Posts by holli05

    Der Blaupunkt-Tuner ist wesentlich später mit den üblichen 3 analogen ICs der ersten Generation in ZF mit anschließendem modernerem Quadraturdemodulator, Stereodekoder und dem AM-Empfang konstruiert. Dazu kommen noch zwei ICs für die ZF-Vorverstärkung und die Signalanzeige. Für die ZF-Selektion sind zwei Keramikfilter verbaut. Das Frontend ist archaisch mit ner Mono-Gate-FET-Vorstufe und nem bipolarem Mischer sowie einem abgestimmten Antennen- und einem Zwischenkreis aufgebaut.

    Damit kommt der billig gefertigte Blaupunkt nicht an die Empfindlichkeit und Trennschärfe des bis auf die einfachen ZF-Verstärker-ICs diskret aufgebauten K&H und mit LC-Filtern in der ZF bestückten ET20 heran. Dazu bietet der ET20 fünf einstellbare Festsenderspeicher.

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    Holger

    Das kann mit der schmalen ZF so sein, wie es soll, denn beide ZF-Bandbreiten haben in diesem Tuner eigene Demodulatoren ergänzend zu den in der schmalen ZF zusätzlich wirksamen 3 Keramikfiltern. Wenn die ersten 3 Keramikfilter für die breite ZF verschmälert werden, sollte auch die resultierende Durchlaßkennlinie der schmalen ZF überprüft werden und

    wenn in der breiten ZF der Suchlauf je Sender zweimal stoppt, stimmt da die Nullpunkteinstellung nicht, es ist der Sekundärkreis von T103 zu korrigieren und die Einstellung von dessen Primärkreis und T102 auf die neue mittlere Durchlaßfrequenz der breiten ZF zu optimieren. ;)

    Im Wega LabZero arbeiten in der breiten ZF zwei für das Gerät gefertigte Quarzfilter und in der schmalen ZF eine Kette von Filtern mit u.a. drei Oberflächenwellenfiltern. Oberflachenwellenfilter sind auch in den unterschiedlichen Bandbreiten der ZF des KT917 eingesetzt. Mir ist bisher kein in der Durchlaßfrequenz driftendes Oberfächenwellenfilter untergekommen, nur ein richtig kaputtes.

    Bei Problemen mit der Nachstimmautomatik im KT917 sollte zuerst die aufwendige AFC-Ansteuerung auf der DDL-Platine und dann der LO als mögliche Ursache untersucht werden. Die DDL (Distorsion Detected Loop) fixiert den LO im Mehrfachen des 25kHz-Rasters.

    Aussetzfehler sind immer unangenehm und mühseelig zu finden.

    Ein Blick in das Manual zeigt, das das Ausgangssignal des Stereodekoder-ICs uPC1223 über eine Stufe zur Rauschreduzierung durch Kanaltrennungsreduzierung, die Tiefpaßfilter für die Abtrennung der Frequenzen oberhalb 15kHz und die Muting-Schaltstufen direkt auf die NF-Ausgänge geht. Es gibt keinen diskreten NF-Verstärker nach dem Dekoder, der in der Verstärkung korrigierbar wäre.

    Das Ausgangssignal ist mit 550mV bei 1kHz angegeben. Wenn das wirklich zu viel NF-Pegel sein sollte, könnte wohl nur mit zusätzlichen Spannungsteilern direkt nach den IC-Ausgängen oder am Tunerausgang reduziert werden. Am IC würde es für viele Nachrüster sicher ein wenig eng.

    Die ohne Last gemessene Sekundärspannung paßt, der Trafo lebt.


    Das Bild zeigt nicht den Eingangs- sondern den Endverstärker. :S Damit sind der Brückengleichrichter und die Siebelkos zu prüfen.

    Wenn der Trafo brummt, liegt ein Kurzschluß, der die Primärsicherung noch nicht auslöst, direkt in den BE hinter dem Trafo vor und der Schluß einer sekundären Teilwicklung ist naheliegend. Liegt dieser Schluß weiter vom Trafo entfernt, werden die Längswiderstände oder der Regeltransistor heiß. Die Widerstände rauchen dann gern.

    Bei ner Kurzschlußursache im Eingangsverstärker sollte zuerst die 32V-Spannung geprüft werden, für die am Kollektor des Regeltransistors TR202 gut 40V anliegen sollten. Wenn die Spannung durch nen Schluß im Spannungsverdoppler in den Dioden 202, 203 und Kondensatoren 201, 202 nicht da ist, sollte nach Auslöten des C201 das Trafobrummen weg sein und alle BE dieser Spannungsschiene sollten geprüft werden.

    Anzumerken ist, dass die 12V-Schiene bei Ausfall der 32V abgeschaltet wird.

    Ohne den Hinweis auf das Klopfen im Eingangsverstärker wären zuerst D201 oder die Siebkondensatoren der Railspannungen verdächtig und sollten geprüft werden.

    Und mit nem Schraubendreher oder Spannungsprüfer darf man durchaus auf Leiterplatten oder BE klopfen, nur sollte der Griff dabei vorn sein. ;)

    Ja und möglichst die Gehäuse über ne kleine Schelle oder Klebstoff thermisch verbinden.

    Zu den Zusatzangaben auf den Gehäusen findet man kaum Infos. Es gab Transistoren, wo über Zusätze die Stromverstärkung in Bereichen angegeben wurden. Hier sind das eher Herstellerinfo zu produktionsspezifischen Daten, wie z.B. Herstellzeitraum oder Werk/Anlage.

    Für den 2SA798 findet sich übrigens auch kein Ersatztyp mit dem fünfpoligen Gehäuse. Wesentlich sind beim Ersatz die geringe Abweichung der Stromverstärkung von unter 2% zwischend den beiden Transistoren und der Wert der Stromverstärkung größer 250. Ein paar 550 habe ich eben mal gemessen, die liegen alle zwischen 490 und 510 in der Stromverstärkung, sollten damit auch ohne Aussuchen ohne Probleme in der Schaltung als Differenzverstärker funktionieren.

    Unter BC560C bei Reichelt, Kessler, Amazon, ebay ..., z.B. https://www.reichelt.de/de/de/…92-bc-560c-p5028.html?r=1, https://www.ebay.de/itm/382345…95b177:g:9-QAAOSw9NdXsEOK

    Bei den Doppeltransistoren mußt nach der richtigen Bezeichnung 2SA798 z.B. bei ebay suchen. Die meisten Suchergebnisse sind Nachbauten aus C. Keine Ahnung, ob die taugen, sogar Nachbauten finden sich, wie https://www.ebay.de/itm/174795…a19080:g:90cAAOSwZrJgNl5A.

    Da mir die Angebote zu teuer wären, würde ich zwei 550 oder 560 auf möglichst gleiche Stromverstärkung kontrollieren und wegen der Temperaturdrift verkleben oder ähnlich am Gehäuse thermisch gekoppelt einbauen. Diese rauscharmen Kleinleistungstransistoren können in vielen NF-Eingangsstufen älterer Geräte das Rauschverhalten verbessern.

    Hallo Bernhard,

    das Geräusch kommt von Übergangswiderständen der Schleifer am Rotor des Drehkos. Ursache kann eingedrungener Staub oder Oxydation sein. Die übliche Reinigung wird mit Tunerspray Oszillin vorgenommen, das an bzw. in diese Kontaktstellen gesprüht und der Drehko damit mehrmals über den Abstimmbereich gedreht wird. Evtl. ist die Prozedur zu wiederholen. Dazu muß der Deckel des Tuner ab. Wie der bei diesem Gerätetyp befestigt ist, ist mir nicht bekannt, aber es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder von oben mit ner Schraubbefestigung oder an den Querblechen zur Platine unten mechanisch eingerastet. Bei letzterem muß das Deckelblech nur leicht nach innen gedrückt und dann nach oben abgezogen werden. Evtl. braucht es einen kleinen Schraubendreher.

    Viel Erfolg

    Holger

    Manchmal macht es Sinn, Fragen richtig zu lesen. Ich bin wie bei vielen Tunern üblich von einem Display für die Anzeige ausgegangen. Die Schaltung zeigt aber 7-Segment-Anzeigen für die Frequenz und im Netzteil 4 Lampen für die weiteren Anzeigen. Die FM-Lampen werden durch einen Öffner-Kontakt des Bereichsschalters SK702 zwischen Stift 8 und 9 versorgt. Entweder schließt dieser Kontakt nicht mehr richtig, die Lampen sind kaputt oder die Masseverbindung der Lampen fehlt. Die Schließfunktion dieses Öffners kann im ausgeschalteten Zustand mit nem Ohmmeter o.ä. geprüft werden.

    Wenn ich die Anzeige richtig verstehe, fehlt die FM- und die MHz-Anzeige. Sind deren Lötstellen am Display iO? Die Ansteuerung im FM-Betrieb muß nachgemessen werden, damit das Display als Ursache ausgeschlossen werden kann, aber dazu muß der SP des Tuners gelesen werden.

    Wie sind denn die Erfahrungen in der Fehlersuche, welche Unterlagen und Meßtechnik sind vorhanden?

    Mögliche Ursachen gibts viele, primär zu prüfen wäre die Betriebsspannung in der ZF und das an F8 ausgekoppelte Signal sowie nach kalten Lötstellen zu schaun. Dann kämen die Gleichspannungsvorgaben in ZF und um IC8/IC9.

    Verdächtig wäre u.a. die ZD1 und ihr Parallelelko C65. Schau, ob die Spannung von ZD1(15V) stabil ist und der Anzeigebereich sich mit P2 sauber einstellen läßt.

    Dazu hätte ich zwei passende Fragen:

    1. Wie werden mehrstufige LC-Filter abgeglichen, damit optimale Durchlaßkurven der Amplitude und Gruppenlaufzeit entstehen?

    2. Wie werden Gruppenlaufzeiten und ihre Verläufe mit begrenzten Mitteln im gewerblichen oder Amateurbereich gemessen? Dabei ist klar, das das beispielsweise mit solchen Geräten https://www.ebay.de/itm/Siglen…-bis-1-5-GHz/273364458802 machbar ist. Nur gehts auch billiger?

    Besten Dank.


    edit sehe grade das auch nach dem Wega Lab Zero gefragt wurde: Der hat in der breiten ZF Quarzfilter und in der schmalen hauptsächlich Oberflächenwellenfilter, da kann/muß in der ZF also nichts verdreht werden.

    Da müßte man in die Schaltung nach den jeweils wirksamen Filtern schauen. Der Gesamtfrequenzgang einer Filterkette ergibt sich aus der Kombination der Einzelfrequenzgänge. So ergeben z.B. zwei 180kHz Filter hintereinander einen schmaleren Gesamtfrequenzgang als 180kHz, da die Filtergrenzen immer etwas voneinander abweichen. Andere Eigenschaften wie z.B. die Flankensteilheit können sich in der Summe verbessern.

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    Holger

    Der 3SK45 in der Vorstufe ist ein früher und viel verbauter Dual-Gate-FET. Nach ihm kamen viele verbesserte.


    Es könnten neben dem Hauptverstärker in einem weiteren ZF-Zweig zur Gewinnung des Anzeigesignals noch 10.7 Filter verbaut sein. Wenn man von den metallgekapselten Bauformen absieht, unterscheiden sich die Filter für die 10,7MHz schon überwiegend optisch von denen für Frequenzen unter 1MHz.