Beiträge von CampaRecord

    Hallo Sebastian,

    es ist möglich, das die eine Röhre mit unterschiedlich leuchtenden Heizfäden einen schleichenden Defekt hat. In meiner bisherigen Erfahrung kenne ich dein Beispielszenario allerdings noch nicht. Bisher waren in meinem Umfeld die ECC81/82/83 und 6SN7 Doppeltrioden entweder OK oder ein Heizfaden war vollständig tot (sind dann nur noch einfache Trioden). Per Ferndiagnose kann ich nicht mehr sagen, um sicher zu sein hilft nur ein Test im Laboraufbau oder am Röhrentestgerät.

    Auch die dicken "Musical Fidelity" gelabelten Elko sind normale Markenware mit einem Plastiküberzieher mit Schriftzug nach Kundenwunsch.


    Ein fachkundiger Reparateur wird die großen teuren Elko erstmal mit einem LCR-Meter prüfen und keinesfalls einfach auf Verdacht erneuern. Solche Pötte können sich als sehr alterungsbeständig herausstellen.


    Mein erster Kandidat für einen Austausch wären die kleinen Elko.


    Ich wünsche das dir der olle MuFi noch lange erhalten bleibt, denn was gefällt wird ja mit Recht gehätschelt und gepflegt.

    Füße stillhalten und systematisch analysieren.


    1. Nur die PCL86 tauschen und auf den Fehler warten. Wandert er mit den PCL86, die knisternde PCL86 ersetzen. FERTIG


    2. Im anderen Fall die Endröhren tauschen und warten. Wandert der Fehler mit den Endröhren, die knisternde Endröhre ersetzen. FERTIG


    3. Im anderen Fall liegt der Fehler im Gerät. REPARATUR

    Bei meinen alten Röhrenendstufen (Radford STA 35, ConradJohnson MV50) für 220V Netzspannung führt die aktuelle 235V Spannung zu erhöhter Belastung der Endröhren.


    Die Anoden- und Schirmgitterspannungen sind erhöht (Radford) bzw. deutlich erhöht (ConradJohnson). Heizspannungen sind ok.


    Die Radford liegt noch im grünen Bereich, die Schirmgitterspannung der ConradJohnson liegt allerdings schon im roten Bereich nach EL34 Datenblatt. Eine Wald-und-Wiesen EL34 würde ich da nicht stecken.

    Ohne die Bedienungsanleitung zu kennen halte ich das beschriebene Verhalten für ein Feature, keinen Fehler.

    Die Maschine ist für professionellen Betrieb gebaut, und dann sollte im produktiven Einsatz kein gelangweilter Bediener zwischen Fix und Variabel umschalten. Damit kann Aufnahme oder (Rundfunk-)Wiedergabe versaubeutelt werden.


    Ich kann mit meiner Ableitung natürlich auch danebenliegen.

    Die wichtigste Wartungsmaßnahme bei alten MusicalFidelity A1 ist die Wärmeleitpaste zu kontrollieren. Zwischen geriffeltem Deckel und innerem Alu-U-Profil war damals bei meinem Exemplar fast keine Wärmeleitpaste vorhanden. Ich habe Paste hauchdünn ergänzt und gut ist. Die seitlichen Lüftungslöcher hat mein Exemplar nicht, scheint aber nicht zu stören.


    Vermutlich gehen die alten A1 in erster Linie durch Fehlbedienung und Lautsprecherkurzschluß kaputt, und in zweiter Linie durch schludrige Fertigung.


    Der Hitzetod ist halt eine schöne Legende, die bei genauer Betrachtung in sich zusammenfällt.

    Der A1 ist eine Mimose bezüglich Lautsprecherwahl. Wenn die Impedanz im Grundton und Bass zwischen 2 bis 4 Ohm rutscht geht die Lebendigkeit flöten. Gute Empfindlichkeit ab 89dB/W ist ebenfalls angeraten. Idealerweise 8 Ohm möglichst gleichmäßig und minimal 89 dB Empfindlichkeit.


    Mein Geheimtip ist der Mission 761 Kompakt-LS von 1989. Mein Urmeter bezüglich Lautsprecher.


    A1: wenn der Lautsprecher paßt.

    M5si: universell geeignet.

    Gleichlauf ausmessen:


    Funktionsgenerator, Computer oder Smartphone an Poti-Ein (beide Pole gebrückt) und Poti-Masse (beide Pole gebrückt) - also ein Mono Signal auf beide Kanäle.


    Mit AC-Voltmeter (Millivolt) zwischen den beiden Schleifer-Anschlüssen messen. Je kleiner der Meßwert, desto besser der Gleichlauf.

    Ich hatte erwartet, dass die subjektiv empfundene Lautstärke drastisch sinken würde, was aber gar nicht der Fall war. Statt zwischen 7 und 8 operiere ich jetzt zwischen 9 und 10, was ich jetzt nicht so drastisch finde.


    Passt schon zum ALPS-Poti, ich habe aus Interesse mal schnell nachgemessen:


    7 Uhr Regler zu

    8 Uhr -50dB

    9 Uhr -38dB

    10 Uhr -33dB

    11 Uhr -28dB

    12 Uhr -23dB

    13 Uhr -12dB

    14 Uhr -7dB

    15 Uhr -4dB

    16 Uhr -1.5dB

    17 Uhr Regler voll auf


    20dB Vordämpfung reichen dann wohl nicht aus.