in kürzester Zeit untergebracht wird, was beim ersten Hören leicht deplaziert und hektisch wirken kann. Nichtsdestotrotz ist der Gesang auf 'Mind Wars' simpel gesagt: erstaunlich.


    Doch auch die fantastisch geschriebenen Songs strotzen nur so vor er-frischen-den Ideen und springen locker flockig in unausgetretenen Pfaden umher. Das Ganze klingt für mich in etwa so, als hätten NUCLEAR ASSAULT ein Album mit einer gewissen "RUSH -Exzellenz" geschrieben. Mir kam auch öfter die 'Awaken The Guardian' von FATES WARNING in den Sinn, obwohl HOLY TERROR ganz klar thrashiger sind.


    Aber Vergleiche nützen hier sehr wenig, denn diese Perle macht süchtig, weil sie so klingt, wie sie klingt! Was für eine Bereicherung für mein Musikliebhaberherzchen und ein ganz, ganz klarer Tipp für all jene, die dieses Schätzchen noch nicht für sich entdeckt haben.

    ASPHYX - The Rack Anniversary Edition

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    Was soll ich noch über mein liebstes DeathMetal -Album schreiben, was ich nicht schon geschrieben habe? Diese blutig-eitrige Monstrosität mit der brutalen Zerstörungswut einer Dampfwalze in Himalayaproportionen zermalmt sofort das rationale Denken des in Schall gehüllten Opfers. Faulig-süß stinkende Melodien saugen sich wie glitschige Parasiten in Sekundenschnelle an die Ohrwurmschaltkreise im Hirn, während das beste Gurgelgekotze aller extremmetallischen Genres und Zeiten den zu Befallenden in Schockstarre versetzt. Gefangen in diesem schleimig-klebrigen Geräuschkokon wird das Erleben für Normalsterbliche zum puren Grauen, wo hingegen Liebhaber absurder Klangwelten vom außergewöhnlichsten Genuß schwärmen, den der menschliche Geist in der Lage ist zu erfahren.


    Century Media hat zum 30jährigem Bestehen der niederländischen Death-Doom-Legende ASPHYX deren brachiales Debüt von 1991 wieder neu aufgelegt. Natürlich neu remastert und, was mich letztendlich freudig zum Kauf bewegte, mit einem Bonus-Tonträger versehen, auf dem neun verschiedene Künstler, in entsprechender Reihenfolge, jeweils einen Song von 'The Rack' interpretieren.


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    DAN SWANÖ - The Quest Of Absurdity

    Und schon beim ersten Interpreten verleitete es mich zu bissigem Hohn. "Wie könne man es wagen?!", denn so oder so, würde dies Unterfangen, eines der geilsten Intros im Extrem-Metal ever zu verwursteln, wasserkonsistent (in meiner Welt gibt es dieses Wort) in die Hose gehen. Herr Swanö hat dann aber zu meiner Überraschung nicht viel ruminterpretiert, sondern knallhart den Original-Synthesizer ausgepackt und diese außerirdisch-melancholische Schönheit so dermaßen feinfühligst aufgenommen, das mir beim ersten Hörgenuß glatt die Spucke wegblieb... ein würdiger Einstieg!


    GRAVE - Vermin

    Der erste richtige Song kloppt und bruzzelt in feinster GRAVE -Manier durch die Hörgänge und begräbt unter dem extrem brutalen Saitensound so manches Detail, welches das Original zur derben Einstiegsdroge machte. Doch der "TheRack"-Süchtige erkennt seinen Liebling und nickt ungezwungen mit der Rübe. Irgendwie doch hammerös!


    DESASTER - Diabolical Existence

    Ich bin ja ehrlich gesagt kein Fan der ersten drei Künstler, die sich bis hierhin am heiligen Erstwerk der Niederländer versuchten, aber auch DESASTER bringen seltsamerweise dieses spezielle 'TheRack' -Feeling rüber. Zu meinem Erstaunen sogar besser als ASPHYX selbst, die ja die ersten Aufnahmen zu ihrem Debüt gar nicht veröffentlichen konnten. 'The Rack', so wie ich es '91 kennen und lieben lernte, war der zweite Anlauf. Erst später wurde das Original mit 'Embrace The Death' offiziell veröffentlicht, überzeugt mich aber bis heute nicht.


    SKELETAL REMAINS - Evocation

    Zu dem anbetungswürdigen Instrumentalsound gesellt sich dann auch noch ein VanDrunen-würdiger Gesang?! Bisher kannte ich diese Truppe noch gar nicht, was ich aber ganz schnell nachholen muss. Ganz ehrlich? Ich liebe diese Version! Nicht ganz so pointiert ins Instrumentarium gekotzt wie beim Original, aber verdammt geil!


    COFFINS - Wasteland Of Terror

    Dieses Cover hat durchaus seinen Reiz, ist mir persönlich aber zu krachkomprimiert und uninspiriert einge- spielt/gröhlt. Für mich bis hierhin der Tiefpunkt dieser ansonsten geniösen Zusammenstellung.


    DESERTED FEAR - The Sickening Dwell

    Und zum ersten Mal geht hier eine Gruppe mal ganz anders dran. Etwas thashiger und moderner hämmern DESERTED FEAR diesen Kvltsong aus den Lautsprechern. Verfehlt bei mir leider ganz knapp die Mitzuckdrüse im Hirn, ist aber objektiv gesehen schon ganz ordentlich.


    HOODED MENACE - Ode To A Nameless Grave

    Dieser Sound! Das können nur HOODED MENACE sein! Und ja, diese kranken Saitenquäler haben tatsächlich einen der heimlichen Höhepunkte von 'TheRack' vertont und mir fließt über die gesamte Spielzeit weiße Kaulquappensoße in die Socken. Mit diesem Instrumental waren sie wahrscheinlich tatsächlich in der Lage mit der Fingerspitze ganz zart den Thron zu berühren auf dem 'The Rack' auf das gemeine Todesstahlvolk hinunterscheint. Herrlich finster!


    ENTRAILS - Pages In Blood

    Also das können jetzt nur Schweden sein?! Kurz ins Booklet geguckt und ja, es sind Schweden und wenn ich raten müsste, würde ich sagen, dass diese Band reinen, feinen SwedishDeathMetal zelebriert, oder? Ich glaube schonmal in eine Platte von denen reingehört zu haben, die mich dann allerdings nicht so richtig da packte, wo ich es mir ansonsten wünsche. Ich sollte mir sie aber trotzdem nochmal zu Gemüte ziehen. Die Interpretation an sich ist ganz ordentlich, auch wenn mir der Stil zu unflüssig bzw. hackig ist.


    PURGATORY - The Rack

    Das klingt für mich jetzt erstmal wie die fiesbös-tiefwaldige Zwergenversion von IMMORTAL, was vor allem an dem Sänger liegt. Ist der sehr jung, oder sehr klein? Egal. Vom Instrumentarium her geht's auf jeden Fall in Ordnung, auch wenn mich das Ganze jetzt nicht so zuckert. Immerhin sollte der Titeltrack ja der majestetische Abschluß dieses göttlichen Albums sein. Ein würdiger Höhepunkt, der im Original so feierlich daher kommt, dass man glatt an dessen Erhabenheit und Schönheit verzweifeln möchte. Die deutschen PURGATORY verhauen dies allerdings mit gähnender Mittelmäßigkeit. UND! Dieser dünne, seelenlose Synthie geht ja mal gar nicht! Was für eine Enttäuschung am Ende eines ansonsten doch recht gelungenen Tribute-Albums.


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    Die gelungene Anniversary Edition ist als 2CD oder als 2LP erhältlich. Die 2CD kommt mit drei "lustigen" (das sagt man doch so, oder?!) Stickern und ist auf 3000 Einheiten limitiert, während die gut gepresste 2LP mit Klappcover, bedruckten Innenhüllen und einem doppelseitigem, großen Poster aufwartet und in verschiedenen Vinylfarben mit unterschiedlichen Auflagen (im Gesamten wohl 2000 Stück) den Fans das Geld aus der Tasche ziehen will.


    Im Booklet findet man Kommentare von den Musikern denen wir 'The Rack' in seiner besten Form zu verdanken haben und Mini-Interviews der covernden Künstler, wie auch einen Text vom Maler des Artworks. Bei der 2LP ist z.B. das erweiterte Artwork auf der einen Seite des Posters, welches ich allerdings am ehesten mit "MR. BEAN - Der Katastrophenfilm" umschreiben möchte. Wer den Streifen gesehen hat, weiß ungefähr was ich meine.


    Trotz aller Kritikpunkte ist für mich als "The Rack" -Anbetenden die Neuauflage eine richtig schöne Sache.

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    Ich habe ja hier schon mal etwas zur 'Spheres' geschrieben und war damals wegen der doch sehr speziellen Musik wirklich der Überzeugung, dass eine Wiederveröffentlichung eher nicht zu erwarten wäre. Doch Hammerheart-Records haben mal eben so alle PESTILENCE -Scheiben komplett neu aufgelegt.


    Die Kapelle aus den Niederlanden gehört nun nicht gerade zu meinen Liebsten, ist aber durchaus in der (Death-) Metal -Szene sehr geschätzt und das ein oder andere Werk wird gerne mal als Genre-Klassiker betitelt.


    'Spheres' ist allerdings auch für Leute interessant, die nichts mit extremen Metal anfangen können, denn die Scheibe klingt, als hätte Chuck Schuldiner (DEATH) die Führung bei NOCTURNUS an sich gerissen und nebenbei den Jazz für sich entdeckt. Die fein eingesetzten Gitarrensynthesizer versprühen einen futuristischen Charme und katapultieren die leicht proggig-schrägen Songs in fantastische Sphären. Zwar ist es irgendwo noch DeathMetal, aber auf einem Level fernab der klischeemetallischen Galaxie.


    Das Teil musste natürlich in meine Sammlung und beim Ersthören ist mir doch glatt der Schmalz aus den Ohren gefallen. Ich muss jetzt erst mal ganz böse nachdenken, welche Extrem-Metal-Scheibe diesem exzellent gepressten Schätzchen klanglich das Wasser reichen könnte, aber mir fällt da so schnell nichts ein. Der offene, aber trotzdem druckvolle Klang hat mich bei dieser Version hier echt überrascht. Doch vielleicht kann da jemand mit besserem Equipment etwas zu sagen?!


    Nicht nur die Pressung finde ich hervorragend, auch die Aufmachung und der Preis stehen in einem absoluten "WTF-Verhältnis" zueinander. PESTILENCE -Logo und Tracklist snd z.B. edelst goldgeprägt und im Cover befinden sich ein stabileres Beiblatt und ein schönes Poster. Der Tonträger an sich ist in eine gefütterte Innenhülle gepackt und dies alles für unter 20€.


    Ein universeller Tipp an alle (Death)Metaller, Proggies und Space-Jazzer...?!


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    Ich habe ja hier schon mal etwas zur 'Spheres' geschrieben und war damals wegen der doch sehr speziellen Musik wirklich der Überzeugung, dass eine Wiederveröffentlichung eher nicht zu erwarten wäre. Doch Hammerheart-Records haben mal eben so alle PESTILENCE -Scheiben komplett neu aufgelegt.


    Die Kapelle aus den Niederlanden gehört nun nicht gerade zu meinen Liebsten, ist aber durchaus in der (Death-) Metal -Szene sehr geschätzt und das ein oder andere Werk wird gerne mal als Genre-Klassiker betitelt.


    'Spheres' ist allerdings auch für Leute interessant, die nichts mit extremen Metal anfangen können, denn die Scheibe klingt, als hätte Chuck Schuldiner (DEATH) die Führung bei NOCTURNUS an sich gerissen und nebenbei den Jazz für sich entdeckt. Die fein eingesetzten Gitarrensynthesizer versprühen einen futuristischen Charme und katapultieren die leicht proggig-schrägen Songs in fantastische Sphären. Zwar ist es irgendwo noch DeathMetal, aber auf einem Level fernab der klischeemetallischen Galaxie.


    Das Teil musste natürlich in meine Sammlung und beim Ersthören ist mir doch glatt der Schmalz aus den Ohren gefallen. Ich muss jetzt erst mal ganz böse nachdenken, welche Extrem-Metal-Scheibe diesem exzellent gepressten Schätzchen klanglich das Wasser reichen könnte, aber mir fällt da so schnell nichts ein. Der offene, aber trotzdem druckvolle Klang hat mich bei dieser Version hier echt überrascht. Doch vielleicht kann da jemand mit besserem Equipment etwas zu sagen?!


    Nicht nur die Pressung finde ich hervorragend, auch die Aufmachung und der Preis stehen in einem absoluten "WTF-Verhältnis" zueinander. PESTILENCE -Logo und Tracklist snd z.B. edelst goldgeprägt und im Cover befinden sich ein stabileres Beiblatt und ein schönes Poster. Der Tonträger an sich ist in eine gefütterte Innenhülle gepackt und dies alles für unter 20€.


    Ein universeller Tipp an alle (Death)Metaller, Proggies und Space-Jazzer...?!

    DEGOTTEN -2017- Hexentrost


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    Da machte ich Ausgang letzten Jahres echt große Augen, als ich diese Kassette zum ersten Mal laufen ließ. Zwar bin ich von Worship Tapes, meinem liebsten Kassetten-Label, viel Gutes gewohnt, doch diese Veröffentlichung hat wiederum eine ganz andere Qualität.


    DEGOTTEN aus Chile knallen einen äußerst spielfreudigen und leicht räudigen Black-Thrash auf's Band, der mich in ungläubiges Staunen versetzt. Da hört man ganz viel DESTRUCTION und DESTRÖYER 666 mit dem würzigen Hauch von FORBIDDEN und DESPAIR (!!!) heraus.


    Die Chilenen haben einiges auf dem Kasten und könnten mMn ganz oben in der Liga mitspielen, denn sie haben in der Richtung für mich ganz einfach mal das packendste Songwriting. Sogar meine geliebte 'Wildfire' von DESTRÖYER 666 kommt da nicht mehr mit und DESTRUCTION waren bis auf 'Metal Discharge' oder 'Cracked Brain' noch nie richtig mein Fall. Hier stimmt die Härte, die grandiosen Melodien, das treibende Riffing, die orgasmotröse Detailarbeit und vor allem rotzt da noch eine richtig hungrige Kombo vor sich hin.


    Ich hoffe dass der Bandleader, welcher wohl in Deutschland arbeitet, heftigst daran arbeitet diese Truppe hier zu etablieren, ansonsten droht diese Perle in der Masse unterzugehen. Das über 46 minütige 'Hexentrost' muss wie eine Seuche verbreitet werden, denn das Teil hat in meinen Ohren das Potential zu einem Genre-Klassiker [aber es ist halt auch nicht meine bevorzugte Musik - also vielleicht irre ich... mal wieder]!


    ****** ****** ******


    ÖKOMISANTHROP -2017- I Deny


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    Der Name der Ein-Mann-Band fasst schonmal richtig gut zusammen, was wohl viele Schwarzmetaller im Grunde sind. Menschen, die Menschen hassen, da sie es unerträglich finden wie dumm und schonungslos die eigene Spezies mit dem Heimatplaneten umgeht.


    ÖKOMISANTHROP machen dementsprechend auch sehr dreckigen, urwüchsigen BlackMetal, der für meine Begriffe so in Richtung alte Midtempo- DARKTHRONE und URGEHAL geht; andere Referenzen wollen mir gerade nicht einfallen. Blastbeats gibt es hier ganz, ganz selten, denn meistens herrscht ein Uffta-Uffta-Beat, welcher aber bestens den Headbangmuskel zu bedienen weiß. Sowieso kann bei diesem Tape gerne mal das ein oder andere Bier genossen werden, da trotz des ernsten Themas die Musik sehr abfeierbar ist.


    Die Songs sind schon simpel gestrickt, enthalten aber nicht selten Tunes und Harmonien, die in dieser Art nicht alltäglich sind. Sowieso finde ich das Tape sehr spannend. Die Songs sitzen perfekt, das Ganze reißt mich umgehend mit, der Sound ist meilenweit weg vom Studio- oder Keller-Allerlei und dann ist da diese seltsam morbid-erdige Stimmung, die ich nirgendwo einordnen kann. Eigentlich ist 'I Deny' für mich in allen Belangen ein eher (im wahrsten Sinne des Wortes) unfassbares, magisches Erlebnis. Selbst wenn mal kurz im Chorus clean gesungen wird, klingt das nicht peinlich, sondern hat einen ganz eigenen Touch. Am ehesten könnte ich es als schwarzstählerne Version des Debüts von SAINT VITUS beschreiben, welches mMn eine ähnlich naiv-geniale Atmosphäre hat.


    Da ich meine Fingerchen seit dem Kauf kaum noch von dieser Kassette lassen kann, landete sie in meiner Jahresendwertung trotz heftig exzellenter Konkurrenz ganz locker in meiner Top 10. Mein Bauchgefühl sagt mir aber auch, dass die 4 Titel in knapp 27 Minuten eher etwas für Liebhaber sind, die dann allerdings richtig Spaß mit ÖKOMISANTHROP haben werden!


    Den einzigen auf YouTube hörbaren Titel finde ich etwas unglücklich repräsentativ...


    Beide Kostbarkeiten sind bei WorshipTapes erhältlich und sind meines Wissens je auf 100 Einheiten limitiert.

    [Blocked Image: https://scontent-frt3-2.xx.fbcdn.net/v/t31.0-8/26173125_1839306452806300_1994958964341931646_o.jpg?oh=c72797ba4fb8ef79281d1d58b2ab0f32&oe=5ABF46A9]


    Bis jetzt mal ...vorläufig:


    25. THEURGIA - Transformation

    24. OSTOTS - Ezer Ezaren Araztasuna

    23. DE LA NOSTALGIE - A Wonderful Place

    22. BODY COUNT - Bloodlust

    21. STREAMS OF BLOOD - Allgegenwärtig


    20. HORISONT - About Times

    19. POWER TRIP - Nightmare Logic

    18. DÄLEK - Endangered Philosophies

    17. REBIRTH OF NEFAST - Tabernaculum

    16. CONVERGE - The Dusk In Us


    15. NORRHEM - Voima Ja Kunnia

    14. CHOTZÄ - Bärner Bläck Metal Terror

    13. IESCHURE - The Shadow

    12. DEGOTTEN - Hexentrost

    11. MORAST - Ancestral Void


    10. RIIVAUS - Lyöden Taudein Ja Kirouksin

    09. MOENEN OF XEZBETH - Dawn Of Morbid Sorcery

    08. OBITUARY - Obituary

    07. ÖKOMISANTHROP - Ökomisanthrop

    06. YELLOW EYES - Immersion Trench Reverie


    05. ROPE SECT - Personae Ingratae / Proselytes

    04. MASTODON - Emperor Of Sand

    03. GRAVE PLEASURES - Motherblood

    02. LAZERHAWK - Dreamrider


    01. ELDER - Reflections Of A Floating World

    Meine 4/5 Faves sind:

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    UHRWERK ORANGE vor allem wegen dem Walter/Wendy Carlos -Part und weil es neben Kill Bill, Amelie, Werner, Der Pate, Searching For Sugar Man und Casino so ziemlich mein Lieblingsfilm ist :P


    KOYAANISQATSI hat mich damals umgehauen, optisch, wie musikalisch. Bin durch DEAD CAN DANCE und einiger Querverweise auf diesen Film gekommen.


    HEAVY TRAFFIC + FRITZ THE CAT; beides Bakshi Filme und beide mit herrlicher Musik. Bei Fritz The Cat mochte ich die Musik immer ein wenig mehr und bin seit jeher vergeblich auf der Suche nach ähnlich geilem AcidJazzRock?! Besonders angetan hat es mir ein Stück, welches dann aber letztendlich nicht mit auf dem Soundtrack war, aber egal.


    NAUSICAÄ OF THE VALLEY OF THE WIND ist mein absoluter Lieblingssoundtrack und auch der Anime von 1984 ist großartig. Habe das Teil nur auf CD, die LP kostet mir ein wenig zu viel.



    ROPE SECT

    Fast wie BEASTMILK vor ca. 4, 5 Jahren mischen zur Zeit die deutschen ROPE SECT mit ähnlichen Klängen den Underground auf. Und wieder vernimmt man vor allem Lob aus dem eher schwarzgestählten Lager. Ob dies nun den Finnen um Songwriter und Gitarrist Goatspeed und Sänger Khvost geschuldet ist, die ja am Anfang ihrer Karriere von DARKTHRONEs Fenriz gepusht wurden, oder ob, wie ich dunkel in Erinnerung habe, sich Gothic und BlackMetal öfter mal bestimmte Fans, Ereignisse (WGT Leipzig zB) und Bands (Cradle Of Filth zB) teilten; keine Ahnung.


    Jedenfalls sind Tonträger und Shirts des Trios in Windeseile ausverkauft, alle Reviews klingen mindestens positiv und selbst das Ausland giert nach diesem Exportartikel. Der YouTuber Count Blagorath war es auch, der (auf den Gesang bezogen) Parallelen zu GHOST (B.C.) aufzeigte, was ich so vorher weder gehört, noch selbst gedacht habe, aber er hat damit doch schon in die Nähe vom Schwarzen getroffen.


    Nicht nur das der sogenannte Post-Punk von ROPE SECT einen düsteren, leicht vernebelten und geheimnisvollen Touch hat. Er beißt sich vor allem durch die tollen Melodien von Gitarre und Gesang im Kopf der geneigten Hörerschaft fest. Dabei schrubbt das Instrumentarium doch schon in gehobenen Punk-GothicRock-Sphären dahin, so wie es bei den Vorbildern BEASTMILK (laut eigener Aussage im DEAF FOREVER) der Fall war, wobei der Gesang seltsam ruhig und entspannt wirkt. Parallelen zu DEINE LAKAIEN, FIELDS OF THE NEPHILIM und eben GHOST verknüpfen sich mir da zwischen meinen Synapsen. Dies ist natürlich im Gegensatz zur teils dramatischen Gesangsdarbietung von Khvost ein anderer Ansatz.


    Trotz, oder gerade deswegen kommt die Darbietung von ROPE SECT auch atmosphärischer und entsprechend düsterer rüber. Für mich ist dies dann eher Gothic, als Punk. Aber egal was ich da jetzt für eine Schublade nehme, es macht mich keine so recht glücklich (PostApocalypticGothicPunkRock?!). Dies sind Erbsenzählereien und im Endeffekt kommt es auf die Mucke an und diese scheint ja nicht nur mir zu gefallen.


    [Blocked Image: https://a2-images.myspacecdn.c…fdf2bafd76629/300x300.jpg]


    Angefangen hat alles mit der Kassette 'Personae Ingratae', welche meines Wissens mittlerweile ausverkauft ist. "Fallen Nation" eröffnet mit einem herzlichem Eröffnungsgespräch und geht dann zu einem traumhaft schönen Song über, der mich damals mit dem dritten, ruhigerem und etwas orientalisch angehauchten Track "Pretty Life" per YouTube sofort bei den Eiern hatte (beide waren Promotion-Titel). Damals schoss mir u.a. auch DEAD CAN DANCE durch den Hirnbehälter, da mich der Sound ähnlich warm durchfloß und umarmte. "Tarantist" knallt als zweites rein und hat schon ein klein bißchen Surf intus (war ja stellenweise auch bei BEASTMILK der Fall), wenn auch eher mit unheilvoller [BEACH BOYS +] CHARLES MANSON -Aura (ich denke da an die Doku >Die Beach Boys und der Satan<). Auf jeden Fall einer der hartnäckigsten Ohrwürmer, die mir dieses Jahr unterkamen. Killer! Als viertes erschallt ein potentieller Tanzflächenfüller namens "King Of The Night". Nicht mein Fave, aber immerhin noch so gut, dass er mir den Hörgenuß keinesfalls zunichte macht. Danach zupft das knappe Instrumental "Recess" an meinem Herzen und läßt mich schmachtend dahin schmelzen. Das etwas nüchterne "Ochlesis" schließt als Sechstes die MC ab. Kein Hammer, aber auch nicht schlecht.


    Ja, und kaum hatte ich das Tape in Dauerschleife, da kam auch schon die LP über Iron Bonehead heraus. Es hatte sich wohl herausgestellt, dass sich die Musik durchaus rentabel verkaufen könnte und dieser Umstand freute mich schon sehr. Die Songs von der Kassette dann von Vinyl zu hören, schockte mich erstmal ein wenig, denn der Klang war sehr viel besser; nicht so verwaschen. Als Bonustracks sind das recht anständige "Death Is Your Lover" und "Rattenkönig" enthalten. Letzterer klingt etwas konstruiert, fällt aber nicht zu sehr aus dem Rahmen, auch wenn Seite 1 für mich die absoluten Top-Titel enthält.


    Wiederum ein paar Wochen später wurde völlig überraschend eine 7" Single veröffentlicht, die ich natürlich nun auch noch in die Sammlung mit rein nehmen musste. "Quietus" auf der einen Seite war herrlich dramatisch inszeniert. Nach und nach entwickelte dieser sich zu einer meiner fünf Liebsten von ROPE SECT. Der Titeltrack "Proselytes" bürstet für meine Begriffe etwas gegen den Strich, umklammert das Ohrwurmorgan aber beherzt und schmiegt es an seine warme Brust. Meine Befürchtungen, dass es sich bei der Single um blanke Geldmacherei mit halbgaren Songs handeln würde, wurden also zerschlagen.


    Zum durchgehenden Träumen mit den fantastischen ROPE SECT lädt nun seit ein paar Tagen die CD, mit allen bisher veröffentlichten Titeln, ein. Ohne Frage wurde auch diese ohne grosse Überlegung bestellt.


    BEASTMILK hinterliessen nicht nur bei mir eine klaffende, schmerzende und schlecht heilende Wunde. Umso schöner der Umstand, dass ROPE SECT mit ihrer Musik Linderung versprechen und eine Alternative zum großartigen aktuellen GRAVE PLEASURES Album anbieten können. Somit reiht sich 'Personae Ingratae' inmitten von 'Climax' (BEASTMILK), 'Motherblood' (GRAVE PLEASURES), 'The Nephilim' (FIELDS OF THE NEPHILIM), 'Beyond The Pale' (MARQUEE MOON) und nicht zu vergessen, der härtesten Ausweichmöglichkeit: 'Sister' von IN SOLITUDE mit in meine Favoriten aus der Richtung mit ein.


    Wer nix kapiert, oder es besser weiß, dem sei gesagt: Ich weiß es nicht besser ^_^


    P.S.: "...is there anybody out there? Just to read my words 8o"


    Auch bei mir dreht gerade die 50th Anniversary Edition. Endlich sind die Zeiten vorbei, in denen ich eine meiner liebsten Zappa-Platten von der muffigen Rerelease-CD von 1988 oder der verknacksten, abgenudelten (Original?RePress? von was weiß ich was?!) Verve-LP hören musste.

    Wie bei den anderen Wiederveröffentlichungen aus dem Zappa-Katalog in den letzten Jährchen, bin ich auch mit dieser mehr als zufrieden. Die Scheiben klingen allesamt toll, sind sauber gepresst (kommen in gefütterten Innenhüllen) und machen einfach Spaß.


    "Brown Shoes Don't Make It" ist für mich einer genialsten Songs überhaupt und wird hier sogar noch von einem meiner (vielen) Zappa-Faves "Invocation & Ritual Dance Of The Young Pumpkin" übertroffen. Angesichts des fantastischen Klangs musste ich doch eben glatt extatisch durch die Bude zucken. Goil!


    Auch oftmals bei Super-Sonder-Editionen eher ärgerlich, - die unnötigen Bonustracks. Doch hier hatte ich vor allem auch mit den Radio-Commercials richtig Freude.


    Tolles Teil zum Anbeten! ...und ich werde es nun weiter feiern :love::thumbup:

    MOENEN OF XEZBETH -2017- Dawn Of Morbid Sorcery


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    Da kommt im Jahre 2017 diese belgische Truppe und spült ihre musikalischen Ergüsse einfach mir nichts, dir nichts auf Kassette in die BlackMetal-Szene, dass dieser ordentlich Hören und Sehen vergeht. Zumindest mir ging es so und ich neige ja nicht selten zu Übertreibungen.


    Wie sie dieses Teil aufgenommen haben, ist für mich ein Rätsel, denn obwohl es so dermaßen nach tiefstem Keller klingt, knallt es seltsam gut hörbar, aber mit brutalster Wucht auf den Hörer. Die Musik stampft derbst die Magengegend durcheinander, während die faulig-süssen Melodien den Geist benebeln. Man wähnt sich im tiefsten Alkoholrausch und man möchte einfach nur deswegen erbrechen, damit noch mehr von dem Sud gesoffen werden kann. Aus dem giftig-grünen Nebelschwaden, die die Musiker wohl umgeben mag, scheint man, wann immer möglich, Stinkefinger hervorschnellen zu sehen.


    Mir kommen immer wieder BAXAXAXA in den Sinn, doch selbst das legendäre 'Hellfire'-Demo kommt an die Brachialität dieses (V)Erbrochenen nicht heran. 'Dawn Of Morbid Sorcery' scheint nicht von dieser Welt, zu unmenschlich klingt dieses Gebräu. Das Billig-Keyboard ist weit weg von Kitsch, sondern erweckt eine seltsame Stimmung, die einem instinktiv zutiefst widerstrebt und doch öffnet man die Tür, geht ins Dunkel...


    MOENEN OF XEZBETH knallen dort in die Presche, wo MÜTIILATION, XASTHUR oder BAXAXAXA einen leeren Raum hinterließen, den sie selbst irgendwann nicht mehr ausfüllen konnten. Die Belgier rotzen einfach so im Jahre 2017 ein Tape in die Szene, welches die letzten 25 Jahre im Schwarzstahl vergessen macht und mit rostigen Killernieten auf dessen Wurzeln zeigt.


    Was für ein genialer Sch**ß!

    GRAVE PLEASURES -2017- Motherblood


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    Nachdem sich BEASTMILK in GRAVE PLEASURES umbenannt und ein paar Musiker ausgewechselt wurden, war mir schon klar, dass man an das Überwerk 'Climax' nicht mehr herankommen würde.


    'Climax' gefiel mir von der ersten bis zur letzten Sekunde. Doch nicht nur das. Es enthielt Melodien, Hooklines und Refrains, die mich zum Mitsingen, Zucken/Tanzen und zum Tränchenausquetschen bewegten. So etwas widerfährt mir äußerst selten und dementsprechend ist das Album von 2013 auch ganz weit oben in meiner Allzeit-Favoriten-Liste.


    Der Quasi-Nachfolger 'Dreamcrash' unter der Flagge GRAVE PLEASURES war dann wie erwartet nicht sehr stark. Umso weniger kümmerte mich die Veröffentlichung des Nachfolgers 'Motherblood' dieses Jahr.


    Dennoch kullerten mir immer wieder positive Reviews vor die Linse, die den aktuellen Longplayer mindestens die selbe Stärke wie 'Climax' zusprachen. Doch das Antesten der PromotionTracks auf YouTube ließ mein Interesse schnell wieder schwinden. Erst als meine Ex-Frau (auch ein BEASTMILK-Fan) mir mit Nachdruck riet, doch mal öfter in 'Motherblood' rein zu hören, da es ihr mit jedem Hören besser gefiele, legte ich meine Skepsis beiseite und öffnete mich dem Album.


    Das Hauptproblem waren anfangs diese klebrig-süßen, irgendwie poppigen Songs, denen der Rost und der Dreck der Stücke von 'Climax' fehlte. Doch je öfter diese über meine Gehörgänge schmirgelten, umso mehr entfernten sie Vorurteile und Widerstände und ebneten so den Weg zur Ohrwurmandockungsstation in meinem Schädel.


    Zwar sitzt nicht jeder Titel und es fehlt an der Oberfläche der gewisse Zauber den 'Climax' mitunter ausmachte, aber trotzdem fällt dies nicht so sehr ins Gewicht, als das ich nicht dazu in der Lage wäre, die Platte komplett genießen und stellenweise abfeiern zu können.


    Das coole "Doomsday Rainbow", welches durchaus auf 'Climax' passen würde; - die apokalyptische Partybombe mit der süchtig machenden Bridge "Be My Hiroshima"; - das treibende und durchaus radiotaugliche (abgesehen vom Text) "Joy Through Death"; - das etwas verträumte, aber dennoch nach vorne gehende "Mind Intruder" in dem Matts Stimme wieder diese komischen Euphorien auslöst; - "Falling For An Atom Bomb" mit dem anbetungswürdigen Refrain und der arschcoolen Instrumentalisierung; - das mystisch beginnende, etwas verquere und sowieso grandios aufgebaute "Atomic Christ"; das simple, aber trotzdem im Ohr festhängende "Deadenders" und der dramatische Rausschmeißer "Haunted Afterlife", sie alle machen aus 'Motherblood' ein grandioses Ganzes, auch wenn die nicht aufgeführten Tracks etwas abfallen, aber immerhin nicht negativ auffallen.


    Auf der CD, die der LP beiliegt, ist zusätzlich noch der Bonustrack "There Are Powers At Work In This World" enthalten, den man auch ruhig regulär hätte mit drauf packen können.


    Als Fazit kann ich sagen, dass ich als 'Climax'-Süchtiger sehr zufrieden bin mit dieser Veröffentlichung, auch wenn sie nicht sofort zündete und ich ein paar Feineinstellungen an meinen Erwartungen optimieren musste. 'Motherblood' klingt kommerzieller, bzw. professioneller produziert, hat im Kern aber immer noch diesen Spirit, mit den BEASTMILK nicht nur meine Welt 2013 in Flammen legten.



    @Uli: Erstmal danke für den Kommentar ^_^ ... und ja, die Essenz sind die Riffs und die Twin-Gitarren habe ich einfach mal so rausgehört, ob da zwei Gitarristen oder nur ein Effekt oder das Studio für verantwortlich sind, weiß ich nicht.


    Sebastian : Ui, da bin ich aber froh, dass ich nicht so'n Klangfetischist bin. Das scheint einem ja jede Menge Musik zu versauen :(

    Aber da ich ja auch im Keller produzierten... oder besser gesagt, mit billigem Tapedeck aufgenommen BlackMetal -auch- mag, machen mir solchen "Kleinigkeiten" nicht viel aus... naja, für mich klingt das Album super...

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    Ich mag ja ganz besonders Musikalben, die mich beim ersten Hören mit ihren Strukturen und Anhäufungen von Ideen überfordern, mir aber gleichzeitig das Gefühl geben, dass, wenn ich mich intensiver mit ihnen befasse, sie mich beim Enträtseln mit Endorphinausschüttungen und Erkenntnisorgasmen befriedigen werden.


    Bei 'Reflections Of A Floating World' strengt beim ersten Durchlauf neben der Schubladensuche, auch die Suche nach Halt an. Das "Floating" ist nicht immer rund und gemütlich, sondern kann auch in Haken, geometrischen Formen und reißerischen Strömen den Hörer an den Rand des Ertrinkens bringen.


    ELDER mögen Gitarren und auch Gitarrensolos, und fast wäre ich versucht sie in die psychedelische Jam-Rock-Ecke zu stellen, wo sie allerdings neben den überwiegend bluesig-angehauchten Saitenpornografen, wie Mathematik-Nerds wirken könnten, die eher im verschrobenem Jazz, oder gar Djent beheimatet wären. Ein flüchtiger Hauch von MESHUGGAH oder ANIMALS AS LEADERS ist schon vernehmbar. Bei direkteren Vergleichen schießen mir allerdings die Glanztaten von THE MARS VOLTA und AT THE DRIVE-IN durch den Kopf, vor allem wenn es um die Art der Vokalisierung geht. Aber auch die zuckend fragilen Rhythmen bzw. Unterbaukonstruktionen erinnern sehr an jene Ausnahmekünstler. Dennoch schaffen ELDER einen unvergleichlichen Fluß, der vom positiven Charakter auch z.B. sehr an 'Close To The Edge' von YES oder stellenweise PINK FLOYD erinnert. Dabei vermeiden sie es gekonnt allzu oft mit schnöden Genreklischees Ideenlosigkeit zu kaschieren. Vorher schweifen ELDER lieber in verschrobene Sphären und dramatische Eruptionen ab und reißen damit das Ruder immer im richtigen Moment rum. Auch wegen des Mellotron könnte man da ab und zu den Eindruck gewinnen, dass hier 'In The Court Of The Crimson King' einen nicht geringen Inspirationsanteil am Arrangement hatte.


    NEU! und EXPLOSIONS IN THE SKY kommen beim Erleben der 2LP ebenso ins Gedächtnis, wie auch WISHBONE ASH, THIN LIZZY oder IRON MAIDEN. Herrliche Twin-Gitarren haben diese Schlitzohren nämlich auch im Sortiment und wissen damit gut umzugehen. Zum allen Überfluss muss ich nun noch KYUSS ins Spiel bringen, denn der Sound ist zuweilen übelst fett! Also wären wir zum jetzigen Zeitpunkt bei einer Kategoresierung, die in etwa Progressive-Psychedelic-Stoner-Jam-Rock oder so lauten könnte.


    ELDER schaffen mMn perfekt den Spagat zwischen 70er-(Stoner/Hard)Rock-Feeling und moderner Architektur. Zu jeder Zeit kann man ihre zahlreichen Inspirationsquellen raushören und ELDER scheinen das vorerst letzte und logischste Glied dieser Evolution zu sein. Die Band schiebt da Details in ihre Songs, die einfach nur genial sind und damit meine ich nicht das schnell rausgekramte und schon sehr abgelutschte "genial"! Die Musik ist durchdacht und dennoch nicht steril, sondern von einer übernatürlichen Schönheit. Neben schrammeligen (Grunge/Garage?) Passagen lassen die Jungs aus Boston auch gerne mal einen Funkenregen an Saitenzaubereien herabregnen. Es passiert so viel und doch hat man nie das Gefühl von erzwungener Aufgesetztheit.


    Die Produktion empfinde ich als nahezu perfekt und dazu kommt noch eine sauber gepresste 2LP, die einem nicht den Spaß am Vinyl verdirbt, sondern ordentlich läuft!


    Als Fazit kann ich nur sagen, dass wenn man letztes Jahr objektiv gesehen mit 'Terminal Redux' von VEKTOR einen Meilenstein in der (härteren) Musikhistorie hatte, es dieses Jahr einfach ELDER mit 'Reflections Of A Floating World' sein muss. Platten wie diese sind äußerst selten!


    Herausragend!