Posts by Bluebox

    Interessanter Exot - in jeder Hinsicht. Einmal der eigenwillige französische Pianist Samson François (übrigens in Frankfurt/M geboren), dann eine gute japanische Pressung des Angel-Billiglabels Seraphim, normalerweise nicht unbedingt für Qualität berühmt, aber die Japanpressung ist in Ordnung. Wenn man bedenkt, dass die Japaner für ihre Platten vermutlich auch nur Masterbandkopien bekommen haben, kann man nur feststellen: kaum macht ein Presswerk (hier Toshiba EMI Ltd) die Sache richtig, gibt es auch nichts zu meckern - ist doch immer wieder faszinierend.

    Clair de lune und andere Stücke von Debussy, in den 60er Jahren aufgenommen. So, wie Samson François spielt, denkt man unweigerlich an Satie.

    Seraphim ‎– EAC-30060.


    Viele Grüße - Frank


    Debussy Seraphim Cover.jpg

    Vor langer Zeit im Kino " Odyssee im Weltraum", ich musste damals unbedingt das Klassikstück dieses Filmes haben , dass war so erhaben, meine erste Begegnung mit Klassik

    Richard Strauss " Also sprach Zarathustra "

    Hallo Claus,


    die Platte mit der Filmmusik ist auch nicht schlecht. Ziemlich voller Klang - fürs Kino zurechtgemacht, aber richtig gut.


    Viele Grüße - Frank


    ps.: Ja, von diesem Wozzeck habe ich die einzelne Platte mit dem Querschnitt, mit einem Coverfoto eine Sekunde früher oder später geschossen...


    2001 Odyssee im Weltraum Cover.jpgWozzek Cover.jpg

    es spielte das Orchster des Mariinsky-Theater St. Petersburg unter der Ltg. von Valery Gergiev. U. a. wurde die 5. Sinfonie von Tschaikowsky gespielt, was soll ich sagen, das haben wir schon sehr viel besser gehört.

    Hallo Reinhard,


    ich besitze digital vom Mariinsky Orchestra mit Valery Gergiev als Dirigenten und Denis Matsuev als Pianisten die Klavierkonzerte Nr. 2 von Rachmaninov und Profokjew. Allerdings sehr sorgfältig im neuen Mariinsky-Theater eingespielt und aufgenommen, 2017. Das ist musikalische wie klanglich nicht schlecht, die digitale Konserve in 24/96 klingt fast wie eine gute Platte... ;-)


    Viele Grüße - Frank

    Ich höre sehr oft Platten, die mir gut gefallen, über die ich aber nicht viel zu sagen hätte, außer vielleicht, dass sie gute Laune machen (können). So z.B. diese hier von 1960 mit zwei Mozart-Quintetten für Klavier, Oboe, Klarniette, Horn und Fagott. Friedrich Gulda und die Bläservereinigung der Wiener Philharmoniker, eine musikalisch wie tontechnisch rundum gelungene Angelegenheit. SLPM 138638


    Viele Grüße - Frank


    Mozart-Quintette Cover.jpg

    Es gibt Everest Aufnahmen, auch ohne 35mm, die besser klingen genauso wie es frühe Mercurys ,ohne 35mm gibt, die hervorragend sind.

    Hallo Uwe,


    ich weiss. Die 35mm-Aufnahmen, ob von Everest, Mercury, Command oder Cameo, sind halt sowas wie ein Mythos, und zumindest ein paar Platten davon will man einfach mal aufgelegt und gehört haben, also ich zumindest. Würde ohne diese Platten heute noch jemand über Everest oder Living Presence reden? Ich bezweifle es.


    Viele Grüße - Frank

    Die Orginalpressung der Beethoven Box enthält 8 LPs und wie Joachim schon schrieb ist das Gold / Maroon Label die Erstpressung.

    Hallo Uwe,


    und ist die Originalpressung tontechnisch annährend so gut wie später Platten mit 35mm-Aufnahmen von "Living Presence"?


    "A previous all tube reissue and remastering by Classic Records in the 1990s of a small number of 35mm film masters to both high quality vinyl repressings and DVD-Audio did unfortunately suffer from some wow and flutter issues."

    Hallo Joachim,


    für die "wow and flutter issues" hat doch die Firma Countdown Media, welche die 35mm-Spulen nochmals digitalisiert hat, eigens einen "Laser shrinkage detector" entwickelt (siehe Video). Ich habe digital zwei dieser neuen Kopien in 24/96, die Symphonie fantasique (Eugen Goosens & LSO 1959) und die erste Symphonie von Mahler (Adrian Boult, PO London 1958). Beachtlich, was heute immer noch auf diesen Magnetspuren drauf ist, sofern es sich wirklich um 1:1 Abnahmen der 35-mm-Spulen ohne Nachbearbeitung handelt. Das scheint mir recht wahrscheinlich so zu sein, denn die 35mm-Maschinen von Belock waren noch für die Sprache (Kino) optimiert, und das hört man immer noch - stellenweise eine etwas unnatürliche Härte, ähnlich früher Digitalaufnahmen. Erst Robert Fine ließ die Belock-Maschinen für die Hifi-Musikaufnahme umbauen.


    https://de-de.facebook.com/evereststereo/


    Viele Grüße - Frank

    Ich denke, dass auf den blau-orangen Labeln bereits die kalifornische Adresse steht. Das sind also schon Billigpressungen.

    Hallo Joachim,


    richtig, eine kalifornische Adresse. Die Neunte wurde auf eine einzige Platte gequetscht, und das ging anscheinend nur auf Kosten des Tons - Murks! Andere, die Pastorale, die Fünfte und die Dritte sind etwas besser. Wüsste ich es nicht und würde es nicht auf dem Cover stehen, ich hätte keine 35mm-Aufnahme als Quelle angenommen. Stellenweise vielleicht, da ist plötzlich eine irre Dynamik mit Tieftonvolumen da, dann sind die Bässe wieder weg und es klingt nach Seifenkiste. Warum weiss ich nicht. Es kann schlichtweg am Plattenschnitt liegen, vielleicht aber auch an Frequenzauslöschungen. Ich vermute, das Problem von Everest war es damals, die qualitativ hochwertigen Aufnahmen leider nicht in eine ebenso gute Plattenproduktion umsetzen zu können. Das kann man auch in amerikanischen Foren so lesen. Zusätzlich hat das Vinyl vergleichweise hohe Laufgeräusche, was bei US-Pressungen oft vorkommt. Vielleicht fehlte den Everest-Leuten einfach das Geld für eine richtig gute Plattenproduktion. Das blau und orangene Everest-Label soll übrigens nur um 1960 verwendet worden sein, aber wer weiss das schon so genau.

    Die Artiphon-Box hatte ich auch einmal - die war tontechnisch richtig schlecht, dumpf und mit irgendeinem Kompressor weichgespült. Erst dachte ich, die ist nicht RIAA-konform geschnitten oder die Anlage hat eine Macke. Schnell weg damit.


    Viele Grüße - Frank

    Wenn ich es richtig erinnere, hatten diese LPs damals nicht mal 10 DM gekostet.:)

    Je mehr Platten ich gehört habe, desto mehr komme ich ebenfalls zu der Auffassung, dass (auch teure) Renommierplatten enttäuschen können und Billigplatten nicht schlecht sein müssen. Außerdem kann man mit Glück innerhalb der Serienstreuung bei einer Auflage eine besonders gute Pressung erwischen oder eben mit Pech eine nicht so gute.

    Dieses Prestigeobjekt in Punkto Aufnahme etwa fand ich klanglich nicht überzeugend (wenn auch nicht schlecht) - es ist keine dubiose Nachpressung, sondern wahrscheinlich die erste Nachpressung 1960, die mit dem blau orangenen Label, noch original Everest Records.


    Viele Grüße - Frank


    Everest Beethoven Cover.jpg

    Wie ich meine ein phantastisches Dirigat des noch jüngeren Bernstein von 1967 mit den New Yorker Philharmonikern plus Solisten - von Béla Bartók das Konzert für zwei Klaviere, Schlagzeug und Orchester sowie die Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta. Hier passt für meinen Geschmack die Emotionalität Bernsteins zum Werk wie der Deckel auf den Topf. Und Bernstein lässt die Solisten an Klavier, Pauken und Schlagzeug "arbeiten", als sei er der Mephisto am Pult und sie seine Unterteufel an den Instrumenten. Gelungen, sofern man dergleichen und Bernstein überhaupt gerne hört. CBS - S 72543


    Viele Grüße - Frank


    Bartók - Bernstein Cover.jpg

    Mit hypnotischem Chor - zumindest stellenweise - irgendwo zwischen Ligeti und Philip Glass angesiedelt ist John Adams Harmonium von 1984. Zum Glück noch analog aufgenommen, im renommierten Ludwigsburger Tonstudio Bauer sauber abgemischt, und mit der ECM New Series als qualitativ gute Pressung unters Volk gebracht. Edo de Waart dirigiert das San Franzisco SO, Vance Georg den Chor.

    ECM 1277 - 821465-1.


    Viele Grüße - Frank


    ps.: Mit dem Film "2001 -Odyssee im Weltraum" haben vermutlich einige von uns erstmals Ligeti gehört. Ich glaube, unser nächstgelegenes Kleinstadtkino war zu dieser Zeit noch mit der üblichen Siemens Klangfilm-Anlage bestückt, jedenfalls sind mir vor allem die Winnetou-Melodien (Orchester Martin Böttcher) bis heute in bester Erinnerung und haben mein Gefühl fürs Hifi mitgeprägt (auch wenn Kino-Sound natürlich was anderes als Hifi ist).


    John Adams Harmonium Cover.jpg

    Hier noch ein Scheibe des kleinen englischen Labels "Academy Sound and Vision Ltd" (ASV) mit Strawinskys Ballettmusiken Apollo sowie Orpheus von 1979. Und ja, das ist eine richtig gute Produktion mit dem kaum bekannten John Lubbock, der das Orchestra of St.John's Smith Square dirigiert. Warmer voller Klang nochmal zum Ende der Ära analoger Aufnahmetechnik. Dazu sehr moderat gespielt.

    ACM 2025


    Viele Grüße - Frank


    Strawinskys Apollo sowie Orpheus Cover.jpgStrawinskys Apollo sowie Orpheus (2) Cover.jpg

    Was die Klassiklabels, allen voran die Deutsche Grammophon, in den 60er und 70er Jahren eingespielt haben, ist bis heute ein in der Masse kaum vorstellbarer Reichtum an Aufnahmen. Sorry liebe Klassikfreunde, dass ich diese Binse mal wieder erwähne, aber es beeindruckt mich immer wieder aus neue. Vieles davon hat wahrscheinlich nicht mal annähernd die Produktionskosten wieder eingespielt. Honegger vielleicht gerade noch so, hier mit Karajan und den Berliner Philharmonikern aus dem Jahr 1973. Die zweite und dritte Symphonie des französisch-schweizerischen Komponisten sind nicht unbedingt das Gegenmittel zu trüben Herbsttagen. Aber auch kein weinerlicher Weltschmerz oder eine Reise ins Herz der Finsternis. Eher noch, wie es auch Musikhistoriker meinen, neben rein persönlichen Dingen Honeggers wie Krankheit, der ganz reale Schrecken über den Untergang Europas im Zweiten Weltkrieg. Perfekt gespielt von Karajan und den Berliner Philharmonikern - zu mehr musikalischer Beurteilung reichts meinerseits bei Honegger leider (noch) nicht.


    Viele Grüße - Frank


    Honegger 2 & 3 Cover.jpg

    Hallo Reinhard,


    diese Aufnahmen mit Keilberth meinte ich. Ich besitze die ältere Ausgabe als Box. Die Mozart-Variationen musst Du mal anhören. Hier noch eine weitere, die Du vielleicht nicht kennst, die man ehrlicherweise aber auch nicht kennen muss. Und zwar eine Platte des eher kaum bekannten US-Labels "Sound Storage" mit ebenso wenig bekannten Interpreten, dafür mit tontechnisch höchstem Anspruch, der auf gleich zwei Seiten der Innenhülle erläutert wird - "Sampling of the sound field for two channel loudspeaker reproduction". Wenn ich so etwas lese, bin ich äußerst skeptisch. Aber, was da (auf englisch) steht, ist kein Blödsinn und die Tonqualität ist dann tatsächlich vom Feinsten.

    Zu bemerken wäre lediglich, dass ein Kammerensemble aufzunehmen logischerweise eine einfachere Aufgabe für jeden Tonmann darstellt als ein Symphonieorchester mit Chor und Mahlers achter Symphonie. Da lässt sich eine Technik u.a. ohne Equalizer, Limiter, Kompressor oder variablem Gain umsetzen, ebenso die Aufnahme mit einem Zweikanal-Rekorder, laut Angaben mit 76cm pro Sekunde. Trotzdem - verblüffend, was für einen natürlichen guten Klang man mit einer Schallplatte erzeugen kann.

    Sound Storage SSR 2020 (1980), The Carter Chamber Ensemble. Neben der Sonate No.2 von Debussy auf der B-Seite gibt es auf der A-Seite Le Soleil Multicolore des zeitgenössischen (ebenfalls) französischen Komponisten Jaques Bondon (2008 verstorben). Musikalisch leider nicht ganz mein Geschmack.

    Nebenbei: pressen ließ man für den US-Markt bei der deutschen Teldec und bedankt sich auf der Cover-Rückseite artig u.a. bei Karl Schoeps.


    Viele Grüße - Frank


    Sound Storage (2) Cover.jpgSound Storage Cover.jpg

    Eine unscheinbare Perle ist, wie ich meine, diese Eterna der Mozart-Variationen Max Regers. 1970 mit der Staatskapelle Dresden unter Heinz Bongartz aufgenommen und in warmer sehr guter Tonqualität auf die Schallplatte gebracht. Alternative dazu sind die Aufnahmen mit Keilberth auf Telefunken, auch nicht schlecht, mir gefällt die Staatskapelle Dresden besser.

    Irgendwann lese ich einmal, was sich Reger dabei gedacht hat, aber das ist völlig zweitrangig - einfach anhören.


    Eterna 826063 (schwarzes Label), Tonregie Claus Strüben


    Viele Grüße - Frank


    Max Reger Mozart Variationen Cover.jpg

    ist Deine jap. Pressung SRA-2555 eine Doppel-LP?

    Hallo Joachim,


    nee, das ist keine Doppel-LP. Ich kenne die Living Stereo mit der vierten und fünften Symphonie. Klar, das war technisch anspruchsvoll, nur eine Plattenseite für jede Symphonie bei der SRA-2555. Aber, es klingt nicht dünn. Wahrscheinlich haben die Japaner die Füllschrift gut ausgereizt und auf die Pressqualität geachtet. Die Auslaufrillen sind logischerweise äußerst knapp ausgefallen.


    Viele Grüße - Frank

    Noch eine Platte aus der Kathegorie eher selten (bei uns) und wie ich meine durchaus eine Alternative zur Living Stereo mit den selben Aufnahmen: die japanische Red Seal Pressung der vierten und dritten Mendelssohn-Symphonie mit Altmeister Charles Munch und dem Boston SO. Man sollte schon bedenken - die "italienische" wurde 1958 aufgenommen, dafür ist die Tonqualität richtig gut (neutral). Wunderbar fließend dirigiert.


    RCA SRA-2555, Gatefold, sehr stabil.


    Viele Grüße - Frank


    Mendelssohn - Munch Cover.jpg

    Hatten die Dynaflex tatsächlich 130 Gramm?

    Hallo Joachim,


    ich meine, so pauschal kann mann das nicht sagen. Bei der Menge an Platten, die RCA ausgespuckt hat, dürften alle möglichen Varianten dabei sein. Wie schon erwähnt, dünne und leichte Platten, insbesondere die mit viel Weichmachern im Vinyl, sind nach meiner Erfahrung viel öfter konvex oder konkav (je nach Sichtweise) verzogen oder leiden an Höhenschlag, natürlich trotzdem abspielbar. Das ist schon alles, und das ist ja auch gut nachvollziehbar. Ich habe doch das konkrete Beispiel meiner Platten der Canadischen Broadcast Corporation genannt - von drei waren zwei verzogen (leichter Höhenschlag).


    Viele Grüße - Frank

    Allerdings darf ich sagen, weder diesen Dirigenten noch das Orchester zu kennen.

    Hallo Reinhard,


    das ist - zumindest für mich - der Sinn der Sache, so eine Platte vorzustellen. Wenn ich jetzt erzählen würde, dass ich mir die sechste Beethoven-Symphonie mit Karajan und den Berliner Philharmonikern von 1962 (die ich immer wieder gerne höre) unfallfrei aufgelegt habe - na ja...


    Viele Grüße - Frank

    Satte rund 170 Gramm Eterna sind mir - zumindest zum Anfassen - dann doch lieber als Dynaflex: hier Aram Chatschaturjan mit seinem Klavierkonzert, dirigiert von Kyrill Kondraschin und der Moskauer Philmarmonie mit Jakow Flier (Kalvier). Das hört sich schon sehr modern an, sehr dynamisch, und da stören mich auch irgendwelche "Volksweisen" aus der Steppe (oder von sonst woher), die Chatschaturjan fleissig sammelte und verarbeitete nicht. Musikalisch kann ich die Aufnahme ehrlicherweise nicht beurteilen. Nur soviel: Es klingt ziemlich perfekt.

    Eterna 826562, direkte Pressung der übernommenen Melodija-Matrize.


    Viele Grüße - Frank


    Chatschaturjan Klavierkonzert Cover.jpg