Beiträge von Dan_Seweri

    Kevin Gray hat die Stereo-Pressungen bestimmt neu, nach seinen eigenen Klangpräferenzen, gemastered.

    Dies hat Kevin Gray tatsächlich getan. Allerdings bezieht sich das "Mittenloch" nicht auf den Klangcharakter der Platte, sondern auf die Instrumentenstaffelung im Stereo-Panorama: Bei manchen frühen Stereo-Aufnahmen von Rudy Van Gelder spielen die Instrumente entweder ganz aus dem linken Lautsprecher oder aus dem rechten Lautsprecher - und keines kommt aus der Mitte. Da hätte sich der Herr RVG vielleicht das Stereo-Prinzip besser erklären lassen sollen.

    Würdest du die Stereo oder die Mono Ausgabe von Tone Poet vorziehen?

    Diese Frage habe ich zwei Beiträge vor Deiner Frage beantwortet: Ich würde zur TP Mono greifen. Zumindest aus klanglicher Sicht. Für die Stereoausgabe sprechen dann wieder die Alternate Takes und das kleine Booklet, die in der Mono-Version nicht enthalten sind. Insofern haben beide Ausgaben ihre Daseinsberechtigung.

    Ich habe die TP Mono noch nicht ausführlich mit der TP Stereo verglichen. Dies werde ich bei Gelegenheit noch tun. Dafür werde ich dann einen reinen Mono-Tonabnehmer montieren, damit auch die Stereo-Version in Mono ausgegeben wird und ein fairer Vergleich stattfinden kann.

    Heute habe ich den trüben Morgen genutzt, um die TP Mono-Ausgabe von Blue Train mit der TP-Stereo-Variante zu vergleichen. Dazu hatte ich ein Ortofon 2M Mono-System mit 2M Bronze Fineline-Nadel montiert, so dass ich auch die TP Stereo im Mono-Modus anhören konnte.


    Zunächst fiel auf, dass die TP Mono lauter geschnitten ist. Beim Abspielen der TP Stereo muss man also am Lautstärkeregler etwas draufgeben, damit beide Platten gleich laut spielen.


    Auch in der tonalen Ausprägung konnte ich leichte Unterschiede feststellen: Die unteren Mitten kommen in der Mono-Version lauter rüber als bei der Stereoplatte. Dies bewirkte, dass Kontrabass und Piano bei der Mono prägnanter wirkten. Sie scheinen in der Monoversion mehr Körper zu besitzen. Dadurch wirken diese beiden Instrumente bei der TP Mono etwas "livehaftiger".


    Insgesamt sind die Unterschiede nicht groß, aber doch vorhanden.


    Meine abschließende persönliche Meinung: Wer die am besten klingende Ausführung von Blue Train haben möchten, sollte zur TP Mono greifen. Wer dann dieses Album zusätzlich noch in Stereo genießen möchte, kann getrost zur europäischen(!) BN75-Ausgabe von 2014 greifen oder zur "Green Train"-Variante (in grünem Vinyl von Saturn bzw. Mediamarkt) aus dem Jahr 2018. Diese sind günstiger zu haben als die TP Stereo und klingen doch absolut ebenbürtig.

    Auf der Grundlage von Vergleichen anderer Blue Note Aufnahmen aus den 1950ern von denen ich eine Stereo- und eine Mono-Pressung zum Vergleich habe, hätte ich erwartet, dass auch bei der Blue Train der Klangunterschied Mono-Stereo markant ausfallen würde. War das bei Deinem Vergleich nicht so auffällig oder hast Du das nicht erwähnt (da vielleicht offensichtlich)?

    Ich habe die TP Mono noch nicht ausführlich mit der TP Stereo verglichen. Dies werde ich bei Gelegenheit noch tun. Dafür werde ich dann einen reinen Mono-Tonabnehmer montieren, damit auch die Stereo-Version in Mono ausgegeben wird und ein fairer Vergleich stattfinden kann.


    Rudy van Gelder hat offenbar nur wenige Monate lang für Mono und Stereo separate Bänder mitlaufen lassen. Danach hat er nur noch in Stereo aufgenommen und die Mono-Ausgaben waren bloß eine 50/50 auf einen Kanal zusammengemischte Ausführung der Stereoaufnahme. Solche Bemerkungen sieht man auf den Bändern, die in diversen Videos zu den Blue Note Reissues zu sehen sind. Anbei ein Beispiel des Masterbandes von Witch Doctor aus einem Video: "Monaural master made 50/50% from STEREO".


    In solchen Fällen sollten also die Mono-Platten genauso klingen wie die im Mono-Modus abgespielten Stereo-Platten. Ich bin gespannt, ob es sich bei der Blue Train anders verhalten wird.


    Screenshot 2022-09-22 155847.jpg


    Hier das Video, aus dem obigen Screenshot stammt:

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    Ich hatte am Wochenende das große Vergleichshören gemacht - mit einem doch recht überraschenden klanglichen Ergebnis:


    20220918_133744.jpg

    20220919_110714.jpg


    Mit im Rennen waren (von links nach rechts und von oben nach unten):

    1) Franz. DMM-Pressung von 1985: https://www.discogs.com/de/rel…-John-Coltrane-Blue-Train

    2) Top Ten Series von 1997: https://www.discogs.com/de/rel…-John-Coltrane-Blue-Train

    3) BN75 von 2014: https://www.discogs.com/de/rel…-John-Coltrane-Blue-Train

    4) Grünes Vinyl von 2018: https://www.discogs.com/de/rel…-John-Coltrane-Blue-Train

    5) Tone Poet Mono-Version von 2022: https://www.discogs.com/de/rel…-John-Coltrane-Blue-Train

    6) Tone Poet Stereo-Version von 2022: https://www.discogs.com/de/rel…rain-The-Complete-Masters


    Die französische DMM von 1985 klingt ordentlich, aber im Vergleich zu den anderen doch eher dünn. Bezüglich Bass kann sie einfach nicht mit dem Rest mithalten.


    Etwas besser macht es schon die Ausgabe aus Top Ten Series von 1997 "Mastered by Capitol": Sie ist klanglich deutlich voluminöser als die Ausgabe von 1995. Das Vinyl ist gut verarbeitet und läuft sehr geräuscharm.


    Die BN75 von 2014 und die "Green Train" von 2018 kann man in einem Atemzug abhandeln. Diese Pressungen haben beide identische Matrixnummern, so dass es sich hier eigentlich um denselben Klang handelt. Das Mastering ist von Alan Yoshida bei Blanche DuBois in Los Angeles erledigt worden. Pech für die neue Tone Poet Stereo-Version: Diese beiden Platten können es klanglich zu 100% mit dem neuen Remastering von Kevin Gray aufnehmen. Es besteht klanglich überhaupt kein Unterschied zur neuen (teuren) Tone Poet-Stereo-Ausgabe. Wer einfach nur eine gut klingende Ausgabe von Blue Train sucht, ist mit diesen beiden Pressungen gut bedient. Beide stammen von Optimal, die bekanntlich auch die aktuelle BN Classic Serie pressen. Meine beiden Platten bieten eine vergleichbare Vinyl-Qualität wie man sie von den BN Classics kennt. Ja, klar, es handelt sich hierbei um ein Remastering von einer digitalen Kopie des Masterbandes. Aber wen interessiert dies nach der Mofi-Geschichte eigentlich noch?


    Die Tone Poet Mono-Ausgabe klingt ebenfalls sehr gut mit voluminösem Bass und druckvollem Klanggeschehen. Bezüglich der Lauf- bzw. Störgeräusche kann diese Platte aber nicht ganz mit den qualitativ besten Platten mithalten. Aber natürlich ist dies Jammern auf hohem Niveau. Leider ist die TP Mono auch minimal wellig bei mir angekommen, so dass ich sie erst einmal bügeln musste.


    Die Tone Poet Stereo-Ausgabe klingt gut, ist aber keine Offenbarung. Es sind nun wirklich keine Klangunterschiede zur BN75 oder zur "Green Train" feststellbar. Für Jazz-Hardcore-Liebhaber Sammler sind aber die Alternate Takes auf der zweiten Platte und das kleine Booklet interessant, die bei dieser Ausgabe enthalten sind. Wer einfach nur eine gut klingende Version Blue Train haben will, kommt mit anderen Pressungen günstiger davon.


    Meine Klangwertung. Wenn die TP Stereoversion klanglich bei 10 Punkten ist, dann würde die anderen Versionen wie folgt einschätzen:

    a) DMM von 1985: 8 Punkte

    b) Top Ten Series von 1997: 9 Punkte

    c) BN75: 10 Punkte

    d) "Green Train": 10 Punkte

    e) TP Mono: 10 Punkte


    Ach so: Abgehört wurde auf eine Denon DP60L mit AT-150Sa-Tonabnehmer.

    The Filthy Six sind eine englische Jazz-Band mit Funk, Acid, Soul-Jazz in der Tradition des Hardbops. Lee Morgan und Jimmy Smith hätten sowas 1967 kaum anders gespielt.


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    Chip Wickham ist ein britischer Flötist, der in Spanien lebt. Er fehlt bisher in diesem Thread.


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    Moin Christian,

    Audiotrade gibt auf seiner Webseite allerdings auch Reinsilber als Wicklungsmaterial an. https://www.audiotra.de/ortofo…nabnehmer/2m-silver?c=222

    Ist es der gleiche Mythos wie beim Projekt oder könnte das doch stimmen?

    Die Info auf der Website von Audio Trade ist definitiv falsch. Ortofon wird es als Hersteller selbst am besten wissen: "The Ortofon 2M Silver phono cartridge is an OEM-model, that takes most of the characteristics of the 2M Red cartridge. The 2M Silver's special feature is silver plated copper coils, the same coil wire material as in the 2M Bronze and 2M Black models, with a reduced number of windings." Quelle: https://www.ortofon.com/2m-silver-p-975

    ...lese diese Worte, nur mir fehlt der Glaube.....was für ein Schmarrn...bin doch im Richtigen Forum? ^^

    Es gibt Leute, die das Thema "digitale Datenübertragung im Netzwerk" von der Pike auf gelernt oder sogar studiert haben. Die wissen, dass es sich so verhält, wie ich es geschrieben habe.

    Moin,


    Ja, das stimmt. Aber hat der Generator nicht auch geringfügig andere Daten? Dass solche Unterschiede gehörmäßig groß ausfallen oder einfach zu detektieren sind nehme ich auch nicht an. Unterschiedliche Nadelschliffe machen da schon mehr aus.

    Das 2M Silver hat die elektrischen Werte vom OM Super (1000 Ohm Gleichstromwiderstand). Der Generator hat m.E. innerhalb der 2M Familie tatsächlich einen vernachlässigenswerten Einfluss auf den Klang.


    Das 2M Silver hat denselben Nadelschliff wie das 2M Red (metallgefasster Stein mit elliptischem Schliff, 8 * 18 Mikrometer). Daher bietet das Silver diesbezüglich keinen Vorteil gegenüber dem Red.

    ....wir befinden uns doch hier in einem " analogen Forum"...oder?


    Da sollen irgendwelche YT Videos ......digital !!! wiedergegeben über mein Samsung Tablett über das Internet...dazwischen tausende Kilometer Kabel, irgendwelche Switches, Ports oder was weis ich Klangunterschiede zwischen Tonabnehmern aufzeigen?.....ich verstehe es nicht... :sorry:

    Danke für die Aufklärung. Ich wusste gar nicht, dass dieses Forum noch analog funktioniert und dass die Teilnehmer einander handschriftlich verfasste Briefe senden.


    Es ist übrigens herausragendes Kennzeichen der digitalen Übertragung, dass die Kabellänge und die auf dem Übertragungsweg verwendeten Komponenten keinerlei Einfluss auf den übertragenen Inhalt haben und alles zu 100% unverfälscht beim Empfänger ankommt.


    Für Dein Samsung Tablett empfehle ich einen hochwertigen Kopfhörer! Dann klappt's schon mit dem Wahrnehmen von Unterschieden.

    Nicht ganz. Die Spule des Generators ist mit Silberdraht gewickelt..

    Diese Aussage ist FALSCH. Es handelt sich um versilberten Kupferdraht, den Ortofon auch beim 2M Bronze und 2M Black verwendet.


    Diese Mär vom "Silberdraht" entstand durch eine fehlerhafte Angabe auf der Webseite von Pro-Ject. Heute steht dort völlig zutreffend: "Spulenwicklungen aus versilbertem Kupfer für hohe Klangtreue und dynamischere Wiedergabe als konventionelle MM Systeme". Siehe: https://www.project-audio.com/de/produkt/ortofon-2m-silver/


    Und diese Versilberung des Drahtes ist nicht wirklich hörbar. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Bodies in der Ortofon 2M Familie sind so gering, dass sie nicht relevant sind. Siehe Video, in dem dieselbe Nadel (2M Black) am Black-, Red- und Silver-Systemkörper nahezu identisch klingt:


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