Beiträge von REGAphon

    Hallo Horst und Volker,


    Vintage-Röhren wären noch mal ein ganz eigenes Universum und bleiben der Übersichtlichkeit halber zunächst mal ausgeklammert. Auch deshalb, weil ich keine Mittel für eine Überprüfung der Qualität habe (bei aktuellen Röhren ist es leichter, der Quelle zu vertrauen).


    Die 5751 hatte ich auch schon mal auf dem Schirm, aber der Typ ist nicht kompatibel, d.h. er brächte die RIAA-Entzerrung durcheinander, das hat mir Herr Otto bestätigt. Das kommt für mich nicht infrage.


    Ich höre jetzt erst einmal mit meiner Beute weiter. Diesmal deutlich länger als nur eine Stunde pro Röhre. Den Anfang macht wieder die Psvane. Die gefällt mir gerade wieder sehr gut. In der Tat kann ich hier sehr weit aufdrehen, ohne dass die Klarheit verloren geht und es anstrengend wird - es wird nur eben höllisch laut. Die Auflösung ist auf jeden Fall sehr gut. Angesichts der Runde 1 (und des stolzen Preises, das gebe ich zu) mein Favorit. Zwischendurch werde ich auch noch ein paar Aufnahmen machen und dann hoffentlich auch etwas Genaueres zum Rauschabstand sagen können. Wird aber alles ein paar Abende brauchen ...


    Zum Brummen der Sovtek hat niemand eine Erklärung?


    Beste Grüße

    Christian

    Hallo zusammen,


    da ich sehr viel über Kopfhörer höre, habe ich mir vor kurzem einen SPL Phonitor 2 gegönnt. Kopfhörermäßig wird es allerdings zunächst einmal beim AKG K701 bleiben. Weil der aber im Bassbereich etwas schwachbrüstig ist, habe ich mal wieder meinen Musikant Röhren-RIAA angeschlossen, der ein besseres Bassfundament als mein ART liefert. Passt zudem hervorragend zu der eisigen Kälte draußen. Mit einer heftigeren Erkältung krankgeschrieben und auf einmal ganz viel Zeit, verfiel ich dann auf einen alten Gedanken, mit dem Musikanten einmal Tube Rolling zu spielen. Passend zum letzten Tag zuhause, kam heute das Paket, darin:


    2 x JJ ECC83 S

    2 x Sovtek LPS

    2 x Psvane T Mark II


    alle auf geringe Mikrophonie und wenig Rauschen vorselektiert, entweder werksseitig, wie bei Psavne, oder durch den Vertrieb. Kostenmäßig lassen sich die drei Modelle grob so einordnen: 20:30:80 Euro. Die Auswahl erfolgte nicht sehr systematisch. Shakti hat über die Psvane hier im Forum mal geschrieben, sie habe eine sehr gute Auflösung, sei ihm aber zu analytisch gewesen. Genau das hat sie für mich interessant gemacht. Sovtek und JJ wurden indirekt von anderen Kollegen hier empfohlen, zudem ist so eine preisliche Vielfalt gegeben. Auf Typen, die ihrer besonders großen Wärme wegen empfohlen werden, habe ich bewusst verzichtet.


    Ersetzt werden die beiden vom Hersteller original eingebauten Tube-Town E83CC. Die dritte Doppeltriode im Musikanten Tube-Town ECC82 dient nur der Impedanzwandlung. Herr Otto sagte mir mal, die mache vielleicht 5% vom Klang aus. Daher habe ich sie drin gelassen.


    Runde I: Die erste Stunde


    Abhörkette:

    Denon DL 103, Graphitbody, Bor-Nadelträger und Shibata (ähnlicher) Schliff von Techneaudio

    Denon HA-1000 Prepre

    Otto Rö-RIAA Musikant

    SPL Phonitor 2

    AKG K701


    Anhand des mit dB-Angaben beschrifteten Lautstärkereglers kann ich das Einsetzen des Rauschens und die Abhörlautstärke (nicht ausgemessen!) vergleichen. Der Phonozweig ist im Phonitor von -10 dBV auf 0 dBU angehoben.


    Gehört wird (mal wieder):

    [re:jazz] mit Point of View

    - eine meiner Testscheiben, tolle akustische Musik, gut aufgenommen, mit hohem Pegel geschnitten, aber nicht ganz unproblematisch (scharfe Sibilanten) und auch nicht perfekt (häufiges Vorecho).


    Es ist natürlich schwer, gleichmütig auf die besondere Darreichungsform der Psvane zu reagieren. Sie kommen in einer kleinen Schachtel, in Schaumstoff gebettet und mit beiliegendem Protokoll. Demnach stammen sie aus 2018 und haben jeweils, auch intern, 2.3 mA. Da kann ich nicht widerstehen, und wechsele sie zuerst ein.



    Psvane T MII

    Rauschen setzt (gerade so hörbar) ab Reglerposition -21 dB ein, ab -19 ist es deutlich zu hören (-21/-19)

    Abhörlautstärke Markierung -29 dB


    An den VU-Metern sehe ich es sofort, es wird lauter als mit den TT. Klanglich gefällt mir das erst einmal sehr gut. Es geht aber zunächst nur um einen ersten Eindruck, und ob die Psvane besser als die gewohnten TT sind, lässt sich so nicht sagen.


    Sovtek LPS

    Rauschen ab Markierung -25, ab -21 deutlich (-25/-21)

    Abhörlautstärke Markierung -35


    Die Sovtek ist noch einmal lauter, was in Relation zum höheren Rauschen zu setzen ist. Die Röhren glimmen übrigens kaum. Es kommt mir so vor, als klinge es jetzt etwas härter, es wird schnell unangenehm, wenn ich noch lauter aufdrehe. Ist der Bass etwas aufgebläht? Im Einzelnen lassen sich allerdings keine Fehler ausmachen. Insgesamt beginne ich aber, mich etwas zu langweilen. Nun gut, ich höre die Platte nun ja auch schon zum zweiten Mal. Plötzlich fängt es an zu brummen. Nanu, was ist denn das? Aha, der Kühlschrank drüben ist angesprungen. Das hat den Musikanten allerdings bisher nie gejuckt. Jetzt brummt es laut.


    JJ ECC83 S

    Rauschen ab Markierung -25, ab -21 deutlich (-25/-21)

    Abhörlautstärke Markierung zw. -35 und -29


    Die JJ liegt von der Lautstärke zwischen Psvane und Sovtek. Obwohl ich die LP nun zum dritten Mal höre, kann von Langeweile keine Rede sein. Es kommt mir so vor, als bekäme ich hier die schwungvollste Darbietung geboten. Dazu ist der Klang sehr klar. Als ich lauter drehe, kommt es mir so vor, als wären die Psvane auch bei hohen Abhörlautstärken "ruhiger" geblieben. Darauf muss ich noch mal achten.


    TT E83CC


    Und zum Schluss die altbekannte Kombi.

    Rauschen ab Markierung -25, ab -21 deutlich (-25/-21)

    Abhörlautstärke Markierung -21


    Die TT sind nicht nur am Leisesten, sie haben auch den schlechtesten Rauschabstand. Immerhin arbeiten sie auch schon vier Jahre, aber ob es daran liegen kann? Klanglich gibt es nichts zu meckern. Von einer deutlichen Distanzierung kann jedenfalls nicht die Rede sein.


    Fazit

    Nach Runde 1 tendiere ich zur Aussage: Ja, es gibt einen Röhrenklang. Eindeutig ist die Sache nach einer Stunde aber nicht. Es scheint eher um Feinheiten zu gehen, wie so oft. Und natürlich, die Röhren müssen sich ja erst noch einspielen. Lustig wird es dann vielleicht später noch, wenn ich per Blindvergleich die digitalisierten Aufnahmen, die es noch zu machen gilt, versuche auseinanderzuhalten. Auch deshalb will ich mich nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen.


    Eins ist allerdings jetzt schon sehr klar, die Sovtek müssen sich ganz schön anstrengen. Oder liegt es nur daran, dass ich vergessen hatte, ihnen die Sicomin-Röhrendämpfer überzustreifen, die seit Ewigkeiten über den TT sitzen? (Ich kann es mir nicht wirklich vorstellen.) An die Experten: Könnte das Brummen bei der Sovtek mit dem "S" zu tun haben? Da war doch irgend etwas mit der Vorheizung? - fragt die Technik-Niete.


    So, morgen dann wieder arbeiten:( Irgendwann kommt aber Runde 2 (und keine Angst, ich werde nicht zu jeder Hörstunde etwas schreiben).


    Christian

    So, seit zwei Tagen ist sie da: Polygondwanaland als Französische Pressung im Half-Speed Mastering. Produziert in Kooperation von Cranes Studio, Ground Zero & Wolfpack France. Das originale Cover ziert hier die Innenhülle aus Pappe, das eigentliche Cover nimmt die zentrale Figur daraus und setzt sie in Silber vor einen schwarzen Hintergrund. Das war's auch schon, einen Download Code braucht es in diesem Fall ja nun wirklich nicht.


    Die Pressung ist fast plan (ca. 1 mm Spiel), ohne Seitenschlag und die Nadel läuft ruhig durchs Vinyl. Auf Seite 2 erlaubt sie sich einige wenige Knackser, und leider gibt es beim letzten Track einige Verzerrungen. Die digitale Version ist im direkten Vergleich vielleicht eine Spur brillanter, insgesamt kommt diese analoge Ausgabe aber mindestens ebenso gut rüber. Den schwachen Dynamikumfang (durchschnittl. DR 7) der digitalen Version dürfte sie allemal schlagen.


    Gut finde ich, dass hier offenbar nicht Profit aus den Leistungen anderer geschlagen werden soll, sondern die Gewinne laut Aufkleber an eine gemeinnützige Organisation in Frankreich geht, die Immigranten unterstützt.


    Insgesamt sicherlich kein audiophiles Meisterwerk, aber eine gute Pressung eines sehr guten Albums.

    Vielleicht wäre auch ein mit scharfem Schliff (Shibata) retipptes Denon DL-103 etwas für Dich: Impulsive Spielweise und hohe Auflösung, ohne dass das Klangbild in seine Einzelteile zerfällt. Das gefällt mir jedenfalls an meinem modifziertem 103. Einen Vergleich zum 2M Black kann ich allerdings nicht bieten.


    Viel Erfolg bei der Suche

    Christian

    Hallo Sören,


    hast Du das 2M Black neu zum Rega angeschafft oder bereits zuvor an anderen Drehern - den japanischen etwa - betrieben? Und falls letzteres zutrifft, klang es da anders?


    Gruß

    Christian

    Moin,


    die Linkklassiker dazu sind:


    http://www.frank-landmesser.de/hoer_analog_rega_tweak.html

    https://web.archive.org/web/20…ishu.de/rega-tonarm-mods/


    @ Michael


    Dynamische Auflagekrafteinstellung (AKE) per Feder: Eine Feder drückt, klassisch, den Tonarm gegen die Platte (bei Rega genau umgekehrt). Vorteil gegenüber statischer AKE per Gewicht (bei zentrischem Gegengewicht) bei verwellten LPs, weil der Fliehkraft am Ende einer Bergfahrt entgegengewirkt wird (bei Rega fängt die Feder den TA bei der Talfahrt ab). Bei exzentrischem GG ändert sich die AK in Abhängigkeit von der Höhe des TA über der Platte in relevantem Maß. Bei einer Bergfahrt erhöht sich also die AK, bei einer Talfahrt nimmt sie ab. Dennoch ist die dynamische AKE meiner Erfahrung nach auch hier der statischen überlegen, weshalb ich eine Mischung bevorzuge.


    Herbert Überprüfe es doch einfach experimentell, entweder mit Tonarmwaage oder indem du den Arm per Gewicht ausbalancierst und dann am Rad drehst.


    @Achim Ich kann es nicht genau sagen, ich entspanne die Feder bei der statischen AKE nicht ganz und mache die Feinjustage per Feder. Bei einer extrem verwellten Platte mal ausprobiert: Eindeutig der rein statischen AKE überlegen, trotz exzentrischem GG.


    Beste Grüße

    Christian

    Hallo Michael,


    Du hast damit die Feder, die den Arm nach oben drückt, entspannt und so die dynamische Auflagekrafteinstellung deaktiviert. Durch das exzentrische Gegengewicht hast Du dennoch ein gutes Tracking bei verwellten LPs. Solange die AK für den Tonabnehmer stimmt, ist alles in Ordnung. Manche schwören sogar auf die Deaktivierung der Feder (ich habe mich für eine Mischung beider AK-Einstellungen entschieden), jedem, wie's gefällt.


    Schönen Gruß

    Christian

    Hallo Michael,


    ich bin äußerst zufrieden mit dem Prepre Denon HA-1000. Hat mir besser als die bisher gehörten Übertrager (etwa Denon AU-250) gefallen. Einen Vergleich mit einem Silvercore oder A23 konnte ich aber leider noch nicht machen.


    Gruß

    Christian

    Hallo Matej,


    schottisch ist Linn, Rega ist englisch. Der Vorgänger des RP 10, der P9 - mit Keramikteller und Filzmatte - wurde bereits 1995 auf den Markt gebracht.


    Schönen Gruß

    Christian

    Hallo Alex,


    danke für den Bericht, das ist wirklich ärgerlich. Eine Kleinigkeit hast Du noch ausgespart: Wie ist der Film denn geworden?


    Schönen Tag

    Christian

    Thomas hat zwar dankenswerter Weise schon darauf hingewiesen, ich finde aber, das Thema ist durchaus einen eigenen Thread wert.


    Dass eine Band ein Album frei ins Netz stellt, ist nichts ungewöhnliches im Kampf um Aufmerksamkeit. Ungewöhnlicher ist es, wenn Künstler dies tun, die ohnehin im Licht der Öffentlichkeit stehen und eine treue Käuferschaft haben, wie es etwa bei Radioheads In Rainbows 2007 der Fall war (wer wollte, durfte allerdings auch etwas dafür bezahlen). Dass eine inzwischen durchaus bekannte Band aber nicht nur die Files ihres neuesten Albums ins Netz stellt, sondern auch das CD- und Vinyl-Master, und alle dazu aufruft, das Album selbst zu veröffentlichen, das dürfte schon neu sein. Die australische Psych-Rock-Band King Gizzard & Flying Lizard hat das mit ihrem vierten (!) Album POLYGONDWANALAND dieses Jahr getan. Auf discogs.com finden sich entsprechend bereits eine ganze Reihe von Veröffentlichungen, darunter viele Kleinstauflagen auf Vinyl. Ich habe mir mal eine für Februar angekündigte Half-Speed-Mastering Ausgabe vorbestellt, die Musik hat das verdient.


    Eine spannende Aktion, an der die Band nichts verdient (aber natürlich Aufmerksamkeit erzielt, die sich auch finanziell auszahlen dürfte).


    Hier gibt es die Files zum Download.


    Christian

    Bei leichtem Brumm lohnt es sich, verschiedene Konstellationen auszuprobieren, das kann das Problem beheben oder mindern. Sonst leistungsstärkstes Gerät zuerst, siehe Vorredner.

    SR11, 25 mm, bei Pressung von 0,102 n/mm² (quadratische Grundfläche)


    Concertmaster Baso, blau, Angabe bei Amazon: Bei 4 Stück abgestimmt für 10 - 15 kg


    Öde Antwort auf öde Frage.

    Die angegebenen Isolationswerte sind jedenfalls durchaus ähnlich zu denen von sr11 bei einer typischen Anwendung mit quadratischen Pads:


    Concertmaster Baso:

    Höchste Schwingungsisolation: >90% ab 50 Hz und >60% ab 30Hz


    SR 11:

    ca. 69% bei 28 Hz

    ca. 90% bei 47 Hz