Beiträge von baltaman

    Hallo Hartmut,


    Ich hänge hier mal zwei Fotos des Innenlebens meines L78 rein. Man sieht hier von unten den Bereich um die Bohrung für den Tonarmschaft. Der hier wurde eine Aluminiumplatte zur Verstärkung des originalen Metallchassis aufgeklebt und mit Gummigranulatmatten bedämpft. Zudem wurden daneben und im Bereich, wo der Plattenteller liegt ("Pfanne") (Blei?)Platten zur weiteren Bedämpfung eingeklebt, richtig?


    Viele Grüße

    Steffen


    -> Lass uns die Konversation hierzu von mir aus gerne hier bei Tageslicht führen, vielleicht zieht der ein- oder andere daraus wertvolle Informationen. Es sei denn, du befürchtest Plagiierer...


    Ich glaub, ich stand gerade auf dem Schlauch...

    Habe jetzt nochmal das letzte Bild, das ich hochgeladen hatte (mit dem Haddie) angeschaut. Nein, die Auswuchtgewichte unter und hinter dem GH228 sind (natürlich!) nicht verklebt, nur draufgehen, damit das gefederte Chassis sinnvoll gerade steht.

    Ich muss aber zugeben, dass ich mir hier bei gefederten Subchassis nicht mehr ins Hemd mache und sie überpenibelst ausrichte. Ob so ein Ding wirklich "im Wasser" ist, hängt letztlich davon ab, wo auf dem Chassis man das misst und mit Hilfe welcher Wasserwaage man das macht. Alles ist relativ.

    Auch die Verwendung eines neben dem Subchassisdreher auf einer festen (d.h. nicht mit dem Subchassis schwingenden) Basis stehenden Tonarms (auf dem Foto ein 12" FTA mit CFK-Rohr) funktioniert - entgegen meiner langjährigen Überzeugung - vorzüglich.

    Genauso wie Matthias geht/ ging es mir auch. Auf den L78 passt halt "nur" ein 9"er. Da ich jedoch in erster Linie einen Dreher für mein Decca gesucht habe und man da auch ganz gut mit kürzeren Armen als beim SPU klar kommt, habe ich den von Hartmut schön gemachten L78 hier aus dem Bietebereich gefischt. Das war damals mein Zweitdreher.

    Der Jelco-Arm ist sicherlich ein prima Tonarm, der jedoch meines Wissens nach nicht als guter Match für die Blechschachteldiva rangiert. Daher war ich an dem Arm weniger interessiert. Stattdessen habe ich mit verschiedenen anderen Tonarmen auf dem L78 experimentiert. Das hat mit Adapterplatten aus Ebenholz ganz gut geklappt, die die jeweilige Bohrung und das für die Tonarmmontage ggf. erforderliche Lochbild an das bestehende Lochbild im Chassis des L78 (vom 9" SA-750) angepasst haben.

    So konnte der L78 über die letzten Monate hinweg mit einem Bernd-Ulrich-Arm, dem GH228 und schließlich dem mit 18gr. eff. Masse (dank Edelstahltonarmrohr) recht schweren 9" Korf-Arm genutzt werden. Der Korf-Arm kommt - vermutlich auch wegen seines sehr guten Lagers - bislang ausgezeichnet mit der Diva zurecht und passt wie "Faust aufs Auge" auf den L78, da er den identischen Pivot-to-Spindle von 214mm hat und Alexey u.a. einen Montagekragen mit Jelco-Lochbild im Programm hat. Auch optisch passt das ausgezeichnet...

    Fürs SPU bin ich dann - genau wie Matthias - bei einem 301er mit 12" Schick-Arm gelandet. Dennoch sollte ich eins meiner SPU Classic dank des hierzu rechnerisch gut passenden Korf-Arms mal am L78 ausprobieren.


    Wozu das ganze Gesabbel? Ich denke, der L78, so wie ihn Hartmut modifiziert hat, ist ein super Dreher mit Alrounder-Eigenschaften. Klang und Optik sind top. Zudem ist die Technik/ Mechanik einfach, zugängig und im LH-Forum durch und durch beschrieben. Somit sind Wartungen und weitere Verbesserungen an Lager, Antrieb/ Reibrad und Stromversorgung easy selbst zu machen. Und genau dadurch ist er zu meinem Lenco geworden, den ich nicht mehr hergebe.


    Glück auf

    Steffen

    Da hast du aber ein sehr gutes Auge. Soweit ich weiß, stand der Dreher, bevor er es zu mir geschafft hat, bei zwei anderen Foristi.

    Ich glaube, der erste der beiden (Matthias) wohnte mal in Wien. Gekauft habe ich den L78 aber von Frank aus dem Westerwald.


    Die Fotos sind schon etwas älter. Vor meiner Zeit war auf dem Dreher mal ein 9" Jelco SA-750 montiert. Als das Foto entstand, hatte ich noch den leichteren GH-228 für mein Decca drauf. Aktuell ist der ausgezeichnete 9" Arm von Alexey 'Korf' Kornienkov drauf. Der harmoniert super mit dem Decca und gewichtsmäßig auch mit dem L78.

    Ich habe reiben 12" FTA mit CFK-Rohr. Ich rechne hierfür mit einer eff. Masse von 11gr.

    Der Arm ist für die von mir gerne verwendeten MCs (SPU Classic, DL103) somit eher zu leicht. Das Decca SG wollte auch nicht so recht...

    Gute Ergebnisse bekommt ich aber mit relativ weich aufgehängten MMs. Z.B. mit dem A&R P77 mit Jico Stylus1 SAS Nadel. Das Ding hat eine (statische) Compliance von 20um/mN und wiegt nackisch 7gr. Mit dem Bronze-HS (6,3gr) und 1,5gr. Zuschlag für Schrauben und Kabel komme ich auf eine Resonanzfrequenz von 9,9Hz.

    Rein rechnerisch müsste auch ein 9gr. schweres Grado Timber Sonata 2 oder. 3 mit gleicher Compliance, dann aber mit dem leichteren Alu-HS (3,1gr.), gut harmonieren. Ausprobiert habe ich das aber noch nicht.

    Natürlich können wir mit den Jensen-Trafos weitermachen. Es wird halt ein Stück teurer und es ist für mich nicht klar, wann wir sie bekommen würden. Wir müssten uns halt in eine Bestellschlange stellen. Das muss man wollen.


    Wenn ich für mich alleine handeln würde, hätte ich je zwei JT-34K-DX und JT-44K-DX geordert. Auch zu dem höheren Preis.


    Da ich hier aber mit fremdem Geld operiere, muss das meiner Meinung nach ganz klar besprochen werden.

    Bis auf dich, Christian Rumpel und Brumm hat sich hier sonst auch noch niemand gemeldet.


    blatthaller, Joachim1 und jokeramik: Wie ist eure Meinung?


    Viele Grüße

    Steffen

    Hallo ihr Lieben,


    Wie versprochen, habe ich Mark aus dem Urlaub ein paar Emails geschrieben, um den Faden mit den Jensen-Trafos nochmal aufzunehmen. Er hat dann auch wenig später geantwortet. Dass ich mich jetzt erst hier dazu melde, geht auf meine Kappe, ich war in der letzten Zeit zugegebenermaßen recht beschäftigt mit Kondensatoren... Mein culpa, sorry!


    Ich denke aber, dass nun doch langsam Bewegung in die Sache kommt und es läuft für mich auf verschiedene Alternativen hinaus, die ich mal kurz aufschreiben möchte.


    1) Bestellung der ursprünglich geplanten Jensen-Trafos


    Gegenüber den ursprünglichen Preisangaben auf der Website von Cable Solutions kann Mark die folgenden Stückpreise anbieten:


    - JT-34K-DX und JT-44K-DX: $179.99 (statt $215.99)

    - JT-11-BMCF: $159.99 (statt $191.99)

    - JT-123-BMCF: $149.99 (statt $179.99)


    So wie alles im Moment rasant teurer wird, ist das auch bei Transformatorkapseln 😞.


    Das "Problem" bei den Jensen ist jedoch, dass Mark sie (bis auf die JT-123-BMCF) nicht im Regal liegen hat.

    Er schreibt hierzu folgendes:

    "The ETA [expected time of arrival] is based upon submitting a new build order to the factory, so you would have to actually place an order to get yourself into the build queue. It is a first-in-first-out queue."

    D.h. wir müssten zu den o.g. Preisen verbindlich bestellen, um in die Warteschlange zu kommen. Wann genau Geld fließen müsste, weiss ich gerade nicht.


    Es würde aber auf eine Nachzahlung hinauslaufen, da bislang mit 100,- je Kapsel und 50,- Pauschale für Versand und Einfuhrumsatzsteuer/ Zoll kalkuliert wurde.


    - Für 2 JT-34K-DX/ JT-44K-DX (je $179.99) würden bei einem vereinfacht verwendeten Wechselkurs von 1:1 (er ist aktuell etwas schlechter) 160,- Mehrkosten entstehen.

    - Bei den JT-11-BMCF und JT-123-BMCF müsste ich nochmal nachsehen.


    Ehrlich gesagt, hatte ich solch eine Antwort von CS befürchtet. Ich finde den Preisanstieg noch ok, aber die noch nicht final absehbare Lieferzeit finde ich schwierig.


    -> Darüber würde ich mich gerne mit euch abstimmen. Seht ihr das auch so? Oder wollen wir an den Jensen-Trafos festhalten und verbindlich bestellen?


    2) Alternative: MC10 von Menmo van der Veen


    In der Zwischenzeit bin ich durch Diskussionen hier im Forum auf den MC10 von Menmo von der Veen aufmerksam geworden. Es handelt sich um SUT mit einem Übersetzungsverhältnis von 1:10. Details findet ihr hier:


    https://mennovanderveen.nl/ind…oducten/other/mc10-detail


    Da ich die Kapseln sehr interessant finde und um sie als sinnvolle Alternative hier zu diskutieren, habe ich mit Hr. van der Veen bereits über die Verfügbarkeit gesprochen. Er hat noch 11 Stück im Regal liegen und hat 10 davon erstmal für mich reserviert. Wir sprechen Anfang kommender Wocge nochmal wenn er vom ETF wieder zurück ist.


    Mit einem Übersetzungsverhältnis von 1:10 passen diese Kapseln fürs DL103 grds. gut und kämen von daher als direkter Ersatz für die JT-44K-DX infrage. Zumal wir auch preislich genau im Rahmen blieben und innerhalb der EU keine EUSt anfällt. Eine Nachzahlung entfielen damit, es würde vermutlich sogar günstiger als mit den Jensen-Kapseln.


    Was wäre aber mit den klassischen SPU, für die die JT-34K-DX vorgesehen waren? Hier könnte möglicherweise mit einem passenden RC-Netzwerk eine Lösung gefunden werden. Ein RC-Netzwerk zur genauen Anpassung eines SUT an den TA besteht aus zwei Widerständen (R, einer auf der Primär-, der andere auf der Sekundärseite) und einem Kondensator (C). Details hierzu findet ihr in beiliegendem PDF.


    Um zu klären, inwiefern ein klassisches SPU zum MC10 passen würde, habe ich das Datenblatt des SPU an Menno van der Veen geschickt. Er schaut sich das jetzt die Woche an und meldet sich, ob es sinnvoll ginge und welche Werte für die Widerstände und Kondensatoren zu wählen wären.


    -> Auch dazu würde ich mich gerne mit euch abstimmen. Könnte der MC10 auch aus Eurer Sicht eine Alternative sein?


    jokeramik

    Leider hilft das oben geschriebene dir für die JT-11-BMCF und JT-123-BMCF nichts. Hierzu könnte ich aber CS nochmal getrennt anschreiben, der JT-123-BMCF (leider aber auch nur fieser Typ) war beim letzten Mal "lokal stock", d.h. verfügbar. Wegen der Lieferzeit des JT-11-BMCF müsste ich dann nochmal konkret nachbohren.


    Uff, lange Nachricht...


    Viele Grüße

    Steffen

    Dateien

    Mein letzter Post (#1.666, diabolisch!) mit den damals frischen Bildern der neuen Ausgangskondensatoren ist jetzt schon so um die drei Wochen her und ich wollte nochmal abschließend auf das Thema zurück kommen.


    Zunächst zur Technik: Die Verkabelung wurde kritisch gesehen. Zugegebenermaßen ist sie nicht schön, muss sie aber auch nicht, es ist ja ein Deckel drauf. Aber sie funktioniert als erste Umsetzung rein technisch prima, d.h. wirklich brumm- und rauchfrei. Es könnte so bleiben. Vermutlich werde ich aber die ZZuleitungewischen Platine und Audyn Caps noch gegen gute NF-Leitungsstücke (Mogami, SC Carbokab mal sehen…) tauschen und vielleicht die FT-3 noch mit kurzen Zuleitungen „huckepack“ auf die Audyns setzen. Hiervon verspreche ich mir jedoch - wenn überhaupt – nur marginal Klangverbesserungen/ -Veränderungen.


    Kommen wir zum Klang: Ich brauche zur Klangbeschreibung immer sowas, wie eine „Referenzplatte“ (gruselige 80er-Jahre-Idee, aber gut) als festen Bezugspunkt. Das ist jetzt nicht „Brothers in Arms“, keine Sorge, sondern momentan „Hudson“ (DeJohnette/ Grenadier/ Mendeski/ Scofield). Die Platte hab ich Ende Mai (das Datum der letzten Plattenwäsche notiere ich immer auf der Innenhülle) – also ein Stück vor der Modifikation der 2030 – gekauft und erstmalig gehört. Ich fand sie gut aber jetzt nicht sofort sooo toll. Daher rückte sie erstmal weiter nach hinten im Stapel der noch zu hörenden Neuanschaffungen.


    Ihren Durchbruch zu einer meiner (aktuellen) Lieblingsplatten schaffte sie erst nach der Kondensatormodifikation. Bereits direkt nach dem Tausch der originalen Caps gegen die neuen, kam sie mir präsenter, involvierender vor. Das kleine Stückchen zwischen Fußwippen und Gänsehaut. Warum das jetzt so ist, lässt sich nicht so leicht ergründen, vielleicht muss nun das auch gar nicht. Ich hatte in #1.666 den Begriff der „Klangtextur“ verwendet. Ich könnte mir vorstellen, dass die ja auch für Klangfarben relevanten Obertöne jetzt besser/ leichter/ unbeschränkter zur Geltung kommen und dadurch das Musikerlebnis nochmals intensiver werden lässt.


    Was ich nach ein paar Wochen des intensiven Musikhörens aber auf jeden Fall sagen kann, ist, dass mich die neuen Kondensatoren (bislang) nicht nerven. Man hat das ja schon mal, dass auf den ersten Blick als Verbesserungen betrachtete Veränderungen irgendwann lästig und ermüdend werden. Das ist hier nicht so. Ganz im Gegenteil: Mir gefällt es so weiterhin und täglich ausgezeichnet. Gut möglich, dass das neue Setup im Wege des Einspielens der neuen Kondensatoren dabei ist, klanglich weiter zu zu gewinnen.


    Damit möchte ich es an dieser Stelle aber auch bewenden lassen. Wer mag, kann mich ja hier erreichen. Und von mindestens einem lieben Mitforisten habe ich gehört, dass er sich auch überlegt, mit neuen Ausgangskondensatoren an seiner 2030 zu experimentieren...

    Mudra Akustik verbaut im NF-4 FR, dessen Innenleben man in der Abb. auf S. 2 hier ...


    https://www.hifistatement.net/…a-akustik-nf-4-fr?start=1


    ... gut sehen kann, diese hydraulisch-magnetischen Geräteschutzschalter:


    https://de.rs-online.com/web/p…he-schutzschalter/2734610


    Die Vor- und Nachteile verschiedener Sicherungskonzepte werden dann hier


    http://hifi-selbstbau.dyndns.org/html/sicherungen.html


    schön zusammengefasst.


    Fazit: Hydraulich-magnetische Automaten (wie z.B. das Ding von Gigawatt oder eben die Geräteschutzschalter im Mudra-Filter) arbeiten induktionsärmer als herkömmliche mechanische Automaten.

    Schön, dass sich hier die Gemüter wieder abgekühlt haben. Dann kann es ja weiter mit ein paar Bildern und Beschreibungen gehen.


    In #1.608 hatte ich u.a. ein Bild eingestellt, auf dem neben den beiden weißen Intertechnik Audyn Plus noch zwei silberfarbene FT-3 neben der Platine der 2030 Platz genommen haben. Bei den FT-3 handelt es sich um russische Teflonkondensatoren, die wie die beiden Glimmer C-Paare parallel zu den Audyn liegen.

    Die FT-3 wurden mit je zwei Montageklammern befestigt und passen trotz ihrer üppigen Abmessungen ganz genau neben die Platine.

    Der Anblick der Verkabelung ist weiterhin nicht vergnügungsteuerpflichtig...


    In meiner 2030 sind nun die folgenden Ausgangskondensatoren verbaut:


    Grundkondensator:

    Intertechnik Audyn Cap Plus/4.70/08 (4,7uF, 800VDC, 2% Toleranz)


    Bypass-Kondensatoren (je Kanal):

    - 2x 9,5nF/ 350V Glimmer

    - 1x FR-3 Teflon-Kondensator (220nF/ 600V)


    Wie klingt es? (bei mir und für mich!)

    Ich hatte es die Tage ggü. Helmut mal als ein (angenehmes) Mehr an "musikalischer Attacke" umschrieben. Bedeutet, dass sie

    - schnell ist, d.h. feine Strukturen im Obertonbereich klarer hörbar macht,

    - in der Grobdynamik auch richtig Spaß macht aber gleichzeitig

    - "musikalisch/natürlich" klingt, also ohne störende Artefakte.

    Es ist für mich abei immer schwierig, Klangeindrücke in Worte zu fassen. Entweder man verliert sich in abgedroschenen Phrasen ("der Vorhang ist weg" und so) oder es muss für Mitleser hoffnungslos zu dick aufgetragen erscheinen. Das einzige, was man vermutlich als Wahrheit stehen lassen kann, ist die Erkenntnis, dass man die Wirkung derartiger Modifikationen dann erst wirklich einschätzen kann, wenn man es selbst ausprobiert hat. Das Schöne dabei ist aber, dass derartige Veränderungen bei Nichtgefallen einfach wieder zurück gebaut werden können.


    Auf der anderen Seite lassen sich nach Belieben auch andere Kondensatorkombinationen ausprobieren... Also neben dem Tuberollung dann das Caprolling?