Posts by Asklia

    Liebe EMT Freunde


    Hier noch ein kleiner Nachtrag: Ich habe zwischenzeitlich von Herrn Fabritius eine Headshell, Typ J-Shell, für den EMT 938 erhalten. Ein Dynavector Karat Rubin 23 MKII passt da perfekt hinein. Die Dynavector Tonabnehmer sind natürlich auch sehr kurz - ob da ein Denon DL 103 hineinpasst, weiss ich leider nicht (aber es würde mich interessieren).


    Das Gewicht passt ebenfalls ganz ausgezeichnet: Meine Tondose wiegt auf der Analysenwaage 17.56 g; die J-Shell ist mit dem DV23 17.01 g schwer und damit recht genau 0.55 g leichter. Allerdings ist das DV mehr als 10 dB leiser als die Tondose.


    Anbei ein Bild für Interessierte. Wünsche weiterhin viel Spass mit EMT, Thorens & Co.!
    Asklia

    Merci für den netten Kommentar!


    Ja, der EMT ist wieder zusammengebaut und funktioniert. Es ist natürlich schwer, aus dem Gedächtnis eine winzige Klangverbesserung zu beurteilen. Immerhin sind die tiefen Töne alle vorhanden - das war am Anfang ja nicht so.


    Zu guter Letzt werde ich die ganz dicken Tantals 865 und 873 vor der Transistorendstufe noch durch Low ESR Elektrolyten erstzen und parallel dazu wieder einen 1uF WIMA verwende. Das scheint mir der beste Kompromiss ohne neue Platine zu sein.


    Wenn alles fertig ist, stelle ich mal wieder ein paar Bilder hier hinein.


    Gruss an alle
    Asklia


    P.S.: Und mein Thorens 524 hat nun auch eine ordentliche Bodenplatte aus 4 mm Alu pulverlackiert anstatt der IKEA-Pappe. Kostet als Handarbeit beim lokalen Blechschneider gerade mal 118 CHF.

    So,


    die kleine Bastelei an der NF Platine meines EMT 938 ist endlich erledigt. Habe alle Kondensatoren gewechselt: Für die Spannungsstabilisierung und Eingangskondensatoren Panasonic Low-ESR Elektrolyten und den Ausgang einen WIMA 10 uF.


    Unter der Platine parallel zum 220 uF Eingangs-Elektrolyt parallel einen 1 uF WIMA zur (gewiss unhörbaren ;-) Verbesserung der Eigenschaften. Die neuen ultrakleinen WIMAs passten gedreht gerade noch unter die Platine. Und bei der Stromversorgung je einen flachen 0.15 uF.


    Anbei ein paar Bilder für Interessierte.
    Wünsche allen viel Spass beim Musikhören!
    Gruss Asklia

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    • EMT-NF-01.jpg

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    • EMT-NF-02.jpg

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    Interessant: Nach einem Tag haben sich schon 19 angemeldete User die ICEpower Bilder angesehen - scheint doch den einen oder anderen zu interessieren.


    Habe erst mal bei meinem TD524 die Elkos der Motorelektronik und der Steuerung getauscht. Nach den Daten auf den Chips sind diese von 1982 und damit 31 Jahre alt - da schadet der Elkotausch bestimmt nicht.


    Habe mir mal die MC Preamplifier Platine des EMT 938 angesehen: Dort sind "natürlich" auch wieder Tantals im Signalweg; diesmal am Ausgang: 47 uF mit nachfolgendem Lastwiderstand 1.5k. Da die Platine ja speziell für den 938 war, bleibt mir unklar, warum dort diese Kondensatoren sitzen: Im Eingang des Amplifier Boards sitzt ja gleich wieder ein Lastwiderstand und (Tantal-) Elko. Warum zwei Kondensatoren hintereinander (und zudem noch Tantals)?


    Ich höre schon Fred rufen: WI(L)MA!!



    Gruss an alle
    Asklia

    Auch von mir vielen Dank für den Tipp! Bestellt & geliefert - allerdings nur innerhalb Deutschlands.


    Die ersten "thats" dienen bereits als Cinch-XLR Wandler in meinen ICEpower ASP1000 Modulen. Obwohl offtopic, hier für Interessierte doch zwei Bilder dazu: Der Thats Chip ist auf der kleinen Elektor Platine vor der Rückseite.


    So, nach der Zwischenbastelei jetzt gehts mal weiter am EMT938 und TD524 :-)


    Gruss an alle
    Asklia

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    • ICE01.jpg

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    Sehr schön :-)


    Ich muss zugeben, an diese Falle habe ich nicht gedacht. Tatsächlich geht der symmetrische Ausgang des EMT mit der klassischen Sparschaltung auf einen Cinch-Eingang eines Denon AVP-A1 (der 15 Jahre alte, ohne HD) Vorverstärkers. Da ist der That's Chip offenbar besser für geeignet. Wäre aber kein Problem: Ich warte auf den neuen Yamaha AX-C5000. Und der hat genau einen symmetrsichen Eingang ;-)


    Allerdings sind Quellen für den Chip offenbar rar: Gerade mal Farnell habe ich gefunden; nicht gerade die Quelle für private Kleineinkäufe.


    Mehr unsicher macht mich aber noch die Rückkopplungsschleife und Stummschaltung mit den beiden Kondensatoren in der alten EMT Schaltung vor der Transistorstufe: Während der Rest mir recht klar ist, wäre ich hier für etwas "Entwicklungshilfe" noch dankbar. Wie löse ich diese Schaltung auf?


    Beste Grüsse
    Asklia

    Hallo Frank


    Ich möchte die Übertrager gegen einen Symmetriewandler austauschen, nicht gegen einen Opamp. Natürlich stecken da auch Transitoren drin wie bei einem Opamp - aber die Funktion ist nicht ganz die gleiche. Ich meine, dass der Brumm bei beiden Techniken herausgefiltert bzw. durch die Ablösung des Erdleiters von der Signalmasse anderweitig abgeführt wird. 50 und 100 Hz kann man auch mit einem Übertrager sehr gut mit übertragen ;-)


    Der Symmetriewandler sollte um Grössenordnungen weniger Verzerrungen mit sich bringen als ein Übertrager. Auf die Transistor-Endstufe und die gesamte Rückkopplung könnte mit dieser Lösung ebenfalls verzichtet werden. Die kleinen Wandlerplatinen sollten an Stelle der Übertrager auf derm EMT Platine sitzen. Allerdings bin ich kein gelernter Schaltungsentwickler; mir fehlen daher die Kenntnisse für die korrekte Anpassung der bestehenden EMT Schaltung. Da hoffe ich noch auf einen Hinweis hier im Forum.



    Thorens 524 vs. EMT 938: Ich habe meinen EMT auch einmal mit einem Kabel direkt vom Tonarm zu meiner Rotel Phonovorstufe RHQ10 (hier ein gutes Bild) verbunden. Einwandfrei; keine Klagen. Aber man kann sich auch schnell an den EMT Komfort der Stummschaltung gewöhnen: Die möchte ich nicht missen.


    Den Thorens habe ich an einer Technics SU-A4/SE-A3MKII Kombination ausprobiert. Der Brumm ist mit dem Massekabel (nein, habe ich nicht vergessen ;-) natürlich um einiges geringer als ohne. Aber man kann ihn bei höherer Lautstärke immer noch hören. Das gleiche gilt für meinen TD126; der macht den gleichen Brumm. Liegt zum Teil vielleicht an der Vorstufe, obwohl die ansonsten mitsamt der Endstufe mal zu den feineren Geräten gehörte.


    Gruss
    Asklia

    Hallo Poetry2Me


    Wiederum vielen Dank für die ausserordentlich umfangreiche Antwort! Ich hoffe, mal, dass es ausser uns beiden auch noch den ein oder anderen EMT Liebhaber interessiert.


    Der symmetrische Ausgang des EMT hat was für sich: Habe gestern die "zivile" Version TD524 erhalten und heute mal mit einem Ortofon MC30SII an meinen Technics SEA3/SEA4MKII angeschlossen: Das brummt bei höheren Lautstärken trotz Erdungskabel. Das macht der höchst ähnliche EMT mit seiner eingebauten Elektronik definitiv nicht; war damals überrascht.


    Daher würde ich die Ausgangsübertrager gerne durch die Schaltung mit dem SSM2142 ersetzen. Die Mini-Platinchen würden recht gut auf den Platz der Übertrager passen; es wären nur wenige Leitungen erforderlich. Versorgungsspannung kommt von der EMT-Platine. Die beiden Klammerdioden würden entfernt und das Signal hinter dem letzten Opamp abgegriffen. Leiterbahnen müsste man nicht auftrennen.


    Der Verstärkung wegen nehme ich an, dass man diesen letzten Opamp braucht und das Signal nicht etwa bereits an R861 abgreifen kann. Die Stummschaltung sollte bleiben; lediglich die Rückkopplung müsste entfallen. Und da ist mir noch unklar, was mit den beiden Kondensatoren 865 und 873 und der Rückkopplung am invertierenden Eingang werden soll.


    Vom SSM gehts dann direkt ohne C875 und R895 auf den Ausgang.


    In Bonn bin ich leider so gut wie nie; aber manchmal in Aachen und Düsseldorf. Falls Du mal dort sein solltest, lass es mich wissen ;-)


    Wünche guten Start in die Woche!
    Asklia

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    • 2142.jpg

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    Hallo Poetry2me


    Vielen Dank für die umfangreiche Antwort! Das freut mich doch sehr - angeregte Plauderei unter Gleichgesinnten. Geradezu schade, dass ich einen Troll gefüttert habe. Das "Schnee" Zitat hat mich königlich amüsiert!


    Im Moment habe ich gegenüber dem Status auf dem Bild noch keine weiteren Bauteile ersetzt, weil mir die Funktion noch nicht klar war oder ist. Klar ist mir aber nun, dass man die von EMT recht gross gewählten Koppelkondensatoren (C830 bis hin zum C861) zwischen den Opamps ohne Verluste im Frequenzgang durch 10 uF Folientypen ersetzen kann - grössere WIMAs in kleiner Bauform gibt es ja leider nicht.


    Bleiben noch die "dicken" Tantals C873 und C865: Die könnte man natürlich durch einen frischen Elektrolyten ersetzen. Beeinflusst das in irgendeiner Weise den hörbaren Frequenzgang?


    Habe mir auch überlegt, ob man den Ausgangsverstärker mit Übertrager nicht radikal vereinfachen könnte: Ohne Gegenkopplung, ohne Übertrager auf ein normalen unsymmetrisches Signal. Der nachfolgende Verstärker macht ja ohnein intern wieder ein unsymmetrisches draus. Der Übertrager war ja nur Brummschutz für das Studio-Equipment; er stellt ja keinen Qualitätsgewinn dar.


    Ich meine, dass man das heute besser mit einem aktiven SSM 2142 machen würde, sofern überhaupt notwendig. Elektor hat mal hübsche kleine Module beschrieben, die es heute noch als Bausatz gibt. Doku hier: http://www.nawrocki.de/files/sym.pdf


    Das wäre dann wohl am der Ausgang des letzten Opamps Z811. Wie man die Stummschaltung und C873 dann allerdings verdrahten muss, ist mir als Nicht-Elektroniker noch unklar.


    Und was meinst Du zu dem von mir gewählten Intersil CA3140? Nach dem Studium des Datenblattes müsste der ein stabiler und hochwertiger 1:1 Ersatz für den 741 sein. Zumindest funktioniert er bei mir störungsfrei. Habe leider kein Oszilloskop für eine HF-Schwingungsmessung, die sich theoretisch aufschaukeln könnte. Die Kosten für die Opamps in einem EMT sind ja eher vernachlässigbar: Wer einen gut erhaltenen EMT 938 mit Haube und Tondose sucht, zahlt ja aktuell 2.5 bis 3.5 kT - wenn er denn einen findet.


    Zu dem erträumten Bier für die Forschungsarbeit lade ich Dich gerne mal ein! Allerdings wohne ich in Bern; das sind bestimmt ein paar Kilometer weit weg. Und nein, ich bin kein verbohrter Schweizer ;-)


    Alles Gute und Gruss
    Asklia

    Hallo Klaus


    Danke für die leicht überhebliche Antwort. In einem Punkt hast Du recht: Ich hätte die Formel auch via Wiki suchen können; ich erwarte hier keinen Grundkurs. Die übrigen Aussagen sind aber weit weniger fundiert und eher polemisch.


    Die Schaltung wurde vor 30 Jahren mit den Mitteln der damaligen Zeit für einen bestimmten Anwendungszweck entworfen: Den Anforderungen des UKW-Rundfunks. Und diese liegen mit einem Frequenzbereich von 50 Hz - 15 kHz unter denen des Hörspektrums und auch dessen, was etliche Schallplatten zu bieten haben.


    Der Hochpass beispielsweise nach der RIAA Entzerrung filtert tiefe Frequenzen mit einem unnötig hohen Grenzwert. Für den Rundfunk passend, für den Audiogebrauch kann man die Grenzfrequenz hingegen sehr gut tiefer legen.


    Ausgangsübertrager in Form eines Transformators erzeugen Verzerrungen: Es gibt schlicht keinen Transformator (insbesondere in Mehrkammerwicklung mit Eisenkern), der über drei Zehnerpotenzen von 20 bis 20 kHz und einem Dynamikbereich von wenigstens 50 dB ohne Verzerrungen überträgt.


    Das wussten auch schon die EMT Entwickler: Eine dritte Wicklung im Übertrager dient der Gegenkopplung, um Verzerrungen halbwegs zu minimieren. Gegenkopplungen sind nett, haben aber dafür andere Nachteile; etwa mit der Grenzfrequenz der verstärkenden und gegenkoppelnden Elektronik.


    Und da kommt auch der 741 wieder ins Spiel, der keineswegs der beste Op-Amp aller Zeiten war oder ist. Ein Erfahrungsaustausch zu dem von mir gewählten Op-Amp wäre beispielsweise etwas Nützliches für alle hier.


    Tantal-Kondensatoren waren auch noch nie "High-End" in einer Audio-Schaltung. Tantals sind wundervolle kleine Energiespeicher mit begrenzter Spannungsfestigkeit; aber keine verzerrungsfreien Koppelkondensatoren. Kleine Kunststoff-Kondensatoren standen vor drei Jahrzehnten jedoch noch nicht zur Verfügung.


    Verbesserungen einer Schaltung mit einem bestimmten Anwendungszweck nach dreissig Jahren Weiterentwicklung der Bauteile sind demzufolge kein Gebastel, lieber Klaus.


    Anbei ein Bild der Audio-Platine mit den ersten ausgetauschten WIMA-Kondensatoren. Der Rest folgt ;-)
    Ich wünsche allen viel Spass mit Ihren EMT, Thorens und anderen Vinyl-Drehern!


    Gruss
    Asklia

    Hallo zusammen


    Schade, dass es hier nicht weitergeht :-(


    Zumindest ich habe noch ein paar Fragen, weil ich den Schaltplan des EMT nicht in allen Details verstehe. Hier nochmal meine Schwachpunkte, bei denen ich für eine antwort dankbar wäre:


    "Die Funktion der Kondensatoren 865 und 873 bleibt mir allerdings unklar: Welche Funktion haben diese?"


    "Und dann ist da noch die Filterstrecke nach dem Klirrfaktorgenerator
    (sorry, Übertrager) mit C875 und R895. Leider weiss ich nicht, wie man
    die Grenzfrequenz berechnet, die dieses Glied filtert."



    Merci für jeden Tipp!
    Asklia

    Hi Poetry und Kollegen


    Bin auch gerade beim Umrüsten der Elektronik meines geliebten EMT 938; vielen Dank für die umfassenden Kommentare zum Kondensatoraustausch. Ich stimme mit allen Vorschlägen inklusive zu den Opamps und Wima's anstatt Tantal voll überein.


    Die Tantals 812/814 sind übrigens wohl eher zur Verkleinerung der Exemplarstreuung in Reihe geschaltetet. Zur Erhöhung der Spannungsfestigkeit müssten die Minuspole (oder Pluspole) zusammengeschaltet sein; hier sind die Plus- und Minuspole hintereinander geschaltet.


    Die beiden Kondensatorpäarchen 822/824 und 823/825 sollte man wohl auf jeden fall durch einen grösseren Wert ersetzen: Die EMT Elektronik schneidet die tiefen Töne recht früh ab. Mit einem Wert von 4.7 uF anstatt 0.1 uF hört man wieder "alles"; dafür auch inklusive dem Schallplatten-Grundgeräusch.


    Im Schaltplan gibt es darüberhinaus jedoch noch etliche weitere Stufen, die ebenfalls alle einen Tantal Koppelkondensator bis hinauf zu C861 haben: Diese könnte man natürlich auch ersetzen. Für die meisten langt der Platz für einen WIMA 10 uF anstatt 47 uF Tantal.


    Die Funktion der Kondensatoren 865 und 873 bleibt mir allerdings unklar: Welche Funktion haben diese?


    Und dann ist da noch die Filterstrecke nach dem Klirrfaktorgenerator (sorry, Übertrager) mit C875 und R895. Leider weiss ich nicht, wie man die Grenzfrequenz berechnet, die dieses Glied filtert. Hier darf es sicher auch ein kleinerer Wert sein, damit nicht schon wieder der Frequnzbereich unterhalb von 30 oder 50 Hz abgeschnitten wird. Da wäre ich für einen Tippe dankbar.


    Zudem darf man nicht vergessen: UKW Rundfunk war und ist auf 50 - 15 kHz begrenzt; HiFi war und ist das nie gewesen. Da musste ein EMT auch keine Töne unterhalb von 50 Hz wiedergeben.


    Viel Spass beim Umrüsten!