Posts by cay-uwe

    Hattest Du schon einmal ein Bild mit einem Rechteckdurchgang gepostet?

    1kHz bei Vollaussteuerung?

    Ihr haltet mich gut auf Trapp, aber ich finde, das ist gut so. Nach dem Umbau von dem MDF-Gehäuse habe ich damit gerechnet, dass sich im Wesentlichen nichts viel ändert.


    Interessant finde ich, dass sich die Rechteckwiedergabe verbessert hat und zwar dem Ideal sehr viel näher kommt. Ich muss auch zugeben, bei den vielen Messungen die ich bis jetzt gemacht habe, kann ich nicht mehr sagen welchen Stand die damalige Endstufe hatte, da mindestens zwei Versionen an Treiberstufen bis zum aktuellen Stand liegen.


    Auf jeden Fall hat sich was getan und so sieht die Rechteckwiedergabe aus:


    SET-211-OPT-TBT-15k-06-20-9W-100HzSQRi.jpg


    Da ich das Signal vom Oszilloskop fotografieren muss, schleichen sich einige Reflexe und Überbelichtungen ein, die störend wirken können. Nichts desto trotz, es gibt aus meiner Sicht nichts zu meckern...

    Hattest Du schon einmal ein Bild mit einem Rechteckdurchgang gepostet?

    1kHz bei Vollaussteuerung?

    Das hatte ich schon mal zu einen frühen Zeitpunkt gemacht. Ich werde mal schauen, dass ich eine Messung wiederhole und nochmals hier einstelle.

    Schöner Bericht von cay-uwe. :thumbup:

    Ein Blick auf das Rechteckverhalten zeigt zusätzlich noch einiges.

    Ich freue mich, dass dir, aber auch Anderen mein Bericht über die AÜs gefallen hat.


    Wie gesagt, ich werde eine Messung mit Rechteck wiederholen. Die einzige, die ich bis jetzt gemacht habe, zeigt bei 1kHz leichte Überschwinger, die eventuell vom AÜ herrühren könnten, da die AÜs im oberen Frequnzspektrum ab 20kHz einige Resonanzen aufweisen.

    Mit der Qualität der Netztrafos waren wir auch immer sehr zufrieden. Die AÜ waren immer meine 1. Wahl wenn es im Portemonnaie klemmte.

    Schön, dass du auch so gute Erfahrungen mit TBT gemacht hast.

    Wenn ich mir die Zeit nehme einen Verstärker aufzubauen, dann mache ich keine Kompromisse. Mich ärgert sowas dann im Nachhinein.


    Allerdings sind die "Fehler" und somit auch der Klirr, der Grund weshalb uns Röhrenverstärker so gut gefallen. Ich denke du hast mit deiner 211er Endstufe alles richtig gemacht. Vor allem wenn sie dir gefällt

    Anfänglich war diese Entwicklung von mir als Spaß gedacht und da wollte ich nicht so tief in die Tasche greifen. Irgendwann mal packt einen der Ergeiz und man möchte doch mehr.


    Genau, es sind bestimmt gerade diese "Fehler", die insbesondere SET oder SE Konzepte so gefällig erscheinen lassen und es ist schon erstaunlich wie tolerant das menschliche Ohr ist...


    Im Bassbereich nimmt im Wesentlichen der Klirr zu, weil die Impedanz des Übertragers typischerweise unterhalb von 100Hz abnimmt. Laut Simulation entstehen bei Volllast in meinen Konzept folgende Klirrwerte je nach Last:


    Ra=15k, K2=1,8%, K3=0,3%, THD=1,8%

    Ra=10k, K2=3,4%, K3=0,7%, THD=3,5%

    Ra=08k, K2=4,4%, K3=1,0%, THD=4,5%

    Ra=05k, K2=8,2%, K3=2,4%, THD=8,5%


    Überträgt man die Werte der Klirrmessung auf die entsprechende Frequenz müsste mein AÜ folgende Impedanzen <100Hz aufweisen:


    Ra=15k bei 100Hz, Ra=10k bei 45Hz, Ra= 8k bei 35Hz


    Das sind Impedanzen, die sich sehen lassen können und auf eine Primärinduktivität von ca. 50H hinweisen, eine Sache die ich allerdings nicht gemessen habe...


    Noch eine Sache zum Klirr, weil es keiner angesprochen hat. Wie aus der Simulationberechnung zu sehen ist, sollte es bei Ra=15k K2=1,8% und K3=0,3% sein. Schaut man sich jedoch meine Messung der Klirrwerte oberhalb von 100Hz an, wird man feststellen, dass K2 immer mehr abnimmt, bei annähernd gleich bleibenden K3. So wie ich feststellen konnte ergibt sich das aus der Summe von den Klirr der Treiber- und Leistungsröhre und lässt eine Kompensation von K2 vermuten...


    In Sachen AÜ werde ich im Moment nichts mehr machen, denn diese passen gut zu der Dimensionierung. Ich würde aber kein echter Techniker sein wenn ich nicht schon Gedankenspiele hätte da noch etwas mehr aus den Konzept zu holen...

    Noch ein Wort zu den Hersteller, den ich anfänglich nicht nennen wollte. Es handelt sich um die Firma TBT und ich gehe davon aus, dass viele das bereits vermutet haben. Da TBT zum Jahresende ihr Geschäft aufgeben und mich nicht mehr beliefern können, kann ich sie getrost nennen...


    Hier und da habe ich bereits gelesen, dass eingefleischte DIY-User, dessen AÜ Qualität nicht gut fanden. Wenn man sich aber mit den Besitzer und Trafowickler unterhält wird man erfahren was die Gründe dafür sind. Sein Ziel ist es gewesen, ein gutes Preis-Leistungsverhältniss zu liefern. Das geht nur wenn man hier und da Abstriche macht.


    Spezifiziert man allerdings was man genau möchte, dann hat man aus meinen letzten Jahren Zusammenarbeit auch das bekommen was man wollte.


    Im übrigen, die Netztrafos von TBT sind immer von sehr guter Qualität gewesen, insbesondere weil sie so gut wie garnicht mechanisch brummen. Kein anderer Zulieferer hat das bei mir geschafft ...


    An dieser Stelle möchte ich mich bei TBT für die tolle Zusammenarbeit bedanken :thumbup:

    Seit längerer Zeit höre ich sehr viel Musik mit meinen SET 211 Verstärker und ich hatte auch einige Freunde und Bekannte bei mir zu Gast. Zum Teil sind es auch Personen, die wie ich, das HiFi Hobby intensiv betreiben.


    Alle die bei mir zu Besuch waren, sind über den Klang und dem Ergebnis des SET 211 sehr, sehr zufrieden und daher habe ich mich einmal mehr mit den Thema der Ausgangsübertrager beschäftigt, insbesondere weil über die von mir eingesetzten Ausgangsübertrager ( AÜ ) hier etwas geschmunzelt wurde.


    Aus diesen Grund dachte ich mir, wie kann es denn sein, dass meine Bekannten und ich, beim Hören so zufrieden sind, obwohl diese AÜ nichts sein können...


    Deswegen machte ich mich daran mehr über die Theorie der AÜ in Erfahrung zu bringen und habe versucht das Gelernte best möglich messtechnisch zu erfassen.


    Eines der Sachen die ich erfahren habe - die mir allerdings schon bewusst war - ist, dass der AÜ eine komplexe Komponente ist, um die sich leider aber auch einiges an Mythen und Sagen ranken. Noch schlimmer wird es wenn man technische Daten vergleichen möchte, denn die differieren von Hersteller zu Hersteller sehr stark.


    Als Entwickler bin ich eher pragmatischer Natur und das soll heißen, die eingesetzten Bauteile müssen in die Rahmenbedingungen passen.


    Aus meiner Sicht hat frihu das sehr in meinen Sinne in einen seiner Artikel beschrieben:


    https://www.frihu.com/roehrentechnik/uebertrager/3/


    Ich möchte hier nicht auf alles eingehen, wird auch nicht gehen, aber ein paar grundsätzliche Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden, um aussagekräftige Ergebnisse zu bekommen und diese zu deuten. Im einzelen wären das:

    1. Frequenzgang mit definierten F3 ( -3dB ) Frequenzen
    2. Leistung bei unterschiedlichen Ausgangspegel
    3. und natürlich Klirr

    So einfach das Obige klingt so kontrovers sind die Meinungen drüber und daher möchte ich an dieser Stelle definieren was mir wichtig wäre:


    Im Gegensatz zu Transistorverstärkern ist der Frequenzgang eines Röhrenverstärkers sehr abhängig von dem AÜ. Zum Einen leidet die Wiedergabe in tiefen Frequenzen durch immer geringer werdenden Primärimpedanzen, die die Leistungsröhren stärker beanspruchen, aber auch unter immer stärker einsetzenden Sättigungserscheinungen der Eisenkerne. Im oberen Frequenzspektrum leidet der Frequenzgang unter parasitären Einflüssen die für stärkere Dämpfung sorgen. Desweiteren hat eine Erdung der Sekundärwicklung auch Einfluß auf den Frequenzgang, was in diesen Thread schon oft besprochen wurde.


    Aus diesen Grund sollten Frequenzgänge im Tieftonbereich bei unterschiedlichen Ausgangspegel gemessen werden. Ob nun der theoretisch Maximalpegel das Maß der Dinge sein sollte, sei mal dahin gestellt, dieser sollte jedoch representativ sein. Im oberen Frequenzspektrum wird z.B. wie gesagt der Einfluß der parasitären Kapazitäten und Eigenschaften wichtig sein. Diese sind glücklicherweise nicht so stark abhängig von der Leistung und machen sich auch bei geringeren Pegel bemerkbar.


    Die Frage ist, was ist ein "guter" Frequenzgang und welche Bandweite sollte dieser abdecken. Bei modernen HiFi Geräten wird mittlerweile ein glatter Frequenzgang von mindestens 20Hz - 20kHz erwartet. Dies lässt sich bei SE oder SET Konzepten, insbesondere wenn keine Rückkopplung ( NFB ) benutzt wird, nicht realisieren. Deshalb meine ich dass eine -3dB bei 20Hz und 20kHz ausreichend ist, allerdings im Tieftonbereich < 100Hz bei maximalen Ausgangspegel.


    Wie auch immer gemessen wird, es sollten Messreihen entstehen, die unter definierten Bestimmungen durchgeführt werden, damit Ergebnisse verglichen werden können.


    Im Einzelnen bin ich wie folgt vorgegangen:

    1. Messreihe bei 1kHz einpegeln ( 0 dB )
    2. AÜ Frequenzgang mit Leistungsröhre bestimmen ( 211 Triode in diesen Fall ).
      Dabei wird die Leistungsröhre mit einer transitorisierten Vorstufe betrieben.
      In meinen Fall eine LINN LK100 mit der ich die 211 Triode bis ca. 3 Watt aussteuern kann. Die Transistorvorstufe benutze ich, da sie die 211 Triode linear betreiben kann. Das gilt je nach Röhrenvostufen Konzept nicht und diese Einflüsse sollten die Messung nicht beeinflussen.
    3. AÜ im Tieftonbereich < 100Hz mit unterschiedlichen Ausgangspegel messen um die Einfüsse der Eisenkerne und Primärimpedanz zu ermitteln
    4. Klirrmessung bei Maximalpegel

    Als Ausgangsbasis soll der in meiner SET 211 Endstufe gewählte Arbeitspunkt ( BIAS ) dienen, da ich für diese Bedingungen die AÜs habe fertigen lassen. Die Dimensionierungsbasis ist in folgender Grafik zu sehen.


    SET-211-OPT-BIAS.jpg


    Der von mir gewählte BIAS liegt bei Ua = 1050V, Ia=55mA, was eine Gitterspannung Ug von -60V bedeutet. Dies lässt eine lineare Ansteuerung im Class-A Betrieb ( nur negative Gitterspannung ) von Ug = 0 bis -120V zu. Zu sehen sind unterschiedliche Lastkennlinien ( Ra ) von 10kOhm ( rote Gerade ), 15kOhm ( blaue Gerade ) und 20kOhm ( grüne Gerade ). Erstere habe ich mit einbezogen, weil es eine sehr gängige Primärimpedanz von AÜs darstellt, die im Markt angeboten werden. 10kOhm werden im Allgemeinen als unpassend für die 211 Triode gesehen, da diese für einen höheren Klirr sorgt. Allerdings, wie zu sehen, bei höherer Ausgangsleistung ( 13W ). 15kOhm wird von den meisten als bester Kompromis gesehen, den es bedeutet gute Leistungsausbeute bei annehmbaren Klirr. Mit 20kOhm erhält man die geringste Leistungsausbeute, dafür aber das beste Klirrverhalten.


    Ich könnte auf viele Erläuterungen eingehen, die für den gewählten BIAS und für die 15kOhm Ra sprechen, werde das aber an dieser Stelle nicht weiter besprechen, außer, dass dieser Parameter und die daraus resultierende Leistung die Basis für die Dimensionierung der AÜs waren.


    Wie bereits gezeigt, musste mein Trafo-Hersteller drei Anläufe nehmen, um bezüglich des Frequenzgangs für mich gute Ergebnisse zu erzielen. Bei einer Ausgangsleistung von ca. 1 Watt an 6 Ohm sieht der Frequenzgang betrieben von den LINN LK100 als Vorstufe und der 211 Triode als Leistungsröhre wie folgt aus:


    SET-211-OPT-TBT-15K-06-20-FG-SolidPRE-Open-GND.jpg

    Bei 20kHz und nicht geerdeten Ausgang des AÜs ( rote Kurve ) wird der Pegel um ca. 1dB gedämpft. Wird der Ausgang geerdet, dann liegt der -3dB bei ca. 20kHz.


    Wie besprochen, ist der Ausgangspegel bei niedrigen Frequenzen im Wesentlichen von zwei Faktoren abhängig, nämlich der immer geringer werdenden Primärimpedanz und mögliche Sättigungserscheinungen vom Eisenkern. Daher müssen für diesen Frequenzbereich Frequenzgänge bei unterschiedlichen Pegel durchgeführt werden um zu erkennen welchen Einfluss das auf den Frequenzgang hat. Dies habe ich für zwei höhere Pegel durchgeführt, einmal für ca. 6Vp bedeutend 3W an 6 Ohm und für 10Vp und ca. 8,3W an 6 Ohm. Wie gesagt, eingepegelt habe ich bei 1 kHz.


    SET-211-OPT-TBT-15k-06-20-FG-Power.jpg

    Bei 6Vp / 3W an 6 Ohm wird bei 20Hz der Pegel um ca. 1dB gedämpft und -3dB bei einen Pegel von 10Vp / 8,3W an 6 Ohm.


    Das sind erstmal gute Ergebnisse, aber weil mich das aufgrund der aufgeführten Kritik bezüglich der Übertrager etwas stutzig gemacht hat, da viele behaupteten meine AÜs sein nicht asureichend, habe ich mir einige Sinussignale am Ozsilloskop angeschaut und bin dabie wie fogt vorgegangen:


    1. Bei 1kHz Maximalpegel und Leistung ermittelt ( keine sichtbaren Verzerrungen vom Signal )
    2. Bei gleichen Eingangspegel Messungen bei 100Hz und 30Hz durchgeführt
    3. Messung bei halber Leistung

    Bei 1kHz ergaben sich folgende Maximalpegel bevor sichtbare Verzerrungen auftraten:


    11Vp an 6 Ohm = 10Watt


    Sei es bei 5 Watt ( halbe Leistung ) oder 10 Watt, bei 100Hz sahen die Sinuskurven gut aus.


    Bei 30Hz konnte bei gleichen Einganspegel immerhin noch ein Ausgangspegel erreicht werden, der nur -0,5dB unter dem von 1kHz und 100Hz lag. Das finde ich hervorragend.


    Im Einzelnen sahen die Sinus Kurven bei 5 Watt / 6 Ohm wie fogt aus:


    SET-211-OPT-TBT-15k-06-20-5W-100Hzi.jpg


    SET-211-OPT-TBT-15k-06-20-5W-030Hzi.jpg


    Bin ich auf ermittelte Maximalleistung von 10Watt an 6 Ohm gegangen dann zeigten sich die Sinuskurven bei 100Hz und 30Hz wie folgt:


    SET-211-OPT-TBT-15k-06-20-9W-100Hzi.jpg


    SET-211-OPT-TBT-15k-06-20-9W-030Hzi.jpg


    Leider konnte ich das 30Hz Signal wegen der Periodendauer und Belichtungszeit der Kamera nicht komplett auf das Bild bekommen, aber es sei gesagt das auch unter diesen Bedingungen der Pegel nur um -0,5dB fiel. Erst wenn man das Eingangsignal um weitere 0,5dB erhöht hat, erkannte man am 30Hz Signal am Oszilloskop eintrentende Verzerrungen, die ich rot eingekreist habe. Der Null Durchgang ist nicht mehr eine Tangente / Gerade, sondern weißt bereits kleine Knicke auf, die die Grenzen andeuten.


    OK, ich lasse mir vorwerfen, dass ich nicht bis 20Hz runter gegangen bin, muss jedoch in die Runde die Frage werfen wie relevant das überhaupt ist. Oder, schaut man sich viele der Datenblätter von renommierten AÜ-Herstellern an, dann werden in den allermeisten Fällen Maximalleistungen eher bei 40 bzw. 50Hz angegeben, seltener wie z.B. bei Lundahl durchgehend bei 30Hz. Das war auch der Grund weshalb ich bei den gezeigten Sinus nur bis 30Hz gegangen bin ...


    Bei den Frequnzgänge ist zu beachten, dass der Klirr nicht in die Messung eingeht, sondern nur das Grundsignal. Daher möchte ich noch eine Klirrmessung von 30Hz - 1 kHz bei Maximalpegel ( 10Watt an 6 Ohm ) beifügen.


    SET-211-OPT-TBT-15K-06-20-THD.jpg

    Der Klirr > 100Hz liegt im Bereich dessen was unterschiedliche Simulationen berechnen. Unterhalb von 100Hz macht sich wie gesagt zum Einen die immer geringere Primärimpedanz bemerkbar, was zu einen erhöhten Klirr führt, wie auch wahrscheinliche Sättigungseffekte.


    Fazit: Ja, diese AÜs wiegen nur ca. 2,5kg, sie erfüllen aber 100% deren Einsatzforderungen, die ich zusammenfassend wie fogt angeben würde:


    Frequenzgang Sekundärseite geerdet bei 10W / 6 Ohm: 20Hz -3dB bis 20kHz -3dB

    Frequenzgang Sekundärseite offen bei 10W / 6 Ohm: 20Hz -3dB bis 20kHz -1dB ( leider schafft die Audiokarte von meinen Messsystem keine höheren Frequenzen ... )

    Im RCA Receiving Tube Manual wird bei der 6SL7 bezüglich Heizung - Kathoden -Beschaltung auf die 6AT6 verwiesen.

    Toni,


    vielen Dank für den Hinweis und Quellenangabe.


    Der zweite Hinweis, dass man den Aufbau so gestaltet um das "Brummen" zu minimieren finde ich auch interessant. Demnach scheinen meine drei Paar 6SL7 unterschiedlich aufgebaut zu sein, wobei ich zwischen der "No Name" und der SOVTEK keinen Unterschied sehe. Die JJ Electronic dagegen ist sehr anders aufgebaut und ist auch die, die am empfindlichsten auf die AC-Heizspannung reagiert.


    Aber wie gesagt, mit der Mittelanzapfung der 6,3V auf Schaltungsmaße ist alles in Ordnung.

    ...das wäre dann ein Argument für DC-Heizung bei dieser Röhre.

    Da hatte ich mir vorsichtshalber schon ein 6V Schaltnetzteil zugelegt ;)

    ...

    Das Wieso, Weshalb, Warum... Wäre schön, wenn man mal eine Erklärung bekäme.

    Manchmal muss man es einfach hinnehmen, obwohl das nicht immer zufriedenstellend ist :(


    Ich meinerseits danke dir nochmals für den Tipp und wie gesagt, alle 6SL7 / 6H9C die ich bei mir habe, verhalten sich seitdem ich die Mittelanzapfung der 6,3Vac Heizung auf Schaltmasse gelegt habe einwandfrei und rein gehörmäßig identisch.


    Am Rande habe ich noch etwas festgestellt, dass sich verbessert hat, nämlich eine sehr starke Reduzierung vom Brummen, auch wenn der Eingang nicht auf Masse gelegt ist, wie zum Beispiel wenn der Vorverstärker ausgeschaltet ist. In anderen Projekten von mir, hatte ich mir in so einen Betriebszustand recht viel Brummen durch "nicht ideal" gelegte Leitungen oder Verdrahtungslayout eingebrockt.


    Die Hochkommas bei "nicht ideal" habe ich benutzt, weil es auch was die Verdrahtung angeht, kein allgemeines Allheilrezept gibt...


    Wie ich bereits sagte, werde ich die Innenverdrahtung noch etwas schöner machen, jetzt wo meine SET 211 gut funktioniert.


    Danach habe ich daran gedacht unterschiedliche 211 Trioden zu testen, wobei mir insbesondere die KR Audio KR211 ins Auge fällt und zwar aus zwei Gründen:


    1. Der Heizstrom beträgt 1A statt 3A wie bei den üblichen 211er Trioden
    2. Die Verlustleistung im Audiobereich ist mit 100W angegeben, sonst 75W

    Die höhere Verlustleistung, wenn das so stimmt, würde es erlauben den BIAS etwas "agressiver" zu gestalten, was dazu führen würde, das man im Class-A ( Ug < 0V betrieben ), etwas höhere Leistungsausbeute hätte, wie auch geringeren Klirr. Das würde natürlich auch mit den gängigen 211er Trioden gehen, aber dann werden sie wirklich bis zum Anschlag gefahren, während die KR211 noch Reserven hätte.


    Einfach mal so etwas gesponnen, wobei die knappen EUR 1000,00 für ein Paar KR211 zum Testen schon gut überlegt sein muss :wacko:

    In einem anderen Verstärker und an einer anderen Kette mag sich der wahrgenommene Röhrencharakter von Vorröhren usw. wieder ganz anders darstellen.

    So möchte ich auch meine Eindrücke verstanden haben, sie gelten für meine Endstufe.

    Bei den Endröhren kommen die Shuguang 211 bei vielen 'Kollegen' übrigens ganz gut weg, wenn ich nach deren Kritiken gehe.

    Ich habe es ein paar Mal hier erwähnt, ich bin auch zufrieden mit der Shuguang 211 Triode, insbesondere wenn man bedenkt, wie lange ich die schon in anderen Verstärkern benutzt habe...

    Den Einfluß der Endröhren auf den Klang sehe ich als relativ gering an, im Verhältnis zu anderen Eigenschaften eines SE-Verstärkers.

    Das war bisher auch meine Erfahrung, aber diesmal sieht es anders aus ;)

    So langsam entwickelt sich dieser Thread für mich zum Alleinunterhalter, aber ich hoffe, hier und da finden sich trotzdem User, die meine Posts interessiert.


    Nachdem ich durch frihu Hinweis das Brummen der 6SL7 Vorstufenröhren in Griff bekommen habe, konnte ich mich auch den weniger technischen Sachen wieder etwas stärker widmen, sprich dem Eigentlichen, nämlich Musik hören.


    Daher möchte ich über ein paar Beobachtungen, die ich mit den unterschiedlichen Röhren gemacht habe, berichten.


    Anbei ein Bild von den Röhren, die ich bei mir bis jetzt eingesetzt habe.


    SET211SER0-12i.jpg


    Von links nach rechts wären das die TAD 211/VT4 Triode, die "No Name" 6SL7 / 6H9C, die SOVTEK 6SL7GT / 6H9C Low Noise und Low Hum, die JJ Electronic 6SL7GT und die Shuguang 211 Triode.


    Anfangen möchte ich mit den 6SL7 / 6H9C Vorstufenröhren, die ich endlich alle auch mal detalliert hören konnte, jetzt wo es kein Brummen mehr gibt.


    Bei allen hat sich der gewählte BIAS sehr ähnlich eingestellt und lag im Bereich von 2,32V - 2,4V. Die JJ Electronic und die SOVTEK sind selektierte Paare, während die "No Names" es nicht waren. Alles in Allen kann man da nichts Negatives sagen und wiesen damit eine Abweichung von nur 0,07dB.


    Beim Hören fiel es mir schwer Unterschiede zwischen den einzelnen 6SL7GT Röhren auszumachen und wenn, dass die JJ Electronic hier und da etwas mehr Differenzierung im Hochton zustande brachte. Aber, wie gesagt, wenn überhaupt, minimale Unterschiede.


    Auch wenn es beim Hören keine Rolle spielt, machte von allen drei 6SL7GT Typen, die JJ Electronic die wertigsten Eindruck. Beide russische Varianten machen vom Aufbau her ein schlechteres Bild. So z.B. sind die einzelne Elemente im inneren sehr unterschiedlich platziert und zum Teil fast 45° versetzt. Auch die Glaskolben sind zum Teil schräg montiert. Da sind die JJ Electronic nahezu perfekt aufgebaut. Die Elemente in meinen Paar sind identisch ausgerichtet und auch die Glaskolben sitzen senkrecht auf den Fassungen. Wie gesagt, spielt eigentlich keine Rolle beim Hören, aber wie wir alles wissen "hört" das Auge mit...


    Auch bei den 211 Trioden gab es bezüglich des BIAS keine großen Unterschiede und sie lagen bei allen vier Röhren bei ca. 56V - 58V.


    Wie ich bereits schrieb, machten sich beim Hören, deutliche Unterschiede auf. Die TAD 211 / VT4 klingt im Hochton detallierter und ist somit in der Lage das Klanggeschehen differenzierter wiederzugeben, ohne jedoch nervig zu werden. Dadurch kann ich mir auch moderne Rock-Aufnahmen ohne Stress und Ermüdung lange und auch lauter anhören. Besonders auffällig wird das beim Musikstück Vicarius von Tool, aus der CD "10000 Days", das ich mir gerne zum Testen anhöre, weil es Gitarrenriffs enthält, die bei Unstimmigkeiten im Hochton, schnell nervig und streßig werden können.


    Durch diese Klangeigenschaft schafft es die TAD 211 / VT4 Stimmen deutlicher und verständlicher in Erscheinung zu setzen als die Shuguang 211 Triode. Maria Gomez "Cielito Lindo" wirkt dadurch präsenter und realistischer.


    Auch im Bass scheint mir die TAD 211 / VT4 straffer und präziser in der Musikwiedergabe, was sich in Yello's Musikstück "Oh Yeah" oder Yim Hok-Man "Poems of Chinese Drum" bemerkbar macht.


    Alles in Allen bin ich sehr zufrieden mit meiner SET 211 Endstufe und es freut mich auch sehr, dass ein guter Kunde von mir und Liebhaber der 211 Triode es auch so sieht, insbesondere weil er den Charakter der 211 Triode für sich wiedererkennt ...

    6V Wechselspannung, einseitig knallhart auf Schaltungsmasse - dann ist zu 95% Ruhe im Karton.

    Wie gesagt, ich hatte die 6,3V Heizspannung mit Mittelanzapfung versehen lassen und diese jetzt auf Schaltungsmasse gelötet.


    Was soll ich sagen, alle 6SL7, die ich gerade bei mir liegen habe, funktionieren so einwandfrei :thumbup:


    Es ist bei mir die erste Vorstufenröhre bei der sich das so extrem bemerkbar macht. Sei es nun 6922 / E88CC, ECC83, 6463, EF86 und viele Andere, da hat diese Maßnahme nichts gebracht, zumindestens nicht hörbar.


    Es ist wie so oft im Entwicklerleben, "It depents" wie es so schon heißt ;)

    Cay-Uwe,

    willkommen im Club. Es hat schon seinen Grund, warum ich die Finger von 6SL7 lasse, wann und wenn es nur eben geht. Das hat mit Verdrahtung nix zu tun. 6V Wechselspannung, einseitig knallhart auf Schaltungsmasse - dann ist zu 95% Ruhe im Karton.

    Meine völlig unmaßgebliche Erfahrung mit den Drecksgläsern.

    frihu

    frihu , dass es an der Heizung liegen könnte, habe ich auch schon in Betracht gezogen. In meinen Fall habe ich sogar die Heizungswicklungen symmetrisch auslegen lassen, womit die Mittelanzapfung auch auf Masse gelegt werden könnte.


    DC wäre auch eine Alternative an die ich gedacht habe.


    Eine Überarbeitung der Verdrahtung werde ich trotzdem machen, kann ja auch nicht schaden ;)

    alternativ kannst du dir auch ein anderes Treiberkonzept überlegen.


    Zum Beispiel die E81L als Triode geschalten, mit dem RME als Quelle sollte das eigentlich passen.


    Die c3g wäre sicher auch eine Option...

    Da ich alles fertig habe, wird ein Umstieg nicht einfach, insbesondere weil ich Oktal-Fassungen in der Platte für die Vorstufenröhren eingebaut habe.


    Auf die Schnelle, sehe ich mit der c3g als Triode, nicht genügend Verstärkung um die 211 Triode anzusteuern, selbst wenn ich sie mit 2,2Vrms antreibe.


    Aber wie gesagt, durch die Oktal-Fassungen bin ich bereits limitiert was die Treiberstufe anbetrifft ;)

    Moin!


    Ja, Cay-Uwe man macht nicht immer nur gute Erfahrungen mit Röhren.


    Also ich bin der "Glas halb voll" Typ, soll heißen, jede gemachte Erfahrung sehe ich als positiv an, wenn man daraus etwas lernen kann. "Glas halb leer" gibt es bei mir nicht :)


    Ging mir an meiner EL156 Endstufe auch so und habe festgetsellt, dass die Verdrahtung der Gitter-Ableitwiderstände etwas penibler ausgeführt werden musste, ansonsten ab es unterschiedlich ausgeprägtes Brummen...


    Ich werde weiter berichten, versprochen ;)

    Jetzt wo meine SET 211 Endstufe fertig gestellt ist, habe ich auch etwas mehr Zeit, nicht nur zum Hören, sondern auch etwas an Tube Rolling zu testen.


    Ich schrieb bereits, dass ich mir ein neues Paar TAD 211 Trioden, zugelegt habe, und dass diese sehr gut in das Konzept passen.


    Ich habe das als erstes ausprobiert, da mk_ Matthias, etwas Bedenken hatte, mit den recht hohen Gitter-Ableitwiderstand von 220k, wie ich ihn einsetze. Prinzipiell erklärte er, dass es durchaus möglich sei ( ELROG empfahl mal 100k max. ), aber es aus seinen Erfahrungen problematisch werden könnte, insbesondere bei aktuellen "Billig-Röhren".


    Glücklicherweise stellte sich bei mir der BIAS wie berechnet ein und ich konnte keine Nebenwirkungen feststellen.


    Das ist anders mit den 6SL7 Vorstufenröhren. Ich hatte mir ein Paar JJ Tesla gekauft und diese erwartungsvoll gegen die No-Name NOS aus Rußland getauscht. Die JJ 6SL7 erzeugen ein störendes Brummen, dass sich selbst wenn ich die Masse auf Erde lege nicht eliminieren lässt. Daraufhin habe ich mir ein Paar SOVTEK, Low Noise und geringe Mikrofonie 6SL7 Paar zugelegt. Da gibt es zwar kein Brummen, dafür aber besonders beim Aufwärmen der Röhren ein leichtes Pfeifen, dass Schwingneigungen der Schaltung vermuten lässt.


    In dem Bereich muss ich wohl noch etwas sauberer auf die Verdrahtung achten, die im Moment wie ich bereits sagte, etwas wild gestrickt ist.


    Demnächst werde ich das mal angehen und schauen wie ich das optimieren kann.

    Würdest Du evtl. noch ein Foto der Unterseite zeigen wollen?

    Oder gab es das schon einmal in diesem Faden, habe es jetzt nicht mehr im Kopf.


    Gruß Klaus

    Klaus,


    das kann ich zur gegebeben Zeit mal machen. Ich habe als ersten Schritt alles von meinen Prototypen übernommen und die Verdrahtung und Aufbau sieht dementsprechend aus.


    Persönlich habe ich nichts dagegen solange das auch funktioniert. Es gibt aber Einige, für die eine "wilde Konstruktion" nichts ist und daraus geschlossen wird, dass der Erbauer keine Ahnung hat. Solche Diskussionen möchte ich erhlicherweise nicht haben.


    Letztens wollte jemand in Facebook, wo ich auch ein paar Bilder meiner SET 211 Endstufe zeige, auch mal ein Bild von oben und ich dachte ich stelle das auch hier rein.


    SET211SER0-10i.jpg


    Dieser Tage habe ich leider auch mal ein Kontakt der anderen Art mit einer der 211 Röhren gehabt :wacko:


    SET211SER0-11i.jpg

    Jo, so ist es ...


    Um auf die 211 Triode zurück zu kommen. Ich habe mir bei TAD ein Paar neue 211 Trioden gekauft, die laut TAD speziell für sie bei PSVANE selektiert werden.


    Ich hatte ja noch ein Paar von Shuguang und war rein technisch gesehen mit den Paar sehr zufrieden. Alle die von mir ermittelten Arbeitspunkte haben sich gut eingestellt und sogar sehr genau gepasst.


    So ist es auch bei den TAD 211er der Fall, beide Arbeitspunkte der Röhren sind fast auf die erste Stelle hinter dem Komma identisch. Allerdings, das Klangerlebnis ist ein anderes. Zwar habe ich den typischen 211er Sound bereits mit der Shuguang 211er erleben können, nämlich diesen lebendigen und spritzigen Sound, aber die TAD setzen dem noch ein Quäntchen drauf und lassen insbesondere Frauenstimmen femeniner und natürlicher erscheinen, oben heraus etwas detalreicher und im Bass ein Stückchen kontrollierter.


    Das sind die Eindrücke im Moment nach ca. 20 Stunden Einspielzeit.


    Ich bin gespannt wie sich das noch entwickelt ;)