Beiträge von cay-uwe

    Ich habe einen Kunden, der sehr gerne experimentiert, und mit meiner SET 211 einiges an Tube Rolling schon ausprobiert hat.


    Ich liefere mit 6SL7GT von SOVTEK aus und er hat Tung-Sol und dieser Tage Linlai ausprobiert.


    Hier eine kleine Zusammenfassung seiner Eindrücke und anderen Hören:


    Die Klirrverteilung entspricht einer reinen 211, da keine Kompensation durch eine Treiberröhre erfolgt; die Treiberstufe ist bei diesen Monos mit Transistoren realisiert.

    Ist der anvisierte Vergleich mal zustande gekommen ?


    Vor lauter Frust und weil ich im Moment keine EI96 AÜs für meine SET 211 bekomme, habe ich die Lundahl LL1691B provisorisch auf die obere Platte befestigt und angeschlossen.


    SET211-Ser0-28i.jpg


    Wirklich schade, dass diese C-Core und auch andere, keine passende Hauben besitzen oder wenn, dann sehr große, was aus meiner Sicht das Design meiner SET 211 sehr zunichte macht. Die AÜs werden zu dominat im Erscheinungsbild obwohl diese AÜs insgesamt sehr gut sind.

    Ist die 211 eigentlich die musikalischste Röhre oder ist es die 300B oder die 845?

    Was sagt Ihr?

    Das wäre eine sehr subjektive Einschätzung und würde von jeden einzelnen unterschiedlich bewertet werden.


    Desweiteren kommt hinzu, dass die Beschaltung der Vorstufensektion, AÜs wie hier diskutiert wird, auch Einfluss auf den Klang haben.


    Seit jahrzehnten versucht man eine Erklärung zu finden, warum den allermeisten Hörern, Röhrenverstärker besser gefallen und eine davon besagt, dass es mit dem gegeben Klirr zu tun hat.


    Bei meiner SET 211 sieht der Klirr bei 1 Watt und 6 Ohm Last wie folgt aus.

    SET-211-SPA-1kHz-1W-6Ohmi.jpg

    Der Klirr fällt sehr gering aus und wird im Wesentlichen von K2 und K3 bestimmt. Was jedoch auffällt ist, dass beide ähnlich ausgeprägt sind. So einer Klirrverteilung wird ein dynamisches und differenziertes Klangbild nachgesagt und genau das wird von vielen Hören bei mir so wahrgenommen.


    Bei meiner SET 2A3, die ich letztens aufgebaut habe sieht der Klirr unter den gleichen Bedingungen folgendermaßen aus.

    SET-2A3-SPA-1kHz-1W-6Ohmi.jpg

    Auffällig ist gegenüber den SET211 der höhere Klirr und die deutlich erkennbare breitbandige Klirranteile harmonischer Verzerrungen von K2 bis über K10. In anderen Worten, mein SET 2A3 erzeugt dadurch eine klangvielfätigere Wiedergabe und dies wird üblicherweise als "musikalischer" beschrieben, den das Verhalten entspricht dem akustischer Instrumente.


    Letztens habe ich mit einen guten Bekannten einen Hörtest gemacht und er empfand beide SET gefälliger als eine transistorisierte Endstufe, die ich als Vergleich bei mir habe.


    Allerdings, welche der beiden SET er bevorzugen würde konnte er nicht eindeutig sagen ;)

    Schon die serienmäßig verbauten 6K4 (EC70) verleihen dem Zwerg einen Sound, wie ich ihn mir in dieser Preisklasse und Bauform bislang nicht erträumt hatte. Auf der Suche nach Ersatzröhren war ich experimentierfreudig und habe mir die JAN5725 besorgt und natürlich gleich eingesteckt. Ein Unterschied wie Tag und Nacht tat sich auf. Während die 6K4 bei neutral eingestellter Klangregelung sehr warm und seidig klingen, liefern die JAN5725 deutlich mehr Höhen.

    6K4 = Triode / JAN5725 = Pentode ...


    Das sind unterschiedliche Arten von Röhren und das dürfte nicht funktionieren. Nur die Pinbelegung der Heizung und Gitter stimmen überein.


    Wenn man Tube Rolling plant, dann sollte man es auf Vergleichstypen belassen.


    Alles andere ist gefährlich und mich wundert, dass die Röhren das überlebt haben :wacko:

    Vielleicht ist das der Weg für Dich, wenn du da weitermachen möchtest.

    Du wirst lachen, aber als TBT aufhörte, habe ich angeboten deren Equipment aubzukaufen und mich mit der Materie tiefer zu beschäftigen.


    Mir ist jemand zuvorgekommen :(

    Warum sind Verzerrungen des Übertragers zu den tiefen Frequenzen im Ansteigen.

    Hauptursache ist aus den Daten des Übertragers zu sehen die ich hier reingestellt habe. Zu niedrigen Frequenzen nimmt die Primärimpedanz ab, die Röhre wird höher belastet und dadurch entsteht mehr Klirr.

    Deswegen wenn ein AÜ ein hohen Primärwiderstand hat soll weniger Verzerren.

    da steht auch ....ein Transformator mit der grössten und weitgehend konstanten primären Selbstinduktion , Bietet das beste Tieffrequente Übertragungsverhalten

    Dem ist nicht mehr hinzuzufügen ;)

    Wenn Messungen von Übertragern vorgestellt werden, dann sollte man die auch interpretieren können. Ansonsten sind das nur schöne Bildchen.

    Die Bildchen habe ich in den Thread gestellt um meine Anforderungen darzustellen und zu zeigen, dass diese von TBT, ohne viel "Rumtheoretisieren" erreicht wurden.


    So wie es den Anschein hat, beteiligen sich einige User in diesen Thema, die tiefe Kenntnisse haben, AÜs zu dimensionieren und auch zu wickeln.


    Gerne bin ich bereit von diesen Usern mir ein Paar AÜ mit EI96 Kern fertigen zu lassen und dafür zahlen würde ich auch.


    Würde mich sehr interessieren was in der Praxis dabei rauskommt :)


    Angebote nehme ich gerne über PN an ;)

    Keineswegs, denn Dein Gedanke mit einem EI96-Kern für 10 Watt Leistung bis hinunter zu 30 Hz führt uns ja zum Übertrager, der aufgrund seiner Größe zu stark ausgesteuert wird.

    Ich bin mir darüber bewusst, aber wie meine Messungen zeigen, sieht das 30Hz Sinus-Signal "sauber". Es wird eine Sache sein ob man das akzeptiert oder nicht. Wie ich schrieb, messe ich 6% THD und das ist für mich im Bass vertretbar.


    Meine ersten SET Versuche waren mit 6L6 als Triode und da gab es selbst im kritischeren Mittelton, bzw. Stimmenbereich, THD von 6% und mehr. Beim Hören war ich überrascht wie tolerant unser doch so gutes "Hör-Meßgerät" ist ;)


    Diese Erfahrung hat mich ehrlich gesagt sehr geerdet.


    Was man letztendlich daraus macht definiert der Lastenkatalog jedes Entwicklers und bis jetzt hat sich kein Hörer bei mir über das "Manko" der TBT EI96 AÜs beklagt, im Gegenteil, der SET 211 gefällt sehr :)

    Die Lackierung sollte nicht das Ausschlusskriterium sein.

    Im Prinzip richtig und ich bin am Grübbeln ob ich diesbezüglich etwas weniger pingelig sein sollte.


    Wenn aber Komponenten mehrer hundert EUR kosten, erwarte ich bei offenen Einbau eine bessere Fertigungsqualität, denn das Auge hört leider auch mit.

    Eigentlich wollte ich aus diesem Faden aussteigen, aber OK.

    Danke der weiteren sehr ausführlichen Erläuterungen und wie ich bereits empfahl, könnte man doch einen Thread öffnen in dem alle diese Sachen diskutieren könnte.


    Zum Nachdenken, dies sind veröffentlichte Datenblätter von einen AÜ, den ich für meinen SET 211 in betracht gezogen hatte.


    ISO SE OPT FC-30-10Si.jpg


    Schaut man sich die Primärimpedanz unterhalb von 200Hz an, erkennt man, dass sie immer geringerer wird und somit die Röhre anders belastet. Bei 200Hz sind es noch 10k Impendaz ( der Nennwert der Primärseite ), bei 50Hz sind es 8k und bei 20Hz sind es 5k und bei 10Hz nur noch 3k. Überträgt man diese Werte als Lastkennlinie in die 211 Trioden-Kennlinien wird man sehen was mit dem Klirr passiert.


    Aber, diese Diskussion ist es eher ein Randthema und :off:

    So was Krauses kann man nicht im Kopf haben!

    Und das tue ich auch nicht, denn ich entwickle nicht einen AÜ, sondern ich suche ein AÜ, bzw. Hersteller, der meine Anforderungen erfüllt.


    Die sind recht einfach, zumindestens aus meiner Sicht, nämlich, EI96 Kern, der ab 30Hz die berechnete Leitung von ca. 10 Watt erreicht und dabei einen Frequenzgang von ca.:


    Frequenzgang -3dB ( F3 ) bei 1 Watt : 20Hz - 20kHz ( HiFi )

    Frequenzgang Musik relevant -0,5dB 1 Watt : 30Hz - 15kHz


    Als ich die ersten AÜs die mir TBT damals hergestellt hat hier vorgestellt habe, hat das jeder belächelt, doch nach zwei Anläufen waren sie nach meinen Spezifikation fertig.


    Leider habe ich das bestellte Kontigent verbraucht und jetzt suche ich Ersatz, der wie es ausschaut, nicht einfach wird zu finden, insbesondere weil es unter der Herstellern nur ABERs gibt und sich keiner traut die Theorie etwas beiseite zu lassen.


    Das hat mir an TBT gefallen, der Inhaber war so wie ich gestrickt, mehr Praxis und nicht alles mit Theorie ersticken zu lassen...


    Übrigens, habe heute in China ein Paar EI96 AÜs gefunden. Mal sehen was die können :)

    Ich möchte gerne zum Thema, die 211 Triode und mögliche Beschaltungen zurück kommen. Wie ich bereits sagte, könnte man das Thema Musikspektrum, Pegel, etc. in einen separaten Thread diskutieren.


    Es freut mich sehr, das es User gibt, die mich auch per PN über das Thema anschreiben und Feedback geben. Hauptsächlich ging es um meine Äußerung, dass zu niedrigen Frequenzen, die AÜs in ihrer Leistungsabgabe durch elektromagnetische Gegebenheiten eingeschränkt wird. Diese sein genauer gesagt im Wesentlichen durch die geringer werdende Primärimpedanz verursacht, sprich die Röhre wird mit immer niedrigerer Last betrieben, was bekanntlich zu höheren Klirr führt.


    Das Thema neuer EI96 AÜ für meine SET 211 gestaltet sich schwierig, denn der Hersteller, den ich detallierte Messungen und Erwartungshaltungen von mir geschickt hatte, hat die Bestellung seinerseits storniert, da ich seiner Meinung nach, nicht mit den Kaufbedingungen einverstanden wäre. Es ging dabei darum, dass er "Custom Made" Komponenten nicht zurücknimmt. Das verstehe ich, habe aber geschrieben, weil er nun sagte er könnte das alles besser machen, dass ich um Erstattung oder Nachbesserung bitten würde wenn er meine Erwartungen nicht erfüllt. Darauf hin wurde die Bestellung storniert und die Kaufsumme wird zurück überwiesen.


    Ich weiß wirklich nicht was ich von so etwas halten soll ...


    Per PN wurde ich gefragt, warum ich den EI114 basierenden AÜ nicht nehmen würde, der sich so wie es ausschaut ja ganz gut misst und das bisschen schlechte Lackierung oder Erscheinungsbild ist doch nicht so schlimm.


    Es liegt daran, dass damit der Aufbau "billig" ausschaut. Da bin ich nun etwas pingelig :saint:

    die Pegelangaben bei Audacity sind vermutlich auf 0 dBFS bezogen;

    Das ist korrekt und daher müsste man das Ganze auf die Ausgangspegel des DAC, CD-Players, etc. anpassen. Üblicherweise liegen die Home HiFi Geräte bei +6dBv ( 2 Vrms ) im Maximalpegel, gleichbedeutend mit 0 dBFS.

    man lässt schon 9 dB als headroom selbst bei lauten Musikpassagen.

    Das hat man früher in der Analogaufnahme so gemacht. Heutzutage werden selbst audiophile XRCD Aufnahmen wie "Poem of Chinise Drums" auf 0dBFS gebracht.

    Mahler, Des Knaben Wunderhorn, es singen E. Schwarzkopf und DFD

    Typisch für Gesang oder Stimme, Bandweite von ca. 200 - 4000Hz, aber im Pegel nicht sehr ausgeprägt mit < -29dB.


    Aber, ich glaube wir reden an einander vorbei. Wenn wie mit meinen SET 211 die maximale Leistung die ich rausholen kann 10 Watt sind, dann spielt es keine wesentliche Rolle ob das bei 1kHz ist oder 30Hz. Allerdings, wie ich bereits sagte, sind die 30Hz für ein AÜ zum größten Teil elektromagnetisch gesehen, eine gewisse Herrausforderung, die ich bereits messtechnisch versucht habe zu erläutern.


    Ich kann mich da nur wiederholen, wenn in meinen Fall der AÜ bei 30Hz mehr oder weniger die Maximalleistung des Designs erreichen kann, dann wird das bei 1kHz, erfahrungsgemäß sogar > 100Hz kein Problem sein. Mehr als 10Watt sind aufgrund meiner gewählten Arbeitspunkte nicht möglich.


    Da kann kommen was möchte ;)