Posts by MLSnick

    Hier dann nochmal den Link ;) Habe mir doch so große Mühe beim Schreiben gegeben,,, ^^

    ELDER -2017- Reflections Of A Floating World (NextGen-Prog-Psych-Stoner-Jam)

    ...the "torture" never stops... 8|


    2019 war wirklich, wirklich mit pervers geilen Alben vollgepackt. Ganz ehrlich? So viel gutes Zeug hat sich bei mir in einem Jahr noch nie angesammelt! Ich habe in den letzten Wochen viele Rankings zu 2019 durchstöbert, mir noch mehr Musik reingequetscht und so einiges an interessanten Material entdeckt. Doch kaum ist mein eigenes Jahresranking fertig, fällt ein nerdiger Druck von mir ab und ich finde endlich die Muse mich mit Alben zu befassen, ohne sie gleich irgendwie einzuordnen. Mittlerweile haben sich in jener, etwas entspannteren Phase,vorläufig vier Platten als wahre Perlen herausgestellt:


    1. LINGUA IGNOTA war ja schon Thema und mittlerweile befindet sich auch der Vorgänger von 'Caligula' in der Sammlung. 'All Bitches Die' hat mich dann dementsprechend ebenso volle Wucht aus den Socken gehauen, denn die Scheibe von 2018 ist mindestens genauso stark wie der diesjährige "Überraschungserfolg".


    2. Die LP 'Demon Solar Totem' von THE DEATHTRIP mit Mat McNernick (BORKNAGAR, BEASTMILK, GRAVE PLEASURES, HEXVESSEL etc.) am Mikro, trudelte gestern hier ein. Mit der werde ich mich je nach Lust und Laune auch noch hier befassen. Auf jeden Fall findet man in jenen Rillen hypnotischen, b****mesquen ('Belus' - aber sowas von...) Schwarzstahl, der u.a. durch die grandiose und abwechslungsreiche Vokalisierung glänzt. Zusätzlich gibt's tolle Ausflüge in Richtung DIE HEILUNG, HEXVESSEL und solchen Sachen.



    3. Das australische Ein-Mann-Wunder MIDNIGHT ODYSSEY hat mit 'Biolume Part 1 - In Tartarean Chains' ein (DS?) Black-Metal-Etwas rausgehauen, dass mich glatt sprachlos macht. DIe 2LP ist aktuell von Down-Under unterwegs zu mir und ich versuche bis dahin, das Rätsel dieses Wunderwerks für mich zu entschlüsseln. Zwar zündet (noch) nicht jeder Track, aber die, die reinhauen, hauen sowas von rein, dass meine Tränendrüsen und Faustanspannmuskeln Alarm schlagen! Alleine schon der Opener "Hidden In Tartarus" überzeugt mit seiner BATHORY ('Hammerheart' etc.) meets (Best-Of) DARKSPACE -Stimmung und knallt einem Melodien vor den Latz, die so unfassbar sind, dass... ich... ne... ich kapiere das nicht?!



    4. Geiligkeit Nummer 4 habe ich vor einer halben Stunde auf LP bestellt. Die CD steht schon hier. Ich habe das Teil in nur einer Top-Liste gefunden und ich verstehe das, ehrlich gesagt, nicht so ganz. 'The Spell' von CELLAR DARLING ist großartig! Jeder Song auf dem Album ist gut, der Titeltrack, "Freeze" und "Death" z.B. sind verdammt gut und dann gibt es solche Songs wie "Insomnia" und "Pain", die mit zum besten gehören, was ich in der Richtung seit Jahren gehört habe.



    Die Band zelebriert harten, melodischen Stoff, der mich sehr oft an ganz starke THE GATHERING erinnert, ab und zu am leckeren Kitsch von genialmomentigen WITHIN TEMPTATION vorbeischrammt und zudem stellenweise überirdisch gut geschrieben und modern produziert ist. Die Sängerin ist mehr als solide und macht einen grandiosen Job, auch am unaufgeregt eingefügtem Hurdy-Gurdy.



    Das einzige was ich persönlich 'The Spell' vorwerfen könnte, wäre die NuclearBlast -typische, perfekt-polierte Produktion. Gut, dies wird wohl die wenigsten stören ;)

    So frage ich mich dann letztendlich doch, warum ich diese Band nur durch Zufall entdeckt habe und die nicht bekannter sind?!

    LINGUA IGNOTA -2019- Caligula


    Ich kannte die erste Hälfte des Albums schon, als ich mein Jahresranking erstellte. Ich bemerkte natürlich auch, dass es in ganz, ganz vielen Rankings sehr oft weit oben war, teilweise auch erstplatziert. Ich fand's ja auch irgendwo gut, aber mir fehlte der Zugang.


    Letzte Woche war ich dann wieder bei einem geschätzten Kollegen der Musikliebhabergilde, mit Fachrichtung Experimental/Psychedelic/Stoner und er präsentierte mir voller Stolz seine Platte des Jahres: 'Caligula'. Und ich muss sagen, als das nicht ganz so sauber gepresste Vinyl da vor sich hin eierte, griffen die Schwingungen nach meinem Hals und schnürten ihn zart zu. Der legendäre Groschen war gefallen, doch ich schwor mir, nur die CD zu besorgen und die recht üppig bepreiste Doppellangrille links liegen zu lassen. Gestern kam dann die 2LP (JPC, 33€) bei mir an und lag eben auf. Obwohl Laufgeräusche zu vernehmen waren, störten diese mich seltsamerweise bei dieser fast sakralen Musik jedoch nicht. Im Gegenteil, sie schienen meinen Geist zu erden.



    LINGUA IGNOTA, die Ein-Frau-Band, ist für mich (grob) eine Mischung aus DEAD CAN DANCE und EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN; zusammengeflickt mit jeder Menge Wahnsinn. Sie scheint ein Glied in einer Evolutionskette zu sein, die in meiner Erfahrungswelt mit KATE BUSH began, über TORI AMOS hin zu MYRKUR führte und nun in dieser Scheibe einen weiteren Meilenstein hervorgebracht hat. Ich könnte da auch noch die finsteren AGHAST erwähnen... [alles rein subjektiv und die Vergleiche können, wie eben bei Facebook gemerkt, für andere auch schwer hinken ;) ]


    Auf 'Caligula' hört man viel Piano, einige Samples (Beethoven zB) und hier und da mal Krach. Dazu singt, flüstert, schreit, grunzt, flucht und albert die gute Dame inbrünstigst ins Mikrofon. Einen Klick weiter zu YouTube sehe ich sie dann mit einer Lampe durch's Publikum stolzieren, um als wunderlicher Fremdkörper zum Playback ihre Stimmbänder zu schwingen. Kristin Hayter, so heißt die laut Wikipedia, klassisch ausgebildete Multiinstrumentalistin, kann auch was und weiß das einzusetzen.



    'Caligula' scheint allgemein bei Musikinteressierten (denen ich so folge) Eindruck hinterlassen zu haben und wird wohl jetzt schon als ganz wichtiges Werk angesehen. Ich weiß allerdings ehrlich gesagt nicht, was denn nun da so wichtig sein soll. Aber, und das habe ich heute beim Hören erfahren, die Musik fühlt sich "wichtig" an. Ich kann es (noch) nicht erklären, doch der Genuß dieser außerordentlichen Platte ist irgendwie anders, irgendwie neu, irgendwie seltsam und doch so vertraut. Das Teil funktioniert und wirkt auch nach. Es geht tief und macht da irgend etwas. Vielleicht ist das das Wertvolle, die große Kunst?

    :D


    Eigentlich hätte ich gar nicht daran gedacht hier meine Liste zu posten, bis mich der :evil:Raetsken:evil: angeschrieben hat, dass da ein Cristoph wohl ganz viel dolle auf meine Nummer 1 wartet ;)


    Dann hoffe ich mal du hast Spaß mit der Platte. Und laß bitte mal hören/lesen, wie sie dir gefällt :merci:

    Von Deinen 30 sagen mir immerhin 4 Alben etwas. ;)

    Verrätst Du mir bitte, wo es die neue von Tool auf Vinyl gibt? ich konnte bisher leider nur CD-Versionen finden oder überteuerte inoffizielle Eigenkreationen.


    Grüße

    Rudi

    Ich habe weder das [noch nicht erhältliche] Vinyl, noch die überteuerte CD der neuen TOOL.

    Meine Liste enthält ein paar Sachen, die nicht auf LP erschienen sind (ich hoffe das dies keine Grundvorraussetzung für den Thread hier war =O ). Manche, wie die MYSTICISM z.B. gibt es sogar leider nur als Download.


    Ebenfalls fluffige Grüsse :) aus dem gerade sehr dunkelstürmischen Saarland

    Markus

    #1

    IDLE HANDS - Mana


    Es gibt momentan soviel Retro-Kram und ich muss ehrlich zugeben, dass mir sehr viel davon gut gefällt. Vor allem die 80er sind seit ein paar Jahren wieder in den Fokus gerückt, wie man es an Serien wie STRANGER THINGS, Filmen wie DRIVE ( <3 ) oder MANDY (mein absoluter <3 Film!!!) oder dem massenhaften Erscheinen von SynthWave -Acts z.B. sehen kann. Also wenig innovatives, aber einiges was schon Dagewesenes individuell verwurstet und damit im besten Fall etwas Großartiges erschafft. Dieses Jahr verliebte ich mich (nach BEASTMILK, IN SOLITUDE u.ä.) wieder einmal und konnte lange Zeit nicht glauben, wie sehr mich jenes Erstlingswerk der US -Amerikaner mitten ins Herz traf.



    IDLE HANDS spielen eine Art Metal, der die Naivität des 80er Pop und New Wave aufgesaugt hat. Als mische man IRON MAIDEN mit SISTERS OF MERCY. Jeder der in dieser Dekade aufwuchs und deren Zeitgeist genoß, müsste beim Hören von 'Mana' eigentlich in nostalgischen Ohrgasmustsunamis ertrinken. War mir die EP 'Don't Waste Your Time' noch etwas zu "fremdschäm", so flashte mich das Debut-Album mit einer tollen Produktion und perfekt arrangierten, süchtig machenden Mit-Gröhl-Hymnen.


    Hauptsongwriter Gabriel Franco wurde wahrscheinlich von einem Inspirationsblitz getroffen und hat für 'Mana' echt ausschließlich Perlen / Hits / Killer geschrieben. Trotzdem gibt es mit "Dragon, Why Do You Cry?" und "A Single Solemn Rose" zwei Songs, die unglaublicherweise noch drüber sind und mir jedesmal das Herz rausreißen und Gothic-stylish drauf rum tanzen.


    Das hervorzüglich gepresste 180 Gramm Vinyl kommt mit Poster, Booklet und Download.


    'Mana' ist perfekt für mich; ist mein mit Herzblut durchflutetes "Best-Of 80's Pop/Rock/Metal" und ich liebe es!



    Meine (vorläufige) komplette Top 30 Liste 2019:

    30. MGLA - Age Of Excuse

    29. MINENWERFER - Alpenpässe

    28. SÜHNOPFER - Hic Regnant Borbonii Manes

    27. MAYHEM - Daemon

    26. NARVIK - Thoughtless Light (EP)

    25. COSMIC BURIAL - Stella Nova

    24. VULTURE - Ghastly Waves & Battered Graves

    23. BLOOD INCANTATION - Hidden History of the Human Race

    22. THOU SHELL OF DEATH - Witchery

    21. TOOL - Fear Inoculum

    20. EREMIT - Carrier Of Weight

    19. SUNN O))) - Life Metal + Pyroclasts

    18. DIE TÜREN - Exoterik

    17. ELDER - The Gold & Silver Sessions (EP)

    16. NOCTURNUS AD - Paradox

    15. TORCHE - Admission

    14. STONEFIELD - Bent

    13. FÖLLAKZOID - I

    12. MYSTICISM - Arcane Forest Rites

    11. DEVIN TOWNSEND - Empath

    10. MURG - Strävan

    09. PRAŸ - Praÿ

    08. DARKTHRONE - Old Star

    07. KRYPTS - Cadaver Circulation

    06. MAVORIM - Aasfresser (EP + BonusTracks)

    05. MAGMA - Zëss

    04. WARMOON LORD - Burning Banners Of The Funereal War

    03. OLD SORCERY - Strange And Eternal

    02. HEXVESSEL - All Trees

    01. IDLE HANDS - Mana

    04. OLD SORCERY - Strange And Eternal

    Wenn ein Dungeon Synth -Projekt direkt zu Anfang POPUL VUH (die atemberaubende Anfangssequenz zu Werner Herzogs "AGUIRRE - Der Zorn Gottes") zitiert, dann hat es erstmal meine Aufmerksamkeit. Und mit allerlei vermeintlichen Zitaten geht es in 'Strange And Eternal' auch lustig weiter, seien dies TANGERINE DREAM, B****M, VANGELIS, JEAN MICHEL JARRE, JOHN CARPENTER oder Themen, die an Soundtracks zu Filmen oder Videospielen erinnern.


    Ich habe es Ernie von Krachmucker.TV zu verdanken, dass ich auf dieses Album aufmerksam wurde, denn normal ist dieses Genre nicht gerade mein Bevorzugtes. Der Finne Vechi Vrăjitor, welcher mit einem anderen Projekt nochmal in meiner Liste auftauchen wird, zeichnet sich für dieses recht abwechslungsreiche, aber dennoch herrlich atmosphärische Stück Musik aus. Bis auf das letzte Stück "Tulessa Uinuva Kuningas" ist hier übrigens keine menschliche Stimme zu vernehmen.


    Als finster empfinde ich kaum etwas auf diesem Album, obwohl Track Nummer 3 auch in den Videospielen METROID oder DOOM Verwendung hätte finden können. Eher bekomme ich hier gemeinhin das Gefühl verschiedener Aspekte von epischen Fantasywelten ala THE LEGEND OF ZELDA, GAME OF THRONES oder LORD OF THE RINGS.


    Ich bin gespannt mit welchen Sachen dieser Vechi Vrăjitor noch so um die Ecke kommt, denn der scheint es echt drauf zu haben. Da fällt mir gerade ein, dass ich auch sein SynthWave -Projekt aus diesem Jahr, MEGAHAMMER ('Predation 2084'), im Plattenschrank stehen habe. Auch nicht schlecht, aber 'Strange And Eternal' ist der eigentliche "Megahammer" und mit Abstand die beste Dungeon-Synth-Scheibe, die ich je gehört habe! Augen zu und treiben lassen...




    03. WARMOON LORD - Burning Banners Of The Funereal War

    Es gibt Platten, die mich an den Rand des Wahnsinns bringen. So wie diese hier. Fantastische Melodien und Ideen, mit dementsprechendem Herzblut und bitterer Melancholie, treffen auf eiskalten, händeverkrampfenden Black Metal, der in den 90ern hätte stattfinden können. Zu jeder Sekunde speiht es mir das Wort "Klassiker" entgegen. Sich dagegen zu wehren nützt nichts, denn mithilfe genretypischer Keyboards wird mir dieses giftige Sekret bis in die untersten Hautschichten massiert. Es klingt alles so vertraut und großartig.


    Der Ein-Mann-Trupp aus Finnland, der übrigens auch für meinen Platz Nummer 4 (OLD SORCERY) verantwortlich ist, beackert sein Feld nach den Regeln der Schwarzstahls. Aber er belässt es nicht beim stumpfen Suhlen in der Erde, sondern markieret seine urwüchsigen Ländereien mit einzigartigen, wiedererkennbaren Bauten. Jeder Song steht für sich und ist nach seiner eigenen Logik, ein sich ins Gedächtnis brennendes Unikum.


    'Burning Banners Of Funereal War' macht genüßlich den Hosenstall auf und pisst selbstsicher die Hosen einiger Genre-Klassiker tropfend nass, Das Teil gehört in meinen Augen und Ohren jetzt schon in die Reihe der ganz, ganz Großen!




    02. HEXVESSEL - All Tree

    Über meinen zweiten Platz dieses Jahr habe ich schon etwas hier im Forum geschrieben: Hexvessel

    "Obwohl mich die vorher veröffentlichten Promotracks [wie bei 'When We Are Death'] kalt liessen und ich kaum noch Vinyl kaufe, musste ich mir die neue HEXVESSEL auf LP bestellen. Es sollte die auf 200 Stück limitierte gelbe Vinylversion werden, für die ich mit Versand knapp über 30€ hinblätterte. Was tut man nicht alles für eine seiner Lieblingsbands.


    Die erste Rotation war allerdings sehr enttäuschend, musikalisch, wie auch von der Pressqualität her. Dies ärgerte mich so sehr, dass ich den Century Media Shop anschrieb und als Reaktion widerfuhr mir so ziemlich die kundenfreundlichste Aktion, die ich je erlebt habe. Was genau, wie und warum passierte, behalte ich lieber für mich, denn ich kenne genug Fälle in denen guter Service schamlos ausgenutzt wurde, nachdem im Internet solche Vorfälle beschrieben wurden. Das hatte natürlich meist zur Folge, dass von Seiten der Firmen die Kulanz zurück geschraubt wurde.


    Auf jeden Fall bin ich mittlerweile im Besitz einer tadellos klingenden LP und 'All Tree' hat bei mir eine unglaubliche Wandlung vollzogen. Obwohl ich nach den ersten zwei, drei Hörsessions der festen Überzeugung war, dass sich solche simplen Songs niemals großartig anfühlen könnten, passierte genau das!


    Die altehrwürdige HEXVESSEL -Magie hat mich wieder einmal voll im Griff, womit die Truppe also immer noch zu meinen absoluten Favoriten gehören darf.


    Die Musik der Finnen ist nichts für schnell mal zwischendurch und nebenbei. Es gilt von dieser Welt loszulassen, sich in die alte Heimat, die Wälder zu begeben, das Kind in sich zu suchen und längst vergrabene Gefühle zuzulassen.


    Der Psychedelic-Folk-Rock von HEXVESSEL fühlt sich so erdig, lebendig und fruchtbar an, dass man praktisch im Laufe des Albums Gräser, Pilze, Moose und Bäume in ihm wachsen sieht und deren Geruch zu vernehmen scheint.


    Selbst wenn dezent angedeutete (Americana?) Western-Elemente aufblitzen, stören diese die eigenartig vertrauliche Atmosphäre von 'All Tree' nicht. Im Gegenteil, das Album klingt praktisch wie ein direkter Nachfolger zu 'No Holier Temple', welches mir in den letzten Jahren immer stärker ans Herz gewachsen ist und mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsscheiben gehört.


    Das tränendrüsenmassierende "Changeling", das ergreifend-dramatische "Ancient Astronaut", das traumhaft beruhigende "A Sylvian Sign", das tanzbare und etwas an 'Revolver' von BEATLES erinnernde "Wilderness Spirit", das hypnotisch verschlingende Instrumental "Otherworld Envoy", mein meist auf Knien genossener Album-Favorit "Birthmark", das tief Wurzeln schlagende Titelstück und der herzrausreißende Abschluß mit "Closing Circles" machen das neue Album zu einem höhepunktlastigem Vergnügen. Wer also diese Art Musik mag, wird über die gesamte Länge mit exzellentem Material versorgt.


    'All Tree' ist fantastisch!"




    Danke für den Tip, gleich auch an meinen Sohn weitergeleitet.

    Spotify hat es auch...

    LPs etc. leider anscheinend im Moment nur über USA erhältlich, oder?

    Da es sich hier um eine französische Band handelt und die die Sachen selbst vertreiben, denke ich, dass die LP auch aus Frankreich versendet wird. Bei Bandcamp steht bei Empfängerland meistens USA, vielleicht hast du das gemeint, oder?


    05. MAGMA - Zëss

    Ich weiß nicht mehr wie oft ich mir 'Zëss' per MP3-Player auf meiner ehemaligen Arbeit reingezogen habe, um nicht am Tätigkeitsstumpfsinn zu zerbrechen. Ich hatte mir den Song von YouTube gezogen, als er noch in kompletter Länge von 38 Minuten dort hochgeladen war. Es handelte sich um die Live-Version von der "Mythes et Legendes" DVD.


    Ich liebte diesen Clip und habe ihn auch mehr als einmal angeschaut, da ich die Performance sehr spannend fand. Das sich langsam aufbauende Intro, dann der hypnotische Monolog mit dem treibenden, repetiven, Spannung aufbauenden Instrumentalthema, das Auftreten von Vander und seine ekstatische Vokalisierung in der Fantasiesprache Kobaia, bis hin zum Improvisationsorgasmus und dem anschließenden sanften Abklingen. Übergalaktisch geil und wieder mal einer jener Hirnbezuckerungen, für die ich Musik über alles liebe.


    Meines Wissens wurde 'Zëss' wohl wegen seiner Überlänge niemals im Studio aufgenommen, sondern nur live performed. Doch dieses Jahr war es dann endlich soweit. Vanders Meisterwerk wurde u.a. mithilfe des Prager Philharmie Orchester im Studio realisiert. Das Orchester ist modern arrangiert und unterstützt das Ganze im richtige Maße.


    Einerseits ist diese Version von 'Zëss' eine kleine Enttäuschung. Bei einem solchen Mammuttrack müssen natürlich Orientierungspunkte und dementsprechende Grenzen festgesteckt werden und so gibt es wenig Raum für Improvisationen und entfesselt-eruptive Magie. Trotzdem kralle ich beim Hören dieser Version meine Finger tief in das Sitzmöbel und ergebe mich einer genussvollen Trance.


    Für mich ein ganz, ganz starkes Werk und nach 'Üdü Wüdü' meine liebste MAGMA!


    Gern geschehen!


    Bei der 3 x 12" bekommt man auch was für´s Geld:

    nämlich fast 100min. Spielzeit mit teils recht verspulten Texten. 8)

    Wird morgen wahrscheinlich hier eintreffen :) ich freu mich schonmal drauf!



    08. DARKTHRONE - Old Star

    Nach dem für DARKTHRONE -Verhältnisse eher unterdurchschnittlichem 'Arctic Thunder' befürchtete ich schon den Anfang vom Ende einer sehr coolen Phase. Übel nehmen würde ich es dem Duo nicht wirklich, denn die beiden Herren haben einen Haufen Alben veröffentlicht, die mir persönlich richtig gut abgehen.


    Doch in diesem Jahr schmissen die zwei norwegischen Käuze tatsächlich mit 'Old Star' ein Werk auf den Markt, welches ihren Ruf als "Götter des Trve (Black) Metal Riffs" mehr als festigte. Zwar verwies Fenriz wieder mal darauf, dass es sich bei den Riffs meist um Zitate handele, aber letztendlich kümmert dies -zumindest mich- nicht. Die Scheibe macht von vorne bis hinten richtig Spaß, bruzzelt geiligst die Arschhaare weg und am nächsten Tag weiß man, woher die Nackenschmerzen kommen.


    'Old Star' reiht sich locker in die Reihe meiner liebsten Outputs von DARKTHRONE ein, seien das 'A Blaze In The Northern Sky', 'Panzerfaust', 'The Cult Is Alive', 'F.O.A.D.' oder 'The Underground Resistance'. METAL as FOGG! Irre geil!




    07. KRYPTS - Cadaver Circulation

    Neuere Death Metal Sachen mag ich größtenteils eigentlich nicht mehr so. Meistens geht's dabei um Technik und hyperschnelle Flitzefinger. Aber auch die groovenden Todesgestählten schmeißen mir zu oft mit langweiligen Riffs um sich. Und noch seltener höre ich von beiden Fraktionen Songs, die mir direkt ins Ohr gehen. Da bleibt einfach nicht viel hängen.


    Seltsamerweise könnte ich nun aus dem Stehgreif auch kein Riff von KRYPTS aus meinem Hirn rauskramen. Doch wenn 'Cadaver Circulation' erschallt, bin ich sofort mollig warm in dieses grobe, schlammige Sandpapier eingepackt und mich darin zu suhlen und zu schubbern ist äußerst befriedigend.

    Der Sound erinnert stark an <3 SONNE ADAM <3 und etwas an die erste PARADISE LOST, auch an TEMPLE NIGHTSIDE ('Condemnation') oder HOODED MENACE und generell solchen, von mir abgöttisch geliebten, "Abyssic Death Metal" -Kram. Also ein eher verwaschener Klang, tief schmirgelnde Saiteninstrumente und ein sehr schlecht gelauntes Cookie-Monster!


    Doch es ist nicht alleine diese delikat-finstere Atmosphäre, welche mich fast dazu verleitet den Tonträger abzulecken. Vielmehr verstehen es die Finnen, ihrer Musik einen herrlichen Fluß zu geben. Hier gibt's keine Riff an Riff -Basteleien, eins ergibt das andere und jeder Moment wird gelebt und geliebt. Diese Qualität habe ich zunächst gar nicht bemerkt, mein Unterbewußtsein wohl allerdings schon, denn das Teil ist seit ich es entdeckt habe, gefährlich oft als Beschallung tätig. Lecker!




    Meinen Platz Nummer 6 werde ich nach reichlicher Überlegung hier nicht näher beschreiben. Die Texte der Ein-Mann-Truppe auf 'Aasfresser' sind mir zu schwammig und zweitdeutig. Zwar wurde das erste Demo 'Heimkehr' auch über Narbentage veröffentlicht und ich weiß vom Labelinhaber, dass er keinen Act veröffentlicht, der sich nahe oder gar innerhalb des rechten Bereichs bewegt, aber ich riskiere hier lieber mal keine Unannehmlichkeiten.

    Markus aka Snick, willkommen! :)

    Danke ;)



    10. MURG - Strävan


    Das "anonyme Duo aus Schweden" ist mir dieses Jahr erstmals zwischen die Ohren geraten und hat eine direkt mal eine ganz ordentliche Marke hinterlassen. Der relativ gut produzierte Black Metal besticht vor allem durch großartige Riffs und Ideen, die auch dementsprechend markante und somit teils wirklich exzellente Songs zur Folge haben. Denn nicht jeder, der gute Riffs (er)findet, kann auch gute Songs daraus basteln.


    'Strävan' würde ich in die Reihe solcher Meisterwerke wie 'Noregs Vaapen' (T***E), 'Exercises In Futility' (M**A) und 'White Noise And Black Metal' (CRAFT) stellen. Mehr gibt's da von meiner Seite aus nicht mehr zu sagen.




    09. PRAŸ - Praÿ


    Ein erfreulicher Zufallsfund war das selbstbetitelte, rein instrumentale Debüt der französischen Heavy-Psych-Rocker PRAŸ. Irgendwo zwischen alten MONSTER MAGNET, reduzierten MONOMYTH und bissigen RUSSIAN CIRCLES brettert das Trio mit imposanter Soundwand durch ihre vier überlangen, homogen dahinfliessenden Tracks. Der letzte Song erinnert sogar an die von mir geliebten WINDHAND.


    Trotz Eigenproduktion kommt ordentlich Druck rüber und der Rotz spritzt nur so aus den Lautsprechern. Doch man wird nicht pausenlos mit treibendem Getose zugeballert. Die Platte bietet genügend Zeit um durchzuatmen und weiß auch mit entsprechender Dynamik zu überzeugen.


    Die 2LP plus Shirt habe ich über Bandcamp vorbestellt und neben einem Sticker, wurde mir freundlicherweise auch die CD beigelegt. Noch ist das Vinyl zu haben und ich hoffe, dass PRAŸ ein wenig bekannter werden. Verdient hätten sie es.


    https://praymusic.bandcamp.com/album/pra




    STONEFIELD -2018- Far From Earth


    Es ist wieder die Zeit der Jahresrankings und es passiert wohl jedem, dass wenn man sein Ranking fertig hat, man noch eine oder mehrere Scheiben entdeckt, die da unbedingt hätten rein müssen. 'Far From Earth' lief mir erst Mitte dieses Jahres über die Füsse und versetzte mir echt einen bösen Bauchtreffer.

    Nach meiner geliebten, persönlichen Q.O.T.S.A. -Trilogie 'Rated R', 'Songs For The Deaf' und 'Lullabies To Paralyze' vermisse ich etwas den gut geschriebenen, ja, fast schon poppigen Stoner Rock, wie ihn auch z.B. MELISSA AUF DER MAUR gut hinbekam. Die verspielteren HORISONT, GHOST etc. vergessen wir nun erstmal...


    Mir geht es um richtig gut gemachten, fantastisch auf den Punkt geschriebenen Desert Rock, der durch leckere Orgeln, pumpende Bässe und bruzzelnde Gitarren hervorsticht. Und dann noch die am Schlagzeug sitzende Sängerin, die die teils orientalisch anmutenden Melodien straight und voller Inbrunst zum Besten gibt.


    Damit wäre 'Far From Earth' auch schon fast vollständig beschrieben, wenn da nicht schon die, wie angedeutet, hervorragenden Songs wären. Alle zehn -auch der etwas Disco-artige- sind top, sind Killer, sind Hits!



    Doch wo Licht ist, ist meist auch Schatten und da kommen wir zu dem Label von KING GIZZARD AND THE WIZZARD LIZZARD, nämlich FLIGHTLESS. Es kommt mir fast schon so vor, als wolle man dieses Hammeralbum der vier australischen Schwestern etwas im Zaum halten, oder man hat ganz einfach sehr viel Pech gehabt, bzw. Kunden/Fans wie ich. Zuerst funktioniert die CD nicht, keine der drei, die ich probiert habe. Zwei davon bestellte ich online und zum Glück verhielt sich der Händler sehr kulant, so dass ich ohne Kosten davon kam. Die dritte kaufte ich mir auf dem Konzert in Luxembourg. Dort sprach ich die Merch-Leute auch auf die seltsam formatierte CD an, aber anscheinend wusste davon niemand etwas. Also die CD für'nen 10er mitgenommen und die selbe Sch***e wieder... Mein CD-Player erkennt nur einen Track, der allerdings nur Stille enthält. Im Auto wird die CD als MP3, aber in total chaotischer Reihenfolge abgespielt, na toll. Da blieb mir nur noch der teure Import der LP, die nach langer Wartezeit (Zoll) natürlich etwas ramponiert hier ankam (spielt aber wenigstens gut). Eine etwas angepisste E-Mail mit dementsprechenden Fotos und Hinweisen auf die seltsame CD an FLIGHTLESS blieb bis heute unbeantwortet.

    Schade, denn 'Far From Earth' ist verdammt gut! Richtig, richtig verdammt gut!



    Die aktuelle Scheibe aus diesem Jahr heißt 'Bent' und ist etwas düsterer, härter und psychedelischer. Auf jeden Fall auch eine Empfehlung wert!

    Es gab mal eine Zeit da veröffentlichte Frank Koziks Label MAN'S RUIN eine Leckerei nach der anderen und doch stach für mich eine Veröffentlichung heraus:


    SONS OF OTIS -1999- Templeball

    Zwar mag... nein... liebe ich nur die erste Hälfte des Albums, aber die hat es in sich. Wenn "Mile High" dieses Erlebnis eröffnet, erkennt man recht schnell wo der Hammer hängt. Die Wall-Of-Sound ist gigantisch und, man kann es mir glauben, vom Saiteninstrumentarium das perverseste was mir je zu Ohren kam. In dem fetten Gedröhne muss das heftige Schlagzeug schon einiges aufbieten und weiß um die magische Aura herrlich scheppernder Becken. Der an Dave Wyndorf erinnernde Gesang ist bestens in diesen Brei eingebettet und bellt Beschwörungen aus dunklen Hallen.


    Während der Opener "Mile High" noch zäh wie Magma dahinfliesst, marschiert "Nothing" schon räudiger aus der Distortionhölle und spielt erstmals orgasmotrös mit dem Kontrast von den mariannengrabentiefen Riffs zu dem hohen Gekreische dünner Saiten. In "Vitus" wird mit viel Phaser dem Klassiker "Born Too Late" von ST. VITUS gehuldigt, bevor mit dem kriechenden "Windows Jam" mein persönlicher Höhepunkt der Platte ertönt. Wenig Vocals und sehr viel Gitarrensolo... geiles Gitarrensolo (für Leute die u.a. EARTHLESS - 'From The Ages' lieben) ... so was von drüber... Wahnsinn! Der treibende Wah-Wah-Exzess "Super Typhoon" wird dann für meine Ohren der letzte großartige Track dieses beeindruckenden Soundspektakels und ist berühmt für seine blitzerektiven Hirnpenetrationen. Nach dem Riffgepolter "Down" wird noch "Mississipi Queen" von MOUNTAIN gecovert, aber so weit komme ich selten, denn das Teil schafft mich jedes Mal. Hier hört man nicht nur, nein, die Anlage muss aufgedreht sein, um auch zu fühlen!


    Habe ich leider, leider nur auf CD ;(


    Prolog:


    2019 war für mich ein großartiges Musikjahr! Selten haben mich so viele aktuelle Veröffentlichungen begeistert und mich auch dazu bewogen den Geldbeutel zu zücken.


    Auch bei meinem liebsten, auf Underground -Black Metal spezialisierten Kassettendealer WORSHIP TAPES gab es einen Haufen gutes Material, wie z.B.

    - das unbarmherzige Demo von LICHT DES URTEILS,

    - das ätherisch krachende 'The Eternal Hunt' von FORTRESS OF THE OLDEN DAYS,

    - das herrlich finster-schmirgelnde, selbstbetitelte NACHTIG -Album,

    - das abgrundtiefe Eiskellermassaker 'The Return Of The Wolf' der Italiener STROF,

    - das schwarz-rollende Hasswunder aus UK mit Namen ÚLFARR und ihrer jetzt schon kultigen EP 'Hate & Terror: The Rise of Pure Evil',

    - mal wieder die wirklich unglaublich guten MINENWERFER aus den USA mit ihrem facettenreichen 'Alpenpässe',

    - das wunderschön atmosphärische und rein instrumentale 'Stella Nova' von COSMIC BURIAL, die mich aber mit ihrem zweiten Output in diesem Jahr 'Galaxy' sehr enttäuschten und ein Werk auf WORSHIP TAPES schaffte es sogar in die Top 10. Dazu also später.


    In Sachen Black Metal gab es noch weitere Köstlichkeiten, die es zwar nicht unter meine 10 Liebsten schafften, die ich aber trotzdem unbedingt erwähnen möchte:

    - so beeindruckten DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT mit einem gnadenlos derben 'Mardom',

    - MAYHEM veröffentlichten beeindruckende Vorab-Tracks ihrer neuen Platte, wobei mich die erste Hälfte dieses Teils eher langweilt - doch 'Daemon' weiß durchaus zu faszinieren,

    - IMPERIUM DEKADENZ überraschten mich mit tollen Ideen, streichelnden Melodien und ein paar richtig guter Titel von ihrer neuen Platte 'When We Are Forgotten',

    - MGLA marschierten mal wieder triumphal mit 'Age Of Excuse' durch die Massen an Veröffentlichungen und konnten gut an ihren Klassiker von 2015 'Exercises In Futility' anknüpfen,

    - SÜHNOPFER zerschmetterten mit dem technisch beeindruckenden 'Hic Regnant Borbonii Manes' meine Sinne und hinterliessen mit ihrem frickeligen Finster-Mittelalter-Gitarrenzaubereien den wohl tiefst gehenden Eindruck bei mir dieses Jahr - sogar so sehr, dass ich es mir horrende 32€ kosten ließ, um an die sonst wohl nirgends erhältliche LP zu kommen,

    - die neue EP von NARVIK, welche übrigens mittlerweile bei Ván Records unterschrieben haben, brauchte bei mir lange um zu zünden - der Occult-BM ist -imo- schwer verdaulich, doch belohnt den interessierten Hörer letztendlich,

    - der verschrobenste, schönste und magischste Output dieses Jahres kommt von THOU SHELL OF DEATH, die mit 'Witchery' bei mir voll ins Schwarze trafen - leider nur auf einer überteuerten CD erhältlich,

    - auf Platz 11 landet dann zu diesem Zeitpunkt die leider nur als Download erschienene 'Aracane Forest Rites' von MYSTICISM, die mal eben so jedes DIMMU BORGIR -Album, inkl. der enthaltenen Hits, vernichtet haben! Das Teil ist Hammer und gehört auf LP, CD, MC!


    Da aber noch ein paar BM Sachen zu mir unterwegs sind, ist da bestimmt noch nicht das letzte Wort gesprochen.


    Aber auch aus dem Death Metal und artverwandten Genres haben sich ein paar Schätzchen heraus kristallisiert:

    - die eher wohl in den Sludge-Bereich gehörenden, deutschen MORAST haben zu ihrem starken 'Ancestral Void' einen Nachfolger erschaffen, der zwar nicht an das 2017er Biest heranreicht, aber immer noch ziemlich gut ist,

    - NOCTURNUS A.D. haben mit 'Paradox' praktisch ein 'The Key Part II' hinbekommen, obwohl der Kult-Klassiker natürlich unerreicht bleibt - trotzdem richtig stark das neue Teil,

    - zu 'Hidden History Of The Human Race' befinde ich mich noch im "Studium", da es doch ein vielschichtiges und äußerst interessantes Werk (im Schatten von VECTORs 'Terminal Redux' mMn) ist. BLOOD INCANTATION haben wirklich einen mächtgen Brocken hingeklotzt, dessen Ausmaße ich erstmal verdauen muss,

    - auch EREMIT gehören wie MORAST eher zum Sludge, wobei diese ganz, ganz simpel, noch garstiger und vor allem sehr viel langsamer zu Werke gehen. 'Carrier Of Weight' braucht Geduld, ist tonnenschwer und sowas von primitiv, dass es schon wieder geil ist. Der halbstündige Brecher "Cocoon Of Soul" z.B. kommt weitestgehend mit zwei Tönen aus und ist trotzdem der Wahnsinn! Fieses Teil!


    Aus dem Alternativ, Stoner (Doom), Prog -Bereich gab's auch ein paar geniale Sachen, wie z.B.:

    - 'Barren Dominion' von VOID KING, die wie eine zähe Mischung aus PEARL JAM, ALICE IN CHAINS, SYSTEM OF A DOWN und LIFE OF AGONY klingen. Der Longplayer wird mir hinten raus zwar etwas langweilig, hat aber trotzdem Eindruck hinterlassen,

    - TORCHE haben mir mit 'Admission' per MP3 zuerst wenig gefallen, entfalteten aber ihren Glanz vollständig beim etwas lauteren Abspielen auf der Heimanlage. Obwohl die Truppe sehr modern klingt, schwingt eine gewissen 80er Nostalgie mit, die vor allem in den zwei Übertracks "Changes Come" und dem Titeltrack zum Tragen kommen. Da will man doch glatt auf dem Skateboard seine Jugendliebe besuchen fahren...,

    - die 'Gold & Silver Sessions' EP von ELDER enthält tolle Jam- bzw- Improvisations-artige Psychedelic Stücke, hat mich aber zuerst wegen der hohen Erwartungen nach dem überirdischen 'Reflections Of A Floating World' enttäuscht. Mittlerweile komme ich mit dem etwas anderen Konzept klar und mag die EP sehr,

    - so sehr ich hoffte, dass TOOL mit 'Fear Inoculum' meinen Platz Nummer Eins verdrängen, so sehr wurde ich enttäuscht. Die überteuerte und deswegen auch nicht von mir gekaufte CD beginnt zwar schön, wird mir aber schnell langweilig. Zum einen erinnern mich viele Parts und Melodien an die zwei vergangenen Alben, zum anderen bleibt bis jetzt mal noch, die TOOL-typische, magische Erfahrung aus. Doch irgendwie ist das auch Jammern auf hohem Niveau, denn die Neue ist beileibe alles andere als schlecht,

    - SUNN O))) haben dieses Jahr gleich zwei Platten veröffentlicht und obwohl mir 'Pyroclasts' ein wenig besser gefällt, als 'Life Metal', liegen beide in meiner Gunst doch verdammt nahe beieinander. Nach dem enttäuschenden 'Kannon' endlich mal wieder ein geiler Drone-Output,

    - leider habe ich diese (für mich aktuell beste) Girlband erst vor kurzem kennengelernt und so ihr letztjähriges Wunderwerk 'Far From Earth' verpasst, welches locker in meinem Jahresranking den zweiten, wenn nicht sogar den ersten Platz geschafft hätte. Dummerweise glänzt das Label FLIGHTLESS nicht gerade mit kompatiblen CD's und günstigen Wegen an die LP ranzukommen. Doch bei 'Bent', dem aktuellen Werk der australischen STONEFIELD, hat man noch gute Chancen an physische Tonträger zu kommen. Zwar finde ich die Neue nicht ganz so gut, aber immerhin hätte sie momentan meinen Platz 13 inne. Tolle Melodien, eine fette Produktion, grandios performter Retro-Pop-Stoner, der durchaus als QUEENS OF THE STONE AGE -Killer in Betracht käme. Diese Frauen habens drauf und ich erwarte noch Großartiges,

    - in die neue RUSSIAN CIRCLES muss ich mich noch genauer einarbeiten, doch ich kann schon sagen, dass die mich im Gegensatz zu ihren anderen Releases schon etwas mehr zuckert,

    - die beste Mucke zum Auto fahren, putzen, schrauben, zeichnen, was auch immer, kommt 2019 für mich aus Chile. FÖLLAKZOID haben ihre Wurzeln bei NEU! und KRAFTWERK, machen das Ganze aber minimaler, hypnotischer und fetter. Soweit ich weiß, ist das eine richtige Band, u.a. auch mit richtigen Instrumenten, doch hier klingen sie eher nach Techno bzw. Trance ...und meine Herren: IST DAS GEIL! Diese Herren gehen immer, egal mit welchem ihrer 4 Alben, aber 'I' hämmert herrlichst,

    - ich habe ehrlich gesagt nie irgendetwas von diesem Kerl gemocht, war es mir doch zu sehr "Plastik" und "Positiv" - aber 'Empath' von DEVIN TOWNSEND hat es mir echt angetan! Zwar bleibt ein etwas künstlicher und teils kitschiger Beigeschmack, doch letztendlich sind es hier die Songs, die zählen. Wenn solche Kracher wie "Spirits Will Collide" mit lichtdurchfluteten Chören auftrumpfen, kann ich nicht anders, als erstaunt ins Leere zu starren. Ich gehe mittlerweile sogar soweit bei diesem humorvollen Kanadier vom neuen, metallischen ZAPPA zu sprechen ;) Respekt für solch' ein episches Meisterwerk!


    Obwohl mir von der neuen RAMMSTEIN das "Deutschland" und auch "Radio" sehr gut gefielen, war mir das restliche Album zu langweilig. DEICHKIND haben mich (mal wieder) mit ihren Singles von der Couch gebanged, doch zum Hören des kompletten Teils, fehlt mir die Geduld.


    Also bleibt noch die kultige Truppe VULTURE zu erwähnen, die mir mit ihren räudigen 80's Speed Metal bis jetzt immer bestens gefallen haben. Auch die neue Langrille 'Ghastly Waves & Battered Graves' macht da keine Ausnahme. Die haben's einfach drauf, wie ich finde...


    Zum Vorstellen meiner Top 10 brauche ich noch etwas Inspiration xD


    Es werden enthalten sein:

    - ein fein gestricktes, ein geniös-roh-riffiges, ein teutonisches und ein 90's-like BlackMetal

    - ein abgrundtiefes Death Metal

    - zwei spektakuläre französische

    - ein Dungeon Synth und

    - ein F**K WIE GEIL IST DAS DENN-KITSCH-80's-Metal

    HEXVESSEL -2019- All Tree


    Obwohl mich die vorher veröffentlichten Promotracks [wie bei 'When We Are Death'] kalt liessen und ich kaum noch Vinyl kaufe, musste ich mir die neue HEXVESSEL auf LP bestellen. Es sollte die auf 200 Stück limitierte gelbe Scheibe werden, für die ich mit Versand knapp über 30€ hinblätterte. Was tut man nicht alles für eine seiner Lieblingsbands.


    Die erste Rotation war allerdings sehr enttäuschend, musikalisch, wie auch von der Pressqualität her. Dies ärgerte mich so sehr, dass ich den Century Media Shop anschrieb und als Reaktion widerfuhr mir so ziemlich die kundenfreundlichste Aktion, die ich je erlebt habe. Was genau, wie und warum passierte, behalte ich lieber für mich, denn ich kenne genug Fälle in denen guter Service schamlos ausgenutzt wurde, nachdem im Internet solche Vorfälle beschrieben wurden. Das hatte natürlich meist zur Folge, dass von Seiten der Firmen die Kulanz zurück geschraubt wurde.


    Auf jeden Fall bin ich mittlerweile im Besitz einer tadellos klingenden LP und 'All Tree' hat bei mir eine unglaubliche Wandlung vollzogen. Obwohl ich nach den ersten zwei, drei Hörsessions der festen Überzeugung war, dass sich solche simplen Songs niemals großartig anfühlen könnten, passierte genau das!


    Die altehrwürdige HEXVESSEL -Magie hat mich wieder einmal voll im Griff, womit die Truppe also immer noch zu meinen absoluten Favoriten gehören darf. Die Musik der Finnen ist nichts für schnell mal zwischendurch und nebenbei. Es gilt von dieser Welt loszulassen, sich in die alte Heimat, die Wälder zu begeben, das Kind in sich zu suchen und längst vergrabene Gefühle zuzulassen.


    Der Psychedelic-Folk-Rock von HEXVESSEL fühlt sich so erdig, lebendig und fruchtbar an, dass man praktisch im Laufe des Albums Gräser, Pilze, Moose und Bäume in ihm wachsen sieht und deren Geruch zu vernehmen scheint. Selbst wenn dezent angedeutete (Americana?) Western-Elemente aufblitzen, stören diese die eigenartig vertrauliche Atmosphäre von 'All Tree' nicht. Im Gegenteil, das Album klingt praktisch wie ein direkter Nachfolger zu 'No Holier Temple', welches mir in den letzten Jahren immer stärker ans Herz gewachsen ist und mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsscheiben gehört.



    Das tränendrüsenmassierende "Changeling", das ergreifend-dramatische "Ancient Astronaut", das traumhaft beruhigende "A Sylvian Sign", das tanzbare und etwas an 'Revolver' von BEATLES erinnernde "Wilderness Spirit", das hypnotisch verschlingende Instrumental "Otherworld Envoy", mein meist auf Knien genossener Album-Favorit "Birthmark", das tief Wurzeln schlagende Titelstück und der herzrausreißende Abschluß mit "Closing Circles" machen das neue Album zu einem höhepunktlastigem Vergnügen. Wer also diese Art Musik mag, wird über die gesamte Länge mit exzellentem Material versorgt.


    'All Tree' ist fantastisch!

    Wochenlang Arbeit und nerdige Selbstgespräche,

    Tonnen von Musik ins Hirn gequetscht und dann...

    übersehe ich letztendlich doch tatsächlich

    - natürlich dann, wenn es zu spät ist -

    ein Album:

    Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaruuuuuuuuuuuuum?!?!?!?!


    Man möge es sich auf Platz Nummer 11 denken:

    NÉCROPOLE - Solarité

    Diese melidiös-furiosen Gitarren und das Gekreische sind ja genau meins. Ich habe schon die beiden kurzweiligen Demos jener Franzosen geliebt. Mehr kann ich nicht mehr dazu sagen;(it's BlackM'étal).


    ...ja, ich bin wirklich so gestört 8o

    01. YOB - Our Raw Heart


    Beinahe wäre 'Our Raw Heart' nie erschienen, denn Mike Scheidt, seines Zeichens Gitarrist, Sänger und Hauptsongwriter der Band YOB wurde 2017 nach einem lebensbedrohlichem Zusammenbruch eine schwere Krankheit (Diverticulitis) diagnostiziert und sprang in jenem Jahr dem Tod gleich zweimal von der Schippe. Mächtig viel Glück und einem starken Lebenswillen sei Dank, können wir letztendlich diesem Meisterwerk lauschen.


    Meine erste Begegnung mit YOB machte ich mit der Dampfwalze "Quantum Mystic" von meinem -seit dem und bis dato- liebsten Werk der Truppe aus Oregon, 'The Unreal Never Lived' von 2005. Mächtige Soundwände, Riff-Tsunamis und die Stimme von Mike Scheidt ließen mich sofort ehrfürchtig aufhorchen.


    Obwohl ich ihren Sound liebte, waren mir ihre anderen Alben meist zu substanzlos und eintönig, weswegen ich schließlich ihre Karriere nicht recht verfolgte. Vor einigen Monaten jedoch, bekam ich den Downloadcode zur aktuellen Scheibe geschenkt und trotz der schweren Riffs und melancholischen Stimmung, empfand ich die Musik als luftig, bunt und seltsam lebensbejaend.


    Ein Paradoxum, welches mich willens machte tiefer in diese Welt abzutauchen, mich fallen zu lassen und mich dieser emotionalen Reise auszuliefern.


    'Our Raw Heart' ist kein typischer Post-Doom-Stoner-Sludge oder was auch immer. Die meist überlangen Songs setzen weniger auf markante Riffs, denn auf emotionale Dynamiken. Das Hören ist mit einer Kanufahrt in Zeitlupe vergleichbar; nicht selten wird man unter Wasser getaucht, um in nächsten Moment mit letzten Kräften gegen den Strom zu paddeln, damit man nicht an mächtigen Felsen zerschellt. Das alles passiert mit einer ergreifenden Dramatik, die größer zu sein scheint, als das Leben selbst.


    Wer erstmal den aufwühlenden Eröffnungstrack "Ablaze" [10:13min] überstanden hat und sich dem zermarternden Riffing von "The Screen" [9:50min] gegenüber sieht, welches stellenweise mit extremeren Vocals aufwartet, der mag etwas erschrocken zum Ausschalter schielen, doch Geduld und/oder ein offenes, vorurteilfreies Ohr soll(t)en belohnt werden.

    "In Reverie" [9:44min] testet erst mal die Tieftöner, bevor eine hypnotische Rhythmusarchitektur den geneigten Hörer an der Soundwand festnagelt. Wahnsinnig geil, wie hier die starke Stimme von Scheidt mal gegen und mal mit dem Riffmonster ringt, da könnte man fast schon von Soul reden.

    Gespenstisch gefühlvoll (erinnert mich etwas an BOHREN & DER CLUB OF GORE) beginnt "Lungs Reach" [5:39min] und bleibt letztendlich "nur" ein atmosphärisches Zwischenstück, welches gegen Ende mit brutalem Gegrunze zum schwächsten, aber zum Glück auch kürzesten Stück verkommt.

    Track Nummer Fünf beschreibt sich mit seiner Betitelung "Beauty In Falling Leaves" [16:27min] selbst am besten. Ich persönlich fühle mich hier etwas an alte, legendäre Glanztaten von TIAMAT oder THE GATHERING erinnert, doch YOB strahlen natürlich ganz klar in ihrem eigenem (härteren) Universum. Und obwohl in dem überlangen, zart gewebten und gefühlvoll arrangierten Song eigentlich wenig passiert, vergeht die Zeit wie im Fluge.

    Mit "Original Face" [7:03] geht's mitreißend weiter. Was für ein Kontrast zur Ruhe des vorrangegangen Stücks.

    Am Schluß wartet dann noch der Titeltrack "Our Raw Heart" [14:23min] auf. Dieser fasst die Stärken des Albums nochmal zusammen und verstärkt diese in einem herzerweichendem Konzentrat. Mike Scheidt trifft mit seinen Vocals mitten in die Seele, während die Instrumentierung in ihrer Durchschlagskraft etwas zurückgenommen wirkt. Trotzdem bleibe ich nach diesem Finale als Hörer vollkommen überwältigt zurück.


    Über 70 Minuten sind vergangen und ich frage mich, wo die hin sind? Denn obwohl YOB hauptsächlich mit langsamen Tempo arbeiten und innerhalb der Songs meist eher dezent Veränderungen stattfinden, ist "Our Raw Heart" zumindest für mein Empfinden äußerst kurzweilig.


    Dies kann zum Einen an der markanten Charakteristik der einzelnen Songs liegen, die aber paradoxerweise trotzdem wie aus einem Guß wirken und unbedingt im ganzen Erleben dieses Albums genossen werden sollten. Zum Anderen fühlt sich die Musik wegen ihrer lichtdurchfluteten Emotionalität sehr intensiv und wahrhaftig an. Eine typische "entweder man liebt sie, oder man hasst sie" Platte eben.


    ...außerdem sind Scheidts Vocals auf der Scheibe nicht von dieser Welt! Und dann diese verdammt geilen Melodien!


    Die beste YOB!


    Die beste Scheibe 2018!


    Basta!



    30. MAVORIM - Silent Leges Inter Arma

    Habe erst seit kurzem Zugriff auf dieses Album und da ist sicherlich noch Platz nach oben. Eingängiger, deutschsprachiger BlackMetal.

    29. OUTRE-TOMBE - Nécrovortex

    Schwedischer OldSchool-DeathMetal aus Kanada ;) Geiles (französischsprachiges) Teil, dass ich auch erst vor ein paar Tagen entdeckt habe.

    28. SOLSTICE - White Horse Hill

    Geiler, epischer (Doom) Metal mit einem meiner Fave-Tracks aus diesem Jahr. Hat durchaus seine Momente, positiv, wie auch negativ. Habe mich da echt reinarbeten müssen.

    27. SIT FINIS HOMINUM - Demo 2018

    Herrlich eigenartiger, stampfender BlackMetal, der ein wenig an "Streetcleaner" im Kellergewölbe auf Kinderkasettenrekorder erinnert. Ich fahr voll drauf ab :)

    26. SONS OF KEMET - Your Queen Is A Reptile

    Ein rhythmisches, teils Ethno/Jazziges Etwas mit Blechbläsern und sehr rar gesätem Sprechgesang in Richtung Reggae/Jungle/HipHop oder so. Kein Plan von solcher Mucke, aber im Sommer kam es echt gut.

    25. CLANDESTINE BLAZE - Tranquility of Death

    Feinster finnischer Schwarzstahl! Aaaaaargh!

    24. SOPHIE - Oil Of Every Pearl's Un-Insides

    Absurd kitschig-destruktiver Anti-Pop mit viel Krach.

    23. ARKHTINN - 最初の災害

    Ich liebe alles von den Space-BM'lern DARKSPACE, also gefallen mir auch ARKHTINN, die in etwa genau so klingen, nur weniger spacig und mehr majestätisch...

    22. MAVORIM - Der König ist tot EP

    Exzellentöser, deutschsprachiger BM. Drei Instrumental-Filler und zwei grandiose Songs.

    21. SHADOW'S MORTUARY - Tulen Valtakunta

    Finnischer Schlachthof-Schwarzstahl mit extra viel Schädeleinschlagpotential. Brutal geiler Shit! Aaaaargh!

    20. DEAD CAN DANCE - Dionysus

    Wenn man mal das göttliche Vermächtnis von DCD ausblendet, ist die Neue gar nicht mal so schlecht. Trotzdem kann ich die Enttäuschung der meisten Fans verstehen. Mir gefällt's jedenfalls irgendwie.

    19. ORTUS - Where Shadows Gather EP

    BlackMetal wie ich ihn mag, treibend, reibend, gespenstisch. Also ungefähr wie GRAVEN.

    18. HAKEN - Vector

    Ein zuckersüßes, proggiges Etwas mit viel Computergedöhns. Dürfte normalerweise nulligst mein Fall sein, aber diese verdammt geil-designten Melodien kriegste einfach nicht mehr aus dem Kopf "...paralysed, staring through the shadows on the wall, unable to solve this puzzlebox..."

    17. UNLEASHED - The Hunt For White Christ

    Nach 'Midvinterblod' machten UNLEASHED für meinen Geschmack keine tollen Alben mehr. Die aktuelle Scheibe fnde ich jedoch wieder großartig, mag es dem fanastiziösem Auftritt in Otzenhausen geschuldet sein, oder einfach den mitreißenden neuen Songs. Die Band bleibt auf jeden Fall eine meiner Liebsten im DeathMetal.

    16. MYRD - Negativisme

    Rostiges Eisen, stinkiger Schlamm, allerlei Sekrete und ganz viel Hass! Mein Geheimtipp für alle, die dieses Jahr eine neue DARKTHRONE ('Panzerfaust' Vs. 'Transilvanian Hunger') vermisst haben. Was für'n geiles, dreckiges Stück BlackMetal! Aaaaaaaaaargh!!!

    15. SLEEP - The Sciences

    Ja, ich weiß, einen Giganten wie 'Dopesmoker' kriegen die nie mehr gebacken, aber die neue fliegt sowas von im Orbit jenes Meisterwerkes! Hat leider auch seine schwachen Momente, aber Dampfwalzen wie "Marijuanaut's Theme" oder "Antarcticans Thawed" pressen mächtigst gegen die Wand! StonerDoom, wie er sein muss!

    14. MADDER MORTEM - Marrow

    Die Lieblingstruppe meiner Herzallersüßesten, was ich vor dieser Platte nur bedingt verstehen konnte. Doch 'Marrow' kapert schon mit dem Intro Herz und Hirn. Die "norwegische Version von SYSTEM OF A DOWN" knallt hier einen geniös komponierten Kracher nach dem anderen raus. Die angenehme Sängerin wird dabei leider ab und zu durch einen seltsamen Schreihals unterbrochen, der mich aber nach der 30sten Rotation nicht mehr so sehr stört. Seltsam schönes Album.

    13. WOLFMACHINE - Wolfmachine

    Foooooooogg!!! Monoton! Rasend! Krachig! Ich liebe diese Art BM!

    12. WINDHAND - Eternal Return

    Ich muß mich mittlerweile echt daran gewöhnen, dass diese Band so gut geworden ist und mit weniger Hall arbeitet. Ich mag weder ALICE IN CHAINS sonderlich, noch (teilweise, ja 'Nevermind' finde ich großartig...) NIRVANA, aber genau mit denen würde ich WINDHAND vergleichen, nur sehr viel langsamer, mit mächtigeren Saiteninstrumentenwänden, einem heftigen Drummer und einer unaufgeregten Sängerin. Anspieltipps: "Grey Garden" und "Diablerie"

    11. HORRENDOUS - Idol

    Das tut echt schon weh, diese Platte nicht in den Top 10 zu sehen. Genau so wie es schmerzt, dass diese geniale Truppe von den Meisten immer noch übersehen wird. Technischer DeathMetal wurde seit DEATH nicht mehr songdienlicher in Szene gesetzt! Extrem starke Scheibe!


    10. WARFIELD - Wrecking Command

    Energiegeladener, junger, frischer ThrashMetal aus Kaiserslautern. Schön auf den Punkt und in die Fresse. Jeder Track haut rein.

    Symptome beim Hören: Permanentes Fußwippen und die Rübe wackelt durchgehend mit.


    09. MOENEN OF XEZBETH - Ancient Spells Of Darkness

    Halbkitschiger, faulig-süß-klebriger BlackMetal mit knuffigem Keyboard aus Belgien. Fand das Debüt-Album nach dem großartigen Demo "Dawn Of Morbid Sorcery" zuerst gar nicht mal so gut, aber nach mehrmaligen Hören sitzt da fast jeder Song. Ich muss dazu jedoch sagen, dass ich diese Art von gewöhnungsbedürftigem, schrullig-grottigem Sound einfach sehr mag! Aaaarghlllll!!!

    Auf der CD ist übrigens das Demo enthalten <3


    08. FUNERAL MIST - Hekatomb

    Gut produzierter Schwarzstahl-Wahnsinn! Was für coole Ideen! Was für'n brutales Geballere! Was für geile Songs! Was für eine Stimmbändervergewaltigung!

    Also wer auch nur ein bißchen Spaß an BlackMetal hat, der muss da reinhören!


    07. EARTHLESS - Black Heaven

    Der rein instrumentale Vorgänger 'From The Ages' ist ja schon der Hammer und als ich den Gesang auf dieser Scheibe vernahm hatte ich schon Angst, dass der Labelwechsel zu Nuclear Blast den Zauber des Trios zunichte gemacht hätte. Doch spätestens nach der dritten Rotation war ich vom neuen Weg überzeugt: weniger Jams, mehr Songs. Richtig guter Southern / StonerRock ohne Filler!

    06. ***selbstzensiert***

    Australischer Retro/Okkult-Rock mit BlackMetal-Würze und einer politisch unkorrekten Optik und wahrscheinlich auch dementsprechenden Texten?! Relativ guter Proberaum-Sound, naive Vocals, aber verdammt süchtig machende Songs. Leider geil.

    05. FUTUROPACO - Futuropaco

    Ich muss zugeben, dass mir die SoloPlatte des Schlagzeugers Justin Pinkerton zuerst zu banal war, doch irgendwie lief das Teil immer und immer wieder. Der Sound erinnert mich persönlich an absurde italienische Roadmovies aus den 70ern (Giallo?!), idealerweise ab und zu mit Zombies und oberflächlicher Romantik. Die Ohrwürmer werden hauptsächlich mit diversen AnalogSynths und knackigen Fuzz-Gitarren auf songdienlichen Beats serviert, aber auch andere Instrumente tauchen auf und passen sich bestens in diese bunte, interessante Mischung mit ein. Geheimtipp!


    04. AUTARCIE - Seqvania

    Das ist ja genau die Art BlackMetal, die mir normalerweise richtig derbe auf den Senkel geht. Melodisch, etwas mittelalterlich und am besten noch ab und an mit "Groove" versehen. Und jedesmal wenn 'Seqvania' beginnt, wird mein Würgereiz getriggert, aber spätestens mit dem Refrain gestoppt. Danach wird das Album für mich so gut, dass ich mir Knieschoner anziehen muss. Geile Melodien und Riffs in grandios aufgebauten Songs und hin und wieder fühlt man sich sogar an die Entrücktheit der französischen Landsmänner MÜTIILATION erinnert. Lecker!


    03. LOWEN - A Crypt In The Stars

    Irgendwie liebe ich ja die modernen Zeiten, in denen man einfach auf YouTube geht und neben seiner angewählten Musik auch noch Alternativen vorgeschlagen bekommt. In jenem Fall traf ich auf die (wohl relativ) unbekannten LOWEN aus England, die modernen (Epic)DoomMetal spielen und am Mikrofon eine orientalisch angehauchte Sängerin stehen haben. Alles nicht auf dem höchsten professionellen Stand, aber! mich hat diese Unbefangenheit, die zart dahinschmelzenden Songs und vor allem diese fremdartige Atmosphäre richtig verzaubert. Wenn der letzte, von mir am meisten geliebte Track "In Perpetual Bloom" erklingt, kann ich nicht glauben wie schnell schon wieder die Zeit vergangen ist.Wer ein Faible für EpicMetal und/oder Sludge/Stoner/Doom und z.B. DEAD CAN DANCE hat, sollte hier mal ein Ohr riskieren!


    02. CRAFT - White Noise And Black Metal

    Die neue Scheibe der schwedischen CRAFT dreht seit Mitte des Jahres und trotz zigfachem Hören immer noch mein Hirn auf links. Das Teil klingt traditionell, aber gleichzeitig modern, ist irgendwie aus dem Bauch raus, aber dennoch konstruiert und gezügelt?! Die Songs sind eingängig, überragend gut arrangiert und haben dennoch diese feine Prise abgrundtiefen Wahnsinns in sich. Kann durchaus solchen First-Class-BM-Perlen wie 'Noregs Vaapen' oder 'Volcano / Now, Diabolical' auf die Kronen spucken. Für mich jetzt schon ein Klassiker!