Posts by Sebastian

    Hi Sebastian,


    wie klingt denn insgesamt auf der Messe?

    Ich fand es ok, aber das kann man so allgemein schwer beantworten.

    Hast Du Lautsprecher mit engem Sweet-spot, ist es immer schon mal blöd, wenn Du nicht in der Mitte sitzen kannst. Auch wenn ich in der 3. oder 4. Reihe sitze und Köpfe der Vorderleute die Lautsprecher verdecken, stört mich das erheblich. Ich stelle mich dann lieber in die hintere Reihe mittig hinter den Sitzenden. Dann hängt es aber davon ab, wie groß der Lautsprecher ist: Also eine JBL L100 Classic auf dem niedrigen Ständer ist wohl eher nicht geeignet, um sie im Stehen zu hören.

    Auch ist die Liebe zum Detail beim Raumtuning oft sehr unterschiedlich. Firmen mit sehr großen und teuren Anlagen geben sich oft auch Mühe mit dem Raumtuning. Müssen sie aber auch, da die großen Lautsprecher oft Raumresonanzen noch viel mehr anregen. Da haben es kleine Anlagen oftmals leichter.

    Ich weiß nicht wie es an den anderen Tagen aussah: Am Sonntag war der Andrang nicht so riesig. Ich konnte oft auf optimalen Plätzen sitzen, war teilweise sogar alleine im Raum. Wenn es irgendwo eh schon überfüllt war, bin ich halt nicht reingegangen. Aber irgendwo ist eine Messe natürlich immer ein Kompromiss. Als bei Wolf von Langa leise Stellen der Schottischen Fantasie von Bruch liefen, wurden im Nachbarraum Bassgewitter gezündet. Das fand ich dann doch störend. Aber wie so oft im Leben, es ist auch alles eine Frage der Erwartungshaltung - mir hat es jedenfalls gefallen.

    Gruß

    Sebastian

    Dennoch hatte ich gehofft das ich hier im Forum etwas über die Messe erfahre.


    Na gut, dann lege ich nochmal nach mit Sachen, die ich im letzten Posting vergessen habe:

    Live Act Audio wollte ich immer schon mal hören: Diesmal ist es mir mit der 312 gelungen und die fand ich sehr überzeugend. Gerade grobdynamisch bei impulsstarkem Material gibt es wenig, was Live Act Audio das Wasser reichen kann. Auch tonal fand ich den Lautsprecher recht ausgeglichen. Bei der darunter angesiedelten "Emotion LIne", war ich überrascht, wie groß doch selbst so eine LAA115 ist. Für normalgroße Wohnräume dürfte bei der LAA 110 Schluss sein. Interessant fand ich auch die "spaltrauhe" Holzoberfläche der Front. Optisch ansprechend, aber sicher nicht einfach sauber zu halten.

    Ach ja, bei Boennicke war ich dieses Jahr auch wieder. Optisch ist so eine W11 wirklich ein Genuss. Diesmal lief alte Musik und tonal sowie von der Auflösung hat mir das alles sehr gut gefallen. Womit ich als Coax-Hörer immer ein Problem habe, ist diese große, aber etwas diffuse Bühne. Hier fehlt mir persönlich die präzise Ortbarkeit einzelner Instrumente, gerade bei Kammermusik. Das mag aber auch an den Räumlichkeiten liegen, dass das hier nicht so funktioniert hat. Bei bassstarker Musik gab es auch ein paar heftige Resonanzen im Raum. Da hätte etwas mehr Raumtuning gut getan.

    Gruß

    Sebastian

    So, jetzt ist sie also vorbei, die High End 2019.

    Ich hatte heute mein Sonntags-Ticket gelöst: 10:00 bis 15:00 Uhr hat mir persönlich auch gereicht. 5 EUR Eintritt finde ich mehr als fair, dazu dann noch 10 EUR Parkgebühr :).

    Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht und ich fand auch, dass es heute beim groben Durchgehen meist recht gut geklungen hat.

    Die großen Ayon Lautsprecher mit den Keramik Chassis waren nicht so ganz meins. Mir war das ganze etwas zu "crisp" (im Sinne von anstrengend hochauflösend, nicht langzeittauglich).

    JBL L100 Classic waren klasse, zumindest mit der vorgeführten Musik. Ich hätte gerne mal Klassik darüber probiert, aber der Raum war voll und ich wollte die Leute nicht verärgern ...

    EMT System an Thales an Nagra Electronic an YGA Lautsprechern war auch toll. Für mich die bessere Version zu Ayon: Hochauflösend, aber nicht anstrengend. Außerdem hat man hier mal Flötensonaten von C.P.E. Bach unter Leitung von T. Pinnock aufgelegt - Pluspunkt, da kein HighEnd Gedudel!

    Wolf von Langa's Son an den großen Air Tight Monos und ich alleine im Raum. Das habe ich genossen, war eine super Vorführung. Hier habe ich bestimmt eine 1/2h in Ruhe Musik gehört. Die Lautsprecher könnten mir echt gefallen, wenn mal eine Zweitanlage ansteht (oder doch die JBL L100 Classic? :)).

    Das große Besteck bei Living Voice war mal wieder großartig, aber das hatte ich in Kenntnis der letzten HighEnd auch nicht anders erwartet. Andere große Hörner wie Avantgarde Acoustic oder Cessaro sind dagegen eher nicht so meins. Ich mag diese künstlich aufgeblähte Bühne mit den 1m großen Mündern nicht so. Die großen Odeons lagen mir da schon eher, die fand ich natürlicher.

    Der große Harbeth Monitor war souverän - ein bisschen hat mir hier der "Anmach-Faktor" gefehlt, dafür war es superneutral und langzeittauglich. Einstein klang wie letztes Jahr auch gut, wäre mir aber auf Dauer auch zu anstrengend. Ich muss bei Musik auch relaxen können.

    Gut gefallen haben mir auch erneut die Open Baffle Lautsprecher von Spatial.

    Auch ein paar neue Musiktipps habe ich mitgenommen: Eine Liveaufnahme mit Herbert Pixner hat mich beeindruckt, außerdem das Album "Instruments" von Henrik Schwarz - beides war mir vorher kein Begriff.

    Es war ein interessanter und entspannter Tag. Ich bin dann nach Hause gefahren, habe Musik aufgelegt und gedacht "klingt doch gar nicht so schlecht".

    Liebe Grüße

    Sebastian


    PS: Ich stelle fest, dass ich mir immer wieder Sachen anhöre, die ich sowieso schon kenne. Mein Elan durch 100 Räume mit mir unbekannten Marken zu pilgern hält sich in Grenzen.

    Naja, wenn eine Firma Geräte bis 600.000€ im Portfolio hat, dann sind Geräte für 200.000€ eben deren mittlerer Preisbereich. Juergen hat ja nicht behauptet, dass es sich hierbei um den mittleren Preisbereich des deutschen Durchschnittsverdieners handelt.

    Sebastian

    Hallo !

    Wenn Dir das Aufrüsten des LP12 zu teuer ist, solltest Du uns verraten, wieviel Du denn ausgeben möchtest. Hast Du in Deiner Anlage schon mal einen "Brettspieler" (z.B. Rega) oder ein Masselaufwerk (Feickert, Transtotor etc.) gehört? Es gibt durchaus Leute, die Vorlieben für ein bestimmtes Laufwerksprinzip haben.

    Prinzipiell glaube ich, dass Du um Deinen LP12 zu toppen so viel Geld wirst ausgeben müssen, dass Du auch den LP12 aufrüsten kannst.

    LG

    Sebastian


    PS: Wenn Du mit dem LP12 eigentlich nicht unzufrieden bist, würde ich die Finger vom Wechsel lassen. Unter Umständen machst Du sonst eine Baustelle auf, die über Jahre dauert, bis Du wieder zufrieden bist und die einen Haufen Geld verschlingt.

    Hi!

    Um es gleich vorneweg zu sagen: ich kenne die Natalija nicht und ich besitze auch keine. Darf ich trotzdem was dazu sagen?

    Ok, versuchen wir es einfach mal mit Logik und etwas Mathematik:


    Die Natalija ist ein Röhren MM Verstärker und nutzt für MC einen Übertrager. Sie hat eine Einstellung für 20dB und für 26 dB Verstärkung. Gehen wir davon aus, dass der MM Verstärker eine übliche Eingangsimpedanz von 47kOhm hat, dann ergibt sich bei Verwendung des 1:10 Abgriffes am Übertrager (=20dB) eine Eingangsimpedanz von 470 Ohm. Dies dürfte (gerundet) der 500 Ohm Einstellung bei 20dB entsprechen. Genauso ergibt sich bei Verwendung des 1:20 Abgriffes am Übertrager eine Eingangsimpedanz von 117,5 Ohm. Dies dürfte (gerundet) der 100 Ohm Angabe bei 26 dB entsprechen.


    Um jetzt die angegebenen 20 und 40 Ohm bei 26dB bzw. 100 und 200 Ohm bei 20dB zu erreichen, muss man Widerstände parallel schalten. Kurz nachgerechnet: Nehmen wir am 1:10 Abgriff einen 127 Ohm Widerstand parallel, ergeben sich 100 Ohm Gesamtimpedanz, nehmen wir einen 350 Ohm Widerstand parallel, ergeben sich 200 Ohm. Das entspricht also den Beschriftungen bei 20dB Verstärkung.


    Nimmt der Konstrukteur der Nataija jetzt die identischen Widerstände für den 1:20 Abgriff? Nein, denn damit würden sich die angegebenen 40 Ohm bei 26 dB nicht realisieren lassen. Sowohl der 1:10 als auch der 1:20 Abgriff am Übertrager haben also wahrscheinlich einen eigenen Set aus 2 Widerständen zum parallelen Dazuschalten.


    Das würde also bedeuten:


    Schalte ich auf 20dB (1:10) und wähle (was vom Gerät nicht vorgesehen ist) 20, 40 oder 100 Ohm der 26dB Schaltung dazu, werden Widerstände parallel zum nicht verwendeten Übertrager-Abgriff geschaltet, der Tonabnehmer "sieht" weiterhin 500 Ohm.

    Schalte ich auf 26dB (1:20) und wähle (was vom Gerät nicht vorgesehen ist) 100, 200 oder 500 Ohm der 20dB Schaltung dazu, werden Widerstände parallel zum nicht verwendeten Übertrager-Abgriff geschaltet, der Tonabnehmer "sieht" weiterhin 100 Ohm.


    Überprüfen kann man das freilich nur, wenn man den Schaltplan hat oder in das Gerät schaut, aber das o.g. ist meines Erachtens das wahrscheinlichste Szenario.


    Gruß

    Sebastian


    PS: Oh, während ich schrieb, hat Thomas auch gerechnet :)

    Georg Arsin hat in einem Telefonat mit mir sogar gesagt, die Natalija klänge anfangs geradezu "schrecklich" - sicher eine Übertreibung, die der Bescheidenheit des Entwicklers geschuldet ist, der aber auch um das Potential seiner Geräte weiß.

    Der Unterschied zwischen Bescheidenheit und Marketing ist Dir aber schon geläufig?

    Die Parallele dazu in der Heilkunst nennt sich "Erstverschlimmerung". Ein genialer Schachzug: Geht es dem Patienten erst mal besser, ist er zufrieden, geht es ihm erst mal schlechter, auch. :)

    Sorry, ich möchte die Natalija sicher nicht schlecht reden - das ist bestimmt eine tolle Phonovorstufe. Aber so manchen Spruch eines Herstellers, Vertriebes, Verkäufers etc. darf man ruhig mal hinterfragen.

    Sebastian

    Hallo Juergen,

    ich liebäugele ja auch schon seit einiger Zeit mit einer Zweitanlage (z.B. wenn die Kinder aus dem Haus sind). Ein Zweit-Hörzimmer könnte dann 17qm haben, also ähnlich, wie bei Dir. Nun höre ich zwar auch gerne mal 60er und 70 er Jahre Rock, aber eben auch viel Jazz und Klassik. Daher meine Frage: Kann man Deiner Meinung nach auch Jazz oder Kammermusik über die JBLs genießen oder fehlt einem dann doch dabei etwas?

    Liebe Grüße

    Sebastian

    Das deutet mir auf ein falsch eingestelltes Antiskating hin.

    Das machst Du mir bitte mal vor: 5dB Lautstärkeunterschied durch falsch eingestelltes Antiskating? :meld:

    Sebastian


    PS: Gibt es irgendwo eine symmetrische Verkabelung mit XLR Steckern? Da hatte ich mal einen Fehler und das macht genau 6dB aus, wenn das invertierte Signal nicht mehr übertragen wird. Ansonsten bitte mal nicht die großen Kabel umstecken sondern die Headshellkabel re/li vertauschen, wenn der Fehler dann wandert, liegt es am Tonabnehmer, bleibt der Fehler auf der selben Seite, liegt es an der Verkabelung.

    Au ja, lasst uns die Fragestellung so richtig auseinandernehmen!


    • Meinst Du wirklich, alleine auf der Insel hättest Du noch Zeit zum Musikhören?
    • Wo kommt der Strom her?
    • Vinyl im Inselparadies - reicht nicht das ganze Mikroplastik?
    • Zu welcher Regierung/zu welchem Regime gehört die Insel? Ist hier freizügige Musik überhaupt opportun?
    • Schadet die Äquatorsonne nicht den Vinylschnippseln? Wäre MP3 nicht sinnvoller?
    • Ohne meine Silberschmelzsicherung und meine audiophile Wandsteckdose gehe ich sowieso auf keine Insel.

    u.s.w.


    Sebastian 8o


    PS: Ich nehme Contrapunctus I-X aus Bachs Kunst der Fuge mit!

    Hallo Juergen!

    Vielleicht hab ich's überlesen: Wie groß ist der Raum?

    Zu den Leuten, die eine 4367 vorschlagen: Das ist aber auch preislich ein ganz anderes Kaliber, oder?

    Hast Du Juergen mal die L100 im Vergleich zur 4312SE gehört? Wo liegen die Unterschiede, wo die Gemeinsamkeiten? Größe und Chassis-Bestückung sind doch ähnlich, oder? In der LP war mal kürzlich ein recht euphorischer Artikel über die L100. Das hat sich eingeprägt, wegen der orangen Würfelschaumabdeckung! :)

    Gruß

    Sebastian

    also soviel kann man an der Cyrus auch nicht gerade einstellen. 4 Verstärkerstufen sind ok aber für MM keine Kapazitätsanpassung. 220 pF fest sollte aber meistens passen. Für MC dafür schon in ein paar Stufen wobei man dies aber wiederum kaum benötigt.

    Und ob die Abschlußimpedanz nun bei 330 oder 400 ohm liegt (als Beispiel) ist am Ende völlig schnuppe. Grobe Werte reichen hier.

    Sehe ich anders.

    Hier geht es um MC, also dürfte die Kapazität egal sein.

    Die Impedanz spielt aber sehr wohl eine Rolle, obgleich ich Dir Recht gebe, dass nun ausgerechnet zwischen 330 und 400 Ohm keine Welten liegen.

    Sebastian

    Schön, dass Du von der Cyrus so begeistert bist!

    Bevor jetzt hier so ein allgemeingültiges "Cyrus spielt EAR an die Wand" stehen bleibt, möchte ich auf ein paar Besonderheiten hinweisen:

    Die Cyrus Phono Stage ist eine umfassend einstellbare Vorstufe. Man kann sich also den Klang nach seinem Gusto "hinbiegen". Die EAR verwendet für MCs Übertrager. Diese haben im Ggs. zu den großen EAR Vorstufen keine verschiedenen Abgriffe, sind daher auch nicht individuell anpassbar. Ein MC-TA und ein Übertrager bilden immer eine Einheit - hier können sich Synergien zeigen oder auch nicht. Da hier nichts einstellbar ist, braucht man also den "richtigen" TA dazu. Neben dem Fazit "Cyrus spielt besser als EAR" könnte man also sinnvollerweise sagen "Optimal eingestellt, hat mich das DV20x2L an der Cyrus mehr überzeugt, als an der EAR". Vielleicht sähe dies jedoch bei einem anderen TA (anderer Innenwiderstand, andere klangliche Signatur) ganz anders aus?

    Ich konstruiere mal ein Beispiel: Die EAR gilt gemeinhin als etwas "euphonisch", nicht extrem hochauflösend aber sehr musikalisch (ich weiß, dass manche diesen Begriff hassen!). Kombiniert man jetzt einen brillanten, hochauflösenden TA wie ein Delos, kann das sehr überzeugen. Ein Delos an einer Aqvox war mir damals zu anstrengend, ich habe daher damals zu Tom Evans gewechselt, das passte wieder. Ich habe leider nie ein Delos an der Cyrus gehört. Vielleicht würde in dieser Kombination EAR die Nase vorn haben, während es bei DV anders herum ist?

    Also bitte: Immer Phonovorstufe und TA als Einheit betrachten.

    Sebastian